Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
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Der Mann ohne Geld

Können Sie sich vorstellen, ganz ohne Geld zu leben? Mark Boyle hat es getan. Er hat ein Jahr lang jeglichem Konsum entsagt und rührte nicht einen Penny an. Gewinnen Sie jetzt das Buch „Der Mann ohne Geld“ und vielleicht lassen Sie sich ja von diesem sozialen Experiment und seinen vielen Herausforderungen inspirieren.


Be the change you want to see in the world. Inspiriert durch diese Worte Mahatma Gandhis stand im Jahr 2008 für den damals 29-Jährigen Wirtschaftswissenschaftler, und Gründer der Freeconomy-Bewegung, Mark Boyle fest, sein Leben von Grund auf umzukrempeln. Ab sofort wollte er auf jeglichen Konsum verzichten und zwölf Monate ohne Geld verbringen. Begonnen hat Boyle dieses Jahr passender Weise am Internationalen Kauf-nix-Tag.
Doch wie kommt man bloß auf die Idee, eine so lange Zeit ohne Geld auskommen zu wollen? Für Boyle war es die Feststellung, dass die Menschen viel zu distanziert von den Gütern sind, die sie konsumieren. Das Geld wird auf den Tisch gelegt, aber wofür genau, weiß man meist nicht. Die direkten Auswirkungen unseres Kaufverhaltens auf Mensch, Tier und Umwelt können (oder wollen) wir nicht mehr sehen. Denn müssten wir unser Gemüse selbst anbauen, würden wir es niemals so unachtsam wegwerfen. Müssten wir sehen, unter welchen Bedingungen Tiere geschlachtet werden, würden wir vielleicht aufs Wurstbrot verzichten. Müssten wir unser Trinkwasser selbst reinigen, würden wir es nicht so verschwenden. Die Reihe lässt sich unendlich fortsetzen. Doch wer macht sich heutzutage noch Gedanken um die Herkunft seiner Einkaufswaren? Geld stellt für die Menschen eine Sicherheit dar. Es hat die Macht über die Welt ergriffen. Doch Boyle selbst sagt, "dass Freundschaft und nicht Geld wahre Sicherheit bringt. Und dass die größte Armut hier im Westen spiritueller Art ist. Dass Unabhängigkeit in Wahrheit der wechselseitigen Abhängigkeit bedarf. Und dass, wenn du keinen Plasma-Bildschirm-Fernseher besitzt, die Leute denken, dass du ein Extremist bist."

Keine Miete, keine Einkäufe, kein Strom, kein Klopapier

In einer Welt ohne Geld braucht man vor allem Geduld. Boyle entsagte tatsächlich allem, wofür wir jeden Tag wie selbstverständlich unser Geld ausgeben. Nach sechs Monaten Vorbereitungszeit, in denen er sein Kaufverhalten genau studierte, erkannte, worauf man gut verzichten kann, was man selbst produzieren oder von Bekannten herstellen lassen kann und welche Fähigkeiten man nur zu erlernen braucht, sah er sich für sein Experiment gewappnet. Über www.freecycle.org bekam Boyle überraschenderweise einen Wohnwagen geschenkt, durfte gegen ehrenamtliche Arbeit auf einer Farm parken und baute sich seine eigene Komposttoilette. Er erzeugte mit Hilfe eines Solarmoduls seine eigene Energie, bewegte sich hauptsächlich mit dem Fahrrad oder zu Fuß in selbst hergestellten Flip Flops fort und musste sich täglich auf Nahrungssuche begeben. Als Veganer erwies sich dies als weniger kompliziert, denn durch eigenen Anbau, Tauschhandel, Mülltauchen und Streifzüge durch die Natur wurde er stets gut versorgt. Hunger musste er laut eigener Aussage nie leiden.

Mit Ideenreichtum und einigen praktischen Tipps (z.B. fürs Trampen, Ofen-Bauen oder Heilmittelpflücken) gibt Autor Mark Boyle dem Leser eine Anleitung, wie man wirklich konsumfrei und ohne Geld auskommen kann. „Der Mann ohne Geld“ ist nicht nur eine autobiographische Geschichte, sondern ein Lebens-Ratgeber, der zum Umdenken anregt.

Freeconomy - Was Gratiswirtschaft bedeutet

Schon 2007 konnte Boyle nicht von dem Gedanken lassen, dass nicht jede Leistung, die man gibt oder empfängt, an einen Austausch von Geld gebunden sein muss. Deshalb gründete er die Community Freeconomy, die eine Gratiswirtschaft mit bargeldlosen Waren und Dienstleistungen verfolgt. Dabei werden auch keine Tauschleistungen gefordert, sondern bedingungsloses Geben gefördert. Sich gegenseitig helfen, einfach weil es glücklich macht. Mittlerweile finden sich schon mehr 46.000 Mitglieder aus über 170 Ländern (Stand Mai 2013) auf diesem Portal, die ihre Fertigkeiten oder ihr Eigentum anbieten, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Ziel ist, weniger zu konsumieren und sich unabhängig von der Geldwirtschaft zu machen.

