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Alles zum Thema: Energie & Klimaschutz
  • schwarze_emma

    "ZuhauseKraftwerk"

    Wie ist Eure Meinung zur LichtBlick und VW Aktion "ZuhauseKraftwerk"?

    Dezentrale Systeme sind doch sicher zu befürworten.
    Auf dem Weg den Energieverbrauch zu reduzeiren - unserem eigentlichen Problem - kommt man allerdings mit so einem Schritt auch nicht weiter.
    Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber durchaus bereit mich einer guten Aktion anzuschließen.
    Bisher sind mir nur die Zeitungsmeinung und der PR-Bericht von Lichtblick bekannt.
    Gibt es hier Experten, die zum Tehma eine genauere Einschätzung geben können?
    Daniel

    Gefragt von
    schwarze_emma
    am 14.September 2009, 08:16 | 10 Antworten

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  • Christian Silberhorn

    Die Anlagen sollen nicht - wie normalerweise der Fall - wärmegeführt betrieben werden (also nur dann Strom produzieren, wenn Wärme gebraucht wird), sondern stromgeführt. Das bedeutet, daß der Anlagenbetreiber (Lichtblick) die Anlagen dann hochfährt, wenn für den Strom besonders viel Geld zu erzielen ist (Lastspitzen). Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden. Aber wenn dann keine Wärmeabgabe an Verbraucher oder einen Wärmespeicher möglich ist, wird die anfallende Wärme an die Umwelt abgegben. Das senkt den Wirkungsgrad erheblich.
    Man sollte sich das mal alles ganz genau ansehen. Rentiert es sich für Immobilienbesitzer, Wärme- und Stromkunden(Mieter) und vor allem die Umwelt? Bin mir da nicht sicher. Und immerhin bekommt man das "Kraftwerk" nicht umsonst, sondern soll 5000 € Einmalzahlung leisten. Das ist zwar viel weniger Investitionaufwand, als wenn man sich selbst ein Mini-BHKW anschafft, für Lichtblick und VW dürften damit aber bereits große Teile der Eigenkosten abgedeckt sein.
    Wahrscheinlich bekommt auch nicht jeder an jedem Standort die Möglichkeit, sich ein solches Gerät in den Keller zu stellen. Wenn die Region für Lichtblick nicht interessant genug ist, dürfte daraus nichts werden. Aufgrund des angegebenen"Schwarmgedankens" werden sicherlich erst einmal dichter besiedelte Ballungsgebiete Vorrang haben.
    Demnächst wissen wir mehr - hoffentlich!
    Für VW ist das natürlich eine schöne Möglichkeit, die veraltete Verbrennungsmotoren-Technologie mit einem grünen Mäntelchen zu behängen und die Produktion weiter auszulasten.
    Im übrigen wird von bei dem verwendeten Motor von einem Golfmotor gesprochen! Der dürfte mindestens 75 - 100 KW Leistung haben. Da bräuchte man schon ein ziemlich großes, schlecht gedämmtes Gebäude, um die dabei produzierteWärmemenge zu verbrauchen. Ansonsten siehe oben.

    Beantwortet von Christian Silberhorn am 14.September 2009, 15:55
    • Werner Witschi

      Für die Brennstoffzelle sehe ich recht grosses Potential für den "Kellerbetrieb", fast grösser als...mehr

      Werner Witschi am 15.September 2009, 08:22
    • Dude

      Aber auch ein großer Pufferspeicher wird im Sommer doch zu klein sein, wenn fast überhaupt keine...mehr

      Dude am 15.September 2009, 08:00
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  • Liberalix

