Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Wie sensibilisiert ihr eure Mitmenschen?

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Steufelchen fragte am 11.01.2012 um 15:24

Ich bin immer ein wenig sprachlos über die Ignoranz, die einem entgegenschlägt, wenn man bestimmte Themen anspricht. Ich bekomme dann eigentlich fast immer den Kommentar: "Ja, das ist ja auch nicht schön, ich find das auch nicht gut, aber nur weil ich das dann nicht mehr kaufe, ändert sich da auch nichts! Das macht keinen Unterschied!"

Die meisten Leute begreifen nicht (oder sie wollen es nicht), dass man auch im Kleinen was ändern kann. Schafft ihr es, eure Mitmenschen zum Nachdenken anzuregen? Und wenn ja, wie?

Ich kriegs einfach nicht in meinen Kopf, wie man sich als tierlieb bezeichnen und gleichzeitg Plätzchen mit Käfigeiern kaufen kann. Wie man selbst Kinder haben und gleichzeitig Schokolade aus Kinderarbeit konsumieren kann.

Wie bringt ihr eure Mitmenschen dazu, wenigstens mal drüber nachzudenken, ob sie etwas an ihrem Konsumverhalten ändern können? Wenns auch in klitzekleinen Schritten ist....

Ich bin für jede Antwort dankbar!

  • antwortete am 12.01.2012 um 11:00
    Ich weiß nicht, wie erfolgreich ich dabei bin, aber ich versuche folgendes:

    Erstens: Nie den erhobenen Ökozeigefinger - das ging ja schon in den 80ern schief und ich würde es selbst auch nicht mögen.

    Zweitens: Keine Belehrungen, sondern Nebenbeierwähnungen im Sinne von: "Ich hab da neulich einen Film gesehen, der hat mich tierisch aufgeregt. Wusstest Du, dass ....? (Thema Plastik / Käfighaltung / Kakaoplantagen usw.).

    Ich denke, die Leute ändern am ehesten etwas, wenn Sie denken, sie seien von selbst darauf gekommen oder wenn sie annehmen, das für sie neue Verhalten sei ganz normal und etliche andere würden das auch schon machen. Der Mensch ist ein Herdentier, er hat seinen Stolz und er ist bequem.

    Zu letzterem eine Anekdote aus unserem Haushalt: Ich habe neulich ein älteres, männliches Mitglied unseres Haushalts gebeten, ein Päckchen Sahne mitzubringen. Wir haben seit mindestens 15 Jahren nur Bio-Sahne in unserem Kühlschrank stehen. Ratet mal, was er stattdessen mitgebracht hat... Das sind die Momente, in denen ich dann auch resigniere.

    Aber ich gebe nicht auf. Ich habe einer sehr wenig betuchten Freundin eine persönliche Energiesparberatung zu Weihnachten geschenkt, nachdem ich mehrfach gesehen habe (und gleich kommentiert habe), wie sie auf einer großen Herdplatte in einem kleinen Topf und ohne Deckel Wasser zum Kochen brachte. Und sie hat sich über das Angebot gefreut, sie hätte ja so eine hohe Stromrechnung.
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      kommentierte am 17.01.2012 um 10:03
      Kann ich von vorn bis hinten zustimmen!!
      Die Kunst der Überzeugung liegt darin den Menschen dazu zu bringen, sich selbst zu überzeugen und das ist Sache der Rhetorik. ;)
      Funktioniert aber nicht bei besagtem Frühwarnsystem das ich erwähnt hab T.T
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      kommentierte am 31.01.2012 um 21:26
      Manchmal hilft evtl auch ein Gedicht, z.B. hab ich mal folgendes geschrieben:

      Bio-Gas und -Öl im Tank?

      ... Weg vom Erdöl - Kann das geh'n?
      Welthunger mit Tausend Meilen?
      Flächenkonkurrenzproblem?

      Lasst uns lernen von den Pferden:
      einfach Pflanzenesser werden
      und die Macht gerecht verteilen!

      Dann wird jede/r satt und schlank ;`)
  • antwortete am 22.01.2012 um 11:11
    Mitmenschen dazu gewinnen für ihre Träume zu kämpfen macht mir grundsätzlich Spaß. Ihr müsst aber deren Träume kennen! Das heißt irgendwem einfach zu labern, wie wichtig es ist veganer zu sein, hilft niemanden, das geht zum einen Ohr rein zum anderen raus. Erst müssen wir die Menschen kennen lernen und schaun, wo wollen sie die Welt verbessern. Wenn wir das wissen, können wir Antworten geben. Aber erst braucht es ne Frage.
    Ihr könnte aber von euren eigenen Träumen erzählen, von eurem Kampf für eine schöne Umwelt! Und ihr könnt jeden dazu einladen mit zu träumen und diesen Traum real werden zu lassen, doch ihr könnt niemanden euren Traum aufzwingen, denn Menschen sind individualisten und eben keine Herdentiere. Vielleicht schafft ihr es auch, den Menschen die nötige Individuelle Kraft zu geben, sich gegen den Strom zu stellen.

    Grundsätzlich braucht ihr nur dann kritisieren, wenn ihr wirklich konkrete Zahlen, mit den nötigen Quellenangaben im Kopf habt und Fakten nennen könnt warum etwas schlecht ist. Und kritisiert nur, wenn ihr wisst, dass der andere willentlich dagegen ist. Wenn jemand Fleisch ist, und ihr sagt ihm dass er damit das Klima kaputt macht (was ja nichts mit Fleischessen, höchstens mit der Produktionsweise von ein paar Herstellern zu tun hat) wird er höchstens verärgert und denk sich "was will der Depp eigentlich von mir"

    Am besten und am meisten Spaß macht es, wenn ihr auf positive Dinge hinweist. "Das Felisch von diesem Bioladen wurde vollständig von Weidetieren aus unserer Region gemacht!" etc.
    Wenn mir jemand vorjammert, wie schlimm die Welt und wie ignorant ich bin, dann höre ich meistens einfach weg, weil ich weiß, der Mensch hat genauso wenig Ahnung wie ich , wie wir es besser machen könnten.
    Wenn mir aber jemand sagt, ich habe ihr eine Geniale Lösung und damit komme ich meinem Traum einer bunten Welt etwas näher, dann interessiert das mich doch.

    Jeder Mensch möchte ein schönes leben und sucht lösungen dafür! Bisher bin ich niemandem begegnet, der die Welt zerstören wollte. Aber vielen die nicht wussten, wie man das verhindert. Also geben wir Ideen.

    http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/psychologie-und-uberzeugungsarbeit
    Mein blog: www.zeitzusammen.com
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      kommentierte am 26.01.2012 um 14:52
      "Ich glaube es kommt das, für was wir uns einsetzten. Und das hängt im Wesentlichen von unserer Bildung ab und unserem Willen, die Welt nach unseren Träumen zu gestalten. In diesem Sinne möchte ich jeden dazu ermutigen einen kleinen aber freien Journalismus zu betreiben."

