Moderiese mit Sinn für Verantwortung?
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besser: wissen - machen - kaufen
Die Anfänge des Unternehmens Bauknecht reichen in das Jahr 1919 zurück. In der zweiten Hälfte der nun 90-jährigen Firmengeschichte wechselte der Entwickler und Hersteller von elektrischen Küchen- und Haushaltsgeräten ein paarmal den Besitzer. Dazu zählten etwa der Konzern Philips, und seit 1991 nun die US-amerikanische Whirlpool, die immer noch Mutterkonzern ist. Während Whirlpool das niedrigere Preissegment bedient, steht Bauknecht für die höheren Gruppen, was sich auch in den Verbrauchszahlen der Geräte niederschlägt. Whirlpool ist in den Eco-Top-Ten-Listen des Öko-Instituts mit nur einem einzigen Produkt vertreten, von Bauknecht finden sich hingegen eine ganze Reihe Produkte in den Kategorien Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühl-/Gefriergeräte.
Auf ein Ranking verzichten die Eco-Top-Ten-Initiatoren, weil die Vergleichbarkeit etwa im Bereich Kühl-/Gefriergeräte aufgrund der unterschiedlichsten Fassungsvermögen nicht gegeben sei. Dennoch handele es sich bei allen genannten um „ökologische Spitzenprodukte“. Auffällig ist, dass Bauknecht bei den Einbaugeräten weniger oft vertreten ist, als bei den Einzelstandgeräten. Außerdem hat es kein Bauknecht-Wäschetrockner in die Eco-Top-Ten geschafft. Nach Angaben des Unternehmens werde hier bald für Abhilfe gesorgt: „Im Bereich Wäschetrocknen wird Bauknecht im vierten Quartal 2010 klassische Trockner in der besonders sparsamen Energieeffizienzklasse A auf den Markt bringen“, teilt Marten van der Mei mit, Marketingdirektor der Bauknecht Hausgeräte GmbH.
Eine Verbesserung im Bereich Wäschetrockner ist umso wichtiger, als in dieser Produktkategorie das höchste Einsparpotenzial besteht. Nach Angaben der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz beträgt die „ökologische Rückzahldauer“ bei einem innovativen Wärmepumpen-Trockner, der einen Abluft- oder Kondensationstrockner ersetzt, nur ein Jahr (Stand 2006, Link unten). Bei einem Kühl- oder Gefriergerät dauert es bereits rund sechs Jahre, bei einer Waschmaschine sogar 14 Jahre. Die „ökologische Rückzahldauer“ enthält auch die Energie, die zur Herstellung des Geräts aufgebracht wurde.
Bauknecht selbst gibt indes nur die Einsparung während des Betriebs an, so zum Beispiel bei einer Waschmaschine von 67 Prozent Energie im Super-Eco-Programm und 45 Prozent Wasser im Vergleich zu einem zwölf Jahre alten Gerät. Wo und wie die einzelnen Teile gefertigt werden, das bleibt offen: „Wie nahezu alle Produzenten hat Bauknecht auch Zulieferer aus anderen europäischen, nord- und südamerikanischen sowie asiatischen Ländern. Die Anteile sind abhängig von der Produktkategorie und Gerätestruktur. Über die genaue Anteilsverteilung können wir jedoch keine Aussage machen“, erklärt Marten van der Mei. Für die eigene Fertigung, das heißt den Zusammenbau der Geräte, gelten nach van der Mei jedoch Umweltnormen: „Whirlpool, und damit auch Bauknecht, hat einen eigenen Audit-Prozess, der auf globalen Standards der Whirlpool Corporation basiert, die die gleichen Umweltrisiken beurteilt, wie der Standard ISO 14001 und die Gesundheits- und Sicherheitskriterien von OHSAS 18000. Der OHSAS 18001 enthält eine Menge an weltweit führenden nationalen Standards und wurde entwickelt, um mit den ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt-)Managementsystemen zusammen zu passen.“
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft den deutschen Kühlgeräteherstellern bereits seit einigen Jahren vor, 5,9 Millionen Tonnen Klimagase jährlich zu verantworten, weil FCKW aus Altgeräten nicht sachgemäß zurück gewonnen würde. Die Zahl geht auf Berechnungen der Bundesländer zurück, die das mangelhafte Recycling der Hersteller verfolgen. Letztere sind nach dem Gesetz zur Rücknahme und Entsorgung der Geräte in Höhe ihrer Marktanteile verantwortlich. Bauknecht fielen danach 760.000 Tonnen CO2-Äquivalente zu.
Maria Elander, Leiterin der Abteilung Kreislaufwirtschaft bei der DUH, erklärt die über den Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) vertretene Argumentation wie folgt: „Hersteller und Verwerter von Kühlgeräten argumentieren nach dem Motto ‚Die deutschen Kühlgeräterecyclinganlagen sind in der Lage, alle in den alten Kühlgeräten enthaltenen FCKW-Mengen ordnungsgemäß zurück zu gewinnen. Wenn die Recyclinganlagen nicht mehr FCKW aus den alten Kühlgeräten herausholen, ist nicht mehr drin.’ Die DUH teilt diese Argumentation ausdrücklich nicht!“
Laut van der Mei ist das Unternehmen Bauknecht mittlerweile im Gespräch mit der DUH: „Wir sind seit langem mit der ordnungsgemäßen Rücknahme von Altgeräten (insbesondere Kühlgeräten) befasst und haben ein gut funktionierendes Rücknahmesystem. Gemeinsam mit anderen Kühlgeräteherstellern und der DUH ist Bauknecht dabei, anhand von Untersuchungen die Datenlage bezüglich des Recyclings von FCKW zu klären, da die Datenlage bisher ungesichert ist.“
Elander ist angesichts der Entwicklung jedoch skeptisch: „Die Kühlgerätehersteller wollen untersuchen, wie viel FCKW tatsächlich in alten Kühlgeräten enthalten sind. Dies ist im Grundsatz zu begrüßen. Die Untersuchungen dürfen aber nicht missbraucht werden, um die Standards bei der Kühlgeräteentsorgung in Deutschland und in Europa zu senken. Dies setzt ein hohes Maß an Transparenz, Glaubwürdigkeit und Vergleichbarkeit bei den geplanten Untersuchungen voraus. Bei der geplanten Herangehensweise sieht die DUH aber noch erhebliche Defizite. Unsere wiederholten Vorschläge für transparente und aussagekräftige Untersuchungsergebnisse sollten nach Auskunft vom ZVEI zum großen Teil nicht berücksichtigt werden. Ohne Berücksichtigung unserer Anregungen werden die geplanten Untersuchungen nicht zur Lösung des Problems beitragen.“
Kommentare (1)
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andee
schrieb am 20.05.2010 um 08:30 ¶Kommentar schreiben
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