„Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“ So unverblümt formulierte es Bundeskanzlerin Angela Merkel schon im Mai 2010. Nichtsdestotrotz hört man dieser Tage immer öfter gefühlte Wahrheiten, dass mit der D-Mark alles besser war und es nicht unsere Verantwortung sei, Schuldenstaaten zu retten. Diese gefährlichen Trugschlüsse könnten zu einem fatalen Rückschritt im europäischen Umweltschutz führen. Wenn die gemeinsame Währung zerbricht, dann wird auch die europäische Gemeinschaft empfindlich geschwächt. Aber gerade diese Gemeinschaft ist politisch und wirtschaftlich ungemein wichtig für die Nachhaltigkeits-Bewegung.
Wirtschaftlich betrachtet ist die Europäische Union der mächtigste Handelsraum der Welt. Natürlich sind die Umwelt-Richtlinien, nach denen unsere Firmen innerhalb und außerhalb der EU produzieren, noch weit entfernt vom Optimum. Im Gegensatz zu den USA und China (Nummer Zwei und Drei auf der Wirtschaftsrangliste) sind wir jedoch Teil der ökologischen Speerspitze. Ohne die Eurozone und die EU würden also wesentlich „schmutzigere“ Volkswirtschaften das Ruder auf dem Weltmarkt übernehmen.
Dieser wirtschaftliche Einfluss hängt eng mit der politischen Seite der Europäischen Union zusammen. Für die Umwelt-Vorreiter in Deutschland mögen die Öko-Richtlinien der EU zaghaft und bisweilen sogar wie Rückschritte erscheinen. In anderen Teilen Europas aber haben diese Regelungen das Thema Umwelt überhaupt erst auf die Agenda gebracht. Beispielsweise haben erst EG-Förderprogramme und Vereinbarungen den europäischen Bio-Markt in die Weltspitze aufsteigen lassen. Bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone würden Subventionen gestrichen, Märkte geschwächt und die Bio-Bewegung ins Abseits geraten.
Ohne die EU-Verordnung CLP/REACH wäre die Industrie in vielen Teilen unseres Kontinents sicher noch um einiges toxischer zugange als sie es heute ist. Und nur die Europäische Union hat den ersten grenzüberschreitenden und weltweit größten Emissionsrechtehandel möglich gemacht. Europa investierte 2011 beinahe so viel wie die USA und China zusammen in erneuerbare Energien.
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Ratgeber: Grüne Bank - der Wechsel lohnt sich! Foto: Fotolia.com © mtrommer |
Die niederländische ING Bank hat errechnet, dass die Länder der Eurozone in den ersten zwei Jahren nach einer Abschaffung des Euro im Schnitt zwölf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung einbußen würden. Das wäre eine Rezession wie sie unser Kontinent seit dem zweiten Weltkrieg nicht erlebt hat. Es ist schlicht naiv zu glauben, dass unter solchen Umständen noch Umweltschutz funktionieren könnte. Klimaziele, Chemikalienverordnungen, Bio-Subventionen, Investitionen in erneuerbare Energien, das alles würde europaweit sofort panischen Bemühungen weichen, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
Trotz aller Skepsis, die man als strategischer Konsument und nachhaltiger Denker gegenüber einer globalisierten Wirtschaft haben mag: Euro-Rettung ist Umwelt-Rettung. Wenn wir unsere Umwelt schützen wollen, müssen wir den Euro schützen.




Kommentare (5)
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Literaturtipp: Tim Jackson, Wohlstand ohne Wachstum. mehr weniger
Ich zitiere Hans-Olaf Henkel zur gegenwärtigen Situation:
Wer nun aber darauf vertraut, dass das Verfassungsgericht den Marsch der Lemminge in die Schulden- und Inflationsunion stoppen wird, wird bald eines Besseren belehrt werden. Bestenfalls werden die Richter ein paar kosmetische und bürokratische Hürden aufstellen, über die die Abgeordneten in Bundesrat und Bundestag springen dürfen, um dann noch ungenierter Bürgschaften für Südländer abgeben zu können. Mit nennenswerter Opposition gegen diesen kollektiven Masochismus ist im deutschen Parlament nicht mehr zu rechnen, zumal die Regierung weiterhin den Euro mit Europa gleichsetzt und die Opposition schon lange keinen Hehl daraus macht, nicht schnell genug unseren Wohlstand mit den Brüdern und Schwestern in den Südländern teilen können.