      Besser kann man es wohl kaum ausdrücken!!

      Deine Seite geht heute abend durch meinen Verteiler.
  • antwortete am 12.01.2012 um 14:58
    Ich empfehle an dieser Stelle einen Vortrag von Mahi Klosterhafen von der Albert-Schweizer-Stiftung über das Gewinnen von Mitmenschen für unsere Sache unter Berücksichtigung von einfachen Grundkenntnissen der Psychologie:

    http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/psychologie-und-uberzeugungsarbeit

    Man sieht generell nur, was man weiß. Wenn man auf bestimmte Verhaltensmuster sensibilisiert reagiert, mag die Erfolgsquote in der Überzeugungsarbeit höher sein - oder schlichtweg die Akzeptanz für den andersartigen Weg, den man selber eingeschlagen hat und der für andere (noch) undenkbar erscheinen mag.

    Vor allem diese Akzeptanz meiner Mitmenschen gegenüber meinen Entscheidungen im Leben fehlt mir persönlich sehr stark, seit ich wieder in Europa bin...

    Beste Grüße!

    Henning
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      kommentierte am 16.01.2012 um 22:28
      Habe den Beitrag angesehen und finde ihn ziemlich gut und hilfreich. Bezieht sich in manchen Punkten halt auf "anonyme" Arbeit auf der Straße. Aber einige helfen auch für die Überzeugungsarbeit bei direkten Mitmenschen. Und viele Sachen sehe ich absolut auch so (gefühlsmäßig, ohne, dass ich dafür schonmal darüber gelesen hätte).
      Beispiel: Den Leuten nicht zu viele Ratschläge erteilen/Optionen aufzeigen. Lieber 3 Tipps als 73. Sonst sind sie überfordert und tun garnichts.
      oder: Erstmal mit einem einfacheren Schritt einen "Fuß in die Tür" bekommen, etwa "bewusst weniger Fleisch essen" statt "vegan werden". Wenn die Menschen bewusst erste Schritte tun, ist es leichter, weitere Schritte folgen zu lassen.
      Besonders interessant und neu (aber überaus plausibel) war für mich der Punkt, dass Menschen tendenziell tun, was sie ankündigen/versprechen. Also am Besten eine Aussage entlocken, dass sie einen bestimmten Schritt gehen werden.
      Dann: Geschichten statt Statistiken. (Leider bin ich kein guter Geschichtenerzähler).
      Jedenfalls Danke für den Link!
  • antwortete am 11.01.2012 um 16:50
    Hallo Steufelchen,

    mir geht es da wie dir. So richtig in Diskussionen gehe ich eigentlich nur mit Menschen, denen ich näher stehe, also Freunde. Zumindest zum Nachdenken bringt man die Leute schon durch eine Diskussion. Wenn du jemanden fragst, ob er keinen Widerspruch sieht zwischen Verhalten und eigentlicher Einstellung. Sie sind gezwungen, ihre Position zu nennen und zu begründen.
    Heißt aber nicht, ob sie etwas ändern. In den Diskussionen hat sich bisher keiner so geäußert, dass er von nun an Dinge ändern wird. Das höchste der Gefühle ist sowas wie "eigentlich stimmts ja".

    Eine Freundin hat mir mal erklärt, dass ihr der Preis der Eier wichtiger ist, als die Haltungsform. Nach längerer Diskussion und Erörterung. Eiskalt. Da hab ich mich schon gefragt, ob ich mit so jemandem überhaupt befreundet sein will. Wenn ich zu Besuch bin, kauft sie dann mir zu liebe auch mal Biomilch.

    Ein Freund hat ehr den Ansatz 80/20. Er steht von der Theorie her voll auf meiner Seite, jedoch kostet es ihn zu viel Aufwand, auf jedes Detail zu achten und ggf zu verzichten. Also versucht er, die "einfachen" 80% seiner Kaufentscheidungen nach Umweltgesichtspunkten zu tätigen (in erster Linie Lebensmittel und Verkehr). Ich glaube Maria_L hat einen ähnlichen Ansatz.

    Mir persönlich fällt es trotzdem schwer, so etwas zu verstehen. Wenn ich den Film schmutzige Schokolade gesehen habe, kann die Milka Schokolade noch so verlockend im Regal liegen.
    Muss aber zugeben, dass ich sie auch nicht ablehne, wenn sie mir irgendwo zu Gast angeboten wird (also vielleicht der 95/5-Ansatz). 100% ist wirklich schwer.
    Habe den Film nun mal verschickt, vielleicht ist er ja überzeugender als meine Worte. Werde berichten, wie die Reaktionen waren.

    viele Grüße
    mela
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      kommentierte am 11.01.2012 um 17:07
      Hallo Mela,

      vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

      Dass deine Bekannten z.B. Biomilch für dich holen, wenn du zu Besuch bist, finde ich sehr interessant. Bei mir ist das genauso. Aber für sich selbst wird nichts geändert...

      Den Film habe ich auch zusammen mit meinem Freund gesehen. Er fands auch schlimm und achtet seitdem auf das Fairtrade-Siegel. Kann man den Film auch online bekommen? Da muss ich gleich mal gucken... vielleicht hilft das ja auch bei anderen... Mit Bildern kann man vielleicht mehr bewirken... das Problem ist, dass viele sich das aber nicht angucken wollen. Ich fänds echt cool, wenn du mir mal erzählst, wie die Leute reagiert haben!

