Die Bundesregierung will Elektroautos auf die Straße bringen. Das sieht ein „nationaler Entwicklungsplan“ vor, den Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch vorstellte. Demnach sollen bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland zugelassen sein. Deshalb investiert die Regierung von nun an in die Forschung von E-Wagen sowie in die Infrastruktur, damit etwa genügend Ladestationen die stressfreie Fahrt ohne Benzin ermöglichen. Ganz klar ist für den Umweltminister zudem: Die Fahrt mit dem Elektroauto muss bezahlbar sein.
Im Fokus des Regierungsplans steht das Tanken von E-Autos mit Ökostrom aus Windenergie, die flächendeckende Verbreitung von Strom-“Tankstellen“ und die Nutzung der Batterien als Speicher. Insbesondere soll die Batterieleistung der E-Wagen verbessert werden – hierfür wird ein eigens gegründeter Kompetenzverbund mit elf Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium unterstützt, berichtete die Deutsche Presse-Agentur dpa. Schon mit dem zweiten Konjunkturpaket waren insgesamt 500 Millionen Euro für die Erforschung des Elektroautos vorgesehen, die neuen Leitsätze der Regierung sollen daran anknüpfen.
Bisher sind Elektroautos für Privatkunden nicht erschwinglich: Allein die Batterie kostet zwischen 10 000 und 15 000 Euro. Zudem fahren E-Fahrzeuge sogar mit schwerer Batterie nur höchstens etwa 200 Kilometer weit. Ob die modernen Flitzer außerhalb der City jemals massentauglich werden, ist fraglich. Als Stadtmobil könnten sie jedenfalls schon bald die Luft entlasten. Das Stromnetz wird dabei geschont, indem vor allem nachts getankt wird, so die Idee. Später einmal könnte durch die Masse an Autobatterien Strom ins Netz zurückgegeben werden. Getestet werden die Chancen für den Elektro-Antrieb den Plänen der Bundesregierung zufolge in acht Modellregionen. Etwa in München, Hamburg, Berlin und Stuttgart.
Zwar sprachen sich Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Mittwoch für Kaufanreize bei der Markteinführung der ersten 100 000 Fahrzeuge aus. Zugesagt hat die Bundesregierung eine entsprechende Finanzspritze jedoch nicht. „Anders als in den USA, Frankreich und China, wo Geld für Kaufzuschüsse vorhanden ist, gibt die Bundesregierung keine konkreten Kaufanreize“, kritisierte der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, den Regierungsplan. „Während Barack Obama 2,4 Milliarden Dollar für Elektromobilität ausgibt, hat die Regierung 5 Milliarden Euro durch die Abwrackprämie verpulvert und damit den Markt für E-Fahrzeuge plattgemacht, “ sagte er. 5000 Euro pro Auto hätten die Markteinführung „extrem beschleunigt“, betonte auch Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn.
Nicht gewährleistet ist außerdem, dass Elektroautos mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben würden, kommentierte der Verkehrsclub Deutschland die Pläne der Bundesregierung. Nur dann seien E-Wagen umwelt- und klimafreundlich, betonen Umweltverbände. Die Deutsche Umwelthilfe kritisierte zudem, dass die angestrebte Zahl von einer Million Elektrowagen bis 2020 gerade einmal zwei Prozent aller Fahrzeuge ausmache. Die Regierung fördere nur eine „Nischentechnologie“.


Kommentare (14)
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Spannend wäre für jede Stadt auch ein Konzept wie es z.B. in Kopenhagen geplant ist, nämlich E-Cars in vielen Stationen zum Verleih anzubieten, am besten direkt in Nähe von Stationen öffentlicher Verkehrsmittel. Diese sollten aber allg. noch attraktiver gemacht werden, z.B. Straßenbahnen, die mittlerweile sogar streckenweise oberleitungsfrei fahren können.
Allgemein sollten auch Elektrofahrzeuge am besten leicht und nicht größer als nötig sein, denn der Strom muss ja erst erzeugt werden.
Für die Stromerzeugung wiederum favorisiere ich für Europa in allen Meeren verteilt auf viele Standorte http://de.wikipedia.org/wiki/Schwimmende_Windkraftanlage - auch in größerem Abstand zur Küste installierbare Windräder, wovon ein einziges, als Boje verankert, im Jahr mehr als 5 Mio kWh Strom erzeugen kann - deutlich mehr als alle herkömmlichen Windräder-Typen, v.a. weil auf hoher See der Wind gleichmäßiger und kräftiger ist. Nebenbei: Wüstenstromimporte wären dadurch langfristig unnötig.
