Atomkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philippsburg

Urkundenfälschung – Fahrlässigkeit? Greenpeace verklagt Umweltministerin


Neckarwestheim: zweifelhafte Betriebserlaubnis

Neckarwestheim 1 hat im Januar eine Laufzeitverlängerung von acht Jahren erhalten, die aber nach Auffassung von Greenpeace verfassungswidrig ist. Neue Ausbreitungsrechnungen, die Greenpeace heute im Internet veröffentlicht, belegen die verheerenden Folgen, die ein schwerer Reaktorunfall im AKW Neckarwestheim für Baden-Württemberg hätte.

„Umweltministerin Gönner sind die Interessen des landeseigenen Atomkonzerns EnBW offenbar wichtiger als die Sicherheit der Bevölkerung“, sagt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. „Die Kläger wollen nicht mehr mit der Angst vor einem schweren Störfall leben. Frau Gönner muss endlich das Wohl der Menschen ins Zentrum ihrer Atomaufsicht rücken.“

Der Reaktor Neckarwestheim 1 läuft nicht nur mit rechtlich zweifelhafter Betriebserlaubnis, er ist nach Recherchen der Umweltorganisation auch nicht gegen einen möglichen Flugzeugabsturz geschützt. Greenpeace hat zwei Ausbreitungsrechnungen für den Fall eines schweren Unfalls erstellen lassen, die heute im Internet veröffentlicht werden. Eine mögliche Bodenkontamination mit Cäsium 137 wurde anhand von realen, archivierten Wetterdaten errechnet. Eine zweite Ausbreitungsrechnung berücksichtigt alle relevanten Radionuklide. Sie belegt, dass in Stuttgart schon wenige Stunden nach einem sogenannten Super-GAU die tödliche Radionukliddosis allein durch die Luft aufgenommen werden könnte

Quiz

Sind Sie ein waschechter Öko?

Sind Sie ein waschechter Öko?

Ökologisch, sozial gerecht und ethisch korrekt – so konsumieren die so genannten „Ökos“.Schlagworte wie Klimabilanz und Nachhaltigkeit sind Ihnen ebenfalls ein Begriff. Und nicht nur bei Lebensmitteln können Verbraucher zwischen Bio und Nicht-Bio wählen. Wie „öko“ sind Sie? ...los geht's

Philippsburg: Verdacht auf Urkundenfälschung und Rechtsbeugung

Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) wirft mit ihrer mangelhaften Atomaufsicht drängende Fragen auf: Zwingend erforderliche Sicherheitsnachrüstungen an dem zweitältesten deutschen Atommeiler Neckarwestheim 1 verschleppt die Ministerin seit dreieinhalb Jahren. Zudem verweigert sie trotz richterlicher Aufforderung seit 2009 Einblick in Akten der Atomaufsicht, die die Sicherheit des Atomkraftwerks Philippsburg 1 betreffen. Aus diesem Grund stellte Greenpeace gestern Strafanzeige wegen des Verdachts auf Urkundenunterdrückung, Urkundenfälschung und Rechtsbeugung gegen Tanja Gönner und verantwortliche Mitarbeiter ihres Ministeriums.

„Wir fordern Frau Gönner auf, Schluss zu machen mit der Geheimniskrämerei in Atomfragen und endlich alle Akten auf den Tisch zu legen“, sagt Heinz Smital.

 

Text: Greenpeace
Foto: GabyJ / Quelle : photocase.com

von


Kommentare (3)   abonnieren

alle Kommentare (3)
  • Bedenklichen Inhalt melden
    Uwe-Sievers
    schrieb am 14.03.2011 um 08:51
    In Japan haben die Behörden und die Betreiberfirma auch gelogen und betrogen!!
  • Bedenklichen Inhalt melden
    Berthild Lorenz
    schrieb am 12.03.2011 um 10:29
    Tja, und dann wird wieder mal in deinem und in meinem Namen als RECHT erkannt, dass ...? Geschieht das wirklich in deinem und in meinem Namen? In meinem Namen geschieht RECHTSPRECHUNG nicht! In meinem Namen würden sich die als Gegner Antretenden zusammensetzen und ihre Interssen und ihre Gefühle...
alle Kommentare (3)

Kommentar schreiben

Lob, Kritik, Ergänzungen? Teilen Sie Ihre Meinung mit der Utopia-Community. Seien Sie dabei bitte konstruktiv und hilfreich.
(5000/5000)

Mehr zu Zwickmühlen des Alltags