Bilanz der IFA

"Alle Fernseher haben künftig einen Ausschaltknopf"



Energieeffizienz zog sich wie ein grüner Faden durch die Hallen des Berliner Messegeländes. Denn dank steigender Strompreise und Klimaschutzdebatten stehen auch Fernseher- und Kamerahersteller zusehends unter Druck: Verbraucher wollen sich Stromfresser nicht mehr leisten. Während bislang wichtig war, wer den Größten und Hochauflösendsten hat, kam in Berlin kaum noch ein Aussteller ohne neueste energiesparende Display-Technologie aus. Immerhin soll der Flachbild-Fernseher trotz Konsumflaute weiterhin die Geldkuh der „Consumer Electronics“ bleiben.

Hersteller wie Loewe, Sony, Metz, Sharp, Philips, Toshiba und Grundig verkaufen LCD- und Plasmabildschirme, die mittlerweile weniger Strom fressen als Opas alter Röhrenfernseher. Der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik zufolge verbrauchen die neuesten Flachbild-Modelle 25 bis 35 Prozent weniger Energie als drei Jahre ältere Modelle. Hersteller wie Sharp setzten dazu auf effiziente Hintergrundbeleuchtung: Geräte der Aquos-Reihe haben einen Eco-Modus, mit der der Hintergrund beliebig um 20 bis 30 Prozent runtergedimmt werden kann.

Der Rest ist nicht ganz frische Greenlight-Show. Fernseher-Aussteller werben gerne mit energieeffizientem Standby-Betrieb, allerdings verbrauchen neue Flachbildschirme schon länger nur mehr weniger als ein Watt. Innovativ war eigentlich nur Grundigs Superfernseher „Toronto“, der im Standby überhaupt keinen Strom zieht. Apropos Standby – der antike Netzschalter wurde als IFA-Neuerung wiederaufgenommen. Vor der Presse verkündete Toshiba-Produktmanager Sascha Lange verheißungsvoll: „Alle unsere Fernseher werden künftig einen Ausschaltknopf haben.“

Was immer noch fehlt, sind allgemeingültige Kennzeichnungen für den Stromverbrauch von Unterhaltungsgeräten. Damit sei erst im kommenden Jahr zu rechnen, so Corinna Fischer, Expertin für Energieeffizienz bei der Verbraucherzentrale Bundesverband, gegenüber "Focus".

Innovativer sieht es bei der Haushaltselektronik aus, die zwar das erste Mal vertreten, aber kein Fremdkörper im IFA-Angebot war. Im Gegenteil, die „Home Appliances“ entpuppte sich als Erfolgsschlager. „Das Konzept mit weißer Ware ist aufgegangen“, sagte Vize des Branchenverbands ZVEI, Hans-Joachim Kamp. Unterm Berliner Funkturm wurden stromsparende Wärmepumptrockner, Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss und Geschirrspüler drapiert.

Angela Merkel Ifa 2008In die Zukunft blickt auch LG: Mit einem umweltfreundlichen Kühlschrank mit bunt blinkendem LCD-Display und DVD-Player für 3.300 Euro. Auch Herde, Kaffeemaschinen oder Dampfgarer für vitaminschonendes Kochen lockten umweltbewusste Lifestyle-Konsumenten an, die nicht nur Geld sparen, sondern auch auf gesunde Ernährung achten wollen.

„Kleinvieh macht auch Mist,“ sagte Angela Merkel bei der IFA-Eröffnungsgala, den Standby-Knopf im Blick - mit Kleinvieh ist die Revolution aber nicht zu schaffen.

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    Hannilein
    schrieb am 03.11.2009 um 09:13
    Der Ausschaltknopf dürfte wirklich kein Problem sein. Da man meist noch Receiver oder DVD-Player, Antenne, u.ä. mit Strom versorgt, kommt alles in eine Steckdosenleiste - mit Schalter. Ist dann komfortabler als jedes Gerät auszuschalten. Ob 50 W oder 250 W für den TV ist auch nicht so sehr das...
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    O.Kremer
    schrieb am 24.07.2009 um 23:02
    Ich habe gerade einen neuen TV Gerät gekauft, aber es ist kein Ausschaltknopf vorhanden. Daher habe ich ihn an eine Ausschaltbaren Steckleiste angeschlossen. O.Krener
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