(neben der Frage ob Kohlestrom verfahren wird oder Solarstrom ...):
die Herstellung von E-Mobilen im Stile heutiger "Mittelklasse" und "Kleinwagen"
wird bei E-Mobilen ökologisch nicht besser sein, als die heutiger Autos,
wenn die Autos nicht viel kleiner und leichter werden: es ist grober Unfug,
so viel Gewicht durch die Gegend zu bewegen, wie es heute üblich ist.
Im neuesten Greenpeace-Magazin kann man nachlesen,
wo/wie Litium gewonnen wird, und dass es sich nicht unbedingt
um eine harmlose Substanz handelt: wir Menschen sollten
deren Gebrauch gleich von Anfang an minimieren:
weniger Autofahren oder gar weniger Autos (mehr als eine Million weniger,
das geht in vielen Fällen sofort, ohne das Warten auf träge, profitmaximierende Autokonzerne),
Carsharing, Fahrgemeinschaften, steuerfinanzierte, kostenlose öffentliche Verkehrsmittel
in ausreichender Frequenz in Stadt und Land, Minilastwagen der Paketdienste,
Lieferdienste, usw mit E-Antrieb (dauerndes Anfahren/Bremsen),
Kleinst-Elektromobile wie das Twike ( http://www.twike.de ).
Fahrradmobile mit Dach und drei Rädern, damit man auch bei Regen
und im Winter (umfallen) mit reiner Muskelkraft fahren kann, usw.
Inhaltlich: Es wird "typisch deutsch" schwarz gemalt. Ich wette mein gesamtes Vermögen ;), dass es die
E-Autos schaffen und das es keine Alternative gibt. Allein schon deshalb, weil der Wirkungsgrad von
E-Motoren einfach unschlagbar ist. Frage nur, wo der seinen Strom herbekommt. Die Brennstoffzelle ruht ja derzeit in den Medien, scheint unbequemes weil kompliziertes Thema zu sein. Wahlkampfungeeignet.
Die Zunkunft liegt in den Energien, die wir kostenlos und unbegrenzt haben: Sonne, Wind....und? Da muss es noch was zu erschließen geben. Wie wärs mit einem Auto, das mit UV-Strahlung fährt?! Biogen quasi.
Stichwort Photosynthese. Damit würde man allerdings wohl die Gentechnik auch für Lebensmittel fördern.
Zunkuntsmusik, Utopie ;)
Die Idee 1 Mio Autos einfach durch E-mobile zu ersetzen finde ich hingegen zu kurz gedacht. Wenn wir die Probleme wirklich lösen wollen, benötigen wir Mobilitätkonzepte, es muss uns gelingt die einzelnen Verkehrsmittel clever zu kombinieren.
Carsharing in Verbindung mit dem ÖV funktioniert z. B. hervorragend. Ich nutze dieses Kombination schon lange und ich habe viele Freunde erlebt, welche erst sehr skeptisch waren und sich nur mit Mühe vom eigenen Auto trennten um später begeisterte Carsharer zu werden. Entscheidend ist ein gutes Angebot, dann werden die Leute dieses auch nutzen.
Die Ölkonzerne wird es bestimmt freuen das es "Experten" bei Greenpeace gibt die einen unglaublichen Blödsinn von sich geben , anders kann man das dumme Geschwätz von Herrn Lohbeck leider nicht beschreiben.
Es werden sich einfach Berechnungsgrundlagen genommen die nicht den tatsächlichen Werten entsprechen, so benutzt Greenpeace immer wieder den Strommix von RWE oder Vattenfall als Berechnungsgrundlage.
Hier sollte man doch wenigsten schon mal von dem deutschen Gesamtstrommix ausgehen, dann sieht die Sache nämlich schon ganz anders aus und bei der Grundlage von rein regenerativ erzeugtem Strom geht die Co2 Emission gänzlich gegen Null !
Das hier Menschen aus Umweltschutzorganisationen so einen unüberlegten Kram von sich geben würde mich schon fast dazu bewegen meine Fördergelder die ich Greenpeace zukommen lasse, zu stoppen, wären da nicht auch viele sinnvolle Dinge die Greenpeace macht.
