Wahljahr 2009

Wem trauen Sie noch?


Was sagt uns das? Die OSZE beobachtet unsere Wahl im September. Sonst besucht die OSZE Länder wie den Kongo. Sieht auch das Ausland schon, welche Farce bei uns gespielt wird? Hören Sie auch das Lachen und Lästern aus der Ferne über eine Republik, in der rund 18 Prozent der Wähler die Kunstfigur Horst Schlämmer zum Kanzler erheben würde?

Es ist ziemlich sicher, dass nicht nur die Spiegel-Redaktion darüber sinniert, was nun die echte Farce ist: die Satire oder die Realität. Denn von den Wahlkampfplakaten hüpfen Dekolletees herunter wie kugelnde Orangen aus dem Netz, die Parolen sind zum x-ten Mal aufgewärmt und es werden wieder munter Steuersenkungen versprochen, obwohl die Staatskassen mindestens so leer sind, wie die Wahlprogramme der Parteien. Die Politik verkommt mehr und mehr zur Posse!

Die Wähler haben sich scheinbar fatalistisch damit abgefunden, dass am Wahltag ab 18 Uhr alles zuvor Ge- und Versprochene zu Wortkadavern verkommt. Oder glauben Sie noch, was Ihnen Franz Müntefering, Frank-Walter Steinmeier oder Guido Westerwelle versprechen? Es scheint vielen längst klar, dass keiner dieser Politiker auch nur annähernd das in der Realität umsetzt, was er an der Kampffront gesagt oder gemeint hat. Oder zwar gesagt, aber irgendwie anders gemeint hat. Immer mehr Utopisten fühlen sich von den Politikern regelrecht angelogen und betrogen. Es ist klar, dass es um Macht und ihren Erhalt geht. Nach der Wahl ist vor der Wahl würde der Sportler sagen – und dann geht wieder alles so weiter wie zuvor. Wieso lassen wir uns diesen Offenbarungkniefall in Berlin bloß gefallen? Am liebsten würden doch die meisten die große Errungenschaft der Demokratie mit Füßen treten und nicht zur Wahlurne gehen. Nach dem Motto: Stellt’ Euch vor es wäre Wahl und keiner ginge hin! Aber dieses Gedankenspiel ist obsolet, denn so ist es fast schon – Nichtwählen als Trend.

Aber genau das dürfen wir nicht zulassen! Wir müssen für unser Recht eintreten und unserer Stimme Gehör verschaffen. Es ist eine Tragödie, dass es den Anschein macht, als wäre kein Politiker mehr verlässlich. Aber stimmt das wirklich? Noch nie hätte Politik geschlossener die Probleme der Menschheit angehen müssen als derzeit. Noch nie hätten die Parteien mehr zusammen rücken müssen als derzeit, denn die Wirtschaft bricht zusammen. Die Auswirkungen des Klimawandels spitzen sich zu ökologischen und sozialen Brennpunkten zu, das Rentensystem steht vor dem Abgrund, es gibt keine Pläne für eine regenerative Energieversorgung, keine alternativen Mobilitätskonzepte. Es fehlt eine Roadmap hin zu einer ökologischen Landwirtschaft. Wie kann unsere Konsumgesellschaft überführt werden in eine, in der besser leben das Ziel ist und nicht, immer noch mehr zu besitzen? Und die neoliberalen Manager rufen im Angesicht des eigenen Scheiterns nach Staatshilfen und was macht die Führungsriege? Sie verliert sich in lächerlichen Grabenkämpfen und egozentriertem Alphatiergehabe.

Warum empört das nicht viel mehr Deutsche? Warum fordert keiner, dass diese dringlichen Themen nicht schon längst zur Chefsache erklärt wurden? Wo ist der Lösungsplan der Regierung? Und wo ist sie, die Klimakanzlerin? Wem können wir noch vertrauen, weil er für unsere Zukunft die richtigen Weichen stellt?


Liebe Utopisten, welchem Kandidaten oder welcher Kandidatin trauen Sie noch in dieser Bananenrepublik der Schlämmers, Sonneborns und Steinmeiers? Wer hat noch Ihr Vertrauen, welcher Bundestagskandidat hat noch Rückgrat und verdient es gewählt zu werden?

von


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    Berthild Lorenz
    schrieb am 23.03.2010 um 18:37
    Tja, hab noch was mitgebracht; vielleicht interssiert das ja ein paar strategisch Konsumierende ... http://www.richterdatenbank.net/richterdatenbank/
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    Pimpinelle
    schrieb am 12.03.2010 um 11:27
    Das Vertrauen in die Politik und/oder in die etablierten Parteien ist gründlich ruiniert. Verständlich. Was sollte bzw. kann man von Parteien, die Lobbyisten beschäftigen, sich von Konzernen bespenden, Parteitage sponsern oder sich für Reden/Veranstaltungen bezahlen lassen, schon erwarten. Viele...
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