Wieviel ist eine Strategie wert, wenn sich der Stratege selbst nicht daran hält? Dieser Frage sollten sich zahlreiche Vorstände und Vorstandsvorsitzende in deutschen Unternehmen einmal stellen. Denn eine neue Umfrage der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) zeigt: Mit den unternehmensinternen Klimaschutz-, Nachhaltigkeits- und Transparenzzielen nehmen es viele Top-Manager offenbar nicht sonderlich genau.
Zwei Drittel verweigern der DUH die Auskunft
Die DUH fragte bei 162 deutschen Firmen die Klimawerte ihrer Firmenwagen an. Volle 112 der befragten Firmen verweigerten die Auskunft. Gründe dafür wurden zwar nicht genannt, es wird jedoch wohl kaum daran gelegen haben, dass man wegen vorbildlicher Ergebnisse nicht als Streber gelten wollte. Unter den 50 Unternehmen, die den Fragebogen ausfüllten, bekamen sieben, unter anderem die Deutsche Telekom AG, die „Gelbe Karte“ für „erkennbares, aber noch nicht ausreichendes Engagement.“ Was durch Fußball-Assoziation negativ klingt, ist in diesem Kontext eine durchaus lobenswerte Anstrengung. Immerhin gehören die gelb verwarnten Unternehmen zu den oberen zehn Prozent.
Vier Firmen sind echte Klimaschützer
Dass man im Vorstand auch erfolgreich Emissionen einsparen kann zeigten die K+S AG, Kaiser’s Tengelmann, die Phoenix Solar AG und die Tchibo GmbH. Diese vier bekamen von der DUH die „Grüne Karte für glaubwürdiges Klimabewusstsein.“ Dr. Markus Conrad, Vorstandsvorsitzender bei Tchibo, geht dabei mit seinem Smart electric drive als leuchtendes Beispiel voran.
Der Vorstand zieht den Durchschnitt nach oben
Bewertet wurden der CO2-Ausstoß des Firmenwagens des Vorstandsvorsitzenden, der CO2-Durchschnitt der Fahrzeuge des Vorstands, sowie der gesamten Firmenflotte. Extrapunkte gab es für Höchstgrenzen bei Neuanschaffungen und ähnliche strategische Vorgaben. Eine genaue Auswertung der Ergebnisse können Sie in diesem Datenblatt der DUH nachlesen. Bei beinahe allen Firmen lagen die CO2-Werte der Vorstandsetage weit über dem Firmendurchschnitt.


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