      Ich versteh auch nicht, wieso die Leute im Supermarkt Freilandeier kaufen und dazu ne Packung konventioneller Kekse. Der Grundgedanke scheint doch da zu sein, aber es hapert einfach an der Umsetzung. Aber irgendwie krieg ichs nicht hin, die Leute für das Thema zu sensibilisieren...
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      kommentierte am 12.01.2012 um 09:47
      Ich muss gestehen, dass ich es kaum noch versuche. Ich empfinde es so, dass der größere Teil der Bevölkerung nicht sehr aufgeschlossen gegenüber neuen Denkweisen = Veränderungen ist. Verstehen kann ich es allerdings immer weniger, denn: wie kann man Tatsachen verdrängen, die einem sogar unmittelbar schaden, wie vieles bei der Ernährung?
      Als mein Jüngster letztes Jahr in den Kindergarten kam, habe ich dort mitgeteilt, dass wir kein Fleisch essen. Reaktion: Unverständnis. Gleichzeitig wurde mir entschlossen erklärt, dass man darauf nicht extra achten könne. Und außerdem, Kinder äßen doch so gerne Wurst...
      Was mich an solchen Situationen stört, ist, dass für mein "Andersdenken" überhaupt kein Platz, keine Akzeptanz da ist. Klar kann ich Vegetarierin sein, aber sobald es das gewohnte Leben der anderen betrifft, muss ich halt selbst sehen, wie ich klar komme.
      Das tu ich auch. Ich kümmere mich um mein eigenes ökologisches Bewusstsein.
      Und störe den "Normalbürger" nicht mehr bei seinem anstrengenden und ungesunden Verdrängungsprogramm...
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      kommentierte am 17.01.2012 um 15:05
      Also nochmal, die Antwort des Freundes auf den Film "schmutzige Schokolade" war, dass er zumindest seit dem Film (kam nur bis zur Hälfte) keine normal-Schokolade mehr gekauft hat. Ist ja aber auch noch nicht so lange her.
      Ich werde weiter berichten.
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      kommentierte am 26.01.2012 um 14:20
      Filme oder Videos haben einen größeren Einfluss auf uns Menschen als Gespräche und Fakten.
      Wenn man sieht, wie industriell Schweine gemästet werden, bleiben die Bilder im Kopf, auch wenn man Tage später im Supermarkt steht.
      Die Frage ist, wie bekomme ich nichtinteressierte Menschen dazu solche Filme zu sehen?
  • antwortete am 12.01.2012 um 14:57
    Einfach machen, was Essen angeht z.b. bei Feiern dann besonder lecker, z.b. vegetarisch, oder vegan oder milchfrei oder was auch immer und möglichst lokal, regional und evtl noch bio, aber hauptsache mit leckerem Essen begeistern

    Bei Kleidung je nach Umgebung. Ich kann öfter mal zur Sprache bringen, das meine Hess-Natur Polo Shirts auch nach 7 Jahren noch aussehen wie neu und das sie dann viel preiswerter waren, als z.b. welche von H und M.

    Bei politischen Dingen, auch lokal politisch, habe ich gerade letztes Wochenende gesagt, das ich ihm z.b. eine bestimmte Bar auch nie gezeigt hätte, da ich es nicht verstehe, wie genehmigt werden konnte, das mit dem Gebäude der Blick auf unser Wahrzeichen noch mal zugebaut wurde und das ich das nicht unterstützen mag. Das klang dann schon wieder Spaßbremsig, aber ich kanns nicht ändern....
  • antwortete am 13.01.2012 um 01:01
    Welch spannende Frage!

    Wohl glaube ich auch, wie einige Andere in ihren Vorreden, dass es sehr wichtig ist, den Menschen Raum zur eigenen Meinung zu geben.
    Wenn es allerdings so scheint, als nehme jemand selbst noch nicht einmal diesen Raum zum Selbstdenken, fühle ich mich zum 'Impuls geben' geradezu moralisch verpflichtet.

    Das sind dann schon die extremen Fälle, in denen ich dann schon höflich aber auch klar, einen Gedanken weitergebe. Wie z.B. im Supermarkt bei Käfigeiern oder Kinderzwangsarbeitsschokolade von Milka & Co. Bislang haben sich dann stets für mich erstaunlich viele umentschieden. Bis auf ein Rentnerpaar, dass die Schoki mit der Begründung, die Milka sei ja nicht für sie, dennoch einsteckte (ja, wahrscheinlich dann für Enkel - welch Ironie!).
    Ehrlich gesagt, verwundert mich auch dieser 'Erfolg' (mag sein, dass der nicht von Dauer ist oder wenige Minuten später doch die Objekte der Begierde heimlich eingesteckt werden ;-)) bei fremden Menschen schon. Gerade in meinem näheren Umfeld wandelt sich dann nämlich langsam das Blatt:

    Denn manchmal reicht es einfach schon aus, nur ich zu sein, ohne etwas zu sagen, um manche aufzuregen. So z.B. beim Grillen im eigenen Garten, wo dort doch ohne Moralpredigt auch Fleisch gegessen werden darf. Dennoch soll ich aber mein Ohr und wohl auch meine Backe für die allgemeine "Intoleranz der vegetarischen Menschen" hinhalten...Das sind dann auch die, die sich über Deutschlands 'Atomphobie' beklagen.


    Fazit: Letztlich lässt es sich nicht einfach jedem Menschen recht machen - wohl aber mir selbst. Und ich möchte mich nicht stets mit Gedanken nach dem Motto 'hätte ich doch...' selbst quälen. Wann dieser Drang zur 'Tat schreiten zu müssen' erwächst scheint mir manchmal weniger wichtig, als dann danach zu handeln.


    Vielleicht hilft's ja auch die Dinge nicht ganz so verbissen zu sehen:

    Gerade erst vorgestern entwickelte sich eine tolle, unverkrampfte Situation an der Kasse.
    Ich hatte gerade die Bio Milch für meinen betagten Nachbarn in den Händen. (Er weiß, er bekommt von mir keine andere eingekauft, und weiß mittlerweile gar zu schätzen, dass ich ja stets seine Dinge bio einkaufe.) In der Schlange weiter vorn hat eine Frau 'Die Faire Milch' im Korb liegen und mir fällt so halb ein Film zum Thema ein, dessen Essenz mir nicht mehr ganz parat war. Also fragte ich einfach freundlich , ob die Frau wisse, was der Ursprung dieser Milch sei. Wir fanden heraus, dass Milch von regionalen Bauern stammt, jedoch in größerer Entfernung verarbeitet und abgefüllt und dann wieder zurück in die Region in den Verkauf gebracht wird. Das passte wieder zu dem mir wieder einfallenden Filmbeitragsinhalten.
    Zwischenzeitlich weckte dies auch das Interesse der zwischen uns wartenden Dame. So entwickelte sich ein ganz munteres Gespräch, das in der 'triumphierenden' Erklärung der zweiten auf den ersten Blick eher unbedarft wirkenden Dame gipfelte; sie habe einen Bericht über Antibiotika im Hühnerfleisch gesehen.
    Im Verlauf ging es dann noch um Pestizide für Raps - E10 Sprit, dass sich selbst alte Menschen in ihren Gewohnheiten doch noch ändern können...


    Erstaunlich wie viele Informationen sich beim Warten in der Kassenschlange, für alle hörbar, austauschen lassen :-).
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      kommentierte am 13.01.2012 um 13:53
      "... Kinderzwangsarbeitsschokolade von Milka & Co...."
      Davon habe ich noch nicht gehört. Würde mich aber interessieren. Hast Du da irgendwelche weitere Informationen oder Links?

