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Was ist faul an der Apfelsorte "Pink Lady" ?
Ich versuche seit kurzem einer guten Freundin diesen Apfel auszureden. Sieht immer makellos aus, scheckt immer gut und verdirbt extrem langsam.
Gefragt von
Da kann was nicht stimmen! Aber außer dass diese Sorte eine von vielen ist, durch die genetische Verarmung ensteht, vom anderen Ende der Welt kommt und dank geschicker Marketinstrategie zu Wucherpreisen verkauft werden kann, hab ich leider nichts belastendes gefunden...
Weiß da jemand mehr?Eloy
am 17.April 2011, 12:39 | 20 Antworten
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Ich hab da letztes Jahr in Obstbau was drüber gehört.
Beantwortet von Henning21 am 19.April 2011, 11:36
Pink Lady ist eine amerikainsche Züchtung und an den amerikanischen Markt angepasst. Der amerikanische Verbraucher neigt dazu, nur tadellose, fast künstlich aussehende Lebensmittel zu kaufen, die sehr lange haltbar sind.
Die erhöhte Süße, die barbara angesprochen hat, passt ebenfalls sehr gut in das Essverhalten. Der bei uns so beliebte Elstar wäre in der breiten Masse in Amerika völlig unverkäuflich. Zu inhomogen im Aussehen und viel zu sauer.
Es gibt nach meinen Wissen keinen Grund vom Nährwert her, warum die Züchtung schlechter sein soll. Man sollte nur bedenken: Man kann durch Züchtung sehr wohl die Lebensdauer des Produktes steigern, aber der Abbau von Vitaminen und Antioxidantien geht trotzdem im gleichen Tempo vonstatten. Ein Apfel lebt ja in der Obstschale weiter. Nur weil der Apfel nach einem Monat noch top aussieht, heißt es nicht, dass er noch die gleichen Nährwerte hat wie vorher.
Lagert man sie kühl und ohne Licht (nicht im Kühlschrank!) kommen da unsere Äpfel aber auch locker ran. ;)
Man ist auch nicht mehr essentielle Nährstoffe, wenn ich einen großen Apfel ist. Die Nährstoffe sind in kleinen nur höher konzentriert. Dadurch kann der Geschmack natürlich sehr viel komplexer ausfallen als nur "süß". Darüber hinaus sind solche hochgezüchteten Sorten auf künstlichen Dünger und Pestizide angewiesen, man kann sie gar nicht mehr über die natürlichen Wege ausreichend versorgen. Muss man wisse, ob man das in Kauf nehmen will...
Ich finde, die Argumente, die du angebracht hast, schon völlig ausreichend. Äpfel vom Bioobstbauern aus der Region sind nicht nur für uns sonder auch für die Gemeinschaft viel besser. :)
Einen wichtigen habe ich noch, etwas, das für alle importierten Früchte und Gemüsearten gilt:
In Deutschland fallen geerntete Früchte unter das Lebensmittelschutzgesetz und dürfen nicht nachbehandelt werden (z.B. mit fungiziden Tauchbädern oder Wachsschichten zur Reduktion der Transpiration - wir haben einige Chemikaliemischungen auf Orangen gesehen, nicht schön! :-/).
Diese Regelung ist weltweit einzigartig!
D.h. vor allem frische Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft, bei denen die Schale mitgegessen wird, sollten meiner Meinung nach sehr sehr vorsichtig genossen werden.
Meist sind die Kontrollen in anderen Ländern auch lange nicht so akribisch wie hier...
Beste Grüße!
Henning
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Ich habe im Hamburger Hafen (Studentenjob) unter anderem Pink Ladies nach Klassen sortiert (im Kühlhaus, brr). Wir MUSSTEN ALLE Plastik-Handschuhe und Mundschutz tragen, weil die Schicht aussen am Apfel (Pestizide vermutlich) so giftig ist und das Krebs- und Allergie auslösend sein kann!!! Ausserdem wenn ich mir ankucke, was bei den weiten Transporten alles weggeschmissen wird. Wenn eine Kiste auf einer Palette nicht in Ordnung war: gleich die ganze Pallette in den Müll. Soviele Äpfel isst einer im ganze Jahr nicht! Und das, obwohl die anderen Äpfel tadellos waren. Uns Mitarbeitern wurde dann noch nicht mal erlaubt ein bisschen von dem "Müllgemüse" mit nach Hause zu nehmen: strenge Sicherheitskontrollen am Hafen.
Beantwortet von Tuermchen am 28.Februar 2012, 16:10 Alle Kommentare(2)
Dann nehme ich doch lieber den leckeren Boskop aus dem Garten oder vom Biostand auf dem Wochenmarkt.
