Haben Sie in naher Zukunft womöglich ein wenig gepresstes CO2 in Ihrer Nachbarschaft unter der Erde? Sehen Sie auf der von Greenpeace veröffentlichten Karte nach.
Warum Sie das interessieren sollte?
Der Gesetzentwurf zur so genannten CO2-Verpressung (CCS) soll bald ins Kabinett eingebracht werden. Greenpeace warnt: Wenn dieser erst einmal verabschiedet ist, werden es die Gemeinden schwer haben, sich gegen Endlagerungspläne zur Wehr zu setzen. „Informationen zu den Standorten werden wie Staatsgeheimnisse gehütet, das wahre Ausmaß der CO2-Verpressung wird verheimlicht“, sagte Greenpeace-Experte Karsten Smid. Bisher kam es an jedem möglichen Standort zu massiven Bürgerprotesten. 2009 war ein erstes CCS-Gesetz am Widerstand aus der Bevölkerung in Nordfriesland/Schleswig-Holstein gescheitert.
CCS: Unter der Erde, aus dem Sinn
Unter der Erde, aus dem Sinn, soll wohl mal wieder die Devise heißen und genau darum lehnt Greenpeace das vorliegende CCS-Gesetz als übereilten Einstieg in die kommerzielle CO2-Verpressung ab. CCS heißt Carbon Capture and Storage. Mit dieser Technologie sollen fossile Energieträger verbrannt werden, ohne dass CO2 in die Atmosphäre gelangt. Stattdessen soll es aus den Abgasen herausgefiltert, verflüssigt und unterirdisch gelagert werden.
Problematisch an CSS:
- Das Klimagas muss über 10.000 Jahre sicher unter der Erde verwahrt bleiben. Der Gesetzesentwurf wird dieser Problematik nicht annähernd gerecht.
- Die Technologie steht noch am Anfang, vermutlich wird der Einsatz in Kraftwerken erst in 15 bis 20 Jahren möglich sein – zu spät fürs Klima
- Risiken sind noch kaum abschätzbar: Das verflüssigte CO2 könnte beispielsweise Grundwasser verdrängen oder massiv verunreinigen.
„Wir können unsere Problemstoffe nicht immer einfach unter der Erde verbuddeln und Altlasten und mögliche Havarien unseren Kindern hinterlassen“, mahnt Energie-Experte Smid.







Kommentare (32)
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In jedem Fall ist diese "end-of-pipe-" Maßnahme keine Lösung, sondern die im wahrsten Sinne des Wortes oberflächliche Behandlung (nämlich des aus der Sicht Schaffens) eines Symptoms - des CO2-Über-Ausstoßes.
Die Politiker haben sich in den letzten Jahren zwar nur zu halbherzigen Maßnahmen für die Reduktion von klimaschädlichen Gasen (und man sollte nicht vergessen, dass CO2 längst nicht das schädlichste von allen ist) bekannt, aber selbst diesen kaum Taten folgen lassen, um ihre Beliebtheit bei Volk und vor allem Wirtschaft nicht aufs Spiel zu setzen. Nun kommen sie langsam in Bedrängnis und greifen zu Strohhalmen, die ihnen sicherlich u.a. die Industrie, welche die für CCS notwendige Technik zur Verfügung stellen könnte, schmackhaft macht.
Wenn diese Lager genau sicher sind wie Asse und Co, dann mal gute Nacht - egal, wo man wohnt.
Und daher muss es ein Anliegen sein, dies nicht nur auf Bundesländerebene boykottieren oder beeinflussen zu wollen - das ist ein globales Thema. Jeder Staat, der zu dieser Maßnahme greift, geht völlig unbekannte Risiken ein - und ich will nicht wissen, was mit dem Klima und der Natur allgemein passiert, wenn diese Lager plötzlich (vielleicht durch geologische Veränderungen, Erdbeben o.ä.) in großen Mengen die Gase wieder freigeben. Dann sehe sicher nicht nur unsere Statistiken ganz alt aus!
https://www.bund.net/bundnet/aktiv_werden/aktionen/mehr_buergerbeteiligung/
Oder aktuell wird auch mit Mikroalgen experimentiert: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/algenzuchtanlage100.html
Am Besten wäre immer noch möglichst viel davon zu vermeiden.
Ach ja, wie schön klingen immer wieder die Phrasen von der "Schöpfung bewahren" und dem "sorgsamen Umgang mit der Natur" etc.
Und nun, da unsere ReGIERung im Verein mit rückständigen und buchstäblich "fossilen" Energiekonzernen die Zukunft verspielt, kommt noch die letztmögliche Sauerei ins Visier der Polit-Technokraten. CO2 "Endlagerung".
Das ist genauso "sauber" als würden Kinder den Dreck im Haus einsammeln und ihrer Mutter unter die Haut injizieren. ( Wenn man da mal die so oft zitierte "Mutter Erde" von der hehren Verlautbarung in die Welt des Tatsächlichen hereinholt )
Nur wird bei allem übersehen, dass jede Zeit auch in der Duldsamkeit der Dummheiten ihre Schnittkante hat. Danach ist der point of return verspielt.