      Herzliche Grüße
      Werner
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      kommentierte am 13.01.2012 um 14:59
      Hallo Werner,
      hier gibt's den Filmbeitrag 'Schmutzige Schokolade':
      http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten257.html

      Infos zum gleichen Film auch hier:
      http://www.arte.tv/de/4120458,CmC=4128692.html

      Wikibeiträge zum Thema:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Nestl%C3%A9#Kinderarbeit
      http://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_Foods#Kritik

      --> zwar haben diese Firmen zahlreich ein Abkommen gegen Kinderarbeit geschlossen, der Filmbeitrag zeigt jedoch, dass nicht entsprechend gehandelt wird...
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      kommentierte am 24.01.2012 um 13:19
      Habe nun den Filmlink mal an mehrere Freunde geschickt mit einem kleinen Text dazu, dass ich diese Verhältnisse einfach krass finde und mir sowas nie hab vorstellen können. Und mir ein Verzicht auf Schokolade ja sehr schwer fallen würde, es aber ja zum Glück fair gehandelte Schokolade gibt.

      Nach ca 10 Tagen die erste Antwort eines Freundes, dass er den Film vor einiger Zeit gesehen hat. Dass diese Verhältnisse ja schon schlimm sind. Und dass es vielleicht ein erster Schritt wäre, auf normale Schokolade zu verzichten. Denn bei fairtrade Schokolade wüsste man ja nicht, ob dabei nicht geschummelt wird. Oder ob das Misstrauen da nicht gerechtfertigt ist?
    • kommentieren
      kommentierte am 24.01.2012 um 14:28
      Hallo mela,

      das hört sich so an, als ob Du selbst nicht recht weißt, ob Du froh oder unglücklich über die bislang erfolgte Resonanz bist.
      Ich empfinde es auf jeden Fall als ein Erfolg; nämlich in Sachen Aufklärung.

      Da sind wir aber auch schon bei der Frage des Anspruches angelangt, die mich seit einiger Zeit sehr bewegt;
      WIE NACHHALTIG WILL ICH SEIN (wie hoch meine Ansprüche in Bezug auf Konsum) UM AUCH NACHHALTIG AUF ANDERE ZU WIRKEN?!

      Manchmal scheint mir, dass manche vielleicht geradezu schon 'erleuchtet' in Sachen Nachhaltigkeit leben, aber dem Rest der Menschheit doch irgendwie fern und abgehoben vorkommen. Eben mit Ansprüchen, von denen 'Anfänger' glauben ihnen niemals gerecht werden zu können. Eben einfach 'zu Viel des Guten'.
      So kann auch die Frage, wie fair 'fairtrade' wirklich ist, so zermürbend werden, dass jemand einfach komplett abschaltet nach dem Motto 'Es bringt ja sowieso nichts, weil es keine wirkliche Garantie gibt'.
      Ich denke, einen Anfang zu machen, und das in allen Bereichen des Konsums, ist eine Garantie für Weiterentwicklung!
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      kommentierte am 25.01.2012 um 16:40
      Hallo sedmikraska
      ich bin froh, dass ich überhaupt eine Rückmeldung erhalten habe und rechne es ihm hoch an. Zudem hat er auch noch signalisiert, dass man doch dagegen etwas tun müsste (zB auf Schokolade zu verzichten). Denn die meisten anderen meiner Freunde (und ich denke da entsprechen sie dem Otto-Normalverbraucher) reagieren halt nicht (schätzungsweise schieben sie das Thema weg).

      Ich werde ihm nur schreiben, dass ich fair trade für in der Regel verlässlich halte, man sicher einen Anteil schwarzer Schafe nicht ausschließen kann. Und dass man mindestens ja das Signal gibt, dass Fairness wichtig ist und so auch andere, "unfaire" Unternehmen zu gewissen Maßnahmen reizen kann.

      Ob das dann für ihn ein Argument ist, faire Schokolade zu kaufen, weiß ich nicht.

      Was du schreibst zum Thema "wie nachhaltig will ich sein um auch nachhaltig auf andere zu wirken" ist interessant: Ich habe den Eindruck, dass man mit einem stark von der Norm abweichenden Verhalten, Leute stark provoziert und sie dann ehr ablehnend reagieren anstatt mal drüber nachzudenken.
      Nach dem Motto, so könnten sie sowieso nicht leben, also lassen sie's gleich sein, statt kleine Schritte zu unternehmen. Meinst du das?

      Zum Beispiel reagiert eine Freundin von mir immer schon fast aggresiv, wenn ich einen mir bekannten Rohkost-Veganer erwähne (oder er auch nur auf einem Foto auftaucht). Obwohl er absolut nicht offensiv damit umgeht und sie ihn auch nur einmal gesehen hat.
  • antwortete am 13.01.2012 um 13:59
    Meine Erfolge sind Themenabhängig. Zum Stromwechsel konnte ich 3 Personen überreden (weil mit Atomstrom kaum jemand noch in Verbindung gebracht werden möchte). Meine Taktik war, teilweise humorvolles aber auch teilweise immer mal wieder (also hartnäckiges) Nachfragen, bei denen die "irgendwann später mal wechseln wollten". Zur Reduzierung von Fleisch konnte ich 2-3 Personen überzeugen, Fair-Trade Kaffe/Schokolade (eher wenn ich sie einkaufe und mitbringe). Bei der Frage nach Reduzierung der tierischen Produkte (außer Fleisch) erreiche ich nichts - genauso bei meiner Nachfrage nach Bio/Fair-Kleidung. Wahrscheinlich weil Ökostrom und Bio-Eiermittlerweile zum "Guten Ton" gehören, wenn man nicht völlig uninteressiert, unpolitisch dastehen will, während Verzicht auf Milchprodukte und Ökotextlien noch nur den "Extrem-Ökos" (wie mir) zugerechnet werden.
    • kommentieren
      kommentierte am 13.01.2012 um 15:15
      Dein Beispiel mit Kaffee / Schokolade finde ich sehr treffend: Einfach ein gutes Produkt mitbringen und es kommt immer gut an.
      Das leisten dann die Geschmacksknospen des Gegenüber einfach die Überzeugungsarbeit. Was ohnehin ja effektiver ist als ein so schnell missionierend wirkender Ton bei aufklärend gemeinten Gesprächen.
  • antwortete am 13.01.2012 um 16:24
    An einem Beispiel: Als ich meine Eltern erfolgreich überzeugt habe, zu Ökostrom zu wechseln, hab ich gezeigt, dass ich die Gründe (ob rationale oder nicht) für ihre bisherige Position zu verstehen versuche, insbesondere auch ihre bisherigen Gründe zu verstehen versucht habe, weshalb sie bis dahin noch nicht bei einem solchen Anbieter waren.