    Hallo Zusammen,

    zunächst einmal sollte man anmerken, welche Absicht VW damit verfolgt?
    Christian Silberhorn bringt es auf den Punkt!
    VW möchte seinen Motorenverkauf ankurbeln.
    Für den Hausbesitzer ist die Anschaffung eines solchen Leistungsmonsters nicht wirklich sinnvoll.
    Begründung:
    Der ökologische Effekt ist fraglich, da man sich nicht unabhängig vom Stromnetz versorgen kann.
    So dass primär nicht wirklich Kraftwerke eingespart werden. Der Strom wird ja jetzt schon durch halb Europa verschickt, die dabei entstehenden Verluste sind gigantisch!
    Womit wird die Anlage befeuert?
    Es gibt schon länger Gasthermen, die einen Sterlingmotor haben und beides, also Wärme und Strom erzeugen, diese sind wesentlich besser für den Häuslebauer geeignet.
    Ferner finde ich die öffentliche Energiediskussion in den Medien und durch die Parteien mehr als Irreführend. Die Industrie ist der lachende Dritte.
    Die einen würden am liebsten alle fossilen Energieträger abschaffen, die anderen wollen sie um jeden Preis behalten.
    Hier ist zu viel Ideologie im Spiel. Ferner laden die Subventionen gerade dazu ein, solche Projekte, wie VW sie nun antreibt zu fördern, obwohl deren Nutzen mehr als fraglich ist.
    Ein Beispiel:
    RWE rühmt sich selbst mit Ihren neuen BOA-Blöcken einen Wirkungsgrad von über 40% bei der Braunkohleverbrennung zu erzielen! Dies ist lachhaft!
    Seit mehr als20 Jahren gibt es Konzepte, kleine Dezentrale Braunkohlkraftwerke für kleine bis mittlere Städte zu errichten, dadurch würde der Wirkungsgrad nahezu 80% betragen, weil die komplette Abwärme genutzt weden könnte und weniger Leitungsverluste auftreten würden.
    Dies ginge nur zu Lasten der Rendite.......................von RWE
    Noch eins:
    Wenn nun der Anteil Ökostrom auf über 50% steigen würde, würde sich dann nicht für den Hausbesitzer eine Elektroheizung wieder lohnen und ökologisch Sinn machen?
    Fragen über Fragen....
    Bin etwas vom Thema abgekommen....sorry.
    Also wer sich den Golfmotor in den Keller stellen möchte sollte dies gerne tun und uns dann an seinen Erfahrungen teil haben lassen.
    Mit bestem Gruß
    Liberalix

    Beantwortet von Liberalix am 15.September 2009, 09:36
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  • habito

    Diese Kraftwerke müssen von außen aus mehr oder weniger großer Distanz mit Brennstoff versorgt werden. Das macht natürlich Sinn für Unternehmen, die mit dieser Technik Erfahrung haben oder im Besitz der Versorgungsanlagen oder der Quellen sind. Was diese Unternehmen gar nicht brauchen können, sind Anlagen, die ohne Netz und privatwirtschaftliche Quellen funktionieren.

    Die Sonnenenergie kommt ganz ohne Rohr- oder Drahtnetz direkt zum Endverbraucher. Das sollte der denkerische Ansatz für die Entwicklung von Wärme- und Stromerzeugern sein, die in erster Linie den Menschen und nebenbei der Wirtschaft dienen, statt Profitmaximierung mit dem Abfallprodukt Kundennutzen zu generieren.

    Nachtrag: Dank an Christian Silberhorn und Liberalix für die gute ausführliche Beschreibung des Sachverhalts.

    Beantwortet von habito am 14.September 2009, 17:03
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  • Ludwig77

    Hallo,
    gibt es jemanden, der Erfahrung hat mit dem Lichtblick Zuhausekraftwerk und sie mitteilen könnte ?
    Vor ca 3 Monaten habe ich eine erste Anfrage für ein 4-FH nahe München gestellt, und immer wieder nachgefragt. Bisher hat sich aber niemand gemeldet
    Klingt wenig ermutigend leider !?
    Ludwig Barth

    Beantwortet von Ludwig77 am 30.April 2012, 09:52
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  • Mario_Sedlak

    Kraft-Wärme-Kopplung auszubauen ist gut. Ein "Zuhause-Kraftwerk" ist ökologisch sinnvoll, wenn man keinen Fernwärme-Anschluss hat und wenn man die Heizenergie nicht mit der Sonne decken oder überhaupt mittels Dämmung einsparen kann.

