Muss Prestige kohlschwarz sein?
Ein gängiger Glaubenssatz ist, dass Top-Manager ihre Führungsstellung auch im Auftreten verkörpern müssen, um glaubwürdig zu bleiben. Wer im T-Shirt und einem rostigen Kleinwagen zur Arbeit kommt, so die Annahme, dem werden ungern hunderte Leute ihre berufliche Zukunft anvertrauen. Aber braucht es wirklich einen Luxusschlitten mit Emissionen von über 200 Gramm CO2 pro Kilometer, um seine Glaubwürdigkeit zu bewahren? Zahlreiche Firmenchefs halten diese Frage offensichtlich nach wie vor für rhetorisch. Genau so fragwürdig klingt das Argument, man müsse Verantwortungsträgern Anreize bieten, um sie bei der Stange zu halten. Was ist das für eine Art Verantwortungsträger, der nur bei einer Firma bleibt, wenn sein Fahrzeug luxuriös genug ist?
Die Politik macht es nicht besser
Leider geht auch die Politik nicht mit gutem Beispiel voran. Im DUH Politiker Dienstwagen Check vom Mai 2012 schaffte es kein einziger der Dienstwagen unter die EU-Zielgrenze von 130 Gramm pro Kilometern, die „Grüne Karte“ wurde somit kein einziges Mal gezückt. Auch hier scheint die Klimawende bis jetzt nur auf dem Papier statt zu finden.
Auf in die Zukunft!
Der Appell an die Granden in Politik und Wirtschaft kann nur lauten: Werden Sie sich endlich der Prestigeträchtigkeit einer nachhaltigen Vorreiter-Rolle bewusst! Haben Sie das Rückgrat, Ihre Autorität nicht auf ein dickes Auto zu stützen! Wer zur Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts mit einem fossilen Protz-Schlitten vorfährt, der unterstreicht weder seine visionäre Führungskraft noch seine Glaubwürdigkeit.


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