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Gute Fragen

  • Stephan Rieping

    Wie lege ich ein Hochbeet an?

    Klar noch ist Winter, aber die Tage werden länger und der grüne Daumen juckt. Das Projekt Hochbeet hat mich als Kompost- und Selbstversorgerfan eigentlich schon immer gereizt und Platz im Garten ist genug. Also wie gehe ichs an? Freue mich auf Eure Erfahrungen und Tipps aus erster Hand!

    Sonnige Grüße
    Stephan

    Gefragt von
    Stephan Rieping
    am 15.Februar 2013, 07:53 | 8 Antworten

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  • bastler

    Die Hauptvorteile eines Hochbeets sind wohl,
    daß
    1.) durch die Kompostierungsvorgänge (bzw. bei einer ungünstigen Struktur des Beet-Bodens: durch die Gärvorgänge) in seinem Inneren zusätzliche Wärme, Feuchtigkeit und CO2 erzeugt wird, was zu einem früheren und schnelleren Pflanzenwachstum führt
    2.) Nährstoffe über einen Zeitraum von mehreren Jahren verfügbar gemacht werden
    3.) aufgrund der erhöhten Lage und des luftigen Untermaterials die Gefahr von Staunässe reduziert ist (wenn sich der unterste Teil des Beets inmitten eines wasserdichten Untergrunds befindet, also eine Art Wanne ohne Ablauf bildet, muss natürlich für eine Ablaufmöglichkeit des Wassers gesorgt werden, sonst kann das Hochbeet zu einem kleinen Biogasreaktor mutieren)
    4.) auch in normalerweise dafür ungeeigneten Umgebungen ein naturnahes Gärtnern ermöglicht wird
    5.) das anstrengende Knien oder Bücken bei der Gartenarbeit entfällt und nun die Möglichkeit besteht, Rückenprobleme auszukurieren, die man/frau sich zuvor durch das Anlegen des Hochbeets zugezogen hat :)
    6.) bei fachgerechter Konstruktion ein Schutz gegen Wühlmäuse und Schnecken erreicht werden kann

    Anmerkungen:
    zu 2.)
    da die Nährstoffzufuhr aus dem Boden im Lauf der Zeit nachlässt, sollten während der 5-7 jährigen "Lebensdauer" des Hochbeets sukzessive Starkzehrer - Mittelzehrer - Schwachzehrer angepflanzt werden, gegen Ende vielleicht auch Leguminosen (wie z.B. Erbsen oder, noch besser: Süßlupinen ;)
    zu 6.)
    Gegen Mäuse und dergleichen muss der Untergrund mit einem engmaschigen Drahtgitter ausgelegt werden.
    Gegen Schnecken ist es vorteilhaft, die Außenfläche möglichst dicht und glatt zu gestalten, z.B. durch die Verwendung glattgehobelter und eng aneinanderliegender Bretter. Da müssen sich die kleinen Monster erst einmal hochschleimen... Zusätzlich kann an der Oberseite z.B. ein nach außen abgewinkeltes Blech angebracht werden, das auf der Unterseite mitsamt dem oberen Wandbereich der Beetumrandung mit (unparfümierter) Schmierseife eingerieben wird - für Schnecken ein kaum zu überwindendes Hindernis. Das Blech dient als Regenschutz, einmal für die Schmierseife und zweitens für das Holz, womit es dessen Lebensdauer verlängert.
    Die verwendeten Holzbretter dürfen natürlich keinesfalls chemisch imprägniert sein, nicht nur wegen der möglichen Kontamination der angebauten Pflanzen (zumindest sofern diese als Nahrungsmittel gedacht sind), sondern auch, weil es kaum möglich ist, ein solches Holz - das durch die Behandlung zum Sondermüll wird - irgendwann später noch sinnvoll weiterzuverwenden, z.B. zerkleinert als Grundlage für ein neues Hochbeet, kleingehäckselt als Kompostzuschlagstoff oder auch als Brennholz.
    Bretter aus Lärche oder Eiche halten übrigens auch unbehandelt ca. 15 Jahre lang. Bei billigem Fichtenholz sollte schon bei der Konstruktion darauf geachtet werden, daß die Bretter leicht zu demontieren sind. Mit einer wasserdichten Innenlage (z.B. aus PP) versehen, werden aber auch Fichtenbretter mindestens fünf Jahre halten (nach meiner Schätzung).