Verlosung

Sie möchten ein Exemplar von „Der Mann ohne Geld“ gewinnen? Dann schreiben Sie Ihre Meinung zur Konsumverweigerung als Kommentar unter diesen Artikel. Welche konsumfreien Erfahrungen haben Sie bereits gemacht? Worin sehen Sie Chancen, aber auch Schwierigkeiten? Fünf Exemplare werden bis zum 16. September 2012 unter allen Kommentaren verlost.

Thema: Politik & Gesellschaft, Stand: 04.09.2012 von

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  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 15.09.2013 um 17:16
    Ich finde es wahnsinnig beeindruckend das durchzuhalten!

    Ich selber versuche inzwischen mehr selber zu machen, zu tauschen, zu leihen und zu verleihen, second-hand zu kaufen und und und

    Und selbst das ist noch nicht ganz so einfach! Aber wo ein Wille da ein Weg! :)
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    schrieb am 06.08.2013 um 19:56
    Finde diese Art zu leben sehr vorbildlich, toll. Meines Erachtens sollte jeder das Tun, was ihm möglich ist und entspricht. Mir ist es wichtig, keine Spülmaschine zu besitzen, keinen Trockner, kein Handy, keine Mikrowelle... und das nicht, um "Außenseiter(?)" zu sein, sondern das, was ich tun kann und will (aus meinem Herzen) heraus zu tun. mehr weniger
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    schrieb am 27.09.2012 um 14:41
    Hier ein ähnlicher Artikel von welt.de von einem Mann bzw. letzt endlich einer Familie, die ohne Geld bzw. später nur mit wenig Geld lebt: http://www.welt.de/print/wams/politik/article13815772/Ein-Leben-ohne-Geld.html

    Ein sehr erstrebenswertes Ziel. Nur leider wird man dafür wirklich oft als Extremist eingestuft. Selbst wenn man auf Fleisch verzichtet schauen einen viele schon ablehnend an. Veganer sein geht bei vielen gar nicht mehr. Ich habe mich 3.5 Jahre vegan ernährt. Nachdem aber eine Tante von mir angefangen hat zu fluchen, weil ich ihre Hühner-Suppe nicht probieren wollte war mir klar, wie sozial unverträglich solche Einstellungen in manchen Kreisen sein können. Daher habe ich Ausnahmen zugelassen und bin nur noch "fast immer" Veganer.

    Mit dem Fernseher ist es nicht anders. Ich habe gemerkt, dass es meine Denkweise sehr beeinflusst und in mir Wünsche und Bedürfnisse weckt die ich eigentlich gar nicht zuvor hatte und auch gar nicht haben möchte. Mein Marketing-Professor hat uns auch im Studium gesagt: "Wenn Sie es schaffen in den Menschen Bedürfnisse zu wecken, die sie vorher nicht hatten, dann sind sie wirklich gut". Gut in Manipulieren und in Gehirnwäsche, aber wohl kaum in der Moral.

    Das aufgeblähte leben unserer westlichen Zivilisation gleicht oft einem gierigen Krebsgeschwür, das nur haben will und nur auf Wachstum und Vermehrung aus ist, auch wenn es am Ende das eigene Ökosystem zerstört, dass ihn am leben erhält. Passend dazu habe ich eine ARTE-Doku zum Thema Heilfasten gesehen, wie das sogar Krebs heilen kann und vor einer Chemotherapie angewendet die Nebenwirkungen davon minimieren kann. Seinen Lebensstil zu vereinfachen macht in jeder Hinsicht viel sind.

    Mein Traum ist es selbst Versorger zu werden, indem ich mich von meinem eigenem Land ernähre, Selbstständig bin und nur wenig extern beschaffen muss. Eine eigene kleine Landwirtschaft für mich und meine Familie, nicht im großen Stil, kein Konzern. Es ist aber schwer als Stadtmensch aus dem Sumpf des Konsums herauszukommen. Ich hab kein Land und auch nicht wohlhabende Eltern. So, dass ich doch viele Jahre arbeiten muss, bis ich mich aus meiner Abhängigkeit befreien kann. Aber früh übt sich. Man kann nie früh genug anfangen bescheiden zu leben.

    Hier vielleicht noch eine Empfehlung auf einen Konsumkritischen Blog von dem ich eigentlich hier gelandet bin: www.konsumpf.de mehr weniger
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    schrieb am 21.09.2012 um 10:01
    Es ist sicher möglich. Ich habe seit vielen Jahren keinen Fernseher mehr, kein Auto und brauche keine Microwelle und auch keinen Geschirrspüler. Schrittweise zu einer befriedigenden Enthaltsamkeit.
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    schrieb am 18.09.2012 um 22:40
    Totalen Konsumverzicht kann ich mir bisher nicht vorstellen, halte ich aber auch nicht für praktikabel. In der großen Masse der Bevölkerung ruft das wahrscheinlich zwar Interesse, aber auch eine Abwehrhaltung hervor... Wenn's manche Leute machen, zieht es die Aufmerksamkeit an, aber ich denke man grenzt sich dadurch zu sehr von anderen ab. So wird Konsumverzicht schnell in eine Nische gedrängt und vorverurteilt...
    Dennoch sind dem Buch sicherlich auch viele alltagspraktikable Tipps für jeden zu entnehmen :-) mehr weniger
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