Live-Chat zum Nachlesen

Nachlesen: Krombacher Live-Chat


Am 30. Mai 2011 startete das Krombacher Klimaschutzprojekt. Dabei geht es um die Wiedervernässung von Torfmooren im indonesischen Teil von Borneo. Infolge jahrzehntelanger illegaler Abholzung tropischer Torfmoorwälder kommt es dort zu einer Kohlendioxid-Freisetzung in riesigem Ausmaß. Durch die Wiedervernässung wird großflächig, dauerhaft Kohlenstoff gebunden und somit der schädliche Ausstoß von Treibhausgasen verhindert wird.

Im Live-Chat stand Ihnen Krombacher Geschäftsführer Bernhard Schadeberg am 17.06.2011 von 16-17 Uhr für alle Fragen zum Klimaschutzprojekt aber auch zu weiteren Fragen rund um die Nachhaltigkeitsinitiativen des Unternehmens und die Unterzeichnung des Changemaker Manifests zur Verfügung. Hier können Sie den Chat nachlesen:

Bildergalerie

Krombacher Klimaschutzprojekt 2011 - Bilder aus Borneo

 

Moderator: Hallo und herzlich willkommen zum heutigen Utopia-Chat mit Krombacher Geschäftsführer Bernhard Schadeberg. Wir haben bereits einige spannende Fragen vorab zugeschickt bekommen und freuen uns auf viele weitere interessante Fragen, Rückfragen und Anregungen. Es handelt sich wie immer um einen moderierten Chat, das heißt: Alle Fragen werden von einem Moderatoren-Team verwaltet und an die Chat-Hauptperson nach und nach weitergeleitet. Um 16:00 Uhr geht es los. Sie können aber jetzt schon Ihre Fragen stellen.
Es ist 16:00 Uhr, der Chat beginnt. Wie immer geht es los mit der Startfrage: Lieber Herr Schadeberg, sind Sie bereit?

Bernhard Schadeberg: Ja, ich freue mich!

Moderator: Wir starten mit den Fragen zum Klimaschutzprojekt und weiteren Klimaschutzthemen und kommen gleich zur ersten Frage aus der Community:

romuald: Guten Tag, dient das Klimaschutzprojekt als Kompensation für die Betrieb-bedingt Verursachten Emissionen von Krombacher, oder strebt das Unternehmen Parallel zur Emissionsneutralität bei der eigene Produktion durch Verwendung von erneuerbaren Ressourcen?

Bernhard Schadeberg: Wir streben in erster Linie Ziele in Krombach an, die wir selbst beeinflussen können. Dementsprechend kann man im Nachhaltigkeitsbericht viele Ziele wieder finden. Ganz konkret wollen wir dieses Jahr rd. 8,5 % weniger Energie verbrauchen. Ende Mai liegen wir bei ca. 8 % unter Vorjahr.

PeterPan: Mich würde interessieren, was den Krombacher tatsächlich, jeden Tag und im eigenen Unternehmen macht um weniger CO2 zu emittieren. Sollte es, wie bei der Regenwaldaktion letztlich nur auf eine Umsatzsteigerung herauslaufen wäre dies mal wieder ein schlag ins Gesicht.

Bernhard Schadeberg: Das Thema Strom hatten wir ja gerade schon, aber auch das Thema Wasser ist ein großes Thema. Durch eine Reihe von Investitionen im Haus ist es uns gelungen, den Wasserverbrauch auf 3,5 l pro l Bier zu reduzieren. Im Bereich der Abfälle haben wir in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und konnten über 50 % reduzieren. Das allerwichtigste Thema für uns ist aber die MW-Flasche. Durch den Einsatz von 97 % MW-Behältern und damit das praktische Ausschalten von Einweggebinden haben wir den größten Beitrag für die Energiebilanz erreicht.

Pia Jung: Ist es nicht widersprüchlich, einerseits als Sponsor der Formel 1 aufzutreten, sich aber andererseits in Borneo für den Klimaschutz einzusetzen? Macht das Engagement im Ausland nicht blind für die Dinge, die jeder Bürger und jedes Unternehmen direkt vor Ort tun könnte?

Bernhard Schadeberg: Ich sehe den Widerspruch auch. Aber ein großer Teil unserer Kunden hat neben Fußball, unserem 2. großem Aktivitätsfeld, die Formel 1 als zweite Lieblingssportart. Und da wir ein Unternehmen sind, das unsere Verbraucher ansprechen möchte, sind wir zwar nicht aktiv im Rennsport, aber im Bereich des Presentings von RTL. Darüber hinaus unterstützen wir eine Vielzahl von Projekten neben Borneo auch in Deutschland. Wir sind aktiv bei Wald in Not und zum Thema Moorvernässung machen wir mit dem DBU Naturerbe GmbH auch ein Projekt in Neubrandenburg.

