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Aktuelles: Ausbau des Stromnetzes

Energiewende auf Kosten der Umwelt


Das Rösler'sche Paradoxon

Man könnte es ja beinahe witzig finden, wäre es nicht so tragisch: Um die Wende hin zu mehr erneuerbaren Energien zu erleichtern, soll für den Stromnetz-Ausbau der Umweltschutz gelockert werden. Klingt das nur für uns fast schon lächerlich widersprüchlich? Genau so gut könnte man eine schnellere Verbreitung von biologischer Landwirtschaft durch die Freigabe von Bio-Gen-Mais fördern.

Worum es wirklich geht

Im Kern der Energiewende steht eben genau das Ziel einer größeren Umweltverträglichkeit. Weg vom katastrophalen Atom, auf lange Zeit auch weg von Kohle und Gas und hin zu erneuerbaren, nachhaltigen Energien. In Berlin wurde die Entscheidung nach Fukushima jedoch wohl eher aus Kalkül um Wählerstimmen getroffen. Aber wollen wir eines Tages Ökostrom durch Leitungen empfangen, denen Naturschutzgebiete zum Opfer gefallen sind? 

Was wir tun können

Die Maxime für jeden Einzelnen kann daher nur lauten: Strom sparen, auf Ökostrom setzen und in der eigenen Gemeinde für mutigen und informierten Umweltschutz stark machen. Idealismus hilft dabei selten, es sind die praktischen Auswirkungen auf die Lebensrealität, die Wirkung erzielen. Sie werden selbst den größten Umweltmuffel hinter dem Ofen hervor locken, wenn sie ihm schildern, dass er zukünftig beim Sonntagsspaziergang zwischen stählernen Hochleitungstürmen schlendern wird. 

Wer Argumente braucht, der kann sich diese bei der Ökosex-Kolumne unseres Gastautors Martin Unfried holen:

Abspeichern: Wind zu Gas - Eine Speichervariante für die Energiewende

Kosten-Tsunami frisst Haare vom Kopf - Die Halbwahrheit über die Kosten der Energiewende

 

Stand: 06.08.2012 von

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    schrieb am 06.08.2012 um 20:34
    Ja genau, Strom sparen! Das wäre (neben dem Ökostromwechsel) doch echt mal ein Projekt. Wie können wir es schaffen, zumindest mal den privaten Stromverbrauch in Deutschland zu senken? Wie die Leute dazu motivieren? Das Potential ist soo groß - und das ohne Bequemlichkeitsverlust und dafür mit Geldspareffekt.

    Otto hat ja eindrucksvoll gezeigt, dass man auf Unternehmensebene durchaus etwas erreichen kann.
    Wie kann man das hinbekommen? Eine deutschlandweite Werbekampagne? (Kostet ja auch selbst Energie) Stromsparen als Schulfach? Verkaufsverbot ineffizienter el. Geräte? mehr weniger
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    schrieb am 06.08.2012 um 20:21
    Lieber Simon, Dein Satz "Die Politik hat den Grundgedanken der Energiewende immer noch nicht verstanden." ist sehr ungerecht gegenüber den vielen Tausend Politikerinnen und Politikern, welche die Energiewende durchaus relativ gut verstanden haben - z.B. viele bei Bündnis90DieGrünen oder kleineren Ökoparteien und sogar noch etliche andere (wenn auch vielleicht leider nicht die Mehrheit insgesamt). Ansonsten aber hast du sehr recht mehr weniger
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    schrieb am 06.08.2012 um 19:29
    Wende in der Energiewende?

    Jedes Regierungsmitglied, vom Minister bis zur Kanzlerin, schwört beim Amtsantritt jeden Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden. Offensichtlich scheint der Eid nur bei Sicherheitsfragen, wie beispielsweise Förderung für Forschungsprojekte in der Rüstungsindustrie, zu gelten. Energiepolitik besteht aktuell nur aus Unternehmensförderung bei gleichzeitigem Abbau einer gerechten Kostenverteilung. Eine lebenswerte Umwelt für nachkommende Generationen zu erhalten, scheint nicht Teil dieser Sicherheitsphilosophie zu sein.
    Industrie und Unternehmen mit hohem Energieverbrauch werden schon wieder steuerlich entlastet, während die auflaufenden Kosten den kleinen Stromverbrauchern aufgebürdet werden.
    Offensichtlich haben die Verantwortlichen in Berlin die notwendigen Umbauten der Energieversorgung, weg von zentralen und umweltzerstörenden Energiestrukturen - hin zu dezentralen Systemen, völlig aus dem Blick verloren.
    Warum die geplanten Stromnetze komplett überdimensioniert und geographisch unsinnig sind, Energieeffizienz in den gesetzlichen Vorgaben praktisch nicht vorkommt, Kraftwerke-Investitionen von Stadtwerken wegen fehlenden verlässlichen Planvorgaben zurück gestellt werden, Energieberatungsangebote für diejenigen unterbleiben, die diese nun wirklich benötigen, ist nicht nur eine politische Frage.
    Es wirkt fast wie ein grobes Foulspiel, wenn die Bundesregierung in der Neufassung der Energieeinsparverordnung von 2009 (!) jetzt die Unverletzbarkeit der Wohnung aufweichen will. Bei privaten Hausbesitzern darf es laut Vorlage erlaubt sein, unangemeldet zu schnüffeln, ob die gesetzlichen Vorgaben bei Dachdämmung auch eingehalten werden. Da passt es auch in das Bild der Anti-Energiewende, wenn den Umweltverbänden weitere Klagemöglichkeiten weggenommen werden soll.
    Unsere Solarbranche wird systematisch bekämpft. Die Chinesen lachen sich eins ins Fäustchen und kaufen die High-Tech-Patente der von der Bundesregierung mit Forschungsgelder aufgebauten und jetzt fallen gelassenen Solarbranche zum Schnäppchenpreis auf.
    Unser Klima läuft aus dem Ruder. Die vorhergesagten extremen Hitzewellen erleben im gesamten Sommer 2012 gerade die Amerikaner, während in Asien Regenfälle in einem noch nie gekannten Ausmaße gemessen werden.
    Der Klimawandel wird uns vermutlich schneller erreichen, als vorhergesagt. Damit die Erde sich nicht unumkehrbar aufheizt sind JETZT wirksame Maßnahmen notwendig. Die aktuelle Bundespolitik fährt den absoluten Gegenkurs zu einer dezentralen Energiewende mit regenerativen Energien.
    Als „Ausstiegsvorreiter“, vorneweg die Kanzlerin, hat die Bundesregierung mit dem Aussitzen notwendiger und wirksamer Entscheidungen sowie der Neutralisation von den Ministerien für Wirtschaft und Umwelt praktisch den Ausstieg aus der Energiewende mit regenerativen Energien eingeläutet. Die Beteuerungen für den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie sollten deshalb neu bewertet werden. Ein Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg reicht. mehr weniger
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