Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

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  • dietmar

    Wo ist für mich der größte Hebel als Verbraucher, um etwas für die Umwelt zu tun? Beim Lebensmitteleinkauf, oder beim Reisen? Hat jemand Zahlen dazu?

    Ich versuche mich auf allen Gebieten zu engagieren. Leider sind auch meine Ressourcen begrenzt.
    Ich such nach dem größten Hebel, um mich nicht in Nebensächlichkeiten zu verlieren.

    Gefragt von
    dietmar
    am 13.Juni 2012, 11:25 | 8 Antworten

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  • emmaradio

    Ich meine, das ist relativ zusehen zu deinen pesönlichen Ausgangsbedingungen und deinem Lebenswandel (für ein Unternehmen wären das die jeweiligen Standortfaktoren und die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel vielleicht). Jeder Mensch hat an jedem Ort unterschiedliche Möglichkeiten und Grenzen und vorallem Dringlichkeiten (Jemans der in Wasserarmen Regionen lebt, hat sicher andere Prioriäten). Der eine fährt viel Auto, der andere fliegt beruflich viel in die Ferne, ein wieder anderer lebt von Fastfood., usw. Daraus folgt, dass jede_r unterschiedlich große Ökobaustellen hat und entsprechend unterschiedliche Potentiale was den persönlichen Hebel angeht. Ich vermute das ist nicht ganz wonach du gefragt hast, aber nach vielen DIskussionen auch hier auf Utopia was denn nun der große Hebel ist mit dem wir, um Utopia's Ziele zuzitieren den "globalen Turnaround" schaffen ist nicht so leicht zu beantworten. Und eben auch nicht so leicht in Zahlen auszudrücken. Mehr dazu z.B. hier: http://www.utopia.de/gruppen/ich-bin-utopia-547/diskussion/utopia-und-der-globale-turnaround-199267

    Meine Lösung oder vielleicht eine Teilantwort auf deine Frage: Fang in deinem persönlichen Umfeld an und probiers es erstmal mit der Ermittlung deines persönlichen Fußabdrucks. Da bekommst schon mal eine Orientierung, wo deine Baustellen und deine Potentiale liegen. Kahalla hat hier mal zwei verschiedene Rechner vorgestellt. http://www.utopia.de/blog/das-10000-euro-haus/mein-fussabdruck-oekologisch

    Die Rechengrundlage sind bei beiden etwas unterschiedlich und sicherlich nicht vollständig. Aber es geht dabei mehr um ein Sichtbarmachen deines Fußabdrucks, der die Faktoren Ernährung, Reisen etc. mit einbezieht. Die Maßeinheit sind "Erden". Beispiel: Ich verbrauche mit meinem derzeitigen Lebenswandel zwischen 1,2 und 1,8 Erden. Den größten Anteil daran nimmt meine Fernfliegerei. Da liegt auch mein größtes Einsparpontential, ergo mein großer Hebel. Gleichzeitig liegen da auch schon im Moment noch meine größten Hürden (denn ganz ohne Fliegen gehts bei mir nicht, aber ich arbeite dran). Ohne fliegen liege ich unter einer Erde. Was ja schon ziemlich gut ist. Ziviligesellschaftliches Engagement wird leider nicht mit gerechnet. Da liegt vielleicht mein zweitgrößtes Potential, nicht nur meinen eigenen, sondern den Fußabdruck anderer zu verkleinern.

    Eine weitere Teilantwort ist: Neben dem persönlichen Hebeln, sind da ganz klar auch politische und wirtschaftliche Systemzwänge, die das eigene Handeln hier begrenzen. Diese Systemzwänge zu durchbrechen wären für mich der allergrößten Hebel, aber gleichzeig auch das allergrößte Wagnis (weil, noch beantwortet werden muss, wohin soll es dann gehen). Daraus folgt für mich, obwohl ich mich selbst als einigermaßen mutig bezeichnen würde, was das Betreten neuer Wege angeht, ich beschäftige mich doch lieber vorsichtiger mit den mittelgroßen Hebel, von denen ich in etwa einschätzen kann, was ich auch bewirke (im postiven wie im negativen), und ggf. mein Verhalten noch neujustieren, also anpassen kann. Ergo ich kümmere mich zunächst um mich, dann um mein unmittelbares und erweitertes Umfeld und versuche dabei eine globale Sicht nicht aus den Augen zu verlieren.

    Viele Grüße
    Emma

    Beantwortet von emmaradio am 13.Juni 2012, 15:52
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  • Maria_L

    Gestern habe ich zufällig eine Wanderausstellung über CO2-Belastung gesehen.
    Daß Flugreisen sehr viel CO2 verursachen, war mir schon klar.
    Dennoch war ich erstaunt, daß zwei Flugreisen im Jahr nach Fernost 3x so viel verursachen, als eine fleischlastige Ernährung.