Moderator: Eine Rückfrage zum Wasserverbrauch

Wanderer: Wie viel Wasser hat man denn vorher verbraucht? Wasser sehe ich als wertvollen Rohstoff, schön, dass der in Krombach Thema ist

Bernhard Schadeberg: In der Literatur werden häufig 7 l genannt und die weltgrößte Brauereigruppe gibt als Ziel für das Jahr 2015 an, unter 4 l zu kommen.

Rosa1915: Und dann vernässe ich wieder mit jedem Kasten Bier den ich kaufe, einen qm Torfmoor? Was gibt's denn dafür? Steuererleichterungen?

Bernhard Schadeberg: Wir haben uns entschieden, auf die Mechanik 1 Kiste - 1 konkreten Umweltbeitrag zu verzichten, sondern haben uns losgelöst von Verkaufsmengen entschieden, 2 Mio. Euro in das Projekt zu investieren. Wenn man die Flasche in CO2-Bindung umrechnen würde, würde es etwa 5 kg CO2-Bindung bringen. Da das Projekt relativ kompliziert ist, haben wir auf unserer eigenen, dafür eingerichteten Seite http://klimaschutzprojekt.krombacher.de/engagement/klimaschutzprojekt/?et_cid=7&et_lid=3 auch viele Berichte und Erklärungen aufbereitet. Für jeden den es interessiert, empfehle ich, sich diese Seite einmal anzuschauen. Darüber hinaus liegt in jeder Kiste unserer Produkte ein Flyer, der Projektablauf und Inhalte noch einmal erläutert. Ebenso kann man auf Youtube (www.youtube.com/user/KrombacherBrauerei) weitere Infos bekommen.

sai: Welche Rolle spielt der WWF bei diesem Projekt? Wer ist wie vor Ort involviert?

Bernhard Schadeberg: Der WWF ist seit vielen Jahren Partner von unserem Haus, hat eine sehr hohe Fachkompetenz, ist politisch gut vernetzt und kann unsere Gelder sehr effizient vor Ort mit dem nötigen Fachwissen einsetzen. Beim Regenwaldprojekt haben wir in der Zwischenzeit 4 Mio. Euro in einer Stiftung eingesetzt, mit der wir seit vielen Jahren im Regenwald aktive Maßnahmen begleiten und zwischenzeitlich 97 Mio m² aktiv geschützt haben aber auch noch eine Menge mehr getan haben, was in unserem Nachhaltigkeitsbericht auch noch einmal detailliert beschrieben worden ist.

Moderator: Wir haben noch zwei Rückfragen zu Ihrer Antwort zum Klimaschutzprojekt:

Sonnenblume80: Wieso wird das nicht auf den Flaschen beworben?

Bernhard Schadeberg: Die Fläche auf dem Flaschenetikett ist zu klein, um vernünftig dieses Projekt zu erläutern, da wir auch noch eine Reihe von Pflichtangaben auf die Flasche bringen müssen. Deswegen die Flyer. unsere Homepage und Youtube und darüber hinaus auch noch in jeder Bild am Sonntag aktuelle Infos zu unserem Projekt.

werner: Wieviele Flyer sind das dann insgesamt?

Bernhard Schadeberg: Es werden rund 10 Mio Flyer in den Kisten beigelegt sein. Es werden drei verschiedene Flyer sein, die sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen. Zu Beginn wie eigentlich Moorvernässung funktioniert und was das für einen Einfluss auf die CO2-Bilanz hat. Indonesien ist im übrigen der drittgrößte CO2-Emittent der Welt. Was für ein Entwicklungsland eine erschreckende Botschaft ist.

Cama: Krombacher setzt sich ja nun schon eine Weile für den Regenwaldschutz ein. Was hat Krombacher bislang erreicht? Was wird getan, damit das Erreichte auch Bestand hat?

Bernhard Schadeberg: Ich habe gerade schon etwas zum Regenwald Projekt gesagt. Unsere Stiftung ist darauf ausgelegt, für die nächsten 99 Jahre dafür gerade zu stehen, dass die Maßnahmen auch dauerhaft von Bestand sind..

Frisch: Wie sieht Ihr langfristiges Engagement bei Klimaschutz- und Regenwaldprojekt aus?

Bernhard Schadeberg: Im Regenwaldprojekt haben wir wie eben erwähnt eine 99 Jahre Perspektive. In Borneo haben wir die Mittel zur Verfügung gestellt, damit für die nächsten 30 Jahre das Projekt finanziert ist, d.h. im Wesentlichen, dass die Dämme gepflegt werden können, die örtliche Bevölkerung eingebunden werden kann u. dass Wiederaufforstung erfolgen kann. Wir setzen alleine 100.000 Setzlinge in besonders schlimm betroffenen Gebieten ein.

