„Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen“.
Theodor W. Adornos Worte eignen sich überraschend gut, um die Verhältnisse der Entega „Stromfresser-Aktion“ zu beschreiben.
Der „Stromfresser“ ist eine Installation aus 322 Kühlschränken, aufgetürmt zu einem riesigen Iglu auf dem Hamburger Gänsemarkt. Und der Grund seines Daseins klingt unrühmlich: sinnlos Energie verschwenden. Ein Energiekonzern ruft also zur Energieverschwendung auf? Das Chaos in der Ordnung zeigt sich hier in der scheinbar expliziten, unverholenen Artikulation von Profitgier: mehr Energieverbrauch, mehr Geld! Da ist der moderne Konsument subtilere Wege der Verkaufsförderung gewohnt. Aber der Stromfresser steht selbstverständlich nicht für sich, er ist Kunst und verweist somit auf etwas anderes: „Verschwendung ist die größte Energiequelle“ lautet die Botschaft.
Was hiermit im Detail gemeint ist, erfahren Sie in der Bildergalerie – die mit sehenswerten Eindrücken der Installation geschmückt ist. Entega möchte selbstverständlich Denkanstöße für eine nachhaltige Energieversorgung geben und tut dies auf progressive Art und Weise. Für einen Energieversorger bedeutet die Thematisierung von nachhaltiger Energiepolitik einen mutigen und zweischneidigen Schritt, der mit kritischen Blicken begutachtet wird – auch wenn er wie Entega Ökostrom anbietet.
„Wenn ein Stromversorger sich plötzlich zum Anwalt des Energiesparens aufschwingt, ruft das Misstrauen hervor“, schreibt Entega selbst in dem der Aktion zugehörigen Magazin „Denkanstöße“. Denn, noch bedeutet ein Umdenken von Konzernen ein Chaos in der Ordnung der Verbraucher. Wer schon jetzt zu den Guten gehört, muss der Konsument entscheiden!
Foto: Stephan Vens


Kommentare (7)
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So kommen mir heute manche Energiesparmaßnahmen vor und erinnern mich an meine berufliche Tätigkeit als Energetiker in der DDR. Dort wurde gesagt: "Wir sparen mit jedem Pfennig - egal was es kostet!"
Energiesparen ist richtig und wichtig, muss aber sinnvoll geschehen, d. h. das Nutzen/Kostenverhältnis muss beachtet werden. . Wenn jemand z. B. eine Wochend-Datsche nutzt, möchte er auch an kühleren Tagen behagliche Temperaturen haben. Eine Datsche wird nur sporadisch genutzt, jetzt dafür eine Warmwasserheizung mit einer Gastherme einzubauen ist ziemlich teuer. Ebenso würde ein Kamin für Holzfeuerung mit den Baukosten das Budget des Datschen-Besitzers ziemlich belasten. Die ökonomischste und umweltfreundlichste Variante sind elektrisch betrieben Ölradiatoren, die nur ein Bruchteil der Warmwasser- oder Holzheizung kosten. Die geringe Nutzung der E-Heizung hält auch die Energiekosten recht niedrig!
Energiesparmaßnahmen. die sich erst nach zehn, fünfzehn oder noch längeren Zeiträumen armortisieren sind gründlich zu prüfen!
Looki,
Dipl.-Ing. (FH) für rationelle Energieanwendung - Energieeffizienz mehr weniger
Beim Thema Verschwendung denke ich in der kühleren Jahreszeit an die Heizpilze und Außenbeheizungen von Lokalen. Das ist so, als würden wir in Milch baden, während anderswo Leute hungern.