Kraftstoff-Alternative

Baumwolle in den Tank?


Indischen Forschern gelingt Durchbruch

Die Baumwollherstellung verursacht weltweit immense Umweltschäden. Jetzt haben indische Forscher einen Weg gefunden, aus den Abfallprodukten der Industrie einen dieselähnlichen Kraftstoff zu raffinieren, der bereits erfolgreich getestet wurde. Wann kann der Baumwollsprit getankt werden?

Das “GMR Institute of Technology in Rajam“ ist eine der zahlreichen Denkschmieden für Zukunftstechnologien in Indien, die den traditionellen Universitäten in den USA und Europa zunehmend den Rang streitig machen. Jetzt haben Forscher des GMR einen Weg gefunden, aus den Restmüllprodukten der Baumwollindustrie einen Kraftstoff zu gewinnen, der bereits kleinere Motoren in Schwung gebracht hat. Gestalten sich die weiteren Untersuchungen mit dem Öl aus Baumwollsamen entsprechend erfolgreich, könnten auch herkömmliche Fahrzeugmotoren mit dem Kraftstoff angetrieben werden: Die Testreihe ergab bisher, dass eine bestimmte Mischung aus Baumwollsamen-Öl und Dieselöl einen Einzylinder-Dieselmotor antreiben kann, ohne dass der Motor speziell umgerüstet werden muss.

Wie der grüne Branchendienst “dailygreen“ berichtet, hat der Baumwolldiesel noch weitere Vorteile: Er verursacht weniger Emissionen als andere Treibstoffe. Baumwollsamen sind in vielen Teilen der Welt erhältlich und relativ preisgünstig, da sie giftig sind und nur wenig Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung bieten. Sollten die Testergebnisse der indischen Forscher das halten, was sie zu versprechen scheinen, könnte die zukünftige Mobilität tatsächlich nicht mehr auf fossile Energieträger angewiesen sein.


Doch bleiben noch viele Fragen offen. Eine davon: Kann die Menge für die Raffinierung benötigter Samen ausschließlich aus den Abfallprodukten gewonnen werden, oder sind zusätzliche Anbauflächen notwendig? Bis heute sind sich Experten nicht einig, wie viel Anbauflächen weltweit nötig wären, um allein die Menge an Bio-Kraftstoffen zu gewinnen, die dem aktuellen Bedarf fossiler Treibstoffe entsprechen. Außerdem ist bei der Baumwollproduktion der Wasserbedarf noch um ein Vielfaches höher als beim Anbau anderer energierelevanter Nutzpflanzen wie Raps. Am Ende könnte die Menschheit womöglich vor die entscheidende Frage gestellt werden: Wasser oder Öl?

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    saro
    schrieb am 06.06.2009 um 15:48
    Folgende Aussage des Artikels möchte ich richtig stellen: Baumwollsamen sind kein Abfall der Baumwollproduktion, sondern machen ca. 2/3 der Ernte aus und sind wichtiger Rohstoff für z.B. Speiseöl, Margarine und Viehfutter. Deshalb reduziert die Nutzung des Öls zur Biodieselproduktion die...
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    JBM
    schrieb am 06.06.2009 um 14:50
    ...dass Indien mit dem Suzlon Konzern auch einer der größten Windkraftwerk-Produzenten der Welt ist. Die künftige Autogeneration soll aus klimafreundlichem Strom angetrieben werden. " ELEKTRISIERST Du schon oder VERBRENNST Du noch? " sollte der neue Slogan heißen. (( | ^^
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