Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Gute Fragen

  • ElkeK

    wie überzeugt ihr andere?

    In den letzten Wochen gab es mal wieder die Stromkosten-Erhöhungs-Briefe.
    Da einige Leute in meinem Umfeld wissen, dass wir zu einem Ökostromanbieter gewechselt haben und ich Internet-Zugang habe (im Gegensatz zur Verwandtschaft, die eine Generation älter ist), wurde ich insgesamt von 5 Personen in unterschiedlichen Haushalten gefragt.
    Ich habe allen die Verivox-Auswertung ausgedruckt und erklärt und meine Entscheidung kundgetan.
    Alle haben zugehört und am Ende gesagt, dass sie zwar wechseln, aber nur zum günstigsten Tarif ihres bisherigen (örtlichen) Anbieters, der natürlich nur einen Strommix anbietet.
    Auch dieser Anbieter ist nur über eine 0800er Nr. zu erreichen, sitzt also nicht hier vor Ort...
    Auch mein Argument, dass es bei uns gut läuft, zog nicht.
    Genauso wenig mein Hinweis auf die Verpflichtung, auch nachfolgenden Generationen hier das Leben noch lebenswert zu machen, indem auch sie auf den (in diesem Fall gleich teuren) Ökostrom umsteigen sollten...
    Ich hab schon keine Lust mehr, darüber zu diskutieren, wenn sie zwar meine Meinung wissen wollen, aber dann doch alle machen, was sie schon immer machen...
    bin richtig frustriert

    Gefragt von
    ElkeK
    am 13.Februar 2010, 12:45 | 12 Antworten

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  • Stephan Rieping

    Liebe Elke! Das ist eine wirklich GUTE Frage! Es ist eigentlich die Kardinalfrage, wenn man möchte, dass sich in dieser Welt was dreht.
    Ich glaube, dass man zur Beantwortung das Pferd von hinten aufziehen muss und sich fragen, wie ist das bei mir. Wie ist es einem Menschen gelungen, mir eine neue Erkenntnis einzupflanzen. Wer kann mich beeinflussen, wem höre ich zu und warum?
    Also ich bin grundsätzlich ehr bereit, Menschen zu folgen, die ich wertschätze oder gar liebe. Die Menschen müssen mein Herz erreichen, über den Kopf geht wenig. Da kann man mir noch so schlüssige Argumente präsentieren und Faktenwissen ausbreiten, es findet in mir keinen nachhaltigen Wiederhall.
    Menschen die in mir was drehen können, beginnen mit einem Lächeln, dann appellieren sie an mein Herz und schon bin ich ganz Ohr!
    Also lächele, dann hast Du schon halb gewonnen :-)!

    Beantwortet von Stephan Rieping am 14.Februar 2010, 06:55
    • Stephan Rieping

      Wenn das keine gute Nachricht ist!!! :-)))...mehr

      Stephan Rieping am 18.Februar 2010, 15:43
    • ElkeK

      Habe soeben einen Anruf erhalten von einer dieser 5 Fragenden (eine Dame (71)): sie hat zu einem...mehr

      ElkeK am 18.Februar 2010, 11:51
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  • Ann-Kristin

    Ich glaube auch, dass Vorleben die beste Überzeugungstaktik ist. Anderen versuchen mit guten Argumenten oder schockierenden Zahlen und Bildern zu kommen, das schreckt nur ab. Da hätte ich früher auch dicht gemacht.
    Wer zu mir zu Besuch kommt wird gerne bekocht, aber vegetarisch und in Bioqualität. So einige haben erst komisch geguckt, aber dann auch interessiert nachgefragt. Und wer fragt, den füttere ich dann mit Informationen. Und wenn dann jemand aufgrund des Vorbildes und der selbst erfragten Infos etwas ändert, dann tut er das aus eigener Überzeugung.
    Alles andere, also jemanden versuchen eines besseren zu belehren oder im RatSCHLÄGE zu geben, das bringt nichts. Der Gegenüber sperrt sich und man selbst ist total gefrustet.

    Beantwortet von Ann-Kristin am 13.Februar 2010, 17:17
    • David

      HW (sei gegrüßt ;) ) - das mit den Energiesparlampen würde ich mir aber noch mal überlegen: http:...mehr

      David am 13.Februar 2010, 19:13
    • Hans-Werner Neumann

      "Niemand überzeugen zu wollen" - das will ja keiner. Natürlich wollen wir alle überzeugen, aber...mehr

      Hans-Werner Neumann am 13.Februar 2010, 18:58
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  • Robinson

    Sparsame Menschen muss man dort packen, wo sie zuhören: beim Einsparen von noch mehr Geld. Deshalb beim Ökostrom besser mit einer Gesamt-Bilanz argumentieren: dem "Opfer" höherer Strompreise muss ein Ausgleich durch Vermeidung von Standby oder dem Ersatz des Gerätes mit der höchsten Stromverschwendung gegenübergestellt werden. Dazu bedarf es zunächst einer Analyse, d.h. Rundgang mit einem Strommessgerät.

