Gute Fragen
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Wie lange dauert eigentlich "nachhaltig"?
Etwas überrascht über die etwas flachsinnig wirkenden Werbe-Maßnahmen von OBI, stolperte ich über diese Test-Aktionen, bei denen Nutzer von Farben oder gar Laminat-Böden die "Nachhaltigkeit" selbiger testen sollten!
Gefragt von
Mich würde dann schon interessieren, welche Methoden die privaten Tester dafür anwenden und wieviel Zeit sie sich dafür nehmen, um das Ergebnis abzuwarten.
Aus dem Bauch heraus hätte ich für Farbe jetzt mal 3 Jahre und für den Boden mindestens die doppelte Zeit veranschlagt. Reden wir von wirklich nachhaltig (in diesem Fall = langlebig), sollte man eher vom Doppelten reden.
Hat aber OBI soviel Zeit? Wird man dann noch auf dieser Plattform werben? Denken die Käufer dieser Produkte dann überhaupt noch an ihre Test-Aufgabe? oder haben gerade Diejenigen dann schon längst auf die Werbung dieses oder eines anderen Anbieters reagiert und alles wieder übertüncht, bzw. das Plastik gegen PVC ausgetauscht?
Man sieht daran wieder, wie unterschiedlich Begriffe verwendet oder verstanden werden können...
Nachhaltige, langlebige und möglichst umweltfreundliche Farben oder Böden biete ich auch an. Die bestehen dann aber aus natürlichen Materialien und wachsen meist auch noch nach...
http://www.oeko-energie.de/produkte/oeko-baustoffe/index.phpHannilein
am 05.Dezember 2011, 17:24 | 6 Antworten
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Die Nachhaltigkeit einer Wandfarbe würde für mich unter anderem bedeuten, dass sie aus natürlichen Materiealien, die normal, also nicht auf dem Sondermüll entsorgt werden, kann. Das kann ich nur anhand des Beipacktextes glauben oder nicht.
Beantwortet von Richard-Burgenlandler am 05.Dezember 2011, 17:55
Das die Farbe nicht nach 3 Jahren vergilbt und beim erste Überstreichen auf der Walze klebt.
Wobei ein 2 maliges Überstreichen ohne Abscheren und Spachteln in Abständen von 5 -8 Jahren wünschenswert ist.
Das sie Diffusionsoffenporig ist und eine geeignete Verbindung mit dem Untergrund eingeht. (Auch eine Glaubensfrage)
Das sie leicht zu verarbeiten ist, ist selbstverständlich hat aber mE nichts mit Nachhaltigkeit zu tun.
Das man kein Kopfweh bei der Verarbeitung bekommt durch ausgasende Lösungsmittel und dass die Bindemittelemissionen in einem Absehbaren Zeitraum aufhören.
Das sie nach 3maligen Überstreichen noch immer mit Wasser löslich ist und sich leicht von der Wand löst ohne das man einen Schremmhammer benötigt.
Wie das alles in einem 3 wöchigen Test festgestellt werden kann entzieht sich meiner Kenntnis.
Bei den Farben von Auro habe ich einige dieser Faktoren in den letzten 20 Jahren positiv feststellen können, aber die ist ja nicht von OBI
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Hallo Utopia,
Beantwortet von emmaradio am 07.Dezember 2011, 15:30
da ich mich ja an anderer Stelle bereits in die Obi-Dikussion eingemischt habe, möchte ich auch hier nochmal ein paar Anmerkungen machen, die sich sowohl an Utopia als auch an Obi richten.
Ihr schreibt: "Daher haben wir uns entschlossen, bei dem aktuellen Test [...] die Formulierung wie folgt zu ändern: "Unterziehen Sie den Laminatboden in den eigenen vier Wänden dem Praxistest." Dadurch wird deutlicher kommuniziert, dass wir keine Tests im Versuchslabor erwarten, sondern einen Test vom Verbraucher für Verbraucher."
