So grün sind die Erstligisten
Unser grüner Meister: Hertha BSC
Wenn das Spielfeld im Olympia-Stadion bewässert wird, dann sickert gutes Berliner Regenwasser aus der Regenwasserzisterne ins Erdreich des Olympiastadions. Die neue Flutlichtanlage senkt den Stromverbrauch um 40 Prozent. Und wenn die Hertha-Profis zum Auswärtsspiel antreten, dann so oft wie möglich klimaschonend mit der Deutschen Bahn. Das klingt doch alles schon mal ganz vorbildlich, doch was Hertha BSC in unseren Augen wirklich den Punktevorsprung gebracht hat, das ist das vorbildliche soziale Engagement in Berlin (u.a. Aktion „Kehrbürger“ zusammen mit der Berliner Stadtreinigung) und Baumpflanzaktionen, die der Verein noch ausweiten will – kein Problem, wir helfen da gerne mit und sagen: Herzlichen Glückwunsch zur grünen Meisterschaft!
Der Wasser-Sparer: Energie Cottbus
Überraschender Vize-Meister wurde der FC Energie Cottbus. Die Cottbusser sprengen ihren Rasen mit dem Wasser aus der nahe gelegenen Spree – so sieht vorbildliches Ressourcenmanagement aus! Dass die Profis sich beim Duschen beeilen müssen, (Zeitschaltung!) passt da ins Bild. Für die gute Platzierung sorgten auch das Pfandsystem für das komplette Stadioncatering und die zusammen mit dem Sponsor Vattenfall initiierten Baumpflanzaktionen im Cottbusser Stadtgebiet. Und nicht jeder Verein lässt seine Eintrittskarten auf Recyclingpapier drucken. Wünschenswert wäre dagegen ein vegetarisches Angebot an den Kiosken, das mehr als Brezel und Pommes bietet.
Professioneller Klimaschützer: FC Bayern München
Wären die Bayern noch a bisserl auskunftsfreudiger gewesen, hätte Deutschlands erfolgreichster Fußballclub wohl auch noch den Utopia-Cup geholt. Was den Umweltschutz angeht ist die Allianz-Arena vorbildlich, viele Bayernspieler sind sozial engagiert und der der FC ist Partner im Umweltpakt Bayern und ein zertifiziertes Ökoprofit-Unternehmen. Was das heißt? Dass im wirtschaftlichen Handeln des Vereins Umweltschutz eine zentrale Rolle spielt, und dadurch gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt wird. Das schließt sich nämlich schon lange nicht mehr aus.
Das Bio-Team: Arminia Bielefeld
Bei Hochschüssen bangt der Verein schon mal um die Umwelttechnik auf dem Stadiondach. Der gesamte neue Stadion-Überbau besteht aus einer Photovoltaikanlage, die 20 Prozent des Stromverbrauchs deckt. Weiter punktet die Arminia beim sozialen Engagement, ist z.B. Kooperatiospartner der Welthungerhilfe und Torwart Mathias Hain unterstützt die „Biobande“, die Kinder mit ökologischen Aspekten im Alltag vertraut macht. Und für die Bio-Gummibärchen im Merchandisingprogramm gab es natürlich einen Extrapunkt. Schade dagegen, dass frisch gepresste Säfte bislang den VIP-Gästen vorbehalten sind.
Gut erreichbar: Borussia Dortmund
Die Borussia wurde im vergangenen Jahr vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium für ihr Engagement im Umweltschutz als Ökoprofit-Unternehmen ausgezeichnet. Seitdem werden die Pflanzen auf dem ganzen Gelände mit Regenwasser gegossen, beim Merchandising setzt man auf ökologische Herstellung und Fairen Handel, Vegetarier bekommen ein gutes Nahrungsangebot serviert. Das Stadion ist im Bundesliga-Vergleich vorbildlich an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen.
Rettet die Wölfe: VfL Wolfsburg
Der VfL Wolfsburg ist Partner des Naturschutzbundes (Nabu), was wir natürlich prima finden. Zusammen mit der Umweltschutzorganisation setzt sich der Verein für das Projekt „Willkommen Wolf!“ ein, das die Rückkehr frei lebender Wölfe nach Deutschland unterstützt. Punkten konnte Wolfsburg auch beim Thema Mobilität – die Mannschaft nimmt sehr häufig die Bahn zu Auswärtsspielen. Und wenn die angekündigten wasserlosen Urinale eingebaut sind, gibts beim nächsten Utopia-Cup noch Extrapunkte.
Da geht doch noch was: 1. FC Nürnberg
Mit dem Easy-Credit-Stadion haben die Clubberer einen riesigen Hebel für den Klimaschutz in der Hand – die Arena ist Emas-zertifiziert und eines der modernsten und umweltfreundlichsten Stadien Europas. Da könnte das Engagement des Vereins gerne noch ein bisschen größer ausfallen. Immerhin wird die neue Wärmeanlage im Vereinsbereich in den kommenden 15 Jahren rund 5000 Tonnen Co2 einsparen – wenn sich die Mannschaft jetzt noch ein bisschen mehr bei Umwelt und sozialen Themen engagiert, macht Nürnberg im nächsten Jahr einen riesigen Sprung nach oben.
Die umweltfreundlichen Busfahrer: VfL Bochum
Der Vfl Bochum fährt nach eigenen Angaben einen der umweltfreundlichsten Busse der Liga. Da ist es völlig okay, dass der Verein nur selten auf die Schiene wechselt. Für Bochum sprachen weiter die Energieeinsparmaßnahmen im Vereinsbereich und das Recyclingpapier, auf dem die Eintrittskarten gedruckt werden. Bochum bejahte das Umweltengagement einzelner Spieler – nannte aber leider keine Namen – daher keine Punkte. Und Vegetarier unter den Stadionbesuchern sollten Kartoffeln mögen. Als einziges vegetarisches Kiosk-Gericht nannte der Verein: Pommes.
Der Energie-Tauscher: VfB Stuttgart
Wenn die Stuttgarter Profis im Winter trainieren, drehen Sie die Rasenheizung auf. Das mag dem einen oder anderen Energiesparfuchs die Tränen in die Augen treiben, nicht aber den Schwaben: Dank eines Wärmetauschers wird die Energie auch für Kabinen und Büroräume genutzt. Dass Stuttgart sich nicht besser platzierte, lag ganz bestimmt nicht an den leckeren Schupfnudeln, über die sich vegetarisch orientierte Fans freuen, dem Engagement bei „Viva con Agua“ oder dem hervorragenden Anschluss an das öffentliche Nahverkehrssystem. Nur leider hat der Vorjahres-Meister keine überprüfbaren Angaben zu seinem Stadion gemacht.
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