(Wohlgemerkt: die Äpfel aus dem "Alten Land" aus konventionellem Anbau werden auch fast totgespritzt: mindestes 12 mal im Jahr! Deshalb sind dort die Gewässer sehr sehr pestizidbelasted).
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Noch nebenbei ein Hinweis zu den langen Transportwegen vs. regionale Äpfel:
Beantwortet von Stefanie W. am 29.Februar 2012, 14:01
ich arbeite am Marktstand eines Biobauern und im späten Frühling und Sommer haben auch wir Äpfel aus Neuseeland die per Schiff kommen. Und zwar aus ökologischen Gründen!
Äpfel werden nur eine gewisse Zeit im Jahr geerntet (Herbst, für die Stadtkinder ;-) und müssen danach gelagert werden. Diese Lagerung findet in Kühlhäusern statt, welche ebenfalls Energie verbrauchen. Und je länger die Ernte her ist, desto mehr kippt das Verhältniss der Energieeffizienz in Richtung Importäpfel. Es hängt also von der Jahreszeit ab ob es sinnvoller ist deutsche oder übersee Äpfel zu kaufen, genau wie fast alles Obst und Gemüse.
Mein Tipp:
Äpfelsorte saisonal wechseln (aktuell empfehle ich Topas, süß-sauer und jetzt erst lecker weil er als Lagerapfel liegen muss), und im Frühling und Sommer mal zum Beerenobst oder anderem wechseln.
Saisonal einkaufen ist zwar mit etwas Forschungsaufwand verbunden, aber zumindest bei uns am Stand ist "mein" Biobauer immer bereit ausführlich zu erklären was gerade geht ud was eher nicht.-
Den kannte ich noch gar nicht, danke für den Link!...mehr
BaronVonMerkens am 16.März, 11:05 -
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Hallo zusammen!
Beantwortet von Ktheastonishing am 21.Februar 2012, 22:15
Ich bin ein bißchen amüsiert über die Diskussion - hier wird eine Apfelsorte zum Feindbild :-)
Nicht, dass ich die Argumente die gegen den Konsum spreche nicht überzeugend finde; ich teile vor allem die Ablehnung weiter Transportwege, unökologischer Anbausysteme und der negativen Auswirkungen auf die Biodiversität.
Aber was hier über den PinkLadyApfel geschrieben wird, gilt doch für die meisten Sorten, die man im konventionellen Supermarkt erhält. Ja, der PinkLadyApfel sieht so richtig "schön" künstlich aus - für Utopisten die Wert auf die Natürlichkeit der Nahrung und ihren Anbau legen, liegt es nahe, sich auf diesen Apfel zu stürzen um ihn nicht zu essen sondern akribisch alle Argumente gegen den Verzehr zu sammeln.
Ich finde, die hier gesammelten Argumente sollten nicht auf die Sorte bezogen werden, sondern allgemein für alle Äpfel die auf so vielfältige Weise nicht nachhaltig angebaut werden stehen.
Sich auf dieses plakative Feindbild zu stürzen birgt meiner Meinung nach die Gefahr, sich von Äußerlichkeiten im Guten wie im Schlechten beeinflussen zu lassen - nicht alles was zu gut aussieht muss schlecht sein, und nicht alles was vorgibt natürlich zu sein muss gut sein :-)
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Ich bin selber der Meinung, dass Pink Lady extrem lecker ist. Aber als Utopist nicht vertretbar (Fußabdruck> Transportweg, Anbau etc.), leider. Ich empfehle Jonagold oder andere besonders kleine Äpfel, die dann auch meistens süß sind. Gibt's auch beim Bauern nebenan.
Beantwortet von Nostalgieblume am 27.April 2011, 10:40
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Erst mal Danke für die guten Antworten!
Beantwortet von Eloy am 20.April 2011, 14:03
Das mit dem Ökotest war ein guter Tipp! Für alle die es interessiert fasse ich mal die Ergebnisse zusammen:
1. Durch die Züchtung hin zu Perfektion beim Aussehen und Geschmack entsteht eine genetische Verarmung (gilt nicht nur für Pink Lady), wodurch die Äpfel kranheitsanfälliger werden und erhöhter Pestizideinsatz notwendig wird. Auch wird durch diese Züchtung der Apfel nicht gesünder.
http://www.pomologen-verein.de/Verbaende/Vb_GartenbauvSaarl-Pfalz/Hessen/Sachsen_Anhalt/Westfalen/GenetischeVerarmungbeimObst_Bannier2004.pdf
2. Der oft auch beworbene erhöhte Fruchtzuckeranteil ist schlecht für die Zähne (Hinweis von Barbara und Bada)
3. Im Ökotest bekam der Apfel zwar ein Gesamturteil von "sehr gut", aber dass muss noch nichts heißen. Interessant ist, dass bei Pink Lady gleich 3 verschiedene Pestizide nachgewiesen wurden, von denen 2 nicht in Deutschland zugelassen sind!
