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Basiswissen

Nachhaltig Bauen und Sanieren


Das Ziel von nachhaltigem Bauen und Sanieren ist es, den Verbrauch von Energie und Ressourcen zu reduzieren. Berücksichtigt werden dabei alle Lebenszyklusphasen eines Gebäudes. Sämtliche Einflussfaktoren auf den Lebenszyklus sollen optimiert werden: von der Rohstoffgewinnung über die Errichtung bis zum Rückbau. Durchschnittlich wird ein Haus etwa 50 bis 100 Jahre lang genutzt.

Die aufgelisteten Punkte sollen strategischen Konsumenten einen ersten Einstieg in den Themenkomplex nachhaltiges Bauen und Sanieren bieten:

  1. Senkung des Energiebedarfs
  2. Geringer Einsatz von Betriebsmitteln
  3. Einsatz wiederverwertbarer Baustoffe und -teile
  4. Nur das Minimum des Transports von Baustoffen und Bauteilen
  5. Mögliche Rückführung der verwendeten Materialien in den natürlichen Stoffkreislauf
  6. Nachnutzungsmöglichkeiten
  7. Naturräume müssen geschont werden
  8. Mit Flächen soll sparsam umgegangen werden – möglichst wenig bebauen



Ein Gebäude, welches nach nachhaltigen  Gesichtspunkten errichtet oder saniert wird, muss nach den folgenden drei Kategorien bewertet werden können:


   
Die ökologische Bewertung


Bei der ökologischen Bewertung wird außer der Schonung von Ressourcen auch der optimale Einsatz von Bauprodukten und -materialien berücksichtigt. Dass wenig Wasser, Strom oder Heizungsenergie verbraucht werden muss, spielt dabei eine genauso wichtige Rolle wie die geringe Umweltbelastung. Wie viel Fläche für den Grundriss verbraucht wird, der Primärenergieaufwand und das Treibhauspotenzial.

Die ökonomische Bewertung

Zur ökonomischen Bewertung gehören außer den Anschaffungs- und Errichtungskosten auch die Baufolgekosten. Diese Folgekosten wirken sich bei der Betrachtung der Lebenszykluskosten oftmals negativ aus, damit sind beispielsweise hohe Nutzungskosten wie etwa für Heizung, Warmwasser oder Strom gemeint. Ebenso dürfen die Wartungs- und Instandhaltungskosten keinesfalls unberücksichtigt bleiben und auch die Rückbaukosten.

Die sozio-kulturelle Bewertung

Wie behaglich ist ein Gebäude für seine Bewohner und wie wenig gesundheitsschädlich? Neben ästhetischen und gestalterischen Faktoren gehören diese Fragestellungen zur sozio-kulturellen Bewertung eines Hauses dazu. Darunter fallen die Raumtemperatur, der Schallschutz, als auch die Beleuchtung und die Verwendung von emissionsarmen Bauprodukten.

Stand: 12.06.2009 von

Kommentare (8)   abonnieren

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    schrieb am 19.07.2009 um 21:22
    Genau das ist es.
    Die aufgeführten Ausführungen unterschreibe ich voll und ganz.
    Als Kirchenmaler und Restaurator praktiziere ich täglich Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, und Respekt vor alten Handwerkstradition ausgeführt mit natürlichen Werkstoffen gepaart mit Schönheit und dem Ergebnis: Langlebigkeit.

    In dem Sinne
    K.J.Kaiser
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    schrieb am 24.09.2009 um 12:34
    Das ist eine prima Analyse und Wegweisung zugleich. Kann mich dem nur anschließen. Die Wirklichkeit steht diesen Bemühungen überall entgegen. Noch völlig intakte Gebäude müssen oft neuen Prachtbauten weichen (z.B. in Düsseldorf, wo die Tatsache der Schuldenentlastung das nachhaltige Denken weitgehend verdrängt hat) - hier findet sich die Analogie zur "Abwrack-Prämie". Die Verschwender-Metalität der Ressourcenvernichter auszubremsen ist schwierig, weil herkömmliches Wachstum nach wie vor als Motor des Kapitalismus betrachtet wird - eine wahnwitzige Annahme, die dazu beiträgt, dass unsere Welt vor die Wand fährt.
    Ulrich Scharfenorth, Ratingen
    www.stoerfall-zukunft.de
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    schrieb am 24.09.2009 um 13:02
    Unser Geldsystem der Geldschöpfung im Mindestreservesystem durch Geschäftsbanken und der Zins und seine negativen Effekte, sind verantwortlich für die Auswüchse unserer Gesellschaft.

    Mit Humanwirtschaft Freigeld und Bodenreform gäbe es soetwas nicht.

    Bauen währe billiger und die Zersiedlung würde gestoppt.
    Die höchste Posten der laufenden Kosten währen nicht mehr der Kredit, sondern die Energieversorgung der Gebäude.
    Dadurch würde jeder Bauherr automatisch darauf achten ein 0-Energiehaus zu bauen.
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    schrieb am 29.10.2009 um 18:05
    Genau in dem Artikel den Punkt getroffen.
    Ich unterschreibe jeden Satz.

    Nur die Umsetzung bleibt letztendlich "Utopie"

    Weil die Umsetzung: Zu einfach, zu preiswert, zu nachhaltig.
    Und daher gibt es für eine öffentliche Kampagne, zur Verbreitung dieser ökonatürlichen Ideen, keine Loby.