    Außerdem habe ich gezeigt, dass ich grundsätzlich auch bereit bin, mich umgekehrt von ihrer Position überzeugen zu lassen, wenn sich herausstellen sollte, dass sie die besseren Gründe für sich hat.
    (die Kriterien selbst, die entscheiden, was gute Gründe sind, wären ggf. indirekt auch in die Offenheit miteinzubeziehen; aber das ist ein hier erstmal zu komplexes Problem, das ich besser mal beiseite lasse)

    Desweiteren habe ich versucht, nie polemisch zu werden, und auch vermieden,
    die Welt schwarzweiß in gute und böse Menschen einzuteilen (z.B. böse Nichtökostrombezieher und gute Ökostrombezieher)

    Soweit mein Beispiel mit ein paar Aspekten, die sicher auch auf andere Fälle übertragbar sind.

    (manches davon überlappt sich mit anderen Statements, aber das macht ja nix, hoffe ich ;`))


    [spätere Einfügung 26.12.2012] : Vgl außerdem meine Antwort zu ähnlicher Frage hier :
    www.utopia.de/gutefragen/fragen/warum-denkst-du-verhalten-sich-so-viele-menschen-nicht/antworten/37337

    .
    • kommentieren
      kommentierte am 14.01.2012 um 23:07
      p.s. Eine gewisse Dialogbereitschaft auf der 'anderen Seite' ist natürlich ebenfalls immer eine Voraussetzung: Je weniger das der Fall ist, umso schwieriger ist es ungefähr ... Und wenn ich bei Leuten den Eindruck habe (aufgrund verschiedener Indizien), dass das nur wenig der Fall ist, überlege ich mir, ob sich die Zeit und Energie überhaupt lohnt, bzw. wieviel davon, um es zu versuchen ...
  • antwortete am 11.01.2012 um 15:25
    Würde mich auch interessieren. Ich komme mir oft als Moralapostel und Spassbremse vor...
  • antwortete am 11.01.2012 um 16:09
    • kommentieren
      kommentierte am 15.01.2012 um 09:06
      Ja, und schon damals teilte ich mit: "gar nicht mehr" und verwies als Begründung auf das längere, ähnliche Statement - an dem sich bis heute leider nichts verändert hat:

      http://www.utopia.de/gruppen/energie-60/diskussion/energiesparen-zu-hause-im-hotel-183181
    • kommentieren
      kommentierte am 15.01.2012 um 09:52
      Dafür meine Leseempfehlung ! Ich kannte den Forenbeitrag noch gar nicht, tja, Utopia hat seine Tiefen, die es zu entdecken gilt.

      Bei manchen Menschen, die nicht sensibilisiert werden wollen, bräuchte es wohl Psychologen, deren Widerstände zu analysieren. Die uns Bekehrten im Grunde sehr geläufig sind. Woraus dennoch nicht automatisch eine Kompetenz resultiert, die Widerstände bei anderen zu erkennen oder diese gar abzubauen.

      Schaut man weit in die Zukunft, werden sich irgendwann die Verhältnisse umgekehrt haben, die Ökos sind in der Mehrheit, identifizieren sich als Mainstream, die "Abweichler" sind die heute Widerständigen, dann haben die Ökos hoffentlich den Erkenntnisschritt vollzogen, es besser zu machen und zeigen Integrationswillen. In Phasen, in denen die Umwelt arg drangsaliert wird (welche m.E. noch im zunehmen sind), neigt der Mensch zu Dramatisierung, hätten wir 90 Prozent der heute erkannten Probleme gelöst, die Energiefragen, den Umgang mit Rohstoffen, der Entsorgung u. Verwertung von Müll, die Etablierung nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe, den Erhalt von ursprünglicher Natur, den Artenrückgang, die Ernährungsfrage usw. - hätten wir dann noch den Elan, uns um die restlichen 10 Prozent zu kümmern ? Vielleicht die nachfolgenden Generationen. Uns erginge es vielleicht ähnlich, wir erleben intensiv die Diskrepanz von Erwartung und Realität, schwindet die Diskrepanz trifft uns diese Entwicklung womöglich in ähnlicher Weise und wir wiederholen das (verhasste) Statement "nun ist aber mal gut".

      Ich schweife ab. STRG-C.
  • antwortete am 12.01.2012 um 13:31
    Da ich davon überzeugt bin, dass die meisten Menschen sehr oft von einem Problem gehört/gelesen/gesehen haben müssen, damit sie nicht nur davon wissen, sondern damit es ihnen auch (permanent) bewusst ist, versuche ich immer und immer wieder zu informieren und Falschinformationen zu widerlegen.

    Ich versuche dabei den erhobenen Zeigefinger zu vermeiden. Vorhaltungen und Besserwisserei erzeugen nur eine Ablehnung beim Gegenüber, gegen die man nicht mehr ankommt. Vorleben und informieren (möglichst aus verschiedenen Quellen und mit verschiedenen Medien) ist da viel besser geeignet.
  • antwortete am 12.01.2012 um 16:24
    Hallo,

    ganz einfach: bei sich selbst anfangen, den anderen, die sagen "Ich kann doch nix ändern" Neee :
    Jeder kann nur bei sich selbst anfangen + wir werden immer mehr.
    Leb so schon über 30 J. geht ganz gut. Vieles wird gar nicht als Verzicht empfunden, ist Befreiung von Konsumzwang.
    Seit Jahren kein Auto mehr, wenn wirklich nötig, gibts Carsharing. Ansonsten: Fahrrad, ÖPNV, Bahcard 50.
    Ist viel bequemer, nervenschonender.

    Liebe Grüße
    viel Freud beim Anfang
    Barbara
  • antwortete am 16.01.2012 um 20:36
    Ich hab in der Kreativbranche oft mit Menschen zu tun die eher gebildet, sowieso non-mainstream sind und vieles kritisch sehen. Viele linke Vegs dabei aber zB keine LOHAS. die lassen sich meistens auf Debatten ein (die ich idR gewinne) und verleugnen nicht gleich Begründungslos alles.

    Mit 2 Gassifreunden red ich oft. Beide sehr intelligent und sozial. Frau ist ein quasi-LOHASianer. Beide essen zB Fleisch, Die Frau nur Bio, Der kerl aus der MTH und weiß trotzdem bescheid, zu teuer und will im Leben nicht verzichten.

    Was ICH fast durchgehend merke:
    - je älter desto sturer - KEINE Ausnahme
    - je älter und zugleich klüger desto fantasievoller die Verleugnung
    - Emotional werden bringt nix und Empathie muss man herleiten!
    - Im Gehirn ist das Ego der Türsteher vorm Erkenntnis-club, darum:
    Nörgel die Leute nicht an, sag nicht sie machen was falsch - lass sie das selbst machen: Versorg den Menschen mit rohen Infos, glaubt er die, stell gezielte Fragen und lass ihn selber Vergleiche ziehen. Im Idealfall früht das zu ner groben inneren Grundsatzdebatte.