Immer wieder werde ich gefragt, wie man sich als Einzelner auf den seit letztem Freitag scheinbar unvermeidlichen Niedergang in der Eurozone finanziell einstellen kann. Meine Antwort: Rette sich, wer kann, raus aus der Euro-Zone!
Zitat Ende mehr weniger
Naturlich ist in einer solchen Krise das friedliche und freie Zusammenleben in Europa extrem in Gefahr. Nur mit Rettungschirme ist da absolut nichts zu machen. Hier wird das Ganze nur noch verschlimmert und hinausgeschoben. Das fette Ende kommt da auf jeden Fall.
Die paar guten Ansätze die aus Europa kommen die ein nachhaltiges Zusammenleben fördern, haben folglich einen extrem hohen Preis., nämlich die Ausweitung des Globalisierten Kapitalismus. Dies kann man durchaus mit einem Pakt mit dem Teufel umschreiben. Ein markantes Kennzeichen davon ist das man Erpressbar wird. An dieser Stelle sollten wir uns eher fragen was. kann ich dem entgegensetzen? Ganz ernsthaft bin ich in der Überlegung ob da schon das Widerstandsrecht nach dem Grundgesetz berechtigt ist, den es droht große Gefahr für die Demokratie.
Wichtige Fragen hierbei sind: Was ist konkret zu tun wenn das Verfassungsgericht den ESM und Fiskalpakt Vertrag als rechtens feststellt. Ich werde dies für meine Person so auf jeden Fall nicht aktzeptieren. Meine Utopische Gedanken und Ideen wie z.B. ein Bedingungsloses Grundeinkommen oder die Direkte Demokratie werde ich so nicht verkaufen für ein solchen wackeligen Status Quo den wir momentan haben. Vorsichtshalber werde ich mich eher auf die schlimmsten Befürchtung einstellen, den der Kapitalismus ist nicht heilbar und wir stehen genauso vor einer Schwelle wie in der ex – DDR 1989. Es ist nur zu hoffen das da etwas besseres kommt und wir einigermassen klimplich davon kommen werden. Dies alles bitte ich eindringlich zu bedenken! mehr weniger
Nur muss diedeutsche Politik verdammt aufpassen, dass sie die Bürger in diesem boot nicht verliert. Der Deutsche ist ja andem allem interessiert und versteht auch, warum Deutschland die EU und umgekehrt braucht.
Aber die Irritationen zu dem Fiskalpakt (Fäkalpakt) werden immer grösser, die gebetsmühlenartige Predit von Fr. Merkel und Herr Schäuble, warum das alles, verliert an Glaubwürdigkeit.
Es muss mehr Überzeugung her, will man die Bürger mitnehmen. diese so wie eine Ehrlichkeit vermisse ich seit einiger Zeit, genauso wie ich feststelle, dass nur wenige Politker wirklich verstehen, was sie da abnicken.
Es würde vorallem dem europäischen Parlament gut anstehen, mehr öffentlichkeitsarbeit zu leisten als dauernd hinter den Brüssler Fasaden sich zu verschanzen. Die Angst, bzw. Skepsis vor dieser Bürokratie hat bei Leibe nicht abgenommen.
Aber merken das die Brüssler abgeordneten überhaupt vor lauter €€€€€€ zählen, halt, die nicken ja auch nur. Die Finanzpolitik wird nicht mehr parlamentarisch gehandelt, sondern bleibt einem kleinen Rest elitärer europäischer Beamten und Politikern überlassen.
Der ökologischen und nachhaltigen Zukunft wegen bleibt aber vermutlich nur der europäische €uro-Weg! mehr weniger