    Was mich immer wieder wundert ist die selektive Wahrnehmung, manche Haushalte haben kein Problem mit einer elektrischen Sauna, teuren Festnetzverträgen oder unnötigen Versicherungen, dort wird ohne Ende Geld verprasst. Aber für die 5 Euro im Monat für Ökostrom reicht´s nicht.

    Eines habe ich im Verhandlungsmanagement gelernt: Fragen stelllen statt Antworten vorab hinausposaunen, warum wollt ihr den Stromanbieter überhaupt wechseln, woher das Interesse an Öko-Strom, d.h. Motive klären. Damit lässt sich arbeiten. Vielleicht landet man am Ende bei Austausch des PKW (der den meisten "Schaden" in der Klimabilanz verursacht) oder bei dem Kauf eines sparsamen LED-Flachbildschirms und erst im dritten Schritt beim Ökostrom. Wenn die Leute dann merken, wie billig man eigentlich diese Investition in Zukunft bekommt, ist die Einstellung viel offener.

    Heute kommt man am Thema umweltfreundlicher Lebensführung nicht herum, selbst pure Fernseh-Informierte können den Problemen nicht entrinnen, die Zeitungsleser sind eh gut bis sehr informiert, da mangelt es nur Hintergrund-Zusammenhängen. Wer sich jedoch gar nicht informiert, ist Argumenten gegenüber m.E. ohnehin verschlossen oder skeptisch bzw. wird nach Wechsel zum Ökostrom beim nächsten Supermarkt-Stand wieder Zweifel bekommen. Solchen Leuten ist nicht zu helfen, sie stellen aber die wichtigste Zielgruppe von Marketing-Kampagnen. Hier müssten die Stromanbieter mehr tun, etwa ihre Kunden laufend über die Sinnhaftigkeit ihrer getroffenen Entscheidung bestätigen und über das Erreichte (vermiedener Atommüll) hinweg motivieren.

    Überzeugen ist für mich ein rationaler Akt, fachlich, sachlich korrekt und nachvollziehbare Gründe liefern, sich zu entscheiden. Für eine saubere, intakte Umwelt oder irgendeine schmutzige Form davon, für deren Anteil ich mich später rechtfertigen muss. So einfach ist das. Etwas weniger schmutzig ist doch ein prima Anfang.

    Beantwortet von Robinson am 14.Februar 2010, 16:17
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  • Maria_L

    Gar nicht, kostet nur Kraft und Nerven.

    Es steht mir gar nicht zu, jemanden von irgendwas überzeugen zu wollen.


    Ich habe meine Themen, wo ich 100% dahinter stehe und für meine persönliche Überzeugung auch Einschränkungen in Kauf nehme.
    Da würde ich nur allzugerne allzeit alle anderen von der Richtigkeit meiner Meinung überzeugen.
    Beschränke mich aber lieber -wie twinna- ein fröhliches Vorbild zu sein.

    Und es gibt Themen, wo ich noch längst nicht alles so mache, wie es im Nachhaltigkeits-Bilderbuch stünde. Und da kann ich es im Umkehrzug auch nicht leiden, wenn jemand mich überzeugen will.

    Nicht die Hoffnung aufgeben, wenn die Leute wenigstens schon mal gefragt haben, ist doch schon was.
    Ihre Energie fließt vielleicht gerade wo anders hin, mag ja auch was Gutes sein.

    Beantwortet von Maria_L am 13.Februar 2010, 16:47
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  • twinna

    Ich kämpfe auch nicht mehr gegen Windmühlen! Ich kann einfach nur glückliches, fröhliches Vorbild sein, und wenn ich gefragt werde, warum ich so gut drauf bin, antworten: Ich versuche, meine Welt nicht zu zerstören!
    Und selbst dann dauert es, bis sie begreifen, was ich meine. :-)

    Beantwortet von twinna am 13.Februar 2010, 15:37
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  • berniewa

    Neulich gabs eine damit sehr verwandte Frage mit ebenfalls lesenswerten Antworten, finde ich: http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/wie-sensibilisiert-ihr-eure-mitmenschen

    Beantwortet von berniewa am 31.Januar 2012, 21:29
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  • mela

    Ist alles ne gute Frage, frag ich mich nämlich auch immer.

    Eine Mischung zwischen Fordern und Locken - je nach Person.

    Sich im Beisein derjenigenüber die Machenschaften des Stromanbieters aufregen (Investition in neues Kohlekraftwerk etc), die Konzerne bei jeder Gelegenheit schlecht machen, Ökostromanbieter loben, auf entsprechende Fernsehbeiträge hinweisen, (sehr zu empfehlen zB der Film "Das Schönauer Gefühl" der EWS). Fragen ob diejenigen pro Atomkraft sind, und ob sie es in Ordnung finden, dass der Staat nun die Asse teuer freiräumen lassen muss..

