Gute Fragen
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Ich glaube zuerst mal an den großen Hebel in dem Sinne, die Massenanbieter sitzen am längeren Hebel, wenn es darum geht, gestetzliche Standards zu verhindern ;-)
Gesetzliche Standards, die tatsächlich dafür sorgen, daß bei den Erzeugern (egal ob 1.-2. oder 3.Welt) ein fairer Beitrage hängen bleibt und daß Umweltstandards nicht nur eingeführt, sondern auch eingehalten werden.
An welche Hebel ich noch glaube?
An die von Dir genannten hänge ich mich einfach an.
Ich würde nur noch zwischen Deinen größten und zweitgrößten Hebel den Verbraucher setzen.
Nur wenn der bereit ist, seine Wertigkeit zu überdenken und für die gesetzlichen Standards auch entsprechend seinen (finanziellen aber nicht nur) Beitrag leistet, dann sind die neuen Marktteilnehmer auch nachhaltig erfolgreich.
Ich glaube an den Hebel der dezentralen Strukturen.
Solange die großen Ketten das Sagen haben, deren Verflechtung für mich als Verbraucher mehr oder weniger undurchschaubar sind, wird sich nicht viel daran ändern, daß Gewinnmaximierung das Credo bleibt.
Das Problem ist nur, daß dezentrale Strukturen genauso unübersichtlich sind.
Dann habe ich statt einer großen Kette eben 1000 und mehr kleine Betriebe.
Da kann ich als Verbraucher nur auf gesetzliche Mindeststandards und deren Kontrolle und Einhaltung bauen.
Das sehe ich nicht als die Aufgabe Utopias.
Die Aufgabe Utopias sehe ich darin, solche Hersteller, Vermarkter, die nach gesetzlichen Standards zertifiziert sind, bekannt zu machen und dann auf dieser Basis die Produkte zu bewerten, bzw. einer Bewertung durch die Community zur Verfügung zu stellen.
D.h. die Zertifzierungen sollten ein Standard sein, den sollten weder Utopia, noch wir, mühsam aufdröseln müssen nach Glaubwürdigkeit oder Unglaubwürdigkeit.
Aber was dann kommt an Bewertung der Qualitätsunterschiede, da sollte Utopia+ Community ins Spiel kommen.
Ein Lebensmittel soll nicht nur zertifiziert sein, sondern gut schmecken und gesund sein, ein Kleidungsstück nicht nur zertifiziert, sondern auch warm und vielleicht noch schick u.s.w.
Wenn das so funktionieren würde, dann wäre Utopia der verlängerte Hebel für uns Verbraucher.
Danke daß Du die wichtige Diskussion hier noch mal anregst.
Hoffentlich melden sich noch mehr zu Wort.
Kommentare zu dieser Antwort (2)
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... aber wer glaubt wirklich an die Zertifizierung??? Wenn man das Zertifizierungssystem wirklich kennt, kann dieser Glaube schnell abhanden kommen. Um daran wirklich glauben zu können muss mal echte Unabhängigkeit, also auch kein Kunden-Lieferanten-Verhältnis vorliegen. Zurzeit ist das eher mau!
Kommentiert von Thomas_Meiseberg am 11.März 2010, 16:50Ich kann nur bei den Bio-Zertifizierungen mitreden, wie ich überhaupt nur im Lebensmittelbereich wirklich mitreden kann.
Kommentiert von Maria_L am 11.März 2010, 17:05Da vertraue ich den Bio-Zertifizierungen.
Es ist relativ transparent, welche Zertifizierungen (bzw. Verbände) welche Auflagen haben.
Genauso wie es transparent ist, daß die EU-Ökozertifizierung nur ein Mindeststand ist.
Und daß die Kontrollen meistens funktionieren, glaube ich auch.
Schwarze Schafe nie ausgeschlossen, aber über kurz oder lang fallen die auf.
Von welchen Zertifizierungen redest Du genau?
Wenn anderen Zertifizierungen so wenig zu trauen ist, dann wird es Zeit, da anzusetzen.
Dann haben wir als Verbraucher momentan einfach keinerlei Handhabe zu beurteilen, wie nachhaltig ein Produkt wirklich ist.
Da hilft dann aber auch der ProduktGuide nichts, weil werde Utopia, noch die Community das Produkt und seinen Herstellungsprozess und seinen Weg bis zum Verbraucher verfolgen kann.
Bzw. dann können wir nur die üblichen Erfahrungen mit Brauchbarkeit, Haltbarkeit ect. des Produkts beurteilen.
Dazu braucht aber kein neuer ProduktGuide mit Steuergeldern gefördert werden.
Dazu gibts genug Test-Plattformen im Internet, wo man Beurteilungen einsehen kann.