    Viele Mensche haben für moralische Konflikte aber ein gutes Frühwarnsystem im Gehrin, das das Glaubenszentrum hochfährt und den Verstand evakuiert. Wenn man keine schlüssigen Gegenargumente mehr hat, wird mal kurz sehr kreativ ein Fantasieuniversum erschaffen mit eigenen physikalischen und ökonomischen Gesetzen, um am eigenen Handeln nichts verwerfliches sehen zu müssen. Die besten Beispiele dafür sind leider meine Eltern. Sie haben Lebensqualität als Religion und die Ignoranz gepachtet.

    Was Schockierendes für Zwischendurch, bei mir zuhaus gelten folgende Gesetze:

    - An zu hohem CO2 Ausstoß sind nur faule Regierungen und fiese Firmen schuld
    - Atomkraft nein danke aber Enbw als Versorger is OK
    - Ökostrom, Fairtrade, BIO-schinken: zu teuer aber 100€ / Monat für Luxusblumensträuße muss sein!
    - Umstellung des konsumverhaltens zerstört Arbeitsplätze und ist daher genauso unverantwortlich!
    - Essen wir keine Tiere mehr, brauchen wir weltweit mehr Ackerfläche
    - Recycling ist eine Erfindung der Regierung, alles wird verbrannt - außer Papier
    - Gebrauchtkauf, pfui! Schmuddelig und Garantie fehlt
    - was neu kaufen was man schon hat, spart den Stress des Nachdenkens, ob man's schon hat
    - was neu kaufen was in Garantiezeit kaputtgeht, spart den Stress der Suche nach Quittung.
    - Etwas nicht zu haben, auch wenn man es nicht nutzt, ist TROTZDEM Verzicht und Verzicht IST Verzicht und BLEIBT Verzicht!

    Traurig und abgedreht aber tatsächlich wahr!
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      kommentierte am 17.01.2012 um 14:55
      Hey, ich denke da ist viel sehr wahres dran, mein Beileid für die Eltern ;-) Naja, sie werden auch ihre guten Seiten haben :-)
      Interessant, dass du den Kerl der Gassifreunde als sozial bezeichnest - der aber andererseits im Leben nicht verzichten möchte. Wie bringt er das zusammen? Kann es sein, dass der Zusammenhang zwischen zB Fair kaufen und sozial sein vielen nicht bewusst ist?
      Ein Freund von mir (der sich selbst durchaus auch als sozial bezeichnen würde, auch durchaus religiös ist und komplex denken kann) hat mal die Aussage gemacht, dass sie sich den guten fair gehandelten Kaffee dann doch in der Regel "nicht leisten". Als wäre der Kaffe primär für sie ein Luxus - der soziale (und für mich ausschlaggebende Effekt) schien da nicht so präsent zu sein. Kann doch garnicht sein oder?
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      kommentierte am 21.01.2012 um 18:57
      Ja, haben sie ;) Sie sind sogar in vielerlei Hinsicht zu gut für die Welt. Ein krasser Wiederspruch aber ist so. Ähnlich der männliche Gassifreund.... Damit wollte ich eig. sagen, das ise eben einfachein Widerspruch der einem echt erst bewusst werden muss.
      Die vier Personen hier sehen das, wie viele andere unbewusst erstmal so:
      Man selbst hat zuallererst mal ein Geburtsrecht auf jeden Luxus und generell alles, was einem im Entferntesten gut tun kann (lecker Ja!-Wurst, Tchibokaffee, Chinaware, Mindestlohn, Steuervergünstigungen, Opferbereitschaft derer die "zu viel" haben,....) Und wenn man sichs nicht leisten kann, hat man trotzdem alles Recht der Welt drauf und MUSS folglich das billige nehmen da können ruhig die Ellbogen raus. Aber Manager und Banker sollen gefälligst auf ihre Boni verzichten und nicht zocken, so dass ein gesichts- und namenloses Gesindel irgendwo im Land ihre Häuser oder Jobs behalten dürfen? LOL! Gibt doch Harz4, Sozialwohnungen und Selbstmordmethoden was willst du?
      DA liegt der totale Wiederspruch in unserem gesellschaftlich anerkannten Vorstellungen von Gerechtigkeit, Fairness und Moral! Die die mehr als man selbst haben, sollen nicht... müssten doch... dürfen nicht einfach... Aber man selbst ist immer das geschlagene Opfer und die pure Unschuld mit Recht auf Sonderbehandlung oder keine andere Wahl! Selig sind einzig nur die wahrhaft Armen. Denn ihrer ist die Erdenhölle alles was sie haben und nur sie haben keine Wahl und als einzige das Ellbogenrecht.
      Selbst wenn man religiös ist, braucht dafür nicht komplex denken. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Simpel! Ich bin zwar absolut nicht religiös aber da hatte Jesus eben recht.
  • antwortete am 02.07.2014 um 12:05
    Meine Mitmenschen motiviere ich gar nicht, jedenfalls nicht indem ich aktiv auf sie zugehe um Überzeugungsarbeit zu leisten.

    Ich selbst möchte nichts aufgezwungen bekommen und wenn es jemand bei mir versucht, sieht er im nächsten Moment meinen Rücken...

    Aber ... ich lebe meinen Überzeugungen gemäß, weitgehend jedenfalls (die Heiligsprechung steht noch aus und wird auch in diesem Leben nicht mehr stattfinden...). Und -sofern ich in meiner Weise zu leben auf Akzeptanz stoße- kann ich bei Anderen einen Anstoß bewirken.

    Mein Bruder, der in ökologischer Hinsicht genauso drauf ist wie ich, hat mir mal verbittert über die politische Situation (in unserem Land) geschrieben: "Dein soziales Engagement in Ehren aber glaubst Du, daß Du auch nur irgendetwas damit änderst?".

    Ich habe ihm darafhin geantwortet, daß es darum gar nicht ginge. Wenn ich abends noch in den Spiegel sehen möchte, muß ich meinen Überzeugungen gemäß leben, gleich ob ich der einzige Mensch auf der ganzen Welt bin, der nicht in den Bach springt.
  • antwortete am 12.01.2012 um 21:47
    "Wie bringt ihr eure Mitmenschen dazu, wenigstens mal drüber nachzudenken, ob sie etwas an ihrem Konsumverhalten ändern können? Wenns auch in klitzekleinen Schritten ist...."

    je mehr Freiheit wir zugestehen, desto besser. Das ist die Vorraussetzung.