    Oder wie wärs mit einem Frechen "ich schau nur im Internet nach, wenn ihr bei gleichem Preis zu einem Ökostromanbieter wechselt" ?

    Oder: Aktiv Hilfe beim Stromwechsel bieten, WENN zu einem Ökoanbieter gewechselt wird, Nachbetreuung anbieten (da du ja bei den Ökoanbietern sowieso auf dem Laufenden bist, wirst du dich bei Preiserhöhungen kümmern und ggf bei einem erneuten Wechsel behilflich sein).

    Preisgarantie herausstellen, zB bietet Naturstrom eine sehr lange Garantie, die die wenigsten konventionellen Anbieter haben dürften. Damit haben die Leute erstmal ihrer Ruhe, das ist auch verlockend. Wäre ja auch zu dumm, wenn man nach 4 Monaten schonwieder im Internet suchen müsste und sich kümmern müsste etc.

    stark überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit bei Ökoanbietern herausstellen (Stiftung Warentest).

    Naturstrom bietet mehrere nette Wechselprämien, auch EWS bieten eine Abwrackprämie.

    Achja, wenn Du kannst dir den Stromwechsel auch zum Geburtstag wünschen.

    Beantwortet von mela am 15.Februar 2010, 17:18
    • mela

      Es ist tatsächlich so, dass in vielen Fällen einer der echten Ökostromanbieter günstiger ist als...mehr

      mela am 17.Februar 2010, 10:48
    • Hans-Werner Neumann

      Liebe Mela, ich weiß ja, dass Du Dich sehr um das Thema Ökostrom kümmerst und bin sehr dankbar...mehr

      Hans-Werner Neumann am 17.Februar 2010, 08:35
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  • inaktiver User 45096

    Ich bin eigentlich gar nicht aggressiv missionarisch tätig. Ich halte permanent die Augen und Ohren offen und wenn das Tema auf kommt, dann schlage ich zu ;-) Ich bemühe mich Alternativen aufzuzeigen, die nicht weh tun. Mit Verzicht kann man meiner Meinung nach niemanden überzeugen... Eher mit der Schönheit der Produkte, mit der Langlebigkeit und manchmal auch mit der Natürlichkeit.
    Zunächst müssen die Menschen meiner Erfahrung nach einen Vorteil für sich persönlich sehen. Wenn sie dann erstmal angebissen haben und anfangen weiter zu denken, dann wird es zum Selbstläufer....
    Wo ich ein wenig aggressiver vorgehe, sind Menschen, die glauben und behaupten ökologisch zu leben, nur weil sie Solar- und Photovoltaiktechnik super und AKW´s scheiße finden. Das Papier ist jedoch strahlend weiß und der Baum schreit aus jedem einzelnen Blatt, die Lebensmittel sind aus Bequemlichkeit aus dem Standardsupermarkt und Discounter. Das passt für mich dann nicht zusammen und ich versuche dann aktiv Alternativen anzubieten. Wo in der Nähe bekommt man Biolebensmittel? Wo kann ich Öko-Büroartikel kaufen?

    So mach ich das! Und natürlich immer mit einem freundlichen Lächeln :-)

    Beantwortet von inaktiver User 45096 am 14.Februar 2010, 09:02
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  • wafi

    Elke

    wie sollte es denn anders sein? Jemand wird ausschließlich wenn er/sie es will etwas ändern ... und dies Wollen funktioniert nicht erzwungen.
    Würde twinna, Ann-Kristin oder Maria noch nen bißchen widersprechen, schätze euch nicht so ein, daß ihr Vorbilder sein wollt ... wäre ja etwas was nach Außen wirken soll, sondern daß ihr einfach euern Strimel lebt und wer dazu was wissen will kriegt eben ne Antwort. Ihr seit zwar Vorbilder, aber nicht weil ihr euch dazu macht, sondern weil andere ein Vorbild in euch sehen. Kleiner, aber wesentlicher Unterschied, weil Abziehbilder tun nur so als täten sie was, nach Anerkennung heischend und nicht wirklich real ;-) ein reales Vorbild tut eben etwas, unabhängig von der Meinung anderer und das wird durch Dritte als Vorbild wahrgenomen.

    Beantwortet von wafi am 13.Februar 2010, 18:41
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  • ElkeK

    echt, meint ihr, dass das reicht?
    dass die Leute schonmal gefragt haben, rührt ja eher daher, dass sie Geld sparen wollen und nicht, dass sie z.B. wie in diesem Fall Ökostrom beziehen wollen...
    aber ok, als gutes Beispiel voran zu gehen, das versuche ich...immerhin hab ich in den letzten 3 Wochen immer mal was für meine Schwiegermutter bei meiner Bio-Kisten-Bestellung hinzugefügt...
    vielleicht bin ich nur nicht geduldig genug...

    Beantwortet von ElkeK am 13.Februar 2010, 17:10
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