    Hier steht "Ein zweiwöchiger Mallorcaurlaub verursacht pro Person mehr als eine Tonne CO2 und schädigt das Klima ebenso sehr wie ein Jahr Autofahren"
    http://klima-media.de/2009/08/13/co2-fussabdruck-des-deutschen-tourismus-zwei-wochen-mallorca-fuer-eine-tonne-co2/

    Wenn man jetzt noch davon ausgeht, daß Aufwändige Reisen ja auch wirklich Luxus sind, dann kann man da wohl schon gut einen Hebel ansetzen.

    Auf der anderen Seite würde ich Lebensmittelkauf nicht als Nebensächlichkeit sehen und Bio-Einkauf ist sehr wohl ein großer Hebel.

    Ich fände es nicht richtig, Reisen gegen Lebensmittel aufzurechnen, nach dem Motto, ich mache keine Reisen, also brauche ich beim Essen auf nichts zu achten.

    Freundlicherweise sind ja beim Essen die umweltfreundlichen Aspekte auch die gesünderen und nicht umbedingt immer die teureren (wenn ich meinen Schwerpunkt auf regionale saisonelle Bio-Grundnahrungsmittel lege).

    Deswegen verstehe ich nicht so ganz, was Du mit beschränkten Ressourcen meinst?
    Zeit, sich damit zu beschäftigen? Geld? Lust zum Einschränken?

    Auch Kleinvieh macht Mist, deswegen gibts eigentlich keine Nebensächlichkeiten.
    Jeder wie und wo er kann, ohne sich selbst komplett zu kasteien.

    Beantwortet von Maria_L am 13.Juni 2012, 14:45
    • Maria_L

      Du fragst aber selbst an der Wirksamkeit der Hebel. Und wenn man in Relation setzt, was die...mehr

      Maria_L am 14.Juni 2012, 09:28
    • dietmar

      ...andererseits ist aufrechnen auch, wenn man sagt: ein Obi muss sich ändern, die Agrar-Industrie...mehr

      dietmar am 14.Juni 2012, 08:21
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  • Elisabeth1201

    Der grösste Hebel ist "Kein Fleisch/Kein Fisch/Keine Milch-Produkte", ist auch noch gesund! Und wenn das zu schwer scheint, 1 oder 2 x pro Woche doch, aber rein Bio - am besten Demeter o.ä.

    Ansonsten bitte die Konsumentenschar der Bioprodukte bei Lebensmittel, Kleidern, Büromaterial, Möbeln, Farben, Lacke usw usw. verstärken, sprich Umsteigen.

    Alles wirklich nicht schwer - und, angeblich macht ja "der Markt" alles - also bilden wir einen immer stärkeren Gegenmarkt!

    Beantwortet von Elisabeth1201 am 15.Juni 2012, 15:44
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  • smartynie

    Jeder noch so kleine Schritt, etwas für die Umwelt zu tun, ist keine Nebensächlichkeit.

    Du suchst nach "dem größten Hebel als Verbraucher"-und nach "Zahlen", die Dir dieses bestätigen- warum?

    Es gibt so viele unterschiedliche Einstellungen und Sichtweisen: das ist von der persönlichen Einstellung jedes Menschen abhängig.

    Ich schätze genau wegen dieser Vielfältigkeit unterschiedlicher Lebenseinstellungen dieses Forum.

    Du schreibst, auch Deine "Ressourcen sind begrenzt": so ergeht es vielen Menschen.

    Natürlich "kostet es Zeit", hier zu lesen: aber diese Ressource Zeit sollte man sich nehmen, wenn man seinen Horizont in diese Richtung erweitern möchte.

    Beantwortet von smartynie am 18.Juni 2012, 14:37
    • smartynie

      Ich habe noch lange darüber nachgedacht, was Du geschrieben hast. Wir alle können nicht absehen,...mehr

      smartynie am 19.Juni 2012, 20:54
    • smartynie

      Ich kann Dich gut verstehen. Es wäre so schön, auch mal von Außen eine Bestätigung dafür zu...mehr

      smartynie am 18.Juni 2012, 17:21
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  • anno

    verweigere waren, die der gesundheit schaden
    verweigere waren, die unnötige trransportwege hinter sich haben
    kaufe und verwende regionale waren
    verweigere medikamente und drogeriewaren, die überflüssig sind
    wende natürliche heilmittel an, die seit generationen als wirksam erkannt werden

    Beantwortet von anno am 14.Juni 2012, 23:21
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  • Gwen

    Für mich ist es ganz klar eine vegane Ernährungs - und Lebensweise.

    Ein Monat vegane Ernährung spart so viel CO2 wie 2 Autos in einem Jahr verbrauchen. Die Info ist von Peta, glaube ich. Im Durchschnitt natürlich.

    Und nicht nur CO2 - Wasser, Regenwald, Transportwege, Methan, schädliche Stoffe aus Tierindustrie, Pestizide und Leid, vor allem von Menschen, aber auch von Tieren.

    Wenn man sich mit den Folgen der Tierhaltung beschäftigt, kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Wie viel Land für Tierfutter verbraucht wird! Wie viel Regenwald dafür gerodet wird! Wie viele Menschen dafür vertrieben werden usw. usf.

    Danach folgt Konsum von unverarbeiteten Produkten, also kein Fertigmüsli z.B., weil oft Palmfett drin ist, frische regionale Sachen... All die kleinen Dinge, kein Holz aus den Tropen, die Liste läßt sich fortsetzen.