    Vor der Veränderung muss sich ein Bewusstsein dafür einstellen.
    Das ist uns ja erstmal aberzogen worden - die schlimmen Zustände sind erstmal nicht bewusst.

    Das ist ein Prozess.

    Diskussionen können ein Samen sein, der erst mal unter der Erde wächst bis er an der Oberfläche sichtbar wird.

    Ich wünsche mir Toleranz, gute Nerven und Geduld - alle lassen sich nicht bekehren, damit muss man leben.

    Ich bin der Meinung dass es einen Grund geben muss, dass wir unseren freien Willen bekommen haben.

    Eckhart Tolle - Transformation der Erde & meine Verantwortung
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      kommentierte am 21.01.2012 um 20:24
      Schön gesagt aber mit der Freiheit ist das so eine Sache... Gib mir Freiheit zu entscheiden und und ich entscheide - für mich! Ich bin selbst ein sehr freiheitsliebender Mensch, aber das paradoxe an der geliebten Freiheit ist, im Normalfall verhält sich der Mensch, je freier er ist, auch umso eingennütziger. Er wählt Parteien, die seine Interessen vertreten, kauft und isst, was billig und lecker ist und meidet, alles was persönlich weniger vorteilhaft ist oder einer Aufopferung gleichkommt.

      korrekterweise müsste das hießen: je mehr Freiheit wir denen zugestehen, die unserer Freiheit ausgeliefert sind desto besser... Wenn das aber ohne weiteres ginge, würde Diktatur funktionieren. Diktatur oder vielmehr Autokratie heißt umgekehrt, die Führer sind frei vom Diktat des Volkes und sie nutzen das leider. Wie wir - die deutschen Konsumenten - unsere Freiheit als Autokraten der der globalen Marktwirtschaft auch nutzen.

      In wahrheit sollten wir nicht frei sein sondern müssten beherrscht werden. selbstbeherrscht durch Ethik und Moral, die uns einschränkt und an Unmenschlichen Taten hindert. Dafür braucht es aber Bildung um die Welt weise in Richtig und Falsch einzuordnen und damit echte unzweideutige Moral - die heut nur sehr selten ist und leider allzu oft nicht anerzogen wird. Stattdessen aber pseudo-edler eindimensoinaler Neoliberalismus. Keiner soll dir was vorschreiben blabla.. Tu worauf du Lust hast blabla... Kümmer dich nicht was andere denken blabla.. und was kommt bei raus? Kälte und Unmenschlichkeit.
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      kommentierte am 27.01.2012 um 09:42
      Auf der Suche nach dem Beitrag von Eckardt Tolle habe ich diese Seite zum Thema Verantwortung gefunden:
      http://www.dzig.de/Filme-Verantwortung
      Schön natürlich der Beitrag von Volker Pispers, aber auch der Beitrag von Richard David Precht.
      Richard David Precht kannte ich bis jetzt noch nicht, sehr interssante Ansichten!
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      kommentierte am 27.01.2012 um 10:10
      genialer Link - vielen Dank dafür - Tolle finde ich insgesamt sehr wichtig und wohltuend

      ebenso Precht

      besonders der ist mir aufgefallen - Warum ich kein Verschwörungstheoretiker bin

      empfehlenswert - dem würde ich mich anschließen

      http://www.youtube.com/watch?v=IPpQGv9xwDY&feature=player_embedded
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      kommentierte am 27.01.2012 um 10:23
      zum Thema lernen

      Kinder lernen durch beobachten und nachahmen - das hat also mehr Bedeutung, als das was man ihnen sagt über Ethik und Moral und Selbstbeherrschung.

      Hier ein Mutmacher vom Zukunftskongress2020

      http://www.utopia.de/gruppen/1000-gute-nachrichten-menschen-und-151/diskussion/schulfaecher-wie-verantwortung-herausforderung-zukunft-gibt-199369
  • antwortete am 14.01.2012 um 20:36
    Als Mitbegründerin des Second-Hand Verbandes und Beraterin in der Branche habe ich zu 80% gebrauchte Sachen, u.a. Kleidung. Da bin ich auch für Geschäftstermine und Feiern ausgestattet. Wenn mir dann jemand ein Kompliment macht, sage ich dem meist erstaunten Gegenüber, dass ich das aus dem Second-Hand Laden oder vom Flohmarkt habe. Wenn ich dann evtl. noch den Preis nenne, ist jede Diskussion überflüssig.
  • antwortete am 14.01.2012 um 21:03
    Heute las ich einen Ausspruch von Franz Kafka:
    "Alles Reden hilft nicht, wenn das Vertrauen nicht da ist."

    Das bedeutet, daß nur die Leute etwas annehmen werden, die auch Vertrauen haben, daß es etwas bringt, wenn sie ihr Verhalten ändern.
    "Etwas bringen" im weitesten Sinne: Für sie selbst, für die Umwelt, für faire Handelsbedingungen.

    Wenn wir also eine Verhaltensänderung herbeiführen wollen, dann müssen wir auch in der Lage sein, Vertrauen zu wecken.
    D.h. für mich, daß ich nur dort meine Umwelt auf ihr Verhalten anspreche, wo ich mir meiner Sache selbst sehr sicher bin und jederzeit die Hand ins Feuer halten würde für die Behauptung, daß eine Verhaltensänderung "etwas bringt".

    Ich manchen Fällen ändere ich zwar selbst mein Verhalten -weil ich das so will, auch ohne sicheren Beweis, daß es etwas bewirkt.
    Würde aber nie von anderen verlangen, das ebenfalls zu tun.

    Beispiel: Mülltrennung. Niemand weiß, ob es wirklich was bringt, oder ob der Müll nicht hinter meinem Rücken wieder zusammen geworfen wird.
    Trotzdem trenne ich natürlich sauber.
    Wenn jemand sagt, da glaubt er nicht dran, kann ich ihn kaum vom Gegenteil überzeugen.

    Zur Zeit ist es auch mit Bio ein Problem.
    Sowas wie der Bio-Skandal in Italien ist ja nicht gerade vertrauensbildend.
    Trotzdem kaufe ich natürlich wie bisher meine Bio-Lebensmittel, schon aus Prinzip und weil ich mir einbilde, die vertrauenswürdige Kanäle zu kennen.
    Überreden kann ich aber die Leute nur in den Bereichen, wo ich wirklich sicher bin.
    Z.B. daß es besser ist, Fleisch ab Bio-Hof der Nachbarschaft zu kaufen, statt im Billig-Supermarkt um die Ecke.

