Erneuerbare Energien, Rohstoffeffizienz, sauberes Wasser, all das fällt unter Cleantech – mit weniger Ressourcen mehr produzieren. Obwohl an Solartechnik und Windenergie schon seit Jahrzehnten geforscht wird, sind Investments in diese Branche relativ neu. Bis 2006 herrschte noch ein Club-Gefühl unter den Investoren, der Boom war schon damals spürbar. Dann folgten zwei Rekordjahre, so dass allein in den USA das Risikokapital für Cleantech um unglaubliche 1054 Prozent stieg. Dieses Geld finanziert die Energiequellen, mit denen der Klimawandel eben doch kein unlösbares Problem ist. Sondern nur eine große Herausforderung.
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Während deutsche Unternehmen und Politiker sehr gerne über die Kosten des Klimaschutzes jammern, wurde im Amsterdamer Konferenzsaal im Plauderton über die Lösung debattiert. Mungo Park, ein Londoner Banker und Kunstkenner, moderierte. Park hat in den letzten 30 Jahren in der Londoner "City" über 100 Börsengänge, vor allem von Biotechnologie-Firmen, begleitet. Heute ist er Vorsitzender einer Boutique-Bank, die innovative Firmen betreut, ihnen bei der Kapitalbeschaffung hilft und Kontakte herstellt.
Cleantech als Chance
Einer seiner Geschäftspartner ist Gerard Reid, Cleantech-Berater aus Berlin. Reid hält die sicherlich engagierteste Präsentation der Konferenz. „Cleantech ist die Chance, die sich nur einmal im Leben bietet“, wiederholt er einige Male. Reid konzentriert sich vor allem auf erneuerbare Energien und kennt die Branche so gut wie nur wenige andere. Seit Jahren berät er erfolgreich einige der großen Fonds im Sektor und prüft dafür tiefgehend die Technologien von jungen Firmen. Mit großer Leidenschaft kann er von Solarzellen, von Wissenschaftlern und Firmen erzählen. In der Cleantech-Branche sorgt er dafür, dass das Geld bei den richtigen Firmen landet.
Während Reid sich vor allem um an Börsen öffentlich gehandelte Aktien kümmert, betreut Julia Jaquier vom amerikanischen Versicherungsgiganten AIG nichtöffentliche Firmenanteile. Jaquier ist eine "Dealmakerin", auch sie beobachtet Firmen und steigt im richtigen Moment ein, um großes Wachstum zu ermöglichen. Ein fundamentaler Wandel hat sich in den letzten Jahren vollzogen, diagnostiziert Jaquier. Cleantech ist kein Nischenmarkt mehr, die Technologien sind gereift und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass 2007 über 200 Milliarden Dollar allein in den USA investiert wurden.
Solarzellen mit Durchblick
Banker, Berater, Dealmaker, sie wären alle nichts, wenn es nicht Firmen wie Heliocentris oder Solar Empower gäbe, deren Vertreter natürlich auch zur Brooklyn Bridge Konferenz anreisen. Die Heliocentris AG kommt aus Berlin und sie schafft es, erfolgreich Wasserstoffzellen zu produzieren. Wasserstoff wird schon seit Jahren als der Antrieb der Zukunft beschworen, bei Heliocentris ist das Geschäft mit dem Wasserstoff Gegenwart. Sie liefern ihre Produkte an Universitäten und Unternehmen, die selbst an Wasserstoff forschen, außerdem bereiten sie eine Fülle von Anwendungen in der Industrie vor.
Bei Solar Empower aus Großbritannienn haben sich der Ex-Investmentbanker Charles Hall und der Optik-Ingenieur Barry Clive zusammengetan. Ihr Unternehmen arbeitet an einer neuen Art von Solarpanel, die wie ein Fenster funktioniert. Das Tageslicht wird nach drinnen durchgelassen, ein Teil der Sonnenenergie aber am Rand des Fensters konzentriert gesammelt. Dadurch braucht man wesentlich weniger Solarzellen, aber die Energieausbeute erhöht sich drastisch, Warmwasser wird gleich noch mit erzeugt. Das ist sozusagen die eierlegende Wollmilchsau, denn durch die tolle Optik können die Panels an allen Seiten eines Hauses eingebaut werden, nicht mehr nur auf dem Dach. Obwohl 70 Prozent weniger Solarzellen gebraucht werden, steigt die Ausbeute von 15 auf 75 Prozent – ein echter Quantensprung. Die ersten Produkte stehen vor der Auslieferung, in den nächsten zwei Jahren werden es noch mehr sein.
Die großen Abschlüsse bleiben geheim
Das Panel auf der Konferenz wurde von Robert Youngman, dem Netzwerker, abgerundet. Youngman arbeitet für die Cleantech-Group und liefert Informationen über Jobs, Deals und Allianzen an alle Player der Branche. Deals sind wichtig, auch auf der Brooklyn Bridge Konferenz werden sie eingefädelt,
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auch wenn darüber keiner groß redet. Ab und zu schnappt man in der Kaffeepause etwas auf, von einem großartigen Katalysator etwa oder einer neuen spannenden Firma aus Sachsen. Die großen Abschlüsse jedoch bleiben geheim.
Abends beim Dinner reden die Jungs dann über ihre Spielzeuge: Banker, Erfinder, Berater, alle sie sind technikbegeistert. Man spricht über Wernher von Braun und wie dieser nach dem Krieg jungen Wissenschaftlern riet, sich mit Solarenergie zu beschäftigen. Die heißen Techniken der Zukunft sind eben nicht mehr Zwölfzylinder-Rennwagen und Großkraftwerke, sondern super-effiziente Solarfenster und Elektromotoren. Dem Planeten wird das gut tun.
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Hier können Sie die Cleantech-Präsentationen der Brooklyn Bridge Konferenz durchsehen:
- Richard Youngman, Cleantech Group
- Gerard Reid, Oikovest
- Heliocentris aus Berlin
- Solar Empower
- Julia Jaquier, AIG
- Die Präsentationen in der Übersicht


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