    Aber das wichtigste ist für mich vegan zu sein. UND: Ich bleibe dabei auch noch gesund! Bekomme keine Diabetes, keine Herzkrankheiten, einige Krebsarten nicht... sie Studien von Campbell zu lesen in "Die China Studie" oder auf www.info-vegan.de.

    Übrigens sind wir mit 6 Personen im Haushalt und schlecht bezahlten (aber tollen) Jobs eher arm - dank einer Food Coop aber und einem Umsonstladen um die Ecke usw. geht das alles sehr gut!

    Liebe Grüße, Gwen

    Beantwortet von Gwen am 14.Juni 2012, 16:05
    • Polarnacht

      http://www.provegan.info/ meinst du sicher....mehr

      Polarnacht am 20.Juni 2012, 14:22
    • Gwen

      info@pro-vegan.info ist die Webseite, die ich meine - bekam gerade den neuen Newsletter :-)...mehr

      Gwen am 14.Juni 2012, 16:56
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  • dietmar

    Größter Hebel:
    Vielleicht passt die Definition : Prioritäten setzen" besser.
    Natürlich ist die Frage nicht schwarz weis gemeint.
    Beispiel: Soll ich auf den Urlaub in Fernost verzichten und lieber zu Hause bleibe? ....ist keine Alternative!
    Soll ich lieber das ganze Jahr über Bio-Essen und verzichte auf neue Kleidung?
    Es muss doch eine sinnvolle Periodisierung geben, die angepasst ist auf unsere Lebensweise in Deutschland für einen normal Verdiener.
    Ich habe kein Auto. Fahr immer mit den Öffentlichen und habe seit 3 Jahren keinen Urlaub mehr gemacht.
    Whats next....

    Beantwortet von dietmar am 13.Juni 2012, 16:06
    • Maria_L

      Hier http://www.utopia.de/gruppen/forum/thema/201809 wurde gerade ein Link eingestellt, der...mehr

      Maria_L am 27.Juni 2012, 07:17
    • emmaradio

      Achso, ja dann hilft dir das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks ganz sicher weiter (siehe meine...mehr

      emmaradio am 13.Juni 2012, 16:11
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  • berniewa

    Hallo Dietmar, ich verstehe die Frage nicht ganz. Zwar ist schon klar, dass mensch nicht alles und überall tun kann, aber warum deshalb nur einen einzigen größten Hebel zu suchen, wegen begrenzter Ressourcen (auch da bleibt offen welche, denn davon hängt auch evtl die Antowrt ab, eher Begrenzung bzgl Zeit oder bzgl Geld oder ..?)?

    Noch dazu spart es sogar Ressourcen, auch persönliche, wenn eine/r gleich in mehreren Bereichen sein Leben verändert (das nur, weil du sagst, deinen einen Hebel zu suchen, um persönl. Ressourcen zu sparen)

    Zwar ist tatsächlich manche Reise in ein fernes Land billiger, als ein ebenso langer und ggf sogar weniger luxuriöser Urlaub in manchem europäischen Land (D inklusive), aber auch da muss mensch nicht gleich arm werden. Ein paar schöne Reisetips für umweltschonende Reisen in Europa, die zudem gar nicht viel kosten müssen, findest du z.B. hier http://www.utopia.de/gruppen/meere-fluesse-und-seen-1005/forum/2569

    Und bei Kleidung finde ich auch, zunindest wenn jmd nicht berufsbedingt einen sehr hohen Verschleiß hat, (sonst eine finanziell umso stärkere Belastung, bei geringem Einkommen) haben alle Leute die ich kenne viel mehr Kleidung als sie bequemerweise bräuchten, Da sind doch 5 schöne Biobaumwollhemden oder Biohanfhemden keine Einschränkung gegenüber 15 'normalen' Hemden, als Beispiel. Und was eine konventionelle Jeans zum Beispiel für die Umwelt "anrichtet", dazu hat z.B. utopistin Earthling erst vor ein paar Tagen einen informativen Blogeintrag geschrieben

    Zu Ernährung: Eine weitgehend vegane Ernährung bringt auf alle Fälle sehr viel, spart z.B. Wasser und Klima-Emissionen, und Land (das dann anders nutzbar ist, sei es als Naturschutzgebiet oder in Ökolandbau für Biogas oder Biokunststoffe (leider werden freilich leider bisher/zurzeit nachwachsende Rohstoffe noch eher in Nicht-Öko-Landwirtschaft angebaut, das zu ändern geht nicht allein über den Konsum, braucht auch politische Maßnahmen - vergleichbar etwa mit der Abschaffung vormals von verbleitem Benzin ...). Mit Biosiegel sind sie allerdings tatsächlich ein ganzes Stück teurer. Aber auch schon konventionell, aber ohne Fleisch/Wurst und weniger Milchprodukte bringt schon sehr viel ... (wenn nicht-bio, dann freilich Pestizide etc in kauf zu nehmen)

    Beantwortet von berniewa am 13.Juni 2012, 15:01
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