Gute Fragen

Alles zum Thema: IT & Kommunikation
  • Annique

    Wer kennt sich mit "grünen Notebooks" aus und kann mir mit Tipps weiterhelfen?

    Ich möchte mir ein neues Notebook kaufen, das nachhaltig, ökologisch und ethisch korrekt ist, bzw. diesem Ideal am nächsten kommt. Worauf ist zu achten? Welche Computer-Marken sind auf diesem Gebiet Vorreiter? Wer kann mir ein Notebook empfehlen? Warum?

    Gefragt von
    Annique
    am 25.Juli 2009, 16:25 | 10 Antworten

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  • ThinkTwice

    Achte auf folgende Punkte:
    1) Prozessor sollte von AMD sein - die sichern Arbeitsplätze in Deutschland und legen nicht so ein Mafia-mäßiges verhalten an den Tag wie Intel (siehe dazu Nachrichten: EU verhängt Milliardenstrafe gegen Intel).
    2) Nach Möglichkeit DDR3 Arbeitsspeicher nehmen, der schluckt weniger Strom als DDR2
    3) Prozessor: es müssen nicht 4 kerne sein, es reichen auch 2 kerne - hier auf den TDP-Wert achten, er gibt auskunft über die termische Verlustleistung (= Strom, der sinnlos in Wärme umgewandelt wird sozusagen). Weitere Infos siehe Wikipedia, dort gibts Tabellen mit den einzelnen CPU-generationen und deren eigenschaften.

    Zum Thema Marke:
    Samsung prescht momentan ziemlich nach vorne was Umweltschutz und green-it angeht (dazu gab es neulich auch eine newstickermeldung auf heise.de). Qualitativ sind die Thinkpads von IBM unangefochtener Spitzenreiter, bisher konnte zumindest nach meinen Erfahrungen kein anderer Hersteller an diese heranreichen was Qualität, Haltbarkeit und Robustheit angeht..

    Grüße

    TT

    Beantwortet von ThinkTwice am 25.Juli 2009, 17:45
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  • fairskate

    Eine ethische Bewertung diverser Notebookhersteller findest du bei ethical consumer, der unabhängigen britischen Verbraucherorganisiation für ethische Unternehmensbewertungen:
    http://www.ethicalconsumer.org/FreeBuyersGuides/technology/laptopsandnotebooks.aspx

    Auf ökologische Aspekte beschränkt gibts dann noch den Greener Electronics Guide von Greenpeace:
    http://www.greenpeace.org/international/campaigns/toxics/electronics/how-the-companies-line-up

    Made in Germany finde ich unwichtig bei Notebooks/-Bauteilen. Regional produziert sind die eh nie, sondern die Teile und Rohstoffe kommen von überall her. Warum deutsche Arbeitsplätze besser als welche anderswo seien sollen, erschließt sich mir auch nicht. Als Exportweltmeister haben wir eh schon verdammt viele Arbeitsplätze zu Lasten der Arbeitsmärkte überall sonst in der Welt. Es gibt in der Perspektive globaler Gerechtigkeit einen dringenden Bedarf, dieses Verhältnis zu ändern, also weniger Produktion hier, mehr woanders und vor allem natürlich aus insgesamt weniger Produktion.

    Die Menschen im globalen Süden haben nur dann eine Chance auf ein höheres materielles Niveau, wenn wir das unsere absenken und uns irgendwo in der Mitte treffen. Mehr Ressourcen sind einfach nicht da und auf einem kaputten Planeten gibts es weder Wirtschaft noch Arbeitsplätze!

    Beantwortet von fairskate am 25.Juli 2009, 18:07
    • fairskate

      Die Transportwege sind in Ökobilanzen von langlebigeren komplexeren Produkten absolut nachrangig....mehr

      fairskate am 26.Juli 2009, 13:05
    • berniewa

      Werner hat's treffend ausgedrückt. Es gibt da glaube ich eine Initiative PC Global die versucht...mehr

      berniewa am 26.Juli 2009, 11:24
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  • Herbstlicht

