Manni, sein Manta und Opels Image
Die Worte stammen aus den fahr-lässigen Anfangszeiten der Toten Hosen. Etwas später in der 80ern kamen dann Manta-Witze in Mode. Manni, mit Vokuhila, Oliba und Cowboystiefeln, hatte die Ostfriesen als schalkhafte Protagonisten mündlicher Kurz-Komödien abgelöst. Irgendwann war Manni schließlich wieder vergessen und mit ihm sein Manta. Und wer fährt heute eigentlich Opel? Ein klischeehafter Idealtyp kommt einem nicht wirklich in den Sinn. Fährt überhaupt jemand Opel? Doch, doch: Corsa, Astra, Meriva und andere meist griechische Buchstaben-Autos bekommt man auf unseren Straßen immer wieder zu Gesicht. Aber um Opels Ansehen scheint es dennoch nicht gut bestellt: Die Wirtschaftswoche hat den Rüsselsheimern neulich das schlechteste Image aller deutschen Autobauer nachgesagt.
Opel schiebt mit dem Ampera in Richtung Umweltfreundlichkeit
Dabei hat Opel nun VW, Audi, BMW und Mercedes etwas voraus, das der gesamten Autoindustrie gut zu Gesicht stehen würde. Eine straßentaugliche Innovation, die den ÖL fressenden und CO2 verschleudernden Fortbewegungsmitteln aus dem letzten Jahrhundert einen Schub in Richtung Umweltfreundlichkeit gibt: Der Opel Ampera ist das erste Auto mit sogenanntem Range-Extender. Das heißt, dass der Wagen 40 bis 80 Kilometer ausschließlich mit seinem Elektromotor zurücklegt und der Verbrennungsmotor erst angeht, wenn kein Strom mehr im Akku ist. Anders als die bisher bekannten Hybrid-Autos, lebt der Ampera also nicht vom ständigen Wechselspiel beider Antriebsarten – und dennoch bremst er die Angst vorm Stehenbleiben aus, die häufig als Argument gegen reine Elektroautos hervorgebracht wird.
Der Ampera lässt motorliebende Männer-Herzen höher schlagen
Natürlich und Gott sei Dank ist der Ampera keine stilistische ReinCARnation des Mantas. Aber er zeigt sich in einem Licht, das den meisten der bisher relevanten Elektro- und Hybridwagen fehlt. Milde gesagt, kommt er sportlich daher. Motorliebende Männer-Herzen dürfte er zum Höherschlagen bringen. Darin liegt vermutlich das große Potential des Amperas. Für die große Masse ist er mit einem Preis ab 40.000 Euro aufwärts wohl zu kostspielig. Aber vielleicht schafft er es, Leute mit einem Faible für exzentrische Autos und dem nötigen Kleingeld um sich zu scharen und wird deren elektrisierender Kult.
Was mei
nen Sie, bekommt Deutschland bald eine neue Opel-Gang?
Wir freuen uns über Kommentare und Ihre Meinung zum Ampera.
Wilfried (think sunny) und Martin (Marshavan) aus der Utopia-Community wurden für die Utopia-Testfahrt ausgewählt und haben den Opel Ampera im Stadtgebiet München und über Land auf Herz und Nieren geprüft. Energy TV24 hat sie dabei beleitet – sehen Sie jetzt das Fazit der Utopisten im Video.
Blogs zum Opel Ampera
Utopia hat den Opel Ampera testgefahren – lesen Sie die Erfahrungsberichte unserer Testfahrer in ihren Blogs.
Kerstin aus dem Utopia-Team sieht im Ampera ein gelungenes Auto für Stadtmenschen, warnt aber vor seiner absoluten Stille.
Wilfried (think sunny) hält den Ampera für alltagstauglich und wittert vor allem die große Chance der Elektromobilität.
Martin (Marshavan) wurde nach dem reinen Elektroantrieb des Ampera fast süchtig, der Benzinmotor hat ihm dagegen nicht ganz so gut gefallen.


