IAA 2009

Wir wollen geile Autos!


Mal ehrlich: Entscheiden Sie mit dem Kopf, welches Auto Sie kaufen? Da sind Sie in der Minderheit. Will nicht jeder ein cooles Vehikel mit ordentlich Fahrspaß, mit dem er auch beim Nachbarn glänzen kann? Verzichten wollen die wenigsten von uns, auch wenn wir deutlich vernünftiger geworden sind. Dass wir nicht der Umwelt schaden wollen, das allerdings ist selbstverständlich.

Einst ist Ferdinand Piëch mit einem Ein-Liter-Auto bei einer VW-Hauptversammlung vorgefahren. Einst ist sieben Jahre her. Der VW-Chef erreichte damals einen Durchschnittsverbrauch von 0,89 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Doch was ist aus diesem Auto, dem mobilen Hoffnungsträger auf vier Reifen geworden? Stimmen aus Wolfsburg munkelten, das Ein-Liter-Vehikel gehe 2009 in Serie. Tatsächlich landete das Fahrzeug im Museum. Oder erinnern Sie sich noch an den 3 Liter-Lupo oder den A2? Die waren schon wieder vom Markt bevor es überhaupt jemand mitbekam. Feigenblatt-Produkte?

Und jetzt brennt es in Deutschlands Autokonzernen. Dabei hätten unsere Konzernlenker spätestens dann alarmiert sein müssen, als George Clooney und Leo DiCaprio mit dem Prius bei den Oscars vorfuhren – und damit neue Marktrealitäten geschaffen oder ihnen zumindest den Weg geebnet haben. Werden wir also jetzt auf der IAA in Frankfurt, der weltgrößten Automesse, endlich neue Lösungen für eine, die Ressourcen schonende Mobilität vorgeführt bekommen?

Auf der 63. IAA präsentieren vom 17. bis 27. September rund 700 Aussteller aus über 40 Ländern die Trends ihrer Branche. Das große Thema sind dieses Mal Elektro-Autos. Wir sind schon sehr gespannt! Vorab wurde angekündigt, dass Peugeot mit dem iOn ein reines Elektroauto vorstellt. Allem Anschein nach steht der Durchbruch des E-Autos kurz bevor, obwohl Experten behaupten, das sei nicht die Zukunft. Was ist eigentlich die Zukunft des Autos? Wenn die Auto-Industrie es nicht weiß, wer dann? Immer wieder kriegen wir vermeintliche Lösungen vorgeführt, doch die werden nie marktreif. Wie etwa der E-Mini: der ist toll. Danke an BMW, dass wir alle bei Utopia ihn testen durften! Das war ein super Gefühl. Was für eine Beschleunigung, was für ein Spaß. Und gut aussehen tut er auch. Aber: Jetzt würde ich ihn kaufen wollen – nur kann mir niemand sagen, wann und ob das je möglich sein wird.

Deutschland, Land der Ingenieure und der Ideen, wo sind die genialen Vordenker in den Konzernzentralen, die einen Plan haben? Die Autoindustrie, die für unser Land so wichtig ist, steckt in der Krise und erschreckt uns jeden Tag mit ihrer aktionistischen Kopflosigkeit.

Immerhin macht sich VW langsam auf den Weg, das freut mich. Die strengen sich wirklich an. Danke dafür. Und wir freuen uns auch mit allen anderen Autoherstellern, die neue Benchmarks setzen (siehe VCD-Autoumweltliste).

Aber irgendwie lässt uns alle das Gefühl nicht los, dass da noch mehr geht. Was ist mit dem Pressluftantrieb, was mit Bio-Kraftstoffen, was mit einer verstärkten Aufklärung der Verbraucher über bereits vorhandene Alternativen, die mit Autogas oder Biodiesel laufen? Müssen es immer noch mehr Concept-Cars sein, die nie das Licht der Welt erblicken? Was wir wollen sind “geile” Autos, die gut aussehen, die unser Herz zum Rasen bringen und trotzdem kaum Sprit verbrauchen und ressourcenschonend hergestellt sind. Die keinen Lärm verursachen und am allerbesten Null-CO2-Emission haben (okay, dahin ist noch ein bisschen hin). Und für die der Nachbar uns trotzdem bewundert. Wir wollen nicht schneller, sondern intelligenter. 
Und wir glauben, dass für die deutsche Auto-Industrie ein konsequenter Schritt in Richtung Nachhaltigkeit nicht nur eine Überlebensfrage ist, sondern ganz neue Chancen birgt. Wie sagen die Politiker so schön: Geht´s der Auto-Industrie gut,
geht´s Deutschland gut. Das wäre doch was.

Jetzt sind Sie dran!
 
Was wünschen Sie sich von der Autoindustrie? Von welchen Lösungen wissen Sie? Schreiben Sie uns Ihre ganz konkreten Ideen, damit wir in Frankfurt auf der IAA den Vertretern der Auto-Industrie sagen können, was uns wichtig ist! Denn wir zahlen die Rechnung – am Ende. Für alles.

 

Ein Brandbrief für Berlin (1): Wem trauen Sie noch?

von


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    weidti
    schrieb am 15.10.2009 um 22:05
    Wenn wir eine Ressourcen schonende Mobilität denken wollen, dann können wir nicht mit Auto denken. Auto und Ressourcen schonen ist ein Widerspruch in sich. Egal mit welchen Antrieben, egal aus welchen Materialien Autos hergestellt: Autos sind nicht nachhaltig zu nutzen. Allein der Flächenverbrauch...
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    kahalla
    schrieb am 15.10.2009 um 14:43
    Als 2002 VW bei mir angefragt hat welches Traumauto ich mir denn aus ihrer Modellpalette wünsche, habe ich mit einer Email geantwortet. Ich möchte ein Auto, das weniger als 2 Liter Sprit verbraucht, eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreicht, 2 Sitze und eine Ladefläche hat, die auch mal für...
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