Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

REWE Group Unternehmensprofil Premium

Nachricht schreiben Interessiert mich
REWE Group

Frage an REWE Group

Welche Margarinen im REWE-Sortiment sind ohne Palmöl hergestellt?

Ich beschäftige mich seit einigen Wochen intensiv mit der Zerstörung des Regenwalds z.B. in Borneo, da überall dort Regenwälder gerodet, zerstört werden, um Palmölplantagen anzupflanzen.
Palmöl wird im reichen Westen für die Ernährung (pflanzliche Fette), Putz-Hygieneartikel (Duschgels etc.)und in zunehmenden Maß auch als Biosprit gebraucht. Folge ist die unwiderrufliche Vernichtung des Regenwalds für die Ureinwohner, die Tier- und Pflanzenwelt (Orangutans auf Borneo), für den Wasser-Klimahaushalt unserer Erde.
Bei meinen Recherchen von mir genutzter Margarinen (ja-Sonnenblumenmargarine, Rama, Delireform, brunch) erhielt ich jedesmal die Antwort, dass Palmöl beigemixt ist. Daher möchte ich von Ihrer Firma, die mit einem verantwortungsbewußten Umgang mit der Umwelt wirbt, wissen: was tun Sie gegen diese Gefahr? Achten Sie auf die Weiße Liste Palmöl bei der Zusammenstellung Ihrer Produkte?

Gefragt von
Dr.Christina Dietz
am 12.April 2012, 14:55

Nur REWE Group kann diese Frage beantworten.

Antwort von REWE Group

Liebe Christina,

vielen Dank für Dein Interesse an unserem Unternehmen.

Für die REWE Group wird eine Vielzahl an Eigenmarkenprodukten mit einem unterschiedlich hohen Anteil an Palmöl und Palmkernöl hergestellt. Die REWE Group sieht sich als Handelsunternehmen in der Verantwortung für nachfolgende Generationen. Deshalb setzt sie sich für einen nachhaltigeren Anbau ein und hat für ihre Eigenmarken-Lieferanten eine Leitlinie für Palmöl- und Palmkernölerzeugnisse entwickelt. Diese basiert auf dem Zertifizierungssystem des Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO) und schreibt vor, dass die Lieferanten in erster Priorität segregiertes, RSPO-zertifiziertes Palmöl einsetzen. Bei der Segregation werden die Rohstoffe in der gesamten Wertschöpfungskette strikt nach nachhaltigerem und nicht nachhaltigem Plantagenanbau getrennt. Nicht jeder Lieferant ist kurzfristig imstande, unterschiedliche Palmölqualitäten innerhalb seiner Produktionsverfahren physisch zu trennen. Für die Übergangsphase und in einigen wenigen, begründeten Einzelfällen kann alternativ das Prinzip der Massenbilanzierung eingesetzt werden. Dieses Verfahren fordert, dass für jede verwendete Menge an herkömmlichem Palmöl eine identische Menge an RSPO-zertifiziertem Palmöl getrennt nach Europa transportiert und dem Verarbeitungs- und Veredelungsprozess beigemischt werden muss.

Da uns bewusst ist, dass es noch Aspekte gibt, die bisher nicht ausreichend in den RSPO-Kriterien berücksichtigt sind, wird die REWE Group im Jahr 2012 gemeinsam mit Industriepartnern, WWF und GIZ das „Forum für nachhaltiges Palmöl“ ins Leben rufen. Diese Plattform soll als Sprachrohr gegenüber dem RSPO auftreten und ergänzende Anforderungen bündeln, konkretisieren und gegenüber dem RSPO kommunizieren. So soll z.B. der Umgang mit Torfwäldern und Treibhausgasemissionen im RSPO-Zertifizierungssystem diskutiert werden.

Weitere Informationen kannst du gerne selbst in der Leitlinie nachlesen. Diese findest Du unter http://www.rewe-group.com/nachhaltigkeit/publikationen/leitlinie-fuer-nachhaltiges-wirtschaften/leitline-fuer-palmoel/.

Wir freuen uns über weitere interessante Fragen und Anmerkungen.