Kommentare (71)
abonnieren
Markt: Mikrokredite und Tricksereien auf dem Markt
Montag, 14. Mai 2012, 20:15 bis 21:00 Uhr [VPS 20:15]
http://www.ndr.de/fernsehen/epg/epg1157_sid-1169198.html
Zitat:
"Greenwashing: Die Masche mit der Umweltfreundlichkeit
Einerseits sind wir ein Volk von Schnäppchenjägern, andererseits legen immer mehr Menschen Wert auf bestimmte Standards, z. B. auf faire Arbeitsbedingungen oder auf Umweltfreundlichkeit bei der Herstellung oder Entsorgung von Waren. Das machen sich einige Unternehmen zunutze und hängen sich oder ihren Produkten ein grünes Mäntelchen um. Schöner grüner Schein – ein lohnendes Geschäft?" mehr weniger
http://www.umwelt-taxi-muenchen.de/ mehr weniger
1) Deutschland wird nicht zur Opel-Gang! Es wird zwar Bereiche geben, in denen der Ampera Anwendung finden kann und Kunden, die sich das Fahrzeug kaufen (Land, Landbewohner, Stadtbewohner mit Vorliebe zum Automobil, Firmenfuhrparks, evtl. Anbieter von Carsharing) aber für die breite Masse ist er, so wie viele andere Elektro- oder Hybrid-Autos auch, nicht das ultimative Konzept:
2) Dazu ist er für einige zu wenig Renn-Reise-Familien-Transport-...-Auto (nur 4 Sitze, zu kleiner Kofferraum) und dafür dann doch zu teuer.
3) Darüber hinaus können Elektroautos vielleicht einige der Probleme des Verkehrs (lokale Lärm- und Abgasemissionen) lösen aber leider nicht alle (Parkplatznot würde nicht verringert werden und könnte sogar noch weiter verstärkt werden, weil Elektroauto für viele nur Zweitwagen sein kann) und neue Probleme könnten hinzukommen (erhöhtes Unfallrisiko mangels fehlenem Motorensound, neue Abhängigkeiten, bspw. seltene Erden, Lithium usw.).
4) Einige sehen auch die Energiefrage noch lange nicht als geklärt an, auch wenn es Bsp. gibt, die ihren Ampera mit Solarstrom vom eigenen Carport laden.
5) Wie man auch in diesem Kommentar-Thread sehen kann, gibt es auch andere Mobilitätsentwürfe, die sich verstärkt an Autofreiheit, Ö(PN)V, Umweltverbund usw. orientieren und damit auch gut leben.
Auch wenn das im Moment vielleicht noch etwas utopisch klingt, so glaube ich doch, dass es gelingen kann zukünftig ein hohes Maß an Mobilität zu gewährleisten, ohne dabei allen negativen Folgen des Verkehrs ausgesetzt sein zu müssen oder in die Steinzeit zurückzufallen.
Elektroautos (vorzugsweise als Teil eines (öffentlichen) Mobilitätskonzeptes) werden daran einen Anteil haben, aber auch der verbesserte Ausbau des ÖPNV (bis weit hinein in die Verflechtungs- und sogar ländlichen Räume, denn auch hier gibt es Innovationspotenzial wie Leichtbau, verbesserte Antriebssysteme, aktive/passive Lärmschutzmaßnahmen, moderne Fahrzeugkonzepte ...).
Die Städte werden zukünftig dominiert von Fußgängern und Radfahrern, und das wird sich auch in die ländlichen Räume verstärkt ausbreiten. Die sich entwickelnde kritische Masse wird dafür sorgen, das Geschwindigkeiten menschengerechter werden, Unfälle und Emissionen zurückgehen und die Lebensqualität steigt.
Die Politiker werden auf diese Trends aufspringen bzw. diese sogar antizipieren und über den adäquaten Ausbau der Infrastrukturen, die Anpassung der Bauleitplanung und Raumordnung und die Unterstützung einer entsprechenden Mobilitätskultur dazu beitragen, dass diese Trends in das Mobilitätssystem der Zukunft überführt werden.
Das ganze wird ein Prozess sein, der zwar nicht ganz ohne regulatorische Maßnahmen stattfinden wird, der aber auch nicht Deutschlands wirtschaftliche Existenz stärker gefährden wird, als es die Wirtschaft selbst tut (aktuell: Kurzarbeit bei Ford, Verlagerung der Astra-Produktion). Vielmehr werden die Politiker wieder lernen Politik verstärkt für Menschen insgesamt und nicht nur für Konzerne und Banken zu machen, auch wenn Politik in diesen Bereichen weiterhin gefragt sein wird. mehr weniger