Christiane Paul lässt den Leser bereits in ihren ersten Sätzen davon wissen:
„Wenn ich in einem Flugzeug sitze, aus dem Fenster schaue und diese hell erleuchteten Städte sehe: Wissen Sie, was dann das Erste ist, was mir in den Kopf kommt? Ich denke daran, wie irrsinnig hoch der Energiebedarf für dieses Lichtermeer ist. Unfassbar.“
Der spitzfindige Utopist wird es gleich gemerkt haben: In einem Flugzeug hocken und sich über Energieverschwendung echauffieren – wenn da mal nicht jemand im Glashaus sitzt. Aber keine Angst. Christiane Paul ist sich des Dilemmas, in dem sie da gefangen ist, bewusst:
„Ich stehe am Flughafen, ich sehe die Massen, deren Teil ich bin. Ich schaue mir selbst beim Einchecken zu und denke; Wie soll ich das bloß ändern? Wie ist unser Leben ohne so eine hohe Mobilität überhaupt zu machen? Wie ist mein Beruf ohne solche Flexibilität überhaupt möglich?“
Diese problematischen Fragestellungen zur persönlichen Mobilität markieren nicht nur den Anfang des Buches, sie stehen auch exemplarisch für Christiane Pauls gesamte Reise. Der Schauspielerin und promovierten Medizinerin geht es um die Frage, ob und wie man sich als einzelner mit dem großen Ganzen sinnvoll verbinden kann, wenn man dieses zum Positiven verändern will. „(Ich) versuche meinen Lebensstil und Konsum in Einklang mit meinem Bewusstsein zu bringen“, schreibt sie. Ihr ökologischer Selbstversuch hat schon früh in ihrem Leben begonnen, dabei aber auch immer wieder mehr Fragen als Antworten aufgeworfen.
Um dem ein Ende zu machen und nun herauszufinden, was im persönlichen Alltag wirklich was bringt und was nicht, hat sie für ihr Buch allerlei Experten und Meinungsführer aufgesucht, über deren Begegnung sie ausführlich berichtet. Mit dem Schriftsteller Jonathan Safran Foer zum Bespiel diskutierte sie übers Tiere Essen, mit dem Potsdamer Klimawissenschaftler Anders Levermann über den Klimawandel und mit dem Sozialwissenschaftler Harald Welzer über die Möglichkeiten einer ökologischen Gesellschaft. Die Schilderungen dieser Zusammenkünfte werden von Kapiteln begleitet, in denen Christiane Paul tief in ihre Gedankenwelt und in ihre Lebensgeschichte blicken lässt. Und auch um Anekdoten über Promi-Kollegen ist sie nicht verlegen, zum Beispiel über Christian Ulmens SUV.
In unterhaltsamer Öko-Ratgeber-Manier erzählt sie, was sie jetzt anders macht als früher und auch wo sie an ihre Grenzen stößt, wie ihre Freunde und Kollegen auf ihre Veränderungen reagieren und auch, wer sie für eine „Ökospinnerin hält“. Dabei macht sie immer wieder deutlich, dass das eigene Umdenken, und vor allem das Bessermachen, nicht ganz einfach, aber möglich ist – und sogar zu einer Form der persönlichen Freiheit verhelfen kann. Auch wenn ihr Anliegen ernst ist, findet sie immer Raum für Humor und weiß, an welchen Stellen Selbstironie die beste Medizin ist.
Christiane Paul hat ein sehr persönliches und lesenswertes Buch geschrieben, das inspirierende Gedanken für alle Menschen bereit hält, die sich auf den Weg in ein bewussteres Leben machen wollen.
Verlosung: Das Leben ist eine Öko-Baustelle von Christiane Paul
Utopia verlost 3 x „Das Leben ist eine Ökobaustelle von Christiane Paul“. Wenn Sie gewinnen möchten, schreiben Sie uns in einem Artikel-Kommentar, was Ihre größte persönliche Öko-Baustelle ist. Die Bücher werden unter allen Teilnehmern verlost. Teilnahmeschluss: Donnerstag, 17.11. 2011
Christiane Paul auf der Münchner Bücherschau – Karten-Verlosung
Am So, 27.11.2011 ( 17:00 Uhr, Eintritt 10,- Euro) stellt Christiane Paul ihr aktuelles Buch „Das Leben ist eine Öko-Baustelle“ auf der Münchner Bücherschau vor. Utopia verlost 3 x 2 Karten. Wenn Sie gewinnen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit Betreff „Ökobaustelle“ an: gewinnen(at)utopia.de
Die Karten werden unter allen Teilnehmern verlost. Teilnahmeschluss: Donnerstag, 17.11. 2011


Kommentare (108)
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Vielen Dank an das utopia-Team für die Verlosung. Ich bin dankbar, dass ich gewonnen habe.
Frau Paul gibt Tipps zum ökologischeren Leben und Denken - Altes, Neues, Einfaches und Komplizierteres.
Der Stil der Darstellung ist durchweg leicht und verständlich, häufig im Dialogstil.
Am Schluss gibt es eine Literaturliste mit Monographien und Artikeln.
Überwältigend ist der zupackende Ansatz und das durchgehende Wünschen, alles möge im Handumdrehen zumindest losgehen: Das eigene Umdenken, das merkliche Zurückgehen der Umweltgifte um uns etc.
Danke, Frau Paul, für dieses Buch und für die vielen persönlichen Kapitel. mehr weniger
Und ja, das Buch hat meine Familie dazu gebracht, endlich auf Ökostrom umzusteigen (wieso haben wir bloß als Hausbesitzer so lange EON unterstützt?), alle Lampen mit Energiesparleuchten auszustatten, in den nächsten Urlaub nach Polen mit dem Autozug, zumindest bis Berlin, zu reisen (was bin ich stolz darauf!, viel teurer ist es auch nicht, wenn man den Timeplaner nutzt!) und und und…
Und solche Nachrichten, wie gerade, dass Kanada aus dem Kyoto-Protokoll ausgestiegen ist, nehme ich ganz anders wahr – es macht mich einfach nur traurig.
Danke, Christiane Paul, danke Utopia für das schöne Geschenk!
LG
tootoo mehr weniger