Viele Grüße,
Teresa aus dem REWE Group-Nachhaltigkeitsteam

Antwort von REWE Group am 17.April 2012, 12:16 Auf die Frage „Welche Margarinen im REWE-Sortiment sind ohne Palmöl...“ von Dr.Christina Dietz am 12.April 2012, 14:55

Kommentare zu dieser Antwort (6)   Antwort abonnieren

  • Leider haben Sie auf meine Frage nicht konkret geantwortet: ich würde gern wissen, welche Margarinen Ihres reichhaltigen Sortiments ohne Palmöl produziert wurden!
    Das RSPO-Siegel ist nach Meinung der Artenschutzorganisation "Pro Wildlife" nur Augenwischerei, da die Zertifizierungsstandards nicht einmal die Mindesterwartungen an ein Ökosiegel erfüllen: das sollte nämlcih sicherstellen, dass keine Primärwäler vernichtet werden und dass Monokulturen sowie der Einsatz von Pestiziden verhindert werden. Das ist leider keinesfalls Realität!
    Auch sollte REWE das Sortiment von Hygiene-znd Pflegemitteln kritisch prüfen, denn auch hier verstecken sich viele Produkte, die Palmöl enthalten!-In der Weißen Liste Palmöl können Sie Waren ohne Palmöl finden!

    Kommentiert von Dr.Christina Dietz am 24.April 2012, 17:25
  • Liebe Christina,

    wir führen in unserem Sortiment keine Margarine ohne Palmöl. Eine vollständige Substitution ist auch nicht immer die optimale Lösung. Durch die Substitution von Palmöl durch beispielsweise Rapsöl wird aufgrund des geringeren Flächenertrags bis zu siebenmal so viel Ackerfläche benötigt. In kleinen Umfängen ist eine Substitution von Palmöl und Palmkernöl unkritisch, wenn die dafür notwendigen sensorischen und technologischen Anforderungen erfüllt sind. Eine Substitution soll allerdings nicht durch solche Öle erfolgen, die wiederum andere Hot Spots wie z.B. Gentechnik und soziale Konflikte bedingen.

    Bei REWE und PENNY erhält Eigenmarken-Margarine das PRO PLANET-Label. Im Rahmen der Vergabe des PRO PLANET-Labels setzt sich die REWE Group dafür ein, Probleme in der Wertschöpfungskette der Palmölproduktion zu analysieren und die Bedingungen zu verbessern. Die REWE Group verpflichtet die Lieferanten der Margarineprodukte mit dem PRO PLANET-Label dazu, schrittweise auf Palmöl umzusteigen, das aus ressourcenschonend bewirtschafteten Plantagen stammt.

    Dass uns das RSPO-Siegel nicht weit genug geht, möchten wir nochmals betonen. Genau aus diesem Grund haben wir das Forum für nachhaltiges Palmöl gegründet.

    Im übrigen wenden wir auf das gesamtes Eigenmarkensortiment (u.a. auch Pflege- und Reinigungsprodukte) unsere Palmöl-Leitlinie an (http://www.rewe-group.com/nachhaltigkeit/publikationen/leitlinie-fuer-nachhaltiges-wirtschaften/leitline-fuer-palmoel).

    Viele Grüße
    Teresa aus dem REWE Group-Nachhaltigkeitsteam

    Kommentiert von REWE Group am 15.Mai 2012, 15:34
  • Liebes Rewe-Team,
    wird denn im Pro-Planet-Siegel sichergestellt, dass das Palmöl nicht auf Flächen angebaut wird, auf denen zuvor noch Primärwälder standen?
    Ihr verlinktes PDF enthält leider keine Angaben dazu, es wird nur darauf hingewiesen, dass RSPO umgesetzt werden soll.
    Weiterhin steht dort

    "In Anlehnung an die bis Ende 2011 eingestellte Marktsituation, soll unmittelbar zu Beginn 2012 einergänzendes Umsetzungsziel für Ende 2012 verbindlich vereinbart werden. "

    Wo kann man dieses Umsetzungsziel nachlesen?
    Danke,
    mela

    Kommentiert von mela am 15.Mai 2012, 16:11
  • Ich habe mir Ihren Link zu den "Leitlinien für Palmöl" grad genau durchgelesen, leider konnte ich nirgends etwas zum "Forum für nachhaltiges Palmöl"finden, das die RSPO-Vorschriften verschärfen soll.
    Rapsöl liesse sich doch auch in Europa anbauen, dafür müssten keine Regenwälder vernichtet werden! Und wenn Sie schon "hot spots" ansprechen, die nicht entstehen sollen- ist die Vernichtung des Lebenraums für zehntausende Orangutans kein hot spot? Für Unilever-Palmöl (Rama) wurden auch viele Einheimische vertrieben, ihre Dörfer vernichtet!- Und was ist nachhaltig an Monokulturen, die viele Pestizide und Düngemittel brauchen, durch Brandrodungen den CO²-Ausstoß der Erde gewaltig erhöhen und unsere Klima schädigen? Was sind die Ziele Ihrese Forums- und wo finde ich Angaben dazu?

