Gute Fragen
zurück zur Frage „Wie kann ich meine (noch) nicht nachhaltig lebenden...“
Gerade gestern ist ein schöner Artikel zum Thema Nachhaltigkeit am Beispiel Kubas auf Spiegel online erschienen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/energiesparen-auf-kuba-besuch-im-nachhaltigsten-land-der-welt-a-848944.html .
Dem Artikel kann man schön entnehmen, wie es gehen kann. Man braucht von allem etwas:
1. äußere Zwänge (durch Preise, Steuern, Gesetze und Verordnungen)
2. Anreize (Fördermittel etc.)
3. Information
4. Marketing und Image
Bei 1. und 2. ist die Politik gefordert, die wir individuell durch persönliche Einmischung (z. B. Abgeordnete "nerven") oder durch unser Engagement in Bürgerinitiativen, Umweltverbänden etc. durchaus beeinflussen können, nicht zuletzt auch durch unser Kreuz auf dem nächsten Wahlzettel!
Bei 3. und 4. können wir auch individuell unseren Beitrag als Multiplikatoren leisten.
Am erfolgreichsten sind wir, wenn wir Neid wecken können. Das hat mir schon vor 25 Jahren mein damaliger Chef vorgemacht: Egal ob bei Regen oder Sonnenschein, er hat sich immer mal wieder ans Bürofenster gestellt und gut hörbar für die Kolleginnen und Kollegen gemurmelt "und noch 'ne Mark..., und noch 'ne Mark..., und noch 'ne Mark!" Er hatte sich eine Regenwassersammelanlage und eine Solaranlage zugelegt und hat mit dieser zurückhaltenden (es ging ihm gar nicht wirklich ums Geld), aber unüberhörbaren Werbung dafür gesorgt, dass sich im Laufe der Jahre schätzungsweise 20 weitere Kollegen solche Anlagen angeschafft haben.
Was wir immer vermeiden sollten, ist Besserwisserei und Lehrmeisterei. Ein bisschen gut dosierte Provokation kann manchmal aber auch nicht schaden. Damit wir selbst dazulernen und besser argumentieren können, können wir uns auch ruhig mal ein Seminar oder einen Bildungsurlaub zu dem ganzen Themenkomplex gönnen, z. B. http://liw.de/e.v/index.php?open=Seminare&action=details&index=1&value=19533 .
Was uns ansonsten in Deutschland fehlt, ist ein prominenter Unterstützer, am besten aus der Musikszene wie Osmel Turner auf Kuba.
Wer hätte gedacht, dass wir von Kuba in Sachen Nachhaltigkeit lernen können?
Kommentare zu dieser Antwort (3)
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Die Geschichte von Deinem Chef ist einfach süß und zeigt, wie Menschen wirklich ticken ;-)
Kommentiert von Maria_L am 14.August 2012, 07:55Nur indem man die persönlichen Vorteile guten, nachhaltigen Handelns aufzeigt, wird man die Leute ins Boot kriegen.
Ja, Kuba ist auch in Punkto ökologischer Anbau schon lange ein Vorreiter und stopft all denen den Mund, die sagen, Bioanbau verstärkt den Hunger auf der Welt.
In Kuba wurden Hunger und Armut durch Bio-Anbau ausgebremst.
http://www.zeit.de/2006/34/Das_Oekoparadies_im_Hinterhof.
Schön für mich zu lesen, daß es jetzt mit dem Thema Ernergie weiter geht...
Während unserer Segeltour durch die Baltische See haben wir in einem Workshop zur Zukunft der Erneuerbaren Energien den Film "How Cuba Survived Peak Oil" behandelt und in unserem Projektblog vorgestellt. Darin geht es um die Rolle der lokalen Gemeinden bei der Kubanischen "Energiewende" seit dem Ölembargo in den 1990er Jahren bis heute. Die hier verlinkte Doku zeigt ein beeindruckendes Beispiel für den Erfolg von kommunaler Zusammenarbeit (der sich weniger auf einer nicht ganz unfreien sozialistischen Diktatur gründet als auf engagierte Menschen, die in dieser Doku portraitiert werden...): http://www.utopia.de/blog/sailing-the-baltics-2012/ein-kurzer-gruss-aus-salacgra-va
Kommentiert von emmaradio am 14.August 2012, 10:10LG Emma
Vorsicht: Kubas Regierungsform ist eine Diktatur.
Kommentiert von smartynie am 16.August 2012, 19:47