Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
ARD-Reportage "Wie billig kann Bio sein?"

„Bio-Betrug“ – Bleiben Sie unkonventionell!


Unkonventionell bleiben – Bio ist besser

Das Schlechteste, was man nach den erschütternden Bildern der Reportage tun kann, ist ihr auf den Leim zu gehen. Das Medien-Echo zur „Bio-Lüge“ hallt bereits einheitlich mit „Bio ist auch nicht besser“ wider und taugt als Steilvorlage, um sein Gewissen reinzuwaschen oder einem trotzigem Reflex zu folgen: „Auch wenn es nur schwarze Schafe sind, kann ich mir bei Bio jetzt auch nicht mehr sicher sein und kaufe lieber wieder gleich Fleisch und Eier aus konventioneller Tierhaltung". Wer so denkt, gibt einen Fingerzeig in die falsche Richtung: Er unterstützt mit seinem Geld eine Nahrungsmittelproduktion, in der leidende Tiere zur Tagesordnung gehören und wo kein Interesse besteht, bessere Haltungsbedingungen zu ermöglichen. Wenn man sich schon von der ARD-Reportage beeinflussen lässt, dann lieber in die richtige Richtung: Naturland, Bioland oder Demeter gewährleisten ein besseres Bio als das einfache Bio-Siegel. Die Anbau-Verbände kommen mit strengeren Richtlinien definitiv näher an das Ideal einer ökologischen Landwirtschaft als es mit einer Discounter-Logik möglich ist.

Die wichtigsten Siegel für Ihre Lebensmittel

Keine Panik vor multiresistenten Darmbakterien auf Bio-Gemüse

Neben den Bildern leidender Tiere hat vor allem das Ergebnis einer Lebensmitteluntersuchung für Verunsicherung gesorgt. Die ARD ließ den Mikrobiologen vom Fachbereich Oecotrophologie der FH Münster Prof. Dr. Titgemeyer Bio-Gemüse aus Discountern, Bio-Supermärkten und Bio-Läden analysieren: auf 14 von 30 Proben wurden so genannte multiresistente Darmbakterien (ESBL) gefunden. Mit dieser Feststellung ließ die ARD den Zuschauer ein wenig allein, darum hat Utopia genauer bei Fritz Titgemeyer nachgefragt.

Auf die Frage, wie die Bakterien überhaupt aufs Gemüse gelangen, konnte auch der Experte nur mit Vermutungen antworten. Eine Möglichkeit sei der Boden, in dem das Gemüse wächst, wenn dieser mit Gülle (Tierfäkalien) gedüngt wird. Ein anderer Weg könnten Staubverwehungen beispielsweise von Betrieben mit konventioneller Tierhaltung sein, wo oft Antibiotika in Massen eingesetzt werden und so das Wachstum resistenter Keime begünstigen.

Konventionelles Gemüse ist daher auch nicht weniger mit den multiresistenten Darmbakterien belastet als Bio-Gemüse. Panik ist unangebracht, Fritz Titgemeyer rät den Verbrauchern: „Die Belastung mit multiresistenten Keimen ist derzeit noch sehr, sehr gering. Sie könnte sich, wenn nichts gegen die Zunahme dieser Keime getan wird, aber zu einem echten Gesundheitsproblem entwickeln. Ich empfehle Gemüse, am besten regional, frisch und Bio, von seriösen Erzeugern, die man kennt”.


Auch bei Bio-Fleisch gilt: Weniger is(s)t mehr – machen Sie mit!

