Gute Fragen
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Was ist "regional"?
Wie weit um einen Ort (z.B. München) herum geht für Euch die Region? Hängt das vom Kontext ab (Lebensmittel, Identifikation mit Land und Leuten, Ausflugsziele, Urlaubsziele, ...) oder kann man das in Kilometern o.ä. messen?
Gefragt vonDaniel Überall
am 27.April 2012, 16:01 | 4 Antworten
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Hängt für mich sehr wohl vom Kontext ab und in Kilometern kann ich das nicht messen.
Beantwortet von Maria_L am 27.April 2012, 18:53
Ich unterscheide bei dem Begriff zwischen
a) regional im geografischen Sinne
b) regional im Sinne von regional Typisch.
Auf Regionalität der Produkte im Sinne von a) achte ich da, wo das Produkt austauschbar ist.
Z.B. Produkte, wie Möhren, Kartoffeln und Fleisch vom Bio-Bauern kaufe ich möglichst regional.
Honig auch, weil der für mich eine besondere strategische Bedeutung hat im Kampf gegen Gentechnik.
Bienen sind wichtige Bestäuber und wenn wir wollen, daß es in unseren Gärten Bienen gibt, dann sollten wir auch die Imker in der Nachbarschaft fördern.
Regionalität im Sinne von b) heißt für mich, daß ich Produkte kaufe (z.B. alte Gemüsesorten, Regionaltypische Käse, Produkte nach alten Rezepten), weil ich finde, daß diese Vielfalt erhalten werden soll. Dabei gehts mir nicht nur darum, die Tradition zu wahren, sondern diese Vielfalt halte ich auch wichtig für die künftige Nahrungsmittelversorgung.
Der Gedanke, daß alle wichtigen Lebensmittel heute nur noch aus wenigen Sorten gewonnen werden, dann macht mir das Angst.
Ein Bauer in den Anden hat 100 Kartoffelsorten, weil die völlig unterschiedliche klimatische Bedürfnisse haben. Egal ob das Jahr trocken oder nass ist, kalt oder heiß, es überleben auf jeden Fall welche.
Nicht wie damals bei den Hungernöten in Irland, wo die einzige Kartoffelsorte nicht an das feuchte Klima angepasst war.
Wir handeln ja mit Bio-Produkten aus dem Alpenraum (hauptsächlich Käse).
Da bin ich immer wieder fasziniert über die Vielfalt an Geschmäckern und Rezepturen.
Da sehe ich das dann mit dem regionalen Gedanken nicht so eng.
Wenn ein Bruchteil des handwerklichen Wissens erhalten werden soll, brauchen die dortigen Produzenten auch Absatz außerhalb der eigenen Täler.
Aber natürlich kann das immer nur ein Tüpfelchen auf dem I sein.
Bei der Grundversorgung mit Haupt-lebensmitteln des täglichen Bedarfs achte ich schon darauf, daß sie auch aus der regionalen Nähe kommen.
Leider ist die ganze Diskussion und meine Überlegungen hier eher theoretischer Art, da es zumindest hier in meiner Region eher schwieriger wird, Direktvermarkter im nahen Umfeld zu suchen.
Viele Hofläden haben wieder zu gemacht, weil die Kunden zu anspruchsvoll sind.
Wenn ein Betrieb erfolgreich ist und viele Kunden hat, dann muß er Produkte überregional dazu kaufen.
Wenn er zu klein ist, überlebt er nicht.
Die letzten fünf Jahre waren für mich diesbezüglich sehr ernüchternd, weil es viele meiner regionalen Einkaufsstätten nicht mehr gibt.
Was München angeht:
Da gibt's ja z.B. die Genussgemeinschaft des Laizachtaler Ziegenhofs.
Sicher ist der für Münchner nicht regional im engeren Sinne (Fischbachau).
http://www.slowfood.de/slow_food_vor_ort/muenchen/themen_aus_dem_convivium/genussgemeinschaft_staedter_und_bauern/
Aber ein Betrieb mit dem Qualitäts-Anspruch könnte sich nie halten, wenn er nicht ein größeres Einzugsgebiet versorgen würde.
Identifikation mit Land und Leuten ist also auch ein wichtiger Gedanke für mich.
Es geht einfach darum, wenn wir nicht nur eine industrialisierte LW haben wollen, sondern kleine Betriebe erhalten wollen, bei denen Qualität vor Masse kommt, dann muß der solidarische Gedanke mit im Vordergrund stehen.
Dabei kann Land und Leute sich auch auf fair gehandelten Kakao beziehen...da kann ich die Kilometer nicht so genau messen ;-))
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Ja, es kommt wirklich drauf an. Meine Insel z.B. bezeichnet sich als "Regione Sardegna" und das sind immerhin von oben nach unten 300 km - aber alles was von der Insel kommt, gilt als regionales Produkt und wird besonders herausgestellt.
Beantwortet von Hannilein am 28.April 2012, 10:30
Andernorts trennen zwei Gemeinden nur wenige Kilometer, dazwischen liegt aber ein unpassierbares Gebirge. Ein Bezug deren Produkte wird über riesige Umwege realisiert.
Eine Landschaft oder ein Landkreis oder gar ein Postleitzahlengebiet kann sich manchmal sehr weit ausdehnen und hat immer noch "Zusammenhang" und manchmal gar nicht. Hinter unserem kleinen Hügel beginnt ein anderer Landkreis - das ist fast schon Ausland. 5 km die Autobahn runter genauso - aber dort kaufen wir fast täglich ein...
Meine 63 er Postleitzahl irritiert die Menschen immer (wir sind umgeben von 61) und sie zieht sich tief runter nach Bayern - wo keinerlei Beziehung besteht.
Unser Ort wirbt mit "Region Oberhessen", hat aber tatsächlich damit überhaupt nix zu tun und typische Produkte dieser Region gibt es bei uns eigentlich nicht, obwohl keine große Entfernung.
Ist wie beim Fußball: ?!?
Das ganze Jahr über mag ich den FC Bayern nicht. Sorgen seine Spiele für den Sieg der Deutschen finde ich das super und kommen sie gegen die Spanier ins Endspiel freue ich mich mit Ihnen.
(Thema verfehlt....)
Es gibt Dinge, wie bei der Bio-Nahrung, da achte ich auf möglichst kurze Wege (nicht nur regional, sondern lokal): Apfelwein...
Und bei anderen Sachen evtl. weniger, wenn es Qualitäts- und vor allem starke Preisunterschiede gibt.
In Frankfurt, auf den großen Märkten mit Regional-Versorgern, rollen dann Metzger oder Bauern aus knapp 100 km Entfernung an - ist aber alles "hessisch"...
Aber ganz grundsätzlich ist für mich "Region" eher ein Umkreis von max. 50 km.
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................... nun,alles ist eben Relativ!Wir Menschen sind nunmal eben irgendwie "Eingeschränkt"
Beantwortet von Themis am 27.April 2012, 22:36
Ich Denke es kommt immer darauf an um was es geht,zuweilen Spielt Entfernung dann nicht mehr so ne gr Rolle!!Meine Ernährung wächst Überwiegend Direkt vor der Haustüre bzw ist zu Fuß innerhalb 2 min zu Erreichen und das bei nem Dorf mit 150 Einwohnern,alles ne Organistaionsfrage und der Ansprüche eben!
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Umkreis <100 km wird gemeinhin gesagt...
Beantwortet von Randolph_Carter am 11.Juli 2012, 12:00
Zusätzliche Infos:
http://www.umweltbriefe.de/docs/ub_18_11/buergerinfo.html
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