„Der Konsument unterschätzt seine Macht“
33Mit „Wut allein reicht nicht!“ wird der Schauspieler und... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
CO2-Neutralität – das verspricht auch die gemeinnützige GmbH „Atmosfair“. Mit Spenden finanziert die Organisation weltweit Projekte zum Klimaschutz. Die Höhe der Spenden orientiert sich am CO2-Ausstoß, der pro Kopf bei einer Flugreise anfällt. Dieses Konzept sieht Moroder kritisch: „Wenn man sich auf solche Zertifikate beschränkt, erkauft man sich das Recht auf Umweltverschmutzung.“ Seine Konsequenz: „Es geht nicht, dass wir bis ins Unendliche CO2 emittieren – und das uns irgendwie erkaufen.“
Daher geht Bozen einen anderen Weg. „Bozen. Die Energiequelle – Initiative für CO2-Neutralität“ heißt der Plan, den Moroder und seine Mitstreiter in Südtirol umsetzen wollen: Die Stadt kehrt vor der eigenen Haustüre und versucht, ihren Energieverbrauch drastisch zu senken.
Wie klimafreundlich ist Ihre Stadt aufgestellt? Zur Bestandsaufnahme in der Community.
Das geht los bei der energetischen Gebäudesanierung: Rund 43.000 Wohnungen gibt es in Bozen, ihr Energieverbrauch für Heizen, warmes Wasser und Küche beträgt jährlich 875 GWh. Hinzu kommen die Industrie (320 GWh) und der Dienstleistungssektor (65 GWh) – in der Summe sind das 1.260 GWh/Jahr. „Beim Heizen der Gebäude produziert Bozen rund 50 Prozent der CO2-Emissionen“, sagt Moroder. Daher sieht der Plan der Stadt vor: Bis 2015 soll der gesamte Wohnungsbestand energetisch saniert sein, der „Klimahaus B-Standard“ ist das Vorbild: Höchstens 50 kWh Energie sind im Jahr pro Quadratmeter zu verbrauchen. Moroder: „Der Durchschnitt liegt heute bei 250 kWh – absolut verschwendete Energie“. Der Bauingenieur rechnet aber damit, dass die Sanierung der Gebäude erst in zehn oder 20 Jahren abgeschlossen sein wird. Unterm Strich heißt das für 2030: Statt 1.260 GWh/Jahr soll Bozen in diesem Bereich nur noch 390 GWh/Jahr (- 69 Prozent) verbrauchen – und die CO2-Emissionen sinken von heute 317.000 Tonnen auf 54.000 Tonnen (- 83 Prozent).
Diese Entwicklung ist auch im Geldbeutel zu spüren: Rund 90 Millionen Euro könnte Bozen im Jahr sparen. Geld, das Moroder in den Klimaschutz investieren will, um auch Arbeitsplätze vor Ort zu sichern: „Wir machen nicht nur etwas Gutes für die Zukunft, sondern auch etwas Gutes für uns selbst.“
Kommentare (13)
abonnieren
Maike Becker-Witecka
schrieb am 13.11.2009 um 08:12 ¶wollowosch
schrieb am 12.11.2009 um 08:01 ¶Kommentar schreiben
Bitte neu registrieren oder anmelden um einen Kommentar zu schreiben. Neu: auch über