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Stand: 05.09.2012 von

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    schrieb am 06.10.2012 um 17:12
    Interessant ist, daß alles, worum es in dem Artikel geht, mit "Bio"-TIERHALTUNG zu tun hat. Selbst die angesprochenen Verunreinigungen des Gemüses haben mit Gülle und Antibiotika aus der Tierhaltung zu tun.
    Alles klingt so, als sei dies selbstverständlich und unvermeidbar.
    Aber - wer hätte es gedacht - es gibt eine Lösung: BIO-VEGAN! Einfach mal weiterdenken... vielleicht kommt dann doch auch mal jemand darauf... mehr weniger
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    schrieb am 22.09.2012 um 22:36
    ARD-Nachklapp (zu den Reaktionen der Betreiber) "Massenware mit Bio-Eikett" vom 18.09. auf FAKT:

    Edit (neue Adresse s.u.)
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    schrieb am 22.09.2012 um 22:09
    Sicher gibt es in der Bio-Branche auch "Schwarze Schafe" und das "Discounter-Bio" ist mit Sicherheit nicht das Gelbe vom Ei. Daher wäre es wichtig, die regionale Bio-Landwirtschaft zu fördern und auch die Verbraucher sollten diese Produkte nachfragen und das Angebot annehmen. Weniger Fleisch und weniger tierische Produkte zu essen ist der zweite Schritt. Dadurch kann sich der Verbraucher auch die etwas teureren Produkte vom Bauern um die Ecke eher leisten. Er erhält dort einen Einblick in die Lebensweise und den Zustand der Tiere, unterstützt keine Agrar-Industrie, es werden weite Transportwege vermieden und regional wird die Wirtschaft gestärkt. Alles in allem bedeutet Bio nach meiner Meinung vor allem, dass Lebensmittel endlich wieder als Wert-voll erachtet werden und nicht als schnelle, günstige Sattmacher. Wenn sich der Wert erhöht, den wir Lebensmitteln zugestehen, wird auch unser Umgang mit ihnen sich ändern und die maßlose Verschwendung wird enden. Keiner, der eine Tomate isst wegen des Geschmacks, wird mehr die wenig aromatische Industrietomate kaufen, um dann zehn Stück zu verschlingen, sondern wird lieber nur fünf kaufen, diese dann aber genießen. Keiner, der den Wert von Fleisch bewusst wahrnimmt und dem Tier den Respekt entgegenbringt, sich bewusst ist, dass für das Schnitzel ein Leben beendet wurde, wird mehr das Billig-Schnitzel beim Discounter kaufen. Von daher bin ich der Meinung, dass nur ein Bewusstseinswandel dazu führen wird, dass Bio wirklich "Bio" ist. - Artgerechte Haltung, kurze Transportwege, Förderung der ökologischen Vielfalt und des "Lebensraums Bauernhof" einschließlich in dessen Umfeld, faire Preise und endlich das Ende der Gier, der Verschwendung - hin zum Genuss.
    Dass die ARD hier offenbar Stimmung gegen "Bio" macht, ist mir auch in den Sinn gekommen. Allerdings denke ich, dass man aus der kritischen Diskussion eben auch einen Schluss ziehen kann. "Bio" ist nicht gleich "Bio", Discount-Bio ist nicht das Ideal, zwar immer noch besser als konventionelle Produkte. Doch die Bio-Billigprodukte sind auch ein Risiko für die Verwässerung der eigentlichen Bio-Idee. mehr weniger
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    schrieb am 17.09.2012 um 10:27
    Ich dachte beim Titel der Artikel bezieht sich auf Jauchs gestrike Sendung "Der große Bioschwindel - Wie gut ist Öko wirklich?" DIe Inhalte waren aber fast gleich. Bio wird gerade schlecht gemacht, das ist traurig.
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    schrieb am 16.09.2012 um 22:00
    Eine höhere Steuer auf Fleisch? Ich glaube nicht, dass das was bringen würde ausser: noch schlechtere Haltungsbedingungen bei den sogenannten "Nutztieren", schnellere Mast und noch billigeres Futter, damit ein niedriger Nettopreis erreicht werden kann - der Verbraucher soll ja nicht auf sein gewohnt billiges Fleisch verzichten!!
    Mehr Aufklärung wäre vielleicht eine Lösung. Gute Reportagen sollten möglichst objektiv sein - es gibt eben auch schwarze Schafe bei Bio, vor allem wohl bei Billig Bio. mehr weniger
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