Im Portrait

Das tollkühne Nordlicht


Von Stephan Sepp

Der Leser muss Henning Mankell wirklich dankbar sein, dass er mit seinen düsteren Wallander-Krimis das mittlerweile nervtötende Klischee-Bild zurecht rückte, das sich die Welt seit 40 Jahren von den Skandinaviern macht. Sonst würde Morten Lund, der Mitbegründer des Internet-Telefonanbieters „Skype“, einmal mehr den Eindruck vermitteln, dass nördlich von Flensburg noch immer der Michel los ist, der sich mit lustigen Pippis in kunterbunten Villen herum treibt – immer aufgelegt zu neuen Streichen.

Der Morten Lund aus Rosklide in Dänemark könnte gut den ins Startup-Unternehmer-Zeitalter katapultierten, groß, aber niemals erwachsen gewordenen Michel aus Lönneberga verkörpern. 36 Jahre ist er heute alt und sieht mit seinem bartstoppligen Skater-Boy-Gesicht noch immer aus wie der Wirtschaftsstudent der frühen Neunziger, der keine Lust auf Uni hatte und stattdessen zuhause vom Küchentisch aus coole Baseball-Kappen und Sweatshirts über einen Internet-Shop verhökerte.

Mit dem Geschäft hat Lund viel Geld verdient. Er ist ein Entrepreneur wie ihn Wirtschaftsbücher beschreiben würden, und weil die Kiste so easy über die Bühne ging, gründet, finanziert oder berät er seither Firmen, mit scheinbar unermüdlicher Energie und einer Unbekümmertheit, mit der sich andere nicht mal an den Herd stellen und Kuchen backen. Über 80 Firmen, überwiegend Startups im Internet, hat er zum Laufen gebracht, seit er und seine Partner 2005  „Skype“ für 4,3 Milliarden Dollar an eBay verkauften.

Zur Zeit hat Lund ein besonderes Unternehmen im Visier: die Welt. Seinen Kindern zuliebe, sagt er, will er sie retten. Er hat auch schon einen Business-Plan, der drei bislang noch ziemlich unausgegorene Projekte vorsieht: die Züchtung einer Pflanze, die Landminen aufspürt. Ein Verfahren zur Trinkwasseraufbereitung, das nicht mehr als 50 Dollar kosten soll. Und die Generallösung zweier scheinbar widersprüchlichen Menschheitsleiden: Hunger und Übergewicht.  

Für seine neuesten Aktivitäten hat Lund sogar ein eigenes Label gegründet: „Worldwide Investement in Life Development“. Kurz: „WILD“. Das Wortspiel dürfte sich auf die Skurrilität von Lunds Ideen beziehen. Letztendlich aber auch auf seine ambivalente Persönlichkeit. Der Mann will halt immer noch der nette Lausbub sein, mindestens so wild wie Iggy Pop und fast so gut wie Mutter Theresa.

Und stets so erfolgreich wie der Virgin-Gründer Richard Branson, den Lund als seinen „persönlichen Helden“ vergöttert. Der als unkonventionell und unberechenbar geltende britische Unternehmer pflegt wie kaum ein anderer Geschäftsmann eine Arbeitsaufassung, die die Gesellschaft bis dato nur den Künstlern seit dem Beginn der Moderne zugesteht. „Business,“ sagt Branson, „ist für mich keine Arbeit, sondern Leben.“ Ein permanenter Akt der spontanen Intuition, der aktive sowie passive Qualitäten erfordert, findet Lund. Macherinstinkte und ein offenes Ohr. An Branson schätze er besonders, dass er so gut zuhören könne, sagt Lund. Dafür sei er alles andere als „down to earth“.Sprecher Utopia Konferenz '09

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    philaleth
    schrieb am 26.11.2009 um 09:34
    Zur zwingend notwendig ungefährlichen und stetigen Energieversorgung aller Bevölkerungen gilt es, ein hinderndes Tabu in der Form des unbewiesenen ersten Hauptsatzes der Thermodynamik ( Beweismangel wird von jedem Physiker bestätigt) zu brechen. Einstein konstatierte, dass es zwei unendliche Dinge...
  • gelöscht am 28.09.2009 um 11:19 von admin
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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