Und es sollte niemand glauben, dass die Natur (Wesen) sich diese direkte und großflächige Vergiftung ihrer *Lebens-Räume* ohne Gegenwehr gefallen lassen wird.
Und es wird schon die Zeit kommen, wo auch hier in den Gefilden einer banal-brachialen Gemütlichkeit nicht mehr alle Umweltschäden durch Versicherungssummen und "Soforthilfen" zu decken sein werden.
Vielleicht dann... wenn überhaupt, wird uns auffallen, dass alle, bis hinein in die *Capitalinteressen-Durchsetzungs-Union* (CDU ........tschuldigung, der Name "Christlich Demokratische Union" will nicht mehr durch meine Feder ), von der "Mutter Erde" geschwatzt und schwadroniert haben, ... aber niemand sie ernst genommen hat.
Jedenfalls nicht in ihrer eigenen Würde.
Wie käme man sonst dazu, ihr den Dreck und Abfall einer Generation für Jahrtausende unter die Haut zu pumpen?
Sollte das "Kabinett" ( welch ein Begriff in welchem *Stückchen*) tatsächlich glauben, dass es diese "Schnittkante" übersehen oder ignorieren kann, wird es höchste Zeit, dass die Öffentlichkeit diese Schnittkante als unüberschreitbar definiert. Mit allen politischen Mitteln!
Einen größeren Quatsch als CCS - außer die Atommüllendlagerung - kann man sich wirklich kaum vorstellen.
Der Petitionshinweis von wildfang ist gut.
Aber vielleicht gibt es ja auch schon eine konkrete Petition für ein Leben frei von CCS?
Für Hinweise dazu bin ich dankbar.
Oder an die Versenkung von Atommüll im Meer.
Erinnert Ihr euch noch an die Brentspar, die ausgediente Bohrplattform (Shell oder BP), die einfach in der Nordsee versenkt werden sollte?
Wo kommen blos solche Denkstrukturen her ?
Wenn ich nichts sehe, passiert auch nichts?
DIE GUTE NACHRICHT:
Heute gehen solche Verklappungen oder ähnliche Aktionen nicht mehr und immer mehr Menschen machen Ihre Augen und Ohren weit auf!
Dann verändern sie Ihren Konsum, weil sie immer mehr verstehen, das Ihr Leben mit dem Leben unserer Kinder verbunden ist.
Greenpeace und anderen NGO's hier mal ein herzliches Dankeschön für Ihre wichtige Öffentlichkeitsarbeit !
Das investierte Geld sollte besser in den Ausbau von Wellen- Wind- Laufwasserkraft und Solaranlagen fließen. Immerhin wäre z.B. laut Studien von DeLucci, Jacobson et al (2009 publiziert) technisch gesehen sogar schon ca innerhalb von 20 Jahren eine vollständige erneuerbare Energiewende möglich, und zwar sogar weltweit - Voraussetzung allerdings eine diesbezüglich klügere Politik & Wirtschaft. Zu CO2- Abspaltung gibt es also keinen Anlass der eine Art von technischer Sachzwang wäre.
Ich hatte einmal gehofft, dass unsere Politiker und gewisse Ingenieure schlauer sind.
http://www.suite101.de/content/geoengineering-a46989
Die Wissenschaft nimmt nach derzeitigem Wissensstand mal an, daß das CO2 unsere Erde und unser Klima "auf den Kopf stellen wird"
Sicher wissen tun wir nur, daß wir eigentlich gar nichts wissen.
Jede Maßnahme die Erde zu nretten, kann sich als Schuß nach hinten erweisen.
Die einzige Möglichkeit ist die konzequente Schonung der Recourcen.
Alle Maßnahmen die Folgen über Generationen hinweg verursachen halte ich für ungeeignet.
Wir wissen noch nicht hinreichend wozu der CO2-Anstieg "gut" ist, so wie wir zum Zeitpunkt des Geschehens auch nicht wissen wozu ein Beinbruch gut ist hat sich dies schon so manches mal im Nachhinein als Glücksfall gezeigt.
Stellt euch vor, es würde ein gigantischer Vulkanausbruch bevorstehen, dessen Rauchwolke die Sonne derart abkühlt, daß nur ein gigantischer CO2-Anstieg der Atmosphäre das Klima stabilisieren könnte....
Wollen wir wirklich gigantische Vorkehrungen treffen um die Erde (das Klima) auf Verdacht zu retten
Jede dieser Maßnahmen(z.B. CO2 Verpressung) kann sich im Nachhinein als verkehrt erweisen und mehr neue Probleme schaffen, als man gehofft hat damit zu lösen!
Mit dem Beispiel Vulkanausbruch wollte ich nur sagen, daß trotz aller Wissenschaftlicher Erkenntnisse selbst die Richtung nicht wirklich vorgegeben und bekannt ist.
Die ganze CO2 Diskusion basiert auf den derzeitigen Wissensstand und der kann morgen schon überholt sein und wenn dann noch ein unvorhergesehenes Naturereignis dazukommt, war die ganze Wissenschaft und Forschung wie wir das Klima zum positiven beeinflussen können (was immer das auch sei, nicht einmal das wissen wir doch wirklich) fürn Arsch.
