Versteckte Tiere im Essen
Wer denkt schon an Schweineschwarte, wenn er einen Multivitaminsaft oder Rotwein trinkt? Trotzdem wird Gelatine in Fruchtsäften als Vitaminträger und zur Klärung von Wein verwendet oder in Frischkäse-Produkten für die optimale Konsistenz untergemischt. Selbst wenn ein Produkt eigentlich einwandfrei hergestellt wird, können Spurenelemente aus tierischer Produktion im selben Betrieb hinein geraten.
Unmündigkeit durch Unwissenheit
Die Hersteller verstecken solche Angaben oft im Kleingedruckten auf der Verpackungsrückseite oder unterschlagen die Information gleich ganz. Erschreckend ist dabei nicht die Verwendung solcher Stoffe an sich. Längst nicht alle sind von der Industrie designt worden, einige davon haben jahrtausende alte Tradition. Lab (eine Substanz aus dem Magen junger Kälber) wurde beispielsweise schon in der Antike zur Herstellung von Käse verwendet. Das Fatale ist vielmehr, dass in unserer heutigen Gesellschaft, die Transparenz und Nähe am Menschen für sich beansprucht, den Verbrauchern die Entscheidung zu einem konsequent vegetarischen oder veganen Leben künstlich schwer gemacht wird. In unserer Galerie finden Sie einige Beispiele von Produkten, in denen Sie sicher keine tierischen Produkte vermutet hätten.
Die Politik muss handeln
Unser Ratschlag kann also nur lauten: Wenn Sie sicher sein wollen, dass Ihre Ernährung zu hundert Prozent vegetarisch oder vegan ist, achten Sie auf entsprechende Siegel. Und das nicht nur bei offensichtlichen Fleischalternativen, sondern bei allen Nahrungsmitteln. Außerdem sollten Sie die E-Mail-Petition von foodwatch.de unterzeichnen. In dieser wird von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner eine gesetzliche Regelung zur Kennzeichnung tierischer Stoffe in der gesamten Produktionskette gefordert. Außerdem wird verlangt, dass die Begriffe vegan und vegetarisch rechtlich definiert und geschützt werden, um Verwischungstaktiken von vornherein unmöglich zu machen. Hier können Sie direkt die Petition unterzeichnen:


Die beste Bio-Schokolade
Kommentare (19)
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Es wird höchste Zeit, dass so eine gesetzliche Regelung kommt. Und wenn wir die für abgepackte Lebensemittel haben, dann machen wir gleich mal im Gaststättengewerbe weiter. Denn ich fordere ebenso eine detaillierte Auflistung aller Rezept-Bestandteile von Gerichten auf Speisekarten.
Der Hinweis "Kann Spuren von... enthalten" ist übrigens auf extrem vielen Produkten zu finden, was einfach daran liegt, dass es kaum Firmen gibt, die rein vegane Zutaten verarbeiten bzw. entsprechende Lebensmittel produzieren. Dazu bräuchte man eigene Anlagen, um eben auszuschließen, dass sich Spuren von Milch oder anderen tierischen Zutaten in den Produkten verstecken. Schön wäre es, wenn wir soweit mal kommen würden - träumen ist ja erlaubt.
Es gibt aber Lichtblicke. Ich selbst versuche wann und wo es nur geht, andere von der Idee zu überzeugen. D
Ein kleiner Imbiss um die Ecke hat schon begonnen und auf der Speisekarte sieht man rote, gelbe und grüne Punkte für fleischhaltige, vegetarische oder vegane Gerichte.
Und zuletzt liegt es am eigenen Konsumverhalten. Meine Regeln hierbei sind:
- keine Produkte von Marktführern; je größer die Organisation, desto weniger Transparenz und um so größer das Marketing
- sehr kritisch sein, wenn die Verpackung "das Blaue vom Himmel" verspricht; wenn extra hervorgehoben wird, dass etwas nicht enthalten ist, dann ist mit Sicherheit anderer Unfug drin
- nichts kaufen was massiv mit Marketing-Buzzwords beworben wird
- keine Fertigprodukte; je mehr Verarbeitungsstufen und Inhaltsstoffe, desto größer ist die Chance, etwas ungewolltes mit dabei zu haben
- Bioladen statt Supermarkt; auch wenn das nicht das Allheilmittel ist, allemal besser auf jeden Fall
- lokal kaufen; Wochenmärkte aufsuchen, auf denen Bauern und Erzeuger der Region ihre Produkte verkaufen
- weniger ist mehr; Schoki, Knabberei u.Ä. sich für besondere Momente aufsparen
- Neues ausprobieren
- Hinterfragen! Schreibt die Hersteller an, im Laden fragen, kritisch sein, im Zweifel gegen ein Produkt entscheiden
der suche sich einen Hof in der Nähe seines Wohnorts, der die entsprechenden Produkte in der gewünschten Qualität erzeugt, sowie ein paar weitere Mitstreiter und gründet mit diesen zusammen eine CSA-Kooperative (auch genannt Solidarische Landwirtschaft, Details siehe www.solidarische-landwirtschaft.org).
Auf diese Weise kommt man z.B. auch in der Stadt in den Genuß von Rohmilch (sonst gibts die ja nur ab Hof) und daraus hergestellten Leckereien.
Dieses Konzept ist genauso auch für Gemüse, Obst, Honig, etc. anwendbar.