    Um überzeugen zu können, sollte man ein Stück weit Experte sein.
    Ich bin z.B. kein Experte, was die Wertschöpfungskette von Öko-Klamotten angeht.
    Also kann ich auch schlecht jemanden überzeuge, die zu kaufen.
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      kommentierte am 14.01.2012 um 21:48
      Liebe Maria,

      da ist was dran - deshalb möchte ich das gleich an dir ausprobieren. Ich habe mal einen Film über Baumwollproduktion gesehen. Es heißt 25% aller Pestiziede weltweit werden für die Baumwollplanzung gespritzt. Und das Spritzen ist für die Arbeiter sehr geundheitsschädlich. Weil darunter viele Analphabeten sind die die Gebrauchsbeschreibungen nicht lesen können gibt es auch immer wieder Todesfälle. Deshalb kaufe ich Bio-Baumwolle (denn selbst ohne Fair-Trade-Label ist das Gift-Problem das Schlimmste) - Biobaumwolle + Fair.Trade finde ich natürlich noch besser.

      Kann ich dich evtl überzeugen?

      LG Marion
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      kommentierte am 14.01.2012 um 22:02
      Marion...Du rennst bei mir offene Türen ein.
      Natürlich ist Bio-Baumwolle das einzig Wahre.

      Das Problem ist hier aber ebenfalls das Vertrauen:
      Sehr vielen Billig-Angeboten von angeblicher Öko-Kleidung traue ich nicht.
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      kommentierte am 14.01.2012 um 22:36
      Ich habe in den 80er immer in den Ferien in einem Großlager für Gemüse gearbeitet. Zu dieser Zeit kam ich das erstemal mit BIO in Berührung( BIO= fauler Salat, kleine schrumplige Ämpfel,usw.) Immer wenn BIO ausging haben wir einfach Salat aus den anderen Kisten genommen ein paar Blätter abgerissen und in die BIOKiste gestopft. Damals, als Student hatten wir ja keine Ahnung was das ganze soll.
      Ich habe lange diese Skepsis bezüglich Bio beibehalten, auch wenn wir lange schon BIO kaufen. Erst in den letzten Jahren, als ich mich intensiver mit dem Ganzen auseinander gesetzt habe ist mein Vertrauen gewachsen. Wenn es zB um die Frage Milch vom Hofer "Zurück zum Ursprung" geht kann ich guten Gewissens die Produkte empfehlen, habe ich doch einen ZulierferHof gesehen auf dem meine Tochter 3 Wochen gearbeitet hat.
      Das Vertrauen zu den Produkten muss sich jeder letztendlich selbst aufbauen, schade ist natürlich wenn durch greenwashing das Vertrauen hintergangen und missbraucht wird.
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      kommentierte am 14.01.2012 um 22:48
      @ Maria_L ..ach so alles klar, ja ich kaufe auch lieber bei den Spezialisten und auch da hoffe ich, ich kann vertrauen...
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      kommentierte am 14.01.2012 um 23:00
      Ah ja was ich eigentlich noch schreiben wollte. Bio war für mich das Bild von kleinen nicht allzu gerade gewachsenen Früchten. Immer wenn ich eine BIOFrucht sah, die gleich wie eine konvebtionelle Frucht aussah, dachte ich, da stimmt doch etwas nicht. In unserem BIOstadtgarten den wir die letzten 20 Jahre betrieben wurden die Frücht halt nicht sehr groß, schlechte Erde, wenig Sonne usw. dachte immer , das sind halt Gartenfrüchte von Laien und nicht von Profis.
      Seit zwei Jahren weiß ich aus eigener Erfahrung ( http://www.utopia.de/profile/Richard-Burgenlandler/galerien/erntesegen-1577?page=12 ), dass Früchte auch wenn sie biologisch gezogen werden groß ,saftig und schön sein können. ...das wuste ich natürlich schon vorher, aber dieses Vorurteil hatte sich so festgefressen im Kopf bis die eigene Erfahrung mich eines besseren belehrte. Auch heute noch begene ich in so mancher Diskussion bei ander Menschen, diesen von mir ewig herumgetragenen Vorurteilen.
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      kommentierte am 16.01.2012 um 21:39
      Absolut! allzu wahr!

      Aber trotz Skandalen und Restrisiko gilt: Tust dus gar nicht wird aus Risiko ne sichere Pleite.
      Viele glauben aber eher vorsätzlich daran, dass alles für die Katz ist, so dass sie sich zurücklehnen und den Stress der Gewohnheitsänderung sparen zu können. Davon kann ich ein Liedchen singen...

      Das mit dem "Restrisiko" gibts aber bei ALLEM und kommt als Argument GARNIX zu tun, nur aus Bequemlichkeit.
      zB dass oft getrennter Mülls als Ersatzbrennstoff endet stimmt echt. Stopft man aber alles in die graue Tonne wirds zudem teuer und wird definitiv alles verbrannt. Kann man doch der Müllfirma überlassen. Die hat sicher ihre finanziellen Gründe, zu sagen dass Plastikbecher, dosen und Alu zum Glas in eine Tonne soll (is bei uns so)
  • antwortete am 24.01.2012 um 16:08
    Die meisten Menschen interessieren sich nicht für Tierrechte, weil es vermeintlich keine Auswirkungen auf sie hat. Und Menschen lieben es belogen zu werden, besonders wenn die Wahrheit unangenehm ist. Also versuche ich interessante Geschichten zu erzählen, z. B. davon wie gut es mir geht seit ich keine tierischen Produkte zu mir nehme.

    Nachrichten über vergiftete Eier, verseuchtes Fleisch etc. beträfen mich nicht. Meine Gelenkbeschwerden sind dank besserer Cholesterin- und Harnsäurewerte verschwunden und (Achtung, der absolute Burner!) ich habe abgenommen. Abnehmen interessiert jeden.

    Übrigens ist es genauso beim Thema Umweltschutz. Fast niemand interessiert sich für CO2-Emissionen durch Stromverbrauch. Also halte ich den Mund darüber, sondern erzähle davon wie meine Stromrechnung gesunken ist, seit ich die teuren LED-Glühlampen benutze. Geld sparen interessiert auch jeden.
  • antwortete am 27.10.2012 um 13:54
    Ich glaube, darüber nachdenken tun die Meisten, aber wenn die Schokolade so viel Günstiger ist wie das fair-traid-Gegenstück und der Süßhunger eine verlangt!
    Warscheinlich mache ich mich jetzt durch diese Antwort unbeliebt , doch das Problem erkennen ist das eine, sich zu ändern ist noch 1000 mal schwieriger.

    Ein Beispiel ich bin mir meiner Persönlichkeitsstörung bewusst aber ich kann nur sehr schlecht dagegen ankämpfen...

    Wenn das Wörtchen wenn nicht wär....

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