Viele nutzen jedes Jahr den Jahreswechsel, um der bekannten Tradition der „guten Vorsätze“ zu folgen. Wir schütteln die alten „Sünden“ ab und starten mit den besten Wünschen ins neue Jahr. Utopia hat Sie Anfang Januar gefragt, was Sie sich denn vorgenommen haben und rund 300 Personen aus der Community haben abgestimmt. Ein Community-Mitglied schrieb uns im Rückblick auf das vergangene Jahr: „Reflektiertes Denken und Handeln ist im Grund echt gut. Nur warum sollte ich meine Handlungen in der Vergangenheit verurteilen, denn auch unökologisches Handeln bringt Erfahrungen, die sich im Erfahrungsschatz des Lebens niederschlagen".
So konnte Utopia guten Gewissens fragen: Was war denn nun die größte Ökosünde 2010? Eindeutig: das Fliegen. Langstrecke, Mittelstrecke oder gar innerhalb Deutschlands – den Urlaubern und Geschäftsreisenden ist ihr sündhaftes Verhalten wohl bewusst. Dicht gefolgt werden die Metallvögel von der Deutschen liebstem Kind - dem Auto. Ein Teilnehmer fasste sich konkret: ein Audi A6 musste 2010 her. Andere haben ihr Einsparpotential scheinbar schon gut ausgenutzt. Auf Utopisten, die ihre größte Ökosünde in „einer Plastiktüte“ oder „zuviel Zug fahren“ sehen, blicken wir doch etwas neidvoll. Einige zum Nachdenken anregende Nachrichten haben wir auch erhalten. Die Ökosünde 2010 war für eine Person: „Den Glauben zu verlieren, dass in einer Welt, die durch Dummheit, Dogmatismus und Übervölkerung den Planeten in Kürze fertig hat, meine kleinen ökologischen Ansätze noch eine Bedeutung haben".
Der Sündenfall „Auto“ macht sich in den guten Vorsätzen in puncto Mobilität bemerkbar. Die meisten möchten einfach mehr Fahrrad fahren oder gleich zu Fuß gehen. Weniger Auto fahren ist auch gut für die körperliche Fitness. Abschaffen möchten ihr Fahrzeug dennoch nur fünf Umfrageteilnehmer. Das liegt sicher auch daran, dass manch einer seine Mobilität einfach nicht weiter einschränken kann. 167 von 300 Umfrageteilnehmern sehen sich im Bereich Mobilität schon gut unterwegs und fassen hier keine neuen Vorsätze. Das stimmt doch positiv für 2011! Manche Mobilitätsvorhaben richten sich schon sehr weit in die Zukunft: Der Verzicht auf „interplanetare Flüge“.
Nach dem Dioxin-Desaster, das sich durch die Weihnachtszeit bis ins neue Jahr hinzog, haben 50 Prozent der Teilnehmer den Wunsch, weniger tierische Produkte oder einfach hochwertigere, im Sinne biologischer, saisonaler und regionaler Erzeugung, zu konsumieren. Auch von Utopisten werden typische Ernährungsvorsätze wie weniger Zucker, weniger Fett, Alkoholreduktion und Kalorienminderung häufig genannt. Um der Intransparenz der Lebensmittelproduktion weitestgehend zu entkommen, möchten viele mehr selbst kochen.
Die Willenserklärungen zum Thema Energie gehen bei vielen in Richtung Einsparung. Einfach Dinge wie Wassersparen, das Licht oder Elektrogeräte – inklusive Standby-Funktion - ausschalten, sind effektiv. Erfreulicherweise geben 64 Prozent an, schon viel in diesem Bereich zu machen.
Und welche Vorsätze haben die Utopisten für ihr allgemeines Konsumverhalten? Knapp zwei Drittel möchten mit ihrem Konsum an erster Stelle gezielt grüne und faire Unternehmen unterstützen und zuvor die Notwendigkeit von Einkäufen überprüfen.
Konsum ist ein politisches Thema, wird oft jedoch nicht so wahrgenommen. Deshalb schoben wir eine eindeutige Frage nach Ihrem politischen Engagement nach. Hat Stuttgart 21 und Kernkraftlaufzeitverlängerung in Ihnen politische Reserven mobilisiert? Die Antworten spiegeln die Skepsis gegenüber aktueller Politik wieder, Selbstinitiative ist gefragt: die beliebteste Antwort war „stärker versuchen, Freunde / Bekannte mit sachlichen Argumenten zu überzeugen, nachhaltiger zu leben“. 114 Utopisten möchten verstärkt Petitionen unterzeichnen und 70 auch vermehrt auf die Straße gehen und demonstrieren. Aktiv in der Politik sind bereits 79 Umfrageteilnehmer, 23 haben es als guten Vorsatz für dieses Jahr.
Eigentlich nicht politisch, aber nachhaltig antwortete eine Person: „in der Schule ökologisches Bewusstsein voran treiben“. Ja, das ist dringend nötig!
Der geplante politische Aktivismus der Utopisten schlägt sich hoffentlich auch in der Community nieder. Zu guter Letzt haben wir nach Ihren Plänen für Utopia gefragt und uns sehr gefreut. Die am meisten gewählte Antwort war die Weiterempfehlung der Plattform, dicht gefolgt von dem Plan, sich stärker konstruktiv in Diskussionen auf Utopia zu beteiligen. Utopia kann sich also auf ein bewegendes Jahr mit mehr Debatten, Gedankenaustausch und heißen Diskussionen freuen, so Sie denn alle ihre Vorsätze umsetzen. Wir wünschen es uns und Ihnen!


Kommentare (3)
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Punkt.
oder wie erich kästner so treffend sagte: es gibt nichts gutes außer man tut es.