Da frage ich mich nun erst recht was der Produkttest dann überhaupt soll. Es hilft nicht wirklich weiter die Obi-Test-Reihe im Nachhinein zurechtzubiegen auf irgndwas-mit-Nachhaltigkeit. Aus meiner Sicht, habt hier das ganze Obi-Ding von Anfang an falsch aufgezogen und es ist nicht verwunderlich, dass so viele Utopisten darüber irritiert sind.
Obi schreibt (und das ist eine aktuelle Formulierung, so wie sie jetzt Online ist): "Das Wichtigste – finden wir – ist, dass sich OBI verstärkt auf den Weg machen will! Auf Utopia sucht OBI – anders als viele andere Unternehmen – nicht den gewöhnlichen Dialog über seine gesamte Nachhaltigkeitspolitik. Der Baumarkt möchte mit Hilfe der Utopia-Community die Produkte seiner Eigenmarken nachhaltiger gestalten. OBI ist auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit und fragt jetzt nach der Erfahrung und Meinung der Utopia-Community."
Zum Laminat-Test heißt es: "[...] helfen Sie so anderen Menschen auf der Suche nach guten Produkten und OBI auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit."
Der Begriff "Nachhaltigkeit" wird also als Aufhänger benutzt ohne geklärt zu haben, welchen Begriff von Nachhaltigkeit hier zu Grunde gelegt wird. Der Begriff ist keineswegs per se eindeutig. Wer sich mit Nachhaltigkeitsliteratur beschäftigt, merkt schnell wie offen das Konzept ist. In der Wissenschaft ist es deshalb üblich in j e d e r Arbeit zu diesem Thema eine Arbeitsdefiinition festzulegen. So ähnlich hätte das auch hier geschehen sollen. Von mir aus in aller Öffentlichkeit zusammen mit der Community erarbeitet. Dann wäre viel Glaubwürdigkeit gewonnen und dann hätte ein darauf basierendes, sinnvolles Testverfahren vielleicht auch mehr Akzeptanz gefunden.
Lukita hat dazu erst kürzlich wieder ein Konzept von N. vorgestellt. http://www.utopia.de/blog/beitrag/lexikon-der-nachhaltigkeit-ziele-und-wege-nachhaltigkeit Sie bietet da eine globalere Defintion an, die durch entprechende Indikatoren je nach Gegenstand (hier: Unternehmenschhaltigkeit) ergänzt und Maßnahmen konkretisiert werden müssten. Es ist ja nicht so, als wäre das Thema N. nicht schon hinreichend auch in diversen Gruppen diskutiert worden. Davon könnte ruhig mal was umgsetzt werden.
Und auch Utopia hat ja inzwischen u.a. mit dem Changemakerprogramm einige gute Erfahrung mit Unternehmensnachhaltigkeit. Davon finde ich hier irgendwie nicht viel wieder. Der Verdacht drängt sich nun auf, dass Obi vorschnell mit dem Begriff N.(oder auch Zitat Obi:"Ökoprodukt") um sich wirft und in erster Linie Kunden an sich binden möchte. Doch hat Obi ja (noch) nicht viel verändert und vor allem an keiner Stelle explizit gemacht, was N. für das Unternehmen Obi denn konkret bedeutet. Dafür aber bereits eine ganze Menge Marketing mit Unterstützung von Utopia gemacht und Ich fürchte der Schuss geht so nach hinten los. Statt Interessewecken für Obis "neue" Unternehmenslinien, zu laut in den Wald gerufen und das scheue Reh verschreckt. Oder die Socken vor den Schuhen ausgezogen. Mir missfällt dieser vorauseilende Kuschelkurs doch sehr.
Ein paar hilfreiche Anhaltspunkte warum diese Art und Weise Unternehmennachhaltigkeit zu popularisieren problematisch wird, gibt u.a. das Greenpeace-Projekt "Stop Greenwash": http://www.stopgreenwash.org/
Da finde ich Eure Vorgehensweise beim genannten Projekt "Changemaker" schon etwas überzeugender (auch wenn ich bei Unternehmen wie Ikea und Otto nachwievor das Gefühl nicht loswerde, dass es sich da um einen Alibi-Auftritt handelt....aber das ist ein anderes Thema). Jedenfalls habt ihr ja bereits eine Reihe konkreter Kriterien und Maßnahmen ausgearbeitet. Mir ist nicht klar wie die Strategie für Obi aussieht. Die Produkttest-Reihe ist da nach meinem Empfinden ein Flop.