    Für Einfamilienhäuser wird so ein "Zuhause-Kraftwerk" aber zu teuer sein. Ist, glaube ich, nur für größere Häuser geplant.

    Beantwortet von Mario_Sedlak am 13.April 2010, 18:32
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  • schwarze_emma

    Vielen Dank für Eure Antworten und Kommentare.
    Sie schärfen den Blick!
    Ev. bin ich demnächst an einem Umbau eines Mehrfamilienhauses zum Seniorenwohnheim beteiligt.
    Ein BHKW könnte in der Planung berücksichtigt werden. Das Modell von Lichtblick und VW erschien mir zumindest als Alternative interessant.
    Bin weiterhin gespannt auf Neuigkeiten.
    Daniel

    Beantwortet von schwarze_emma am 14.September 2009, 21:11
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  • inaktiver User 48335

    Also joa ne...
    Wir haben darüber in Physik diskutiert und da hab ich zum ersten Mal in Physik aufgepasst..(für unsere Umwelt).
    Generell find ich das ja eine total gute Sache, aber wenn ich mich nicht irre, muss man doch Gas/Erdöl reintun oder?Und ich weiß nicht, ob´s das so bringt.
    Sind die Dinger denn nicht furchtbar laut?

    Beantwortet von inaktiver User 48335 am 14.September 2009, 16:07
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  • Wollmütze

    An sich eine feine Einrichtung, aber bevor jetzt alle hier Bestellungen aufgeben, kleiner Hinweis:
    Das Ding ist erst für Häuser mit mindestens 4 Familien, wenn die Häuser nicht allzu gut gedämmt sind. Ansonsten mit noch mehr Parteien.
    Das Gerät ist sehr groß dimensioniert, ist also eher was für Vermieter.
    Was den Vertrieb sehr viel schwieriger machen dürfte.

    Beantwortet von Wollmütze am 14.September 2009, 16:02
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  • Jens.Hansen

    Die Idee ist sinnvoll und ausbaubar. Gerade im baubestand sind noch viele veraltete Heizungssysteme im Einsatz. Die Besitzer dieser Altanlagen können sich oft keine eigene neue Anlage leisten.
    Hier ist ein echter Klimaschzutzbeutrag gegeben.Da die Anlagen mit Erdgas betrieben werden, ist eine Umstellung auf Biogas ( z.B. aus Abfall und Reststoffen) kein Problem. Für den Neubau müssen andere Wege gegangen werden.

    Beantwortet von Jens.Hansen am 14.September 2009, 13:50
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  • Dude

    Experte bin ich nicht, aber klein wenig Wissen um die Zusammenhänge habe ich schon.

    Das "ZuhauseKraftwerk" ist grundsätzlich gut zu heißen. Die Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung ist momentan noch CO2 sparender als z.B. Photovoltaik (also Strom aus Solarzellen).

    Den Einsatz dieser Technik bei einem Hausneubau sehe ich aber mit gemischten Gefühlen. Eigentlich können wir heute so gut gedämmte Häuser bauen, dass wir keine große Heizung mehr brauchen. Denn nichts anderes ist das "ZuhauseKraftwerk", da es nur dann Umweltfreundlichen Strom erzeugt, wenn die Wärme, die dabei anfällt auch gebraucht wird. Aber für Modernisierungen von Heizungsanlagen ist das bestimmt eine gute Sache.

    Ich habe Berichte darüber nur im Radio gehört, da wurde auch die Möglichkeit angepriesen, diese Kraftwerke einzusetzen, wenn viele Windkraftanlagen wegen einer Flaute stillstehen. Dies würde dann aber wiederum nicht der der umweltverträglichen Stromerzeugung entsprechen. Aber besser als Atom- oder Kohlekraftwerke ist es allemal, da die Dinger mit Erdgas betrieben werden sollen.

    Beantwortet von Dude am 14.September 2009, 13:44
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