Atom-Debatte
Moratorium: die Lügen der Bundesregierung
Lüge Nr. 1: Deutsche AKW sind sicher
Wahr ist: Keines der 17 deutschen AKW kann dem Absturz eines großen
Verkehrsflugzeuges standhalten. Zu diesem Schluss kommen Studien der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) und der Internationalen Länderkommission Kerntechnik (ILK), die Greenpeace 2009 veröffentlichte. Die acht ältesten Meiler sind selbst beim Absturz eines Sportflugzeuges oder einer Militärmaschine hochgradig gefährdet. Dabei ist laut ILK-Studie „bei einem Aufprall auf das Reaktorgebäude mit schweren bis katastrophalen Freisetzungen radioaktiver Stoffe zu rechnen“. Weiterhin sei gerade bei den ältesten Anlagen „eine bauliche Ertüchtigung aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht machbar bzw. nicht sinnvoll“. Aufgrund dieser Gefährdungslage klagt Greenpeace auf Widerruf der Betriebsgenehmigung gegen Philippsburg 1, Biblis A und B, Brunsbüttel, Krümmel, Isar 1 und Neckarwestheim 1.
Die ILK-Studie
Factsheet „Terrorziel Atomkraftwerk“
Lüge Nr. 2: Atomkraft ist eine Brückentechnologie
Wahr ist: Die Laufzeitverlängerung behindert den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien, wie selbst der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung bescheinigt hat. Eine von Greenpeace veröffentlichte Studie des ehemaligen Leiters der Bundesatomaufsicht Wolfgang Renneberg zeigt: Atomkraftwerke sind als Grundlastkraftwerke zu unflexibel, um die durch verstärkte Einspeisung der Erneuerbaren Energien entstehenden Lastschwankungen auszugleichen. Bei einem Abfahren auf Null - was erforderlich ist, wenn der aktuelle Stromverbrauch zeitweise allein durch Erneuerbare Energien gedeckt werden kann - können Atomkraftwerke nicht unmittelbar wieder auf volle Leistung gebracht werden. Sonst droht eine so genannte Xenonvergiftung. Greenpeace zeigt in seinem Energiekonzept "Klimaschutz Plan B 2050" und in der Studie „Erdgas – Brücke ins
regenerative Zeitalter“, dass die einzig notwendige Brückentechnologie hocheffiziente Erdgaskraftwerke sind.
Greenpeace-Studie zur Xenonvergiftung
Greenpeace-Studie „Erdgas – Brücke ins regenerative Zeitalter“
Lüge Nr. 3: Ohne Atomkraft entsteht eine Stromlücke
Wahr ist: In ihrer Regierungserklärung vom 17. März erklärt die Bundeskanzlerin: „Ich lehne es auch weiterhin ab, zwar die Kernkraftwerke in Deutschland abzuschalten, aber dann Strom aus Kernkraftwerken anderer Länder zu beziehen.“ Selbst das Umweltbundesamt geht davon aus, dass neun AKW in Deutschland sofort abgeschaltet werden können, ohne dass es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommt (J. Flasbarth, Präsident des UBA am 17.03. in der Süddeutschen Zeitung). Dass eine Stromlücke in Deutschland droht widerlegt die Kanzlerin gerade selbst, indem sie ältesten sieben AKW und den Pannenmeiler Krümmel sofort stillzulegen, ohne dass in Deutschland ein einziges Licht ausgeht. Auch das Greenpeace Energiekonzept „Plan B 2050“ macht deutlich, dass ein vorgezogener Atomausstieg bis 2015 problemlos zu realisieren ist, ohne dass Stromimporte ausgeweitet werden müssen. Deutschland ist Stromexporteur, in 2009 wurden 21 TWh Strom in die Nachbarländer exportiert, dafür könnten allein drei AKW sofort abgeschaltet werden.
Die Greenpeace-Studie „Plan B 2050“
„Das Märchen von der Stromlücke“


Kommentare (26)
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Sathya
schrieb am 25.03.2011 um 17:14 ¶Schneider Walter
schrieb am 25.03.2011 um 09:26 ¶Kommentar schreiben
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