    Also ich hab da damals auch lange geschaut. Die Empfehlung für Samsung kann ich nun leider gar nicht nachvollziehen (zum Greenpeace ranking siehe weiter unten). Aus ökologischer Sicht in Kombination mit dem was ich suchte blieben für mich Toshiba und Sony übrig. Dazu muss ich aber sagen, meiner Ansicht nach gibt es KEIN ökologisch sowie sozial auch nur halbwegs sauberes Notebook. Da ich gerne eine Rechner mit geringer Emission elektrischer u. magnetischer Wechselfelder (das müßtets Du, wie ich es getan habe, vor Ort messen :), oder mich fragen) haben wollte, fiel die Entscheidung auf Sony (das variiert je nach Notebook um bis zu einen Faktor 1000). Zur Haltbarkeit kann ich da auch nur Positives sagen, hatte zuvor jahrelang einen Sony und nie Probleme. Das "Problem" beim Greenpeace guide to greener electronics ist, dass er auch die Ziele einer Firma sowie ihr Problemverständis (bzgl Gefahrstoffen etc) bewertet. So bekommen Firmen auch eine höhere Wertung, selbst wenn die verfügbaren Modelle bisher wenig glänzen, oder rutschen aber ab, weil sie verpassen Zeilvorstellungen ausreichend streng zu formulieren oder Versäumen Zeile zu erreichen. Sicher hat eine solche Bewertung einen Sinn, doch ich finde sie auch nachteilig, weil sie dem Verbraucher, der nur fix drüber liest, suggeriert, dass Hersteller xyz mehr öko sei als andere, dabei sind seine Kisten (noch) absolute Giftschleudern.

    Beantwortet von Herbstlicht am 27.Juli 2009, 16:02
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  • habito

    Ich habe ein weißes. Ob es das auch in grün gibt, weiß ich nicht. Frag mal bei Apple.

    Beantwortet von habito am 28.Juli 2009, 13:40
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  • h_vogel

    vielleicht kannst du dir nen feedback von http://www.pcgreen.de holen.
    die befassen sich wohl ein wenig damit.

    Beantwortet von h_vogel am 04.Oktober 2009, 17:14
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  • BerndKosch

    Hallo Annique,

    Umwelt- und Ethik-Kriterien umfassen aus meiner Sicht grundsätzlich die Aspekte:

    1) Stoffe (Chemikalien) im Produktlebenszyklus
    2) Energiebilanz (im Hinblick auf Klimaschutz)
    3) Recycling
    4) Arbeits-Standards in der Lieferkette

    zu 1): In der EU gelten vergleichsweise strenge Richtlinien für verbotene Stoffe (RoHS Verordnung). Manche Hersteller werben mit der Aussage, auch in anderen Ländern die EU-Standards zu befolgen. Darüber hinausgehende Beschränkungen sind freiwillig und deren Relevanz ist von Laien schwer zu beurteilen - man sollte sich nicht durch Marketing blenden lassen. Initiativen wie "der Blaue Engel" des Umweltbundesamtes oder das "Nordic Swan" Kennzeichen gehen weiter, bieten aber im allgemeinen keinen aktuellen Überblick über das komplette Angebot. Der Qualifizierungsprozess ist aufwendig, so dass kein Hersteller alle Produkte kennzeichnet und die meisten Einträge nicht dem neuesten technischen Stand entsprechen. Dennoch gibt es eine Orientierung, einmal nachzuschauen, wer denn überhaupt solche Kennzeichnungen erworben hat.

    zu 2): Für einen Laptop findet (im Gegensatz zun Server) der Energieverbrauch hauptsächlich in der Produktion statt. Dies ist das Thema der Ermittlung des sog. "product carbon footprint" (PCF). Es gibt heute noch keinerlei Standardisierung solcher Angaben und die Erfassung ist wegen der extrem komplexen Lieferkette bei Elektronikprodukten sehr schwierig. Man sollte also darauf achten, dass das Gerät die neue Richtlinie Energy Star 5.0 des US EPA erfüllt (wichtig ist 5.0 statt 4.x). Produktionsbezogene Energiekriterien sind heute (noch) nicht sinnvoll.

    zu 3) Recycling: Es gelten im übertragenen Sinne Aussagen aus 1), außerdem ist dieses Kriterium landesbezogen. In Deutschland ist FUJITSU mit Abstand führend ( aus unserer mit Nixdorf begonnenen Tradition heraus). Unsere Rücknahmerate (, die wir SELBST recyclen,) liegt über 20% und in dieser Menge ist die Recyclingrate über 98%. D.h. weniger als 2% der Stoffe (nach Gewicht) landet endgültig auf einer Deponie.

