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  • bernhardkiessig

    Was ist CO2-ärmer: Selbst kochen oder im Restaurant bzw. in der Kantine essen?

    Mir ist seit längerem bekannt, dass tierische Produkte in der Herstellung deutlich mehr Energie und Anbaufläche verbrauchen als pflanzliche Produkte. Dazu kommt das aggressive Treibhausgas Methan, das Kühe produzieren. Deswegen achte ich bei meiner Ernährung darauf, nur wenige Tierprodukte zu konsumieren. Nun habe ich gehört, dass ein guter Teil (ich glaube, ein Drittel oder sogar die Hälfte) der Energie für ein Mittagessen bei der Zubereitung verbraucht wird. Daher meine Frage: Ist es energieintensiver, eine Mahlzeit daheim zuzubereiten, als im Restaurant oder in der Kantine? Vor allem eine Kantine kann sicher effizient arbeiten, indem sie das gleiche Essen in großer Menge herstellt. Andererseits muss dieses dann auch warm gehalten werden... Gibt es zu dem Thema irgendwelche Erkenntnisse, Studien etc.? Bin gespannt auf fundierte Antworten!

    Gefragt von
    bernhardkiessig
    am 19.Oktober 2012, 20:22 | 8 Antworten

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  • maiqi.mitku

    topist schrieb: >>"Grundsätzlich problematisch ist der Single-Haushalt. Denn die Zubereitung im Single-Haushalt verbraucht, ob Fertiggericht (Kühlung, Verpackung, Vermarktung, Transport) oder Selbstzubereitung, immer sehr viel Energie. Wenn das Essen für mehr als eine Person zubereitet wird, verändert sich die Energieeffizienz allerdings zugunsten der Selbstzubereitung."<<

    Das lasst mal lieber nicht unsere liebe Regierung hören, sonst gibt es demnächst eine neue Umwelt-Zwangs-Abgabe für Singlehaushalte

    aber, mal im Ernst, das sollte man vl. auch nicht allzu pauschalisieren: ich z.B. koche immer so, dass ich wenigstens zwei Tage von der Menge zehren kann (2 bis 4 Portionen), habe durch minimalsten Fleischkonsum kaum Anteil an der miesen Umweltbilanz von Fleischerzeugung (<< schreckliches Wort) und nutze den Herd möglichst energiesparend (Stichwort Restwäme) und nutze zum Beispiel sogar beim Nudeln-mit-Soße kochen ein Teil des Kochwasser zum Zubereiten der Soße

    diese Liste mit Kleinigkeiten liese sich denke mal fortsetzen, sodass also durchaus ein Single im Vergleich Mahlzeit-Energieverbrauch pro Person besser stehen >kann< als ein Mitglied einer Lebensgemeinschaft (egal ob Familie oder WG)

    zumal der Begriff Single in diesem Zusammenhang schon irreführend ist - ich z.B. bin so einer und wohne trotzdem zu viert in einer WG
    und gegenteiliger Weise in meiner Familie (vor Jahren) es üblich war, dass in unserer 5-köpfigen Familie zumindest werktags irgendwie jeder zu einer anderen Zeit von Schule/Arbeit kam und sich erstmal irgendwas Warmes auf den Ofen getan hat - die Bilanz war garantiert mies ;)

    kurz gesagt: viele Faktoren spielen da rein, Pauschalisierungen sind da eher nicht förderlich

    Beantwortet von maiqi.mitku am 21.Oktober 2012, 19:14
    • topist

      Die von mir zitierten Autoren haben gewiss die Zahl der Personen in einem Hashalt gemeint, die...mehr

      topist am 22.Oktober 2012, 20:11
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  • Ralfs Fooderevolution

    Generell muß man davon ausgehen ,daß in einem Restaurant (ich bin Manger von zweien ) mehr Energie verbraucht wird ,da in Restaurants das Kochen schon mit der Vorbereitung Stunden vorher beginnt.
    Die Suppen werden über Stunden warm gestellt,eine Wärmebrücke zieht unendlich viel Strom,ein Tellerwärmer,die Spülstraße etc. der Gasherd ist ununterbrochen 10 bis 12 Stunden im Einsatz ,dazu sind alle Räume beleuchtet(bei uns zwar nicht alle,weil es Dunkelrestaurants sind) und beheizt,die Kühlhäuser und Getränkekühlungen 24 Stunden in Betrieb.

    Da kommt also einiges zusammen .

