Biofach 2012 – Lebensbaum
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besser: wissen - machen - kaufen
„Du kannst Geschichte schreiben...“, beginnt Bernd Kolb gern seine Gespräche. „Wenn du folgende Frage richtig beantwortest: Wieviel CO2 emittierst du in einer Stunde Flug von Berlin nach München?“. Mit seiner Frau ging der Ex-Innovationschef der Telekom auf eine private Forschungsreise. Wie funktioniert der Klimawandel? Welche Rolle spielt der weltweite Konsum? Woran sind frühere Kulturen schon gescheitert? Aber noch kein Gesprächspartner konnte die pragmatische Frage nach der Flugstunde beantworten. „Wir müssen vom Wissen zum Bewusstsein“, sagt Kolb deshalb. Mit seiner Beratungsarbeit, Vorträgen, einem Buch und der Gründung des „Club of Marrakesh“ will er die Menschen nun von den ökosozialen Todsünden befreien.
Utopia: Herr Kolb, sie waren jahrelang erfolgreich in der Wirtschaft tätig. Wie kommen Sie dazu, den Menschen heute Statistiken und Lösungsvorschläge zur Weltproblemlage vorzuführen?
Bernd Kolb: Nun, ich und meine Frau Andrea sind auf jeden Fall Neueinsteiger. Rund zweieinhalb Jahre dauerte unsere private Forschungsreise. Wir lasen nach und fragten Experten direkt. Doch bei jeder Frage kamen zehn neue hinzu. Jetzt ist ein Bild entstanden und mit diesem Wissen bleibt mir gar nichts anderes übrig.
Was haben Sie entdeckt?
B.K.: Zum Beispiel, dass in jeder Jeans elf Tonnen Wasser stecken, welches den Menschen am Produktionsort China zur eigenen Versorgung fehlt. Unsere globale Wirtschaft muss raus aus dem blinden quantitativen Wachstum. Massenproduktion ist der unhinterfragte Standard. Beispiel Plastik: Heute sehen wir an den Müllbergen und verschmutzten Ozeanen, das diese Wegwerflogik ein Irrweg ist. Also müssen wir umsteuern zu einem qualitativen Wachstum. Ich habe mich mal sehr über ein teures T-Shirt für 60 Euro geärgert, als ich es eilig am Flughafen kaufen musste. Aber das ist jetzt viele Jahre her und das Shirt trage ich noch heute. Es hat also den Wert von 10 billigen T-Shirts längst wett gemacht.
Sie haben ausführlich geforscht und sich geändert - aber wie können viel mehr Menschen mitmachen?
B.K.: Wir müssen vom Wissen zum Bewusstsein kommen. Die Leute haben ja auch verstanden, dass Schokolade dick macht. Magazine sorgten dafür, dass wir „kalorienbewusst“ wurden. Deswegen müssten wir uns heute fragen: Wieviel CO2 löse ich mit dieser Aktion aus? Wie stark ist mein persönliches CO2-Konto schon belastet? Die Kommunikation der Probleme blieb da bislang zu abstrakt und überwältigend. Wir müssen auf die individuelle Ebene, ins Praktische, ins Alltägliche kommen.
Kommentare (34)
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Billo.Heinzpeter.Studer
schrieb am 23.09.2010 um 14:09 ¶Greenborn
schrieb am 23.09.2010 um 13:53 ¶Kommentar schreiben
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