    Noch ein Hinweis, als Ergänzung zu den bisherigen guten Beschreibungen zum Aufbau der Schichten: bitte keinen Torf oder torfhaltige Erdgemische verwenden! Heutzutage ist schon fast an jeder Straßenecke eine reichhaltige Auswahl an torffreien Substraten erhältlich.
    Auf Torf zu verzichten ist aktiver Natur- und Klimaschutz !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Beantwortet von bastler am 17.Februar 2013, 15:42
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  • Tanja Selentschik

    ich hatte haufenweise Grünschnitt und Äste und ziemlich viele Ziegelsteine in meinem neuen Garten.
    Also hab ich erstmal ein großes Loch gegraben, Hasendraht rein gelegt,ein paar Steine rundrum gelegt, Äste rein und Grünschnitt drauf, Die Steinmauer höher gezogen, den Aushub drauf geworfen und die "Mauer" denentsprechend angepasst. Das ganze ist ungefähr 2x1 Meter, sieht recht gut aus, obwohl sich am Anfang alle an die Stirn getippt haben.
    Dann hatte ich noch 3 kaputt gefrohrene grüne Regenfässer. Ich habe den Boden abgesägt und ein nettes Blumenmuster reingebohrt. Dann habe ich das Teil halb im Boden versenkt, Hasendraht rein, kleine Zweige, Grünschnitt, Aushub, fertig. Perfekt für Kürbise oder Zucchini.
    Ich mag das beim ernten einfach mal Platz zu nehmen, ohne allzu tief in die Knie zu gehen :o) und der Hund kann nicht dran schiffen.
    Für solche schnell gemachten Hochbeete, wo einfach nur alles rein geworfen wird eigenen sich natürlich keine Karotten oder Karoffeln. Aber Tomaten und ähnliches. Man muss nur aufpassen, dass nicht zu viel Freiraum bleibt, also immer schön drauf rum springen.
    Achtung - jeder richtige Gärtner meinte, dass wird nicht funktionieren - bei mir klappt es aber seit 5 Jahren.
    Nur immer schön engmaschiges Hasendraht unten rein legen.
    Mit der Ernte bin ich teilweiße bis zu einem Monat früher dran als meine Gartennachbarn.

    Beantwortet von Tanja Selentschik am 15.Februar 2013, 16:06
    • Stephan Rieping

      Ja, Tanja, so ähnlich stelle ich mir das vor. Ich guck mal, was ich bei mir so finde und bastel mir...mehr

      Stephan Rieping am 17.Februar 2013, 08:02
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  • Dotti

    Hi,
    ich muss mich den bereits aufgezählen Nachteilen anschließen.
    Unser Hochbeet wurde außer von den Schnecken auch noch von kleinen, langschwänzigen Nagern bevorzugt.
    Außerdem nutzten die Katzen aus der Nachbarschaft es als Toilette.
    Wir haben es wieder abgebaut. Unser Kompost kommt jetzt in die normalen Beete und ins Gewächshaus. Letzteres kann ich sehr empfehlen. Unsere Tomaten und Gurkenernte war super und so lecker!
    Als Fazit für uns hat sich im nachhinein herausgestellt, daß es nicht viele Vorteile gibt. Normale Beete tun es auch.

    Falls Du es trotzdem versuchen willst, viel Spaß und einen Tip hätte ich doch noch: mach es nicht zu hoch. Du musst ja alles auffüllen und auch immer wieder nachfüllen, weil die Erde lange nachverdichtet.

    Liebe Grüße
    Dotti

    Beantwortet von Dotti am 15.Februar 2013, 11:00
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  • Maria_L

    Die Frage ist vor allem, warum Du eines anlegen willst?

    Über Transition Town bin ich an eine Aktion gekommen, wo auf einem ehemaligen Gewerbegrundstück mit Kiesfläche ein Garten für die Mitarbeiter eines Sozialkaufhauses entsteht.
    Da das Grundstück eine ungeklärte Vergangenheit hat, möchte man nicht direkt in die Fläche pflanzen.

    Ein weiterer Grund kann eine Behinderung sein.
    Hochbeete können Rollstuhlgerecht angelegt werden.