Was die Reichweite und die derzeit im Raum stehenden Preise der Elektroautos angeht, möchte ich mal auf die Computerbranche verweisen, auch dort bezahlte man am Anfang horrende Preise für einen vernünftigen PC, meine erste Ausstattung kostete mich damals über 12.000.- DM, ein um Faktor 100 bessere Ausstattung kostet heute gerade mal ein Zehntel !
Wenn also aktuell von Reichweiten von um 200 Km gesprochen wird und man dabei von Batterieentwicklungen hört, die bereits die 10 fache Energiemenge speichern können sollen, dann bin ich bei der halben Akkugröße, schon bei einer Reichweite von 1000 km, das sollte doch wahrlich ausreichend sein. Wenn sich die Preise dann nochmals bei gleichem Materialeinsatz halbieren dürfte auch die Anschaffung kein Problem mehr sein !
Bei Menschen denen die Reichweite von 200km bis zum nächsten Ladestopp sogar ausreichen würde sich der Preis sogar auf ein Zehntel reduzieren, dann wäre ein Elektroauto definitiv preiswerter als eines mit Verbrennungsmotor. Rechnet man dann noch die Ersparnisse bei der Wartung dazu und den geringeren Energieverbrauch, dann stellt sich gar nicht mehr die Frage was gekauft wird.
Das Auto mit Verbrennungsmotor ist ein Auslaufmodell, genauso wie der Schallplattenspieler, das Tonband oder die Kompaktkassette.
Ich habe die Verlautbarungen noch im Ohr, die CD wird sich nie durchsetzen bei den Preisen für die Abspieler und heute sind sogar die CD-Spieler Schnee von Gestern !
Wer nicht mit der Zeit geht, der wird mit der Zeit gehen ! Diesen Spruch sollte sich die Deutsche Automobilindustrie mal auf den Rückspiegel kleben, ich selbst habe aber alle Hoffnung für die großen deutschen Hersteller verloren !
Und noch was zu Greenpeace, zu behaupten, durch Elektroautos würde der Ökostrom dann an anderer Stelle fehlen so wie ein Herr Hubmann in der Taz http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&dig=2009%2F08%2F19%2Fa0010&cHash=6cf380715d zitiert wird, ist genauso ein Blödsinn wie die Milchmädchenrechnung mit dem RWE Strommix !
Das genau das Gegenteil der Fall ist habe ich hier belegt:
http://www.utopia.de/gruppen/forum/thema/179619#comment-178015
Deutsche Automobil Industrie aufgepaßt - es war immer schon ein wenig schwerer von einem viel zu hohen Ross wieder hinab zu steigen. Wo sind Eure Hybrid-Fahrzeuge ? Wo bitte schön kommt Ihr mal mit mutigen, neuartigen Karossen um die Ecke ? Alles was man sieht ist noch Schnee von Gestern. Auch wenn Ihr die Teile jetzt nicht mehr Leichenwagenschwarz sondern Schneewittchenweiß lackiert. Es bleiben doch Antriebe von Gestern.
Habe die Ehre
JBM
Wie kommt es, das ich dabei ein komisches, atomares Bauchgefühl habe...?
Man und die sind sicher noch überzeugt dass sie die Geilsten sind.....
Was ich meinte: Die werden alsbald bei reger Nachfrage sagen: "Das geht nur mit Atomstrom, woher sollen wir denn den ganzen Windstrom holen, bei Flaute."
Also Atomautos. Schauder!
Warum soll ich strategisch ein E-Auto kaufen, wenn doch beim Energie-Mix keine Änderung in Sicht ist?
Dann wandert Dein Geld nicht mehr an die Tankstelle, sondern zu einem Oköstromer, der auch in neue EE-Anlagen investiert. Ich denke schon, dass das eine sehr gute strategische Variante ist.
einen längeren Text.
Zitat: ...........Bisher sind Elektroautos für Privatkunden nicht erschwinglich: Allein die Batterie kostet zwischen 10 000 und 15 000 Euro. ...............
Nein, das ist falsch. Die Preisspanne bewegt sich von 400€ bis zu nahezu unendlich. Je nach Technik Gewicht und Fahrzeug.