„Die Castoren dürfen nicht ins Zwischenlager Gorleben rollen“, sagt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. „Dort wird der Strahlengrenzwert bis Ende des Jahres überschritten. Der Transport ist illegal.“
Eine Analyse von Greenpeace zeigt, dass die radioaktive Strahlung am Zwischenlager Gorleben auch ohne die weitere Einlagerung von Castoren den genehmigten Grenzwert bis Jahresende überschreiten wird. Die zusätzliche Einlagerung von Atommüll wäre damit rechtswidrig. Auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags kommt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zu dem Schluss, eine Einlagerung von weiteren Castoren sei möglicherweise unzulässig. Die der Genehmigung zu Grunde liegende Bewertung des niedersächsischen Umweltministeriums seien „wenig überzeugend“ und „unwissenschaftlich“.
„Der angekündigte Neuanfang ist eine Mogelpackung“, so Böhling "Einen Neuanfang bei der Endlagersuche nimmt der Regierung niemand ab, so lange die Castortransporte für hochradioaktiven Atommüll mit Gorleben immer nur ein einziges Ziel kennen“, sagt Böhling. Die Bundesregierung hatte vor zwei Wochen angekündigt, die Suche nach einem Atommüll-Endlager neu zu starten, das bereits im Bau befindliche Endlager im Salzstock aber mit einzubeziehen. „Mit jedem weiteren Castorbehälter werden Fakten geschaffen und der ungeeignete Salzstock Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Das dürfen wir nicht zulassen“, so Böhling.
Unter dem Salzstock liegt das größte Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits Laugenvorkommen. Ein sicherer Einschluss radioaktiver Stoffe kann nicht gewährleistet werden. Greenpeace fordert, den hochradioaktiven Atommüll künftig gemäß des Verursacherprinzips ins Zwischenlager am Atomkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg zu transportieren. Die riskante Transportstrecke könnte so erheblich verkürzt werden.
Nachtrag 25. November: Der Castortransport hat die deutsche Grenze erreicht. Entlang der deutschen Bahnstrecke nach Dannenberg in Niedersachsen protestieren Greenpeace-Aktivisten in acht Städten mit Mahnwachen gegen den Transport von hochradioaktivem Atommüll. Die Mahnwachen finden in Saarbrücken, Karlsruhe, Mannheim, Heilbronn, Würzburg, Darmstadt, Gelnhausen und Hannover statt.
Quelle: Greenpeace


Kommentare (5)
abonnieren
wenn Du so eine Petition initiierst, findest Du bestimmt viele Unterstützer, z. b.mich.
Grüße, Blätterwald
- es durften keine AKWs gebaut werden, da es kein Endlager gab und gibt
- Kernenergie ist unnötig, da es genügend Alternativen gibt
- die AKWs wurden gebaut, als die Mehrheit der demokratisch gewählten Parteien dafür war
- wir müssen den radioaktiven Müll in Deutschland lagern ( wo sonst ? )
- alle die gegen die Lagerung sind, sollen einen besseren Vorschlag machen
- die Forschung nach einem Endlager ist viel zu spät und zu kurz gekommen (dagegen sollte man
demonstrieren)
- es sollten keine Demonstrationen gemacht werden, die in Gewalt enden
- es sollten keine Demonstrationen gemacht werden, deren Kosten die Allgemeinheit zahlt
- die falschen Politiker sollten durch Abwahl bestraft werden
hb