http://emedien.oekotest.de/cgi/index.cgi?action=prod;artnr=30559;bernr=04;co=;suche=Pink%20Lady (Der Test selbst kann kostenlos heruntergeldan werden)
4. Pink Lady hat hohe Bedürfnisse in der Pflege und den klimatischen Bedingungen. Deshalb kann der Apfel nicht in Deutschland angebaut werden. Er muss aus der Südschweiz, Italien Südfrankreich, Spanien, Portugal, Bulgarien sowie besonders in der kälteren Jahreszeit aus Neuseeland, Australien
Neuseeland, Südafrika, Chile, Brasilien oder Argentinien importiert werden und kommt somit im schlimmsten Fall tatsächlich vom anderen Ende der Welt. Da sind heimische Sorten von lokalen Anbaugebieten deutlich ökologischer und vermutlich auch gesünder.
http://www.pinklady.ch/Anbaugebiete.aspx
5. "Pink Lady" ist eine sogenannte Mode- oder Clubsorte und hat mit einem natürlichen Produkt nicht mehr viel zu tun. Die Sorte ist Lizenzsiert und kann nicht von jedem angebaut werden. Die Bauern müssen Lizenvereinbarungen treffen, nach denen sie bestimmte Rechte und Pflichten haben. Das erinnert stark an Knebelverträge á la Monsanto sowie Patent auf Leben.
http://www.obstbau.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/F9E48F98352636E7C1256F56004111BB?OpenDocument
Ein bekannter, leider verstorbener, ambitionierter Biobauer und Apfelzüchter würde sich wohl im Grabe umdrehen wenn er nur das Wort "Pink Lady" höhren würde.
Danke nochmal und umweltfreundliche Grüße
Eloy-
Mein Kommentar kommt ein bisschen spät...... <<<<
Antonia Riva am 08.August 2012, 21:03...mehr
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hallo, eloy
Beantwortet von BarbaraDudek am 17.April 2011, 17:23
ich kann mich vage erinnern, daß dieser apfel im jahr 2001 (damals habe ich ihn mal gekostet)
schnell den ruf hatte (öko test??)eine viel zu süße züchtung zu sein und schlecht für die zähne zu sein,
eben wg. zu viel zucker. das war damals der erste und letzte...
vielleicht kann man in den ökotest archiven nachschauen, bin nicht sicher..
grüße, barbara
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passendes foto: http://www.facebook.com/photo.php?fbid=276328049140993&set=a.170384499735349.37322.100002913990177&type=1&theater
Beantwortet von GreenSeconds am 06.Juli 2012, 12:34
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Also ich habe mich mit der Herkunft der Sorte zuerst gar nicht beschäftigt. Denn eigentlich darf ich keinen einzigen Apfel essen (roh zumindest)- ich habe eine wahnsinnig starke Apfelallergie. Wobei nicht ganz klar ist worauf. Ich kann Äpfel nur roh nicht essen, alles andere, von Direktsaft bis Bratapfel geht ohne Probleme. Je leichter ein Apfel dem Fingerdruck nachgibt, desto schlimmer ist der Allergieanfall danach. So kann ich z.B. Golden Delicious gar nicht probieren, Boskop verursacht kein Asthma, wohlaber unangenehmes Zahnfleisch-Jucken. Ob Bio oder nicht spielt keine Rolle. Ob mit Schale oder nicht ebenfalls nicht.
Beantwortet von jn.doe am 17.Mai 2012, 11:55
Vor ein paar Jahren habe ich dann zum ersten Mal Pink Lady probiert- NICHTS! GAR NICHTS! Ich reagiere extrem empfindlich auf behandelte Obstsorten (von den spanischen Erdbeeren im Winter (3 Stk) ist bei mir z.B. die ganze Haut an den Händen binnen 3 Tage abgestorben!).
Pink Lady kann ich aber problemlos essen?! Warum?-
Ich habe im Garten einen Apfel, sieht fast aus wie Pink Lady und schmeckt auch gut. Der Baum ist...mehr
Cornelia Rein am 15.Februar, 20:15 -
Komisch! aus: http://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html Eine Schlüsselrolle spielen die so...mehr
gruenebine am 30.November 2012, 20:13
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Hallo Eloy,
Beantwortet von Bada am 19.April 2011, 14:18
Barbaras Hinweise kann ich bestätigen. das habe ich auch gelesen, finde aber den Link dazu nicht.
Der zusätzlich angezüchtete Fruchtzucker zerstört die Zahnoberfläche.
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Sehr tolle und richtige Antwort. Danke....mehr
biologisch-lecker am 04.Mai, 19:43