Utopia: „Dafür stehe ich mit meinem Namen“ – für diesen Wahlspruch sind Sie im ganzen Land bekannt. Im Changemaker-Manifest lautet eine der Selbst-Verpflichtungen: „Wir machen Nachhaltigkeit zur Chefsache“. Was bedeutet das für Sie?
Claus Hipp: Das Thema Nachhaltigkeit ist bei uns durch unsere langjährige Verpflichtung zum ökologischen Landbau entstanden. Das war ursprünglich ein Impuls, der durch meine Eltern – also durch die Inhaberfamilie – ins Unternehmen getragen wurde. Wenn wir heute im Hinblick auf die Zukunft nachhaltig handeln wollen, reicht es selbstverständlich nicht aus, wenn oben an der Spitze so gedacht wird. Jeder Mitarbeiter muss sich dazu verpflichtet fühlen. Das fängt mit dem sparsamen Umgang der uns anvertrauten Güter an. Wir dürfen keine Rohstoffe der Natur verwenden, die unserer Generation nicht zustehen. Genauso wenig dürfen wir der nächsten Generation Krisen hinterlassen, die sie nicht meistern kann. Das trifft sowohl auf finanzielle Überschuldungen zu als auch auf Umweltschäden. Dazu kann jeder im Unternehmen beitragen. Aufgabe der Führung ist es, dieses Gedankengut zu verbreiten und dafür zu sorgen, dass die Verpflichtung entsteht, so zu handeln.
In diesem Sinn ist Hipp Pionier. Sie haben sich schon zu Zeiten für biologische Landwirtschaft eingesetzt, als diese Wirtschaftsweise von anderen noch belächelt wurde. Wie haben sie damals Bauern und Geschäftspartner überzeugen können?
C.H.: Es war vor 50 Jahren sehr schwer, Begeisterung dafür zu wecken. In der konventionellen Landwirtschaft war den Bauern seit Jahrzehnten vorgegeben: „Ihr müsst pro Quadratmeter mehr Masse erzeugen, um mit den Kosten zurecht zu kommen“. Ein Umdenken – dass es wichtiger ist, den Boden gesund und nachhaltig zu bewirtschaften, um in der Folge gesunde Pflanzen und Tiere, und schlussendlich auch gesunde Menschen zu haben – war damals völlig unaktuell. Die Bauern haben mitgemacht, da Ihnen feste Abnehmerpreise versprochen wurden. Für sie war es zunächst eine Kostenfrage, erst mit der Zeit haben sie gemerkt, dass auch sie selbst von gesunden Böden profitieren.
Außerdem hatten wir die Offiziellen der Politik und der Agrar-Industrie als Gegner. Es war nicht leicht, unseren Weg gegen diesen Widerstand zu bestreiten. Aber schlussendlich wollten die Verbraucher unsere Produkte. Der Wille der Verbraucher hat uns stark gemacht.
Wenn ich an Hipp denke, denke ich an gesunde Babykost. Warum ist kein Bio-Siegel auf Ihren Produkten?


Kommentare (45)
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Da mit dem Fleisch, aber auch Eier und Milch kann man sicher noch mal anschauen und wirklich hinter fragen.
Bin mir nicht sicher, ob Milch und Milchprodukte und Eier und Eierprodukte verwendet werden in den jetzigen Hipp-Produkten, aber bitte schaut mal auf Hintergründe, Massen-Haltung, wie wichtig sind die Produkte wirklich und vor allem für wen...
Vielleicht auch immer wieder der Hinweis, dass Mütter ihre Babys sehr lange stillen sollten, können und dürfen; die Hintergründe, Vorteile, besten Vorraussetzungen fürs ganze Leben des Kindes, aber auch Vorteile für die Mutter sollten wieder viel mehr im Vordergrund stehen.
Auch die Tiermütter möchten und sollen ihre Babys stillen. Leider dürfen sie es kaum noch, weil wir Menschen ihnen alles weg nehmen wollen. Fragt mal, was das alles für Auswirkungen auf Mensch und Tier hat...
(Die beste Nahrung fürs Baby ausgewogen, beste Temperatur, beste zeitgemäße Zusammensetzung, frisch, ohne Konservierungsstoffe, mit ganz viel Vitamine, Spurenelemente, aber auch im Zusammenhang mit Liebe, Geborgenheit und wichtigsten Vertrauensimpulsen gibt es nur von der eigenen Mutter)
Und bei den Tieren ist das genau so, auch wenn wir das leider überhaupt nicht mehr verstehen, weil hören und sehen können.
P.S. auch wenn Babyprodukte verkauft werden sollen, kann man sich sicherlich viele Freunde (und somit Fans und Käufer) machen, wenn man solche wichtigen Dinge anspricht, ohne an sofortigen Gewinn zu denken. mehr weniger
Wer sich informieren und engagieren möchte, möge nach genannter Doku hier weiterlesen: http://albert-schweitzer-stiftung.de/, dann auf Info-Center klicken. Dann schaut euch das hier an: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/ und deren Schülerseite: http://www.harry-hilft-tieren.de/7.0.html
Ich freue mich über weitere Rückmeldungen! Tierrechte sind wichtig. Wer voller Vorurteile gegenüber Veganern ist (wie ich damals auch zuerst!!) möge bitte mit der kostenlosen Doku "Easy Vegan" starten, sie ist Gold wert, ich habe dem nichts hinzuzufügen. mehr weniger
@Carsten
Stelle doch einmal Herrn Hipp, bzw. im Hipp-Unternehmensprofil hier Deine Frage.