    Kommentiert von Dr.Christina Dietz am 15.Mai 2012, 16:43
  • Hallo, das Forum wird ja erst noch gegruendet, Starttermin ist laut GIZ Sommer 2012. Ein paar Infos gibt es hier (leider mit ueberholtem Starttermin): http://www.dialoggestalter.de/projekte/projekte/forum-fuer-nachhaltiges-palmoel.html

    Generell gibt es ja auch schon jetzt Palmoel aus nachhaltigem Anbau OHNE Regenwaldzerstoerung, z.B. in Thailand: http://www.gtz.de/en/weltweit/asien-pazifik/thailand/29427.htm
    An diesem Projekt sieht man z.B. gut, dass Palmoel auch auf Smallholder Farmen angebaut wird und nicht nur in riesigen Monokulturen. Das Forum wird aus diesem Projekt heraus gegruendet werden und die Erfahrungen aus diesem Projekt nutzen.

    Und Rapsoel wuerde ja auch in Europa 7x soviel Flaeche benoetigen, also ist das auch keine optimale Loesung.

    Mit den Hotspots nochmal genau hinschauen, die Rewe-Dame schreibt ja, dass man sich der Unzulaenglichkeit des RSPO Standards bewusst sei, diesen verbessern will, teilweise (s. Leitlinie) schon hoehere Standards anlegt und dass man im Falle des Substitution darauf achtet, dass die Produktion des Substituts keine weiteren Hotspots beinhaltet - ich finde, dass ist schon eine ganze Menge...

    Von daher finde ich es sehr begruessenswert, dass Rewe sich a) zusammen mit fachlich kompetenten Partnern fuer das Forum nachhaltiges Palmoel einsetzt und b) sich der Palmoel-Problematik bewusst ist. Margarine im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel ist nun mal ein Massenprodukt, wie viele andere Produkte, die Palmoel enthalten auch, und der Massenmarkt funktioniert nach anderen Regeln als Nischen-Standards. Und wenn ein Unternehmen wie Rewe die Standards im Massenmarkt anhebt, werden andere mitziehen (muessen).

    Ich finde es generell gut, wenn Unternehmen zugeben, dass sie noch keine optimalen Loesungen gefunden haben, aber sich in Kooperationen mit anderen renommierten Playern dafuer einsetzen, solche Loesungen zu finden und massenmarkttauglich zu machen, denn damit werden am Ende des Tages mehr Verbraucher erreicht als im Bioladen.

    Wem das nicht reicht und wer das nicht durch seinen Einkauf unterstuetzen will, was ich eine vollkommen akzeptable Haltung finde - es gibt ja Alternativen im Bioladen/Reformhaus, die dann allerdings auch teurer sind und damit nicht jeden Geldbeutel erreichen.

    Viele Gruesse aus Thailand

    Kommentiert von Bangkok_Sustainability am 20.Mai 2012, 12:10
  • Liebe Utopisten,

    vielen Dank für Eure Beiträge und Euer Interesse am Forum für nachhaltiges Palmöl.

    Das Forum soll als Sprachrohr gegenüber dem RSPO auftreten und ergänzende Anforderungen bündeln, konkretisieren und gegenüber dem RSPO kommunizieren. So soll z.B. der Umgang mit Torfwäldern und Treibhausgasemissionen im RSPO-Zertifizierungssystem diskutiert werden. Weitere Informationen findet Ihr auch hier: http://www.dialoggestalter.de/zielgruppe/zum-forum-fuer-nachhaltiges-palmoel.html

    Eine Vorgabe, auf welchen Flächen das Palmöl für die PRO PLANET-Produkte angebaut werden darf, ist leider nicht möglich. Dafür ist der Palmölmarkt zu komplex. Bei der Margarine setzen wir aus diesem Grund auf Massenbilanzierung. Dabei muss der zur Herstellung der Margarine benötigte Anteil an RSPO-Palmöl buchhalterisch belegt und nachgewiesen werden.

    Es ist richtig, dass wir bis Ende 2011 über unsere Eigenmarkenlieferanten den Status der Umstellung auf RSPO-Palmöl erfassen wollten. Allerdings hat sich die Auswertung etwas nach hinten verschoben. Aktuell sind wir mit der Auswertung aller Lieferanten-Rückmeldungen beschäftigt.

    Wir freuen uns über weitere interessante Fragen.

    Viele Grüße
    Teresa aus dem REWE Group-Nachhaltigkeitsteam

    Kommentiert von REWE Group am 25.Juni 2012, 11:03

Kommentar schreiben


Jetzt mitdiskutieren: oder kostenlos registrieren.

(5000/5000)