Moderator: Wanderer hat noch eine Rückfrage zum Formel 1 Sponsoring:

Wanderer: Hier könnte Krombacher Zeichen setzten, indem sie aus der Formel 1 aussteigen und eher kommunale Sportvereine fördern.

Bernhard Schadeberg: Ich glaube, wir können das eine tun ohne das andere zu lassen. im Krombacher DFB-Kreispokal treten alleine 8000 Amateur-Fußballvereine an, um ihre Qualifikation für den DFB-Pokal zu erreichen. Ich glaube nicht, dass es eine Brauerei in Deutschland gibt, die mehr regionale Vereine unterstützt und fördert, als unser Haus. Dies liegt aber natürlich auch daran, dass hier in geselliger Runde häufig Krombacher Produkte konsumiert werden. Wir nehmen aber trotz alledem Ihre Anregung zum Thema Formel 1 Engagement sehr ernst und hier ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Moderator: Nun geht es weiter mit Fragen zum Changemaker Manifest
Herr Schadeberg, Sie haben das Utopia Changemaker-Manifest unterzeichnet. Warum haben Sie sich dazu entschieden, das von Utopia entwickelte Manifest zu unterzeichnen?

Bernhard Schadeberg: Als Familienunternehmen beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit unserem gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Handeln. Dies haben wir nun im Nachhaltigkeitsbericht zusammengefasst. Und haben auf unserem Weg einen Partner gesucht, der sich dem Thema widmet und insofern uns mit kritischen Anregungen fordert und fördert. Mit dem Changemaker Committment setzen wir uns insofern nicht nur einem hohen Grad an Transparenz aus, was wir wollen, sondern werden auch in der Zielerreichung kontrolliert werden.

Nicolas: Hallo Herr Schadeberg, wie gut ist Ihr Standort an den ÖPNV angebunden? Gibt es ein Mobilitätsmanagement, das Fahrradfahren oder gemeinsames Fahren im Auto fördert?

Bernhard Schadeberg: Wir leben in einem 2000 Seelendorf, von daher kommen viele Mitarbeiter sogar zu Fuß in unsere Firma. Wir haben aber auch eine Bushaltestelle direkt vorm Werkseingang und haben gerade erst in einen Fahrradweg, der verschiedene Dörfer verbindet, 80 Tausend Euro investiert, der in Kürze fertiggestellt wird.

Dreckspatz: Wie hat Ihnen das Changemaker Manifest geholfen, Krombacher nachhaltiger zu gestalten? Konnten Sie bei allen Punkten schon Aktivitäten vorweisen?

Bernhard Schadeberg: Durch das Changemaker Manifest haben wir eine schöne Struktur bekommen, wie wir uns mit Themen beschäftigen können und sind auch auf Themen aufmerksam geworden, die wir bisher nicht ausreichend bearbeitet haben, so ist der Dialog mit unseren Lieferanten letztlich erst durch das Manifest angeschoben worden. Wir sehen aber auch, dass das Thema Integration der Mitarbeiter nicht durch einfache Information getan ist. Hierzu arbeitet unsere Personalabteilung gerade Schulungsprogramme aus, die wir in 2012 umsetzen und die wir den Mitarbeitern im vierten Quartal vorstellen werden. Am Ende hoffe ich, dass wir Bewusstsein verändern, und neben den ökologischen Vorteilen auch ökonomische Vorteile bringen.

Apfelesser: Ist der Bericht im Internet abrufbar?

Bernhard Schadeberg: Ja, unter www.krombacher.de/Engagement/Nachhaltigkeit/PartnerschaftUtopia (Anmerkung der Redaktion: Auch auf Utopia ist das Changemaker Manifest unter www.utopia.de/blog/krombacher-brauerei-changemaker einseh- und kommentierbar).

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    YouMe
    schrieb am 21.06.2011 um 14:59
    Hallo Krombacher Brauerei, eine Informationsfrage zu der von Maria_L zitierten Liste ("Blausäure, Calciumchlorid, Chlordioxid, Essigsäure, Formaldehyd, Hexan, Schwefelsäure, Kieselgele, Kohlensäure, Methylenchlorid, gentechnisch veränderte Hefe, radioaktive Strahlung"): Welche der aufgezählten...
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    Bada
    schrieb am 21.06.2011 um 13:33
    Hallo Krombacher-Brauerei, wenn das alles so toll ist warum weigern sich dann die konventionellen Brauereien den Passus der zukünftigen garantierten Gentechnikfreiheit mit in das Reinheitsgebot aufzunehmen? Freundliche Grüße Bada @Maria_L - danke für die Info!
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