    zu 4): Hier geht es natürlich NICHT um Arbeits-Ethik in Deutschland sondern um die Frage, ob Vorprodukte (in Asien) mit Kinderarbeit und anderen verwerflichen Methoden hergestellt wurden, ob Freiheit von Korruption in der Lieferkette gewährleistet ist, u.ä. Man sollte den jeweiligen CSR-Report (Corporate Social Responsibility) anschauen und auch prüfen, wie lange es solche Reports überhaupt gibt. Man kann auch in der Mitglieder-Liste des UN Global Compact nach dem Hersteller such (bei uns steht noch Fujitsu Siemens drin). Die meisten IT
    Hersteller sind da etwas "zurückhaltend". Grundsätzlich kann man nie die gesamte Lieferkette jedes Jahr auditieren, wir streben 10% jedes Jahr an. Es ist wichtig, dass Lieferanten wissen, dass es überhaupt einen regelmäßigen Auditprozeß gibt.

    Ich hoffe, das hilft ein wenig weiter.

    Beste Grüße

    Bernd Kosch

    https://www.xing.com/profile/Bernd_Kosch

    Beantwortet von BerndKosch am 21.September 2009, 15:07
    • inaktiver User 1038

      Dass es momentan noch zu früh für PCF von komplexen Produkten ist, habe ich auch schon gemerkt,...mehr

      inaktiver User 1038 am 23.September 2009, 10:25
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  • ralfB

    Apple ist noch nicht wirklich grün, hat sich aber deutlich bewegt. Was die Effizienz der Notebooks und die Giftstoffe in den Rechnern angeht, sind sie jetzt zumindest unter den besten - dass haben wir nicht zuletzt der Greenpeace-"Nörgelei" zu verdanken.
    Traditionell kann man Macs recht lange sinnvoll einsetzen und mir persönlich ist meine mentale Gesundheit so wichtig, dass ich mich nicht auch noch privat mit anderen Betriebssystemen abquälen will.

    Im Greenpeace-Ranking ist Apple u.a. so schlecht, weil sie so geheimniskrämerisch sind.

    Definitiv müssen die Arbeitsbedingungen bei den chinesischen Zulieferern besser werden. Apple delegiert hier einen mittelschlechten Standard an die Zulieferer, die ihn nicht einhalten und fing erst kürzlich an, die Einhaltung auch ernsthaft einzufordern. Das ist ein weites Feld, aber da es nicht 100% ökokorrekt geht, bleibe ich bei Apple. Ich habe immerhin recht gute Erfahrungen mit Verarbeitung, Lebensdauer & Support. Bei Laptops sollte man nicht zu sehr an Komponenten knausern, die man später nicht (gut) tauschen kann, dann produziert man erst ein paar Jahre später teuren Elektroschrott.

    Bei Desktops sollte man m.E. Leistungsanforderungen und Energieverbrauch gegenüberstellen. Hier schneidet der MacMini auch recht gut ab.

    Beantwortet von ralfB am 29.Juli 2009, 23:34
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  • clima

    Da empfehle ich mal folgenden Link in Bezug auf den Stromverbrauch des Prozessors

    http://www.notebookcheck.com/Vergleich-mobiler-Prozessoren.464.0.html

    Beantwortet von clima am 17.September 2009, 08:34
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  • mela

    ich brauche auch nen neuen Compi und bin etwas überfordert. Greenpeace sagt Samsung, ethical consumer sagt fujitsu-siemens oder Dell und beruft sich gleichzeitig auf Greenpeace, dann gibts noch den Energy Star als ernstzunehmendes Label und Windows Vista soll man auch nicht nehmen. Oder?

    Beantwortet von mela am 28.Juli 2009, 13:37
    • mela

      Hallo thinktwice - auch wenn die Energy Star Kriterien lasch sind, gibt es doch sehr viele Geräte,...mehr

      mela am 25.August 2009, 13:37
    • ThinkTwice

      Energystars würde ich nicht ernst nehmen, die Richtline ist sehr lasch. Siehe dazu auch: http://de....mehr

      ThinkTwice am 29.Juli 2009, 20:33
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  • Curlytop

    im IT Bereich ist „faire“ Beschaffung noch schwierig.



    Hier zwei links die etwas Hilfestellung geben könnten.



    http://procureitfair.org/companies-en



    http://www.pcglobal.org/files/leitfaden_090324_klein%281%29.pdf

    Beantwortet von Curlytop am 20.Dezember 2010, 15:23
    • Curlytop

      Gerade habe ich auf http://www.utopia.de/magazin/weiterverwenden-statt-in-die-tonne-handy-recycling-...mehr

      Curlytop am 05.Januar 2011, 10:38
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