    Es bleibt alles beim Alten.

    In dem Sinne, -bis dann, der Kaiser-Johann
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    schrieb am 31.03.2010 um 18:29
    Super formuliert, muss ja aber gar nicht Utopie bleiben, mensch kann sich dem doch annähern und das versuchen wir gerade bei unserer aktuellen Baustelle indem wir einen Teil eines alten Stallgebäudes in Ferienwohnungen umbauen und viel erhalten, viel mit Holz und Stohballenwänden und Lehm arbeiten.
    Schaut mal vorbei: http://www.utopia.de/blog/oekobaustelle-utopische-ferienwohnung-an-der-ostsee-wird/die-baustelle-geht-los
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    schrieb am 12.08.2010 um 14:32
    Wieso landen hier alle immer bei Lehmbauten, Strohballen etc. - es gibt doch viele andere ökologisch sinnvolle Baustoffe, die zudem weiter verbreitet, besser erprobt und in der Anwendung praktikabler sind ?
    Geht es denn nicht eigentlich um die oben aufgeführten Fragestellungen - also dem nachhaltigen Bauen und Sanieren ? Da wären doch sicherlich genügend schlüssige Beispiele evtl. aus dem ökol. Passivhausbau etc. zu nennen ... Da gabs z.B. irgendwie einen Beitrag, in dem für Wärmerückgewinnungsanlagen natürliche Druckunterschiede für die Lüftung eingesetzt wurden, d.h. an Lüftern und deren elektrische Antriebe kann gespart werden - das ist ökonatürlich im modernsten Kontext !
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    schrieb am 02.09.2010 um 12:56
    Liebe Utopisten,
    im Juli habe ich bei einem Hörerwettbewerb eines berliner Radiosenders zu diesem Themenkomplex mitgemacht. Ich habe mich vor allen Dingen über den ersten Preis der Zuhörer gefreut, weil damit dokumentiert wurde, dass das wichtige Thema in der gesellschaft angekommen ist! Hier die Stichworte zu meinem 90 Sekunden Kurzvortrag:
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe von Ihrer Aktion mit Radio1 "die Profis" gehört und gelesen und würde mich gerne an diesem Wettbewerb mit einem Thema beteiligen, das mir seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen ist:

    Der primäre Energieverbrauch im Gebäudebau
    - Wie viel Energieaufwand steckt in Baustoffen bis zu ihrer Endmontage in einem Gebäude? -

    Jeder Baustoff trägt mehr oder weniger stark zu der weltweiten CO2 Emission bei.

    Die Faktoren, die eine unterschiedliche Energiebilanz der Baustoffe ausmachen, setzen sich zusammen aus:

    1. der Rohstoffgewinnung
    (Forstwirtschaft, Steinbruch, Bergbau)

    2. der Weiterverarbeitung
    (Sägewerk, Chemieindustrie, Stahlwerk)

    3. der Zwischen- und Endmontage
    (Halbfertigprodukte, Fertigprodukte)

    4. den Transportwegen
    (Entfernung, Gewicht, Transportmittel)

    5. den bauphysikalischen Eigenschaften der Baustoffe und deren Auswirkungen auf den Baukörper
    ( Stahlträger haben hohes Gewicht und brauchen ein stabileres Fundament als Holzbalken;
    Diffusionsoffenheit gegen Kondenswasserbildung um Schimmelpilzbefall zu verhindern)

    6. der Lebenserwartung und Nachhaltigkeit der Baustoffe
    (Rohstoffreserven von Erdöl, Holz, recyceltes Material)

    7. der Rückbaufähigkeit und Wiederverwertbarkeit/ Entsorgung der Baustoffe
    (aktuell z.B. Asbesthaltige Werkstoffe, Teerhaltige Werkstoffe)

    Grundsätzlich gibt es erhebliche Unterschiede im Energieverbrauch bei den klassischen Bauweisen:
    - Stahlbetonbauweise = sehr hoch
    - Stein auf Stein = hoch
    - Holzbauweise = relativ gering

    Bei der ganzen Berechnung von Niedrigenergiehäusern, Nullenergiehäusern und Energieplushäusern wird immer nur der zu erwartende Energieverbrauch des laufenden Betriebes eines Gebäudes betrachtet. Das führt zu der absurden Situation, das ein Gebäude diesen begehrten und wertsteigernden Titel führen kann, obwohl bei dessen Produktion ein hoher und oft völlig sinnloser Energieverbrauch notwendig war.
    Aber nicht nur Häuslebauer sollten ein energetisches Bewusstsein entwickeln. Jedes Renovierungsmaterial, jeder Einrichtungsgegenstand hat seinen primären Energiebedarf!

    Ein gesellschaftliches Bewusstsein für diese Problematik unseres Energiehungers zu schaffen, ist mein Anliegen.
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    schrieb am 21.09.2010 um 16:32
    Hallo tomatentheo, auf deine Frage :"Wiso........", wenn es eine Frage war? kan ich nur sagen, dass auf der Suche nach Baustoffe die diesem Kreteriem entsprechen, welche Q-holzbau beschreibt habe ich letz endlich zu Stroh, Lehm und Holz gelanden. Es betrift besonderes unsere Region: Europa. Im Asien wahrscheinlich besser mit Sand und Lehm.

    Herzliche Grüße,
    andrei
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