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Kommentar zur geplanten Strompreis-Sicherung

Altmaiers Kurs: Ende oder Wende?

Für Verbraucher hören sich die Pläne von Bundesumweltminister Altmaier zunächst richtig gut an: Die im Strompreis enthaltene EEG-Umlage, mit der jeder Stromkunde automatisch seinen Beitrag für die Energiewende zahlt, soll erstmal nicht mehr steigen. Dafür sollen bisher geschonte „stromintensive“ Unternehmen zur Kasse gebeten werden. Franz Alt sieht das anders. Er stellt klar, warum die geplante Strompreis-Sicherung Deutschland nachhaltig schaden könnte und wohin Altmaiers Kurs tatsächlich führt.


Was Bundesumweltminister Peter Altmaier in diesen Tagen vorschlägt, klingt verbraucherfreundlich, ist aber wirtschaftsfeindlich. Mit seinem Plan einer „Strompreis-Sicherung“ wird er den Ausbau der erneuerbaren Energien eher stoppen als fördern. Er übersieht dabei ganz einfach, dass die Erneuerbaren immer preiswerter werden und die alten Energieträger immer teurer.

Das heißt: Je rascher die Energiewende kommt, desto besser schon mittelfristig für die gesamte Volkswirtschaft.  Wer aber eine gerade begonnene Energiewende mit kurzsichtigen taktischen Winkelzügen ausbremst, verteuert unnötigerweise die Energiekosten für Wirtschaft und Verbraucher. Und er erschreckt Inverstoren, die in erneuerbare Energien investieren wollen.

In einem Punkt muss man freilich Altmaier zustimmen: Die großen Energieverbraucher werden bei der Förderung des Ökostroms zu sehr geschont und die normalen Verbraucher zu sehr belastet.

Hier wäre mehr Gerechtigkeit angebracht. Der politische Fuchs weiß natürlich, dass seine geplante „Strompreisbremse“ niemals Gesetz werden wird. Rot-Grün wird diese Pläne im Bundesrat zu verhindern wissen.

Aber der Taktiker im Bundesumweltministerium kann dann mit dem Argument Wahlkampf machen, an den steigenden Stromkosten sei eben die böse Opposition schuld.

Sicher ist nur: Altmaiers Pläne gefährden die Energiewende. Der Wirtschaft fügt immer Schaden zu, wer Investoren verunsichert. Fehlende Verlässlichkeit und Planbarkeit schaden jedem vernünftigen Wirtschaften. So werden Investoren ins Ausland getrieben.

Mit seinem neuen Kurs fördert Altmaier nicht die deutsche Energiewende, sondern eher das Ende dieser Wende.

zuerst veröffentlich auf:
www.sonnenseite.com

Thema: Erneuerbare Energien, Stand: 04.02.2013 von

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    schrieb am 07.02.2013 um 16:25
    Du schreibst: "In fast allen Veröffentlichungen wird der wahre Zusammenhang außerordentlich freundlich und diplomatisch beschrieben".
    Das sehe ich genauso. Da ist in der Diskussion von Seiten der Verbände eher 'stilles Wasser' denn 'Pfeffer in der Suppe' angesagt!
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    schrieb am 07.02.2013 um 13:31
    Kann mir irgendjemand einen anderen Grund für das permanente Biegen und Brechen der Erneuerbaren über alle politischen Hebel und im Verbund 'assistierender Medien' nennen, als den, dass es einen Insider-Pakt zwischen dem innersten Merkel-Zirkel und der alten Energiewirtschaft gibt mit der Vereinbarung: ATOMAUSSTIEG gegen Entschädigung durch politisch administrative 'Vernichtung der Bürger-Energiewende' und EINPASSUNG der ERNEUERBAREN in die alten Versorger-Strukturen!!?? mehr weniger
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    schrieb am 06.02.2013 um 13:46
    Taktisch klug, im Sinne politischer Opportunität, wirtschaftlich wie geschrieben ein Desaster, mit einigem Verstand für den Verbraucher durchsichtig, des Ministers Konzept.

    Entweder es kommt für die Opposition noch was raus (muss ja nicht unbedingt was für den Verbraucher sein) oder das Konzept geht baden ( vermutlich sogar gewünscht, eben Taktik)

    Eines aber muss auch klar sein, eine weitere Erhöhung auf Kosten der Klein-Verbraucher geht gar nicht. mehr weniger
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