    Sinn machen sie evt. auch dann, wenn man einen winzigen Garten hat und einen ganz kleinen Teil sauber abtrennen möchte, z.B. von einer Sitzgelegenheit.

    Hier mal kurz die Nachteile, die ich sehe (auch aus eigener Erfahrung):
    - Die Anlage macht wahnsinnig viel Arbeit
    - Das Material zum Umfassen muß entweder aus Stein, Plastik oder behandeltem Holz sein.
    Unbehandeltes Holz ist innerhalb kurzer Zeit kaputt.
    - Es braucht u.U. zusätzliche Materialien wie Folie, Maschendraht
    - Das Material für das Hochbeet muß mühsam heran geschafft werden
    - Es entstehen Hohlräume, die die Schnecken sehr lieben
    - es läßt sich schlecht bearbeiten (Mulch und Kompolst auftragen, Wasser muß man hochheben)
    - es trocknet schneller aus

    Wenn Du einen pflegleichten Selbstversorgergarten haben möchtest und genug Fläche, dann ist meine Dauermulchmethode, die ich mal ausführlich beschrieben habe, wesentlich besser geeignet.

    Wenn Du trotzdem ein Hochbeet willst, dann guck mal hier:
    http://www.bio-gaertner.de/Gartengestaltung/Hochbeete-Wabenbeete-Kraterbeete
    Da gibts auch noch mehr Alternative Beetformen beschrieben.

    Beantwortet von Maria_L am 15.Februar 2013, 09:22
    • Maria_L

      Hi Bada, ich stelle mir das so mühevoll vor, den Kompost bzw. die Gieskanne so hoch zu heben....mehr

      Maria_L am 15.Februar 2013, 14:24
    • Bada

      Meine Tochter hat ein Hochbeeet angelegt, da sie "Rücken" hat. Es funktioniert seit Jahren sehr gut,...mehr

      Bada am 15.Februar 2013, 14:13
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  • Saaba

    Da es noch Winter ist:
    Für das neue Hochbeet für die unterste Einfüllung JETZT noch den Grünschnitt machen, Hecken und Weiden max. bis 1. März wegen der Vögel.
    Gutes Gelingen!

    Beantwortet von Saaba am 28.Februar 2013, 14:26
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  • Stephan Rieping

    Liebe Alle!

    Ich danke Euch herzlich für ausführlichen Antworten und die engagierte Diskussion.
    Ich werds jetzt einfach in Peter-Lustig-Manier angehen und wenns nicht total in Hose geht, dürft Ihr auch eine kleine Utopia-Doku in meinem Blog darüber erwarten.

    Jetzt muss es nur noch ein klein wenig Frühling werden und dann gehts los . . . :-)

    Sonnige Grüße
    Stephan

    Beantwortet von Stephan Rieping am 19.Februar 2013, 10:42
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  • mimmmii

    Oh mein Gott, ich finde das alles wahnsinnig hilfreich. Vielen Dank!

    Beantwortet von mimmmii am 29.August, 11:04
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  • Richard-Burgenlandler

    Ich weis ja dass man eine Frage nicht mit einer Gegenfrage beantwortet dennoch stelle ich eine Frage.
    Hier lese ich von Hochbeeten mit Einfassung und wenn man im IN sucht findet man auch nur diese Systeme. Jetzt habe ich ein kleines Büchlein aus den 70er, da wird ein Hochbeet beschrieben, dass ohne jede Einfassung auskommt. In einer etwa 20 cm tiefen Grube (Aushub) werden Zweige eingelegt und dann folgen verschiedene Schichten mit entsprechenden Funktionen, alles sehr schön beschrieben.
    Was mir dabei allerdings noch nicht aufgegangen ist, ist der Vorteil gegenüber einer ganz normalen Bodenbearbeitung.
    Also meine Frage "Wo liegt der Vorteil eines Hochbeetes"?

    Beantwortet von Richard-Burgenlandler am 16.Februar 2013, 19:54
    • Richard-Burgenlandler

      Bei schlechtem Boden habe ich eher an die Baugrube rund ums neue Haus gedacht, die dann mit 5 cm...mehr

      Richard-Burgenlandler am 17.Februar 2013, 18:19
    • Maria_L

      Ja, die Vorteile bei schlechtem Boden sehe ich auch. Allerdings würde ich als alte Pragmatikerin...mehr

      Maria_L am 17.Februar 2013, 18:10
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