Haben hier in Ebw. seit zwei Jahren eine beständig wachsende SoLawi-Kooperative mit zwei Höfen, einer beliefert uns wöchentlich mit Gemüse, der andere mit Rohmilch von den eigenen Tieren und daraus selbst gemachten Rohmilchprodukten (alles in Demeter-Qualität).
Eine SoLawi-Kooperative hat außerdem den großen Vorteil fairer Preise für die Erzeuger (weil sich kein Zwischenhändler und Verarbeiter an der Wertschöpfungskette bereichern kann) und geringerem Konkurrenzdruck auf dem Markt, da nach Gemüseportionen pro Nase und Woche/Monat statt pro Stück und kg bezahlt werden. Außerdem ist eine viel größere Produktvielfalt und Frische möglich als über den Umweg Zwischen- und/oder Einzelhandel.
Es kann außerdem durch die Umgehung von Handelsnormen ein größerer Anteil der Ernte überhaupt abgesetzt werden (heutzutage wird leider nach äußerer statt nach innerer Qualiät unserer Lebensmittel bezahlt...) und durch die kurzen Transportwege vergammelt auch nix unterwegs.
Außerdem fallen für den Hof stark arbeitskräftebindende Markttage und viel Marketingaufwand weg, da die Abnehmer gemeinschaftlich einen Teil davon übernehmen.
Das alles trägt massiv zum Erhalt kleiner, vom Aussterben bedrohter Höfe bei. (Die obendrein auch für die Vielfalt in unserer Landschaft sorgen!)
Und - Das Totschlagargument zum Schluß - Es können für die an der Organisation beteiligten Abnehmer dabei sogar Arbeitsplätze entstehen! (z.B. bei der GartenCoop in Freiburg/Breisgau der Fall) :-)
Bei Fragen dazu meldet euch.
LG, Sarah
Es ist, wie man ja sieht (ca 20 höfe gibt es auf diese Art) noch ein bescheidener Anfang. So ein Umstieg ist für ein Landwirt sicherlich auch ein risiko, das er nicht eingehen wird, es sei denn er macht es Stückchenweise und sieht dann darin eine Zukunft.
LG Emma
Falls noch jemand auf der Suche nach "veganen" Weinen ist, dem- oder derjenigen empfehle ich das Weingut Weber http://www.weber-lehmen.de/web/ Dort gibt es Weine, die weder mit genmanipulierte Produkte noch tierische Zutaten wie Kasein, Eiklar, Blutmehl, Hausenblase oder Gelatine gekeltert werden.
LG Ulrike
Dennoch es bleibt dabei, der bewusst einkaufende Mensch muss nachlesen bei Produkten, die er noch nicht kennt.
Habe am eigenen Leibe festgestellt, das zu tun, da bleibt einiges hängen und man überlegt 10 mal, ob es dann noch das Produkt sein muss.
Zur Zeit bin ich absolut auf Glutamat-Hinweise fixiert, d.h. wenn es lese, kommt das Produkt nicht in meinen Einkaufskorb. Der zusätzliche Zeitaufwand sollte einem, bzw. seiner Familie es aus Gesundheits-Gründen wert sein.
Zwei Punkte sehe dennoch problematisch:
1. Nun wissen wir zwar nicht wie es in der Chipsfabrik aussieht, aber es ist doch wahrscheinlich, dass die Chipsfrisch ungarisch (Antwort zu Frage 1 aus dem Briefwechsel: enthält tierische Bestandteile) und die Chipsfrisch Peperoni ( Antwort zu Frage 4 aus dem Briefwechsel: enthält keine tierischen Bestandteile, Kennzeichnung: für Vegetarier geeignet) in der selben Anlage hergestellt werden. Ähnlich wie die Spuren von Nüssen in die Zartbitterschokolade kommen, werden wahrscheinlich auch Spuren tierisch erzeugter Aromen in die Veggie Chips gelangen. Da wir das nicht testen können, bleibt das zunächst nur eine Mutmaßung. Dennoch halte ich die Angabe "für Vegetarier geeignet" erstmal für sehr gewagt..
2. In der Anfrage von Foodwatch ging es darum herauszufinden, in welchen Produkten tierische Bestandteile enthalten sind obwohl sie dort nicht vermutet werden (bestes Beispiel: Orangensaft) - was rechtlich gesehen zunächst mal nicht verboten ist. Die Forderung, die daraus folgt ist: wir, die Verbraucher, wollen eine eindeutige Kennzeichnung über die Verwendung tierischer Bestandteile, damit wir mündig entscheiden können, ob wir das Produkt wollen oder nicht. Es geht also zunächst mal darum anzuprangern, dass die genannten Hersteller mit dem Unwissen der Konsumenten kalkulieren. Mündige Entscheidungen kann ein Konsumet erst dann treffen, wenn er Zugang zu Informationen bekommt.
Wenn darüberhinaus die freiwillige Angabe "für Vegetarier" oder "für veganer" geeignet" auf einem Produkt steht, dann sollte sie natürlich stimmen. Ansonsten ist das dann Täuschung falscher Tatsachen (Negativbeispiel: Ritter Sport).
Fazit: Funny Frisch wurde hier von Foodwatch zwar nicht der Täuschung überführt, die Forderung nach einer Deklarartion tierischer Bestandteile auf der Packung bleibt aber bestehen. Ich gehe außerdem, wie in Punkt 1 beschrieben, stark davon aus, dass die Chips weder für vegetarier noch für veganer geeignet sind.