- der auf wohlverstandenen physikalischen Grundlagen beruht. Abgesehen davon basieren alle unsere Handlungen und Risikoabschätzungen zu jeder Zeit auf dem jeweiligen Wissenstand. Diesen zu ignorieren hieße niemals zu handeln. Politisches, wirtschaftliches und technisches Handeln findet immer im Umfeld von Unsicherheiten und Risiken statt. Hierdurch ergibt sich der ethische Aspekt: welche Risiken sind wir als Gesellschaft bereit für welche Ziele einzugehen?
"Mich würde interessieren, wie viel CO2 beim Verpressen des CO2 entsteht."
Zync schreibt weiter oben
"Es soll 30% mehr Kohle verfeuert werden müssen, nur um das CO2 abzusondern und aufzufangen. Der menschliche Irrsinn kennt eben keine Grenzen."
Ein Kohlekraftwerk hat einen Wirkungsgrad so um die 45%, das würde bedeuten dass der Effektive Nutzungsgrad für den Endverbraucher durch die Verpressung auf 31,5 % sinkt.
Dass die Energie nicht mittels Solarstrom bereitgestellt wird sondern durch den Bau neuer Kalorischer Kraftwerke dürfte im Sinne der Lobby sein.
ich finde diee polemische und unsachliche Disskusion, die ihr führt, wenig hilfreich. Vielleicht kann mir jemand eine sachliche Studie empfehlen, die es zulässt, sich einen seriösen Eindruck zu machen und die Pros und Kontras darstellt?
Das ist, wie ja auch angemerkt wurde, ein globales Thema... Alternativen sind wichtig etc, das ist klar. Aber warum habe ich dennoch den Eindruck, dass hier wiedermal der Wohlfühl-Öko spricht, der (abgesehen von der berechtigten Frage um Risiken) den eigenen Dreck nicht vor der Tür (oder unter der heimatlichen Erde) haben will?
HHmmm.
Katharina
ich bin mir nicht sicher, ob hier der richtige Ort für wissenschaftliche Diskussionen ist. Aber wenn es um den Sachstand hinsichtlich geologischer Risiken und der Methoden der Risikoermittlung geht (die eben auch relevant sind für die Kohlendioxid Verpressung im Untergrund), kann ich als Einstieg "Risk Assessment in Geotechnical Engineering" empfehlen.
http://www.amazon.de/Assessment-Geotechnical-Engineering-Gordon-Fenton/dp/0470178205/
Aber es geht auch billiger:
Eine Grundlage zum Thema CO2 "Sequestierung" (Abscheidung, Verklappung, und Verpressung/Speicherung) bietet ein in dem Fall ganz passabler Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Abscheidung_und_-Speicherung
Spezialisierter: das Zentrum für CO2 Speicherung des Geoforschungszentrums in Potsdam forscht intensivst zum Thema, wenn auch aus dem Blickwinkel der Machbarkeit (bzw. dem Ziel es machbar zu machen):
http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Struktur/GeoEngineering-Zentren/CO2-Speicherung
Das Wuppertal Institut hat für Shell eine ausführliche Studie verfasst. Mir kommt es dennoch so vor, daß hier die Großkonzerne wiederum auf Kosten der Allgemeinheit neue Betätigungsfelder erschließen. Natürlich handelt es sich wieder um eine Großtechnologie, die natürlich von den Konzernen selbst im globalen Maßstab betrieben wird, während der Endverbraucher alle Kosten trägt. Und das nur, um möglichst lange an einer sterbenden - und letztlich tödlichen - Technologie festhalten zu können. Fazit der Studie: das ganze könnte als Brückentechnologie dienen, falls der Umbau hin zu erneuerbaren Energien sich verzögert. Kommt mir bekannt vor. Dummerweise zieht all die Brückenbauerei alle Kräfte und alles Geld aus dem Projekt "erneuerbare ENergien" ab. Die Studie gibt es hier: http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/ws35.pdf
Aus meiner Sicht ist diese Technologie keine echte Handlungsoption, weil gigantisches Investitionkapital aus den weltweiten Volkswirtschaften abgezogen wird, das dringend für einen flächendeckenden und dezentralen Energiewandel benötigt wird. Die Argumente für die CO2 Abscheidung gleichen einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung - es ist eine Problemlösung, die das Problem, das sie löst, gleich selber (mit-)erzeugt. Mann könnte das auch einen sich selbst erschaffenden Markt nennen.
Das ganze ist letztendlich nur der Versuch, eine überholte Großtechnologie mit schier *herbeigekarrtem Nutzen* am Laufen zu halten.
vielen Dank !! Ich schaue mir das an.
Grüße aus dem Nordwesten.
K
Die CO2 - Einlagerung ist aber so verlockend, daß sie gemacht werden wird, wenn wir Nachdenklichen nicht für eine andere politische Klasse sorgen. Die einzige Hoffnung ist da der Masseneintritt der Nachdenklichen in die Parteien. www.demokratievonunten.de