Kurzum: Das Obi-Kind ist ja nun in den Brunnen gefallen und jetzt müsst ihr sehen wie ihr es da wieder raus bekommt. Mir fällt da auch keine überzeugendere Marketing-Strategie zu ein. Vielleicht wäre es angesagt die Kampagne erstmal nicht weiter zu treiben, bis sich die offenen Fragen umfassend geklärt haben (siehe auch: http://www.utopia.de/blog/obi-produkttest-wandfarbe/willkommen ) und vielleicht zunächst mal sich auf den Dialog über die genannten Begriffe konzentriert wird. denn ohne den "gewöhnlichen Dialog über seine [Unternehmen Obi] gesamte Nachhaltigkeitspolitik." geht's halt auch nicht.
Mit besten Grüßen Emma
P.S. Ich habe diese Gute Frage auf der Obi-Testseite verlinkt (wer sie sucht)
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Diese gute Frage wäre bei OBi auf der Pinnwand nicht schlecht aufgehoben...
Beantwortet von Maria_L am 05.Dezember 2011, 18:02 Alle Kommentare(2)
http://www.utopia.de/blog/obi-produkttest-wandfarbe/willkommen#comment-535937
So ist sie etwas aus dem Zusammenhang.
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Jetzt sehe ich gerade, dass für die Laminat-Verlegung offensichtlich eine PE-Folie empfohlen wird.
Beantwortet von Hannilein am 04.Januar, 11:40 Alle Kommentare(2)
Gerade dort hätte man doch ganz einfach die sonst übliche und meist wirksamere Variante Kork einsetzen können - vor allem, wenn man von nachhaltig spricht...
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Man könnte auch mal die Frage stellen, ob Laminatböden an sich als nachhaltig bezeichnet werden können, denn ihre Produktion bedarf wohl ein vielfaches an Energie und Chemikalien als z.b. Vollholzböden und ihre Entsorgung ist durchaus problematisch. Soweit ich weiß, kann man das zeug nicht einfach einheizen, wie man es mit Holz könnte. Nur ist es so, dass ein Laminat nicht erst nach 80 oder 100 Jahren, sondern viel früher ausgetauscht werden muss, da er nie so lange halten wird können.
Beantwortet von ericepe am 09.Januar, 21:32
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Hallo Hannilein, bei den Produkttests geht es in erster Linie um einen Praxistest durch Verbraucher. Das von dir und anderen kritisierte "Testen auf Nachhaltigkeit" war sicherlich nicht die glücklichste Formulierung, wie auch Obi bereits in einem Kommentar klargestellt hat: http://www.utopia.de/magazin/produkttester-gesucht-schrauben-sie-mit-an-der-gruenen-zukunft-von-obi?all#comment-342941 .
Beantwortet von Utopia-Team am 07.Dezember 2011, 14:03
Eure Kritik ist also angekommen. Daher haben wir uns entschlossen, bei dem aktuellen Test ( http://www.utopia.de/produkttests/obi ) die Formulierung wie folgt zu ändern: "Unterziehen Sie den Laminatboden in den eigenen vier Wänden dem Praxistest." Dadurch wird deutlicher kommuniziert, dass wir keine Tests im Versuchslabor erwarten, sondern einen Test vom Verbraucher für Verbraucher. Auch für zukünftige Tests werden wir die Formulierung entsprechend ändern.
Gruß vom Utopia-Team-
Du schreibst, dass ein nachhaltiger Test von Wandfarbe deiner Meinung nach 3 Jahre dauern müsste....mehr
Utopia-Team am 07.Dezember 2011, 14:29 -
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