    Beantwortet von Ralfs Fooderevolution am 19.Oktober 2012, 23:38
    • berniewa

      Zudem wird evtl in Kantinen mehr weggeworfen, oder?...mehr

      berniewa am 22.Oktober 2012, 00:12
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  • topist

    Eine erste Antwort von Christian Salmhofer, Andreas Strasser und Melanie Sopper:

    "Grundsätzlich problematisch ist der Single-Haushalt. Denn die Zubereitung im Single-Haushalt verbraucht, ob Fertiggericht (Kühlung, Verpackung, Vermarktung, Transport) oder Selbstzubereitung, immer sehr viel Energie. Wenn das Essen für mehr als eine Person zubereitet wird, verändert sich die Energieeffizienz allerdings zugunsten der Selbstzubereitung. Ausgleichend wirkt, dass Singles oft außer Haus essen. Beim Essen in einer Kantine oder in einem Restaurant spart ein Single Energie ein (wenn dort frisch gekocht und nicht Tiefkühlkost verwendet wird)."

    Quelle: http://www.umweltethik.at/download.php?id=285

    Wissenswert außerdem:

    "Zwei von drei Mahlzeiten lassen sich die Europäer in einer gastronomischen Einrichtung servieren, hat eine Studie des internationalen Marktforschungsinstituts CHD Expert ergeben."

    (...)" Die Umweltbelas­tung durch ein Kantinengericht liesse sich um 30 bis 50 Prozent reduzieren, wenn Grossküchen von Fleisch auf vegetarisches Essen umstellen würden. 
Dies ergab eine Ökobilanzstudie, die das Umweltberatungsbüro ESU-services unlängst im Auftrag des WWF Schweiz erstellt hat. Hinter einem vegetarischen Menü verbergen sich zwei Kilogramm weniger Klimagase als hinter der tierischen Variante – das entspricht immerhin rund 15 im Auto gefahrenen Kilometern."

    http://www.beobachter.ch/natur/natuerlich-leben/lebensmittel-ernaehrung/artikel/ernaehrung_gemuese-fuer-die-massen/

    Beantwortet von topist am 19.Oktober 2012, 22:05 Antwort kommentieren
  • Robinson

    "Daher meine Frage: Ist es energieintensiver, eine Mahlzeit daheim zuzubereiten, als im Restaurant oder in der Kantine? Vor allem eine Kantine kann sicher effizient arbeiten, indem sie das gleiche Essen in großer Menge herstellt."

    Der Mengenaspekt ist für die Selber-Kochen Variante meiner Meinung völlig irrelevant.

    Weil eine kleine private Küche gar nicht ausgelegt ist bzw. konkurrieren kann gg. Kantine- bzw. Restaurant-Küchen. Sie muss und will es gar nicht.

    Oder optimiert jemand bewusst seine Privatküche anhand der Kriterien einer Großküche? Eben.

    Smart is beauftiful. Bedeutet bei der CO2-Bilzanz, dass mit wenig Investitionsaufwand (Herd, Küchenzubehör, evt. Kühlschrank), jedoch höherem Transportaufwand (Lagervolumen, woraus folgt Häufigkeit der Einkäufe), meiner Meinung ein Familienessen im Vorteil ist gg. der Großküche. Bei Single- u.ä. Haushalten mit weniger Personen müsste man die Effizienz genauer analysieren (z.B. Volumen Lager/Kühlschrank pro Person, kleinere Töpfe, weniger Energieaufwand pro Mahlzeit, andere Gerichte, geringere Zahl der "Menüfolgen" usw.)

    Kurz gefasst: eine kleine Küche bzw. Haushalt ist flexibler, hat evtl. weniger Abfälle als Familien, muss trotzdem einkaufen gehen und hat ähnliche Fixkosten (1 Fahrrad, 1 Kühlschrank, Küchengeräte usw.).

    Fleisch als CO2-Faktor muss man nicht diskutieren, die Sachlage ist klar. Manchen Haushalten gelingt es Fleisch in der eigenen Jahreszehohhzweibilanz zu kompensieren, ob beim Heizen pro Quadratmeter, gemeinsame Anschaffung und Nutzung von sonst getrennt gekauften Geräten mit CO2-intensiven Herstellungen (nicht nur das Auto).

    CO2 einer Mahlzeit deshalb isoliert zu betrachten, macht wenig Sinn. Jahresbilanzen in der Ernährung schon eher, deren Anteil an der Gesamtbilanz pro Person und Haushalt erst recht. Sonst kommen wir in der Tat auf eine sinnlose Einzelbewertung für EINEN Teil unseres Lebensstils, der scheinbar leicht mit Alternativen zu "verbessern" sein, aber in Summe unseren Erdenverbrauch nicht senkt.

    Je einfacher und schonender die Zubereitung, je weniger Zutaten, je frischer die Zutaten, umso werterhaltender ist eine Mahlzeit und desto enger die Relation von Input zu Output. Global betrachtet sollte es Teil der Utopie sein, den Output der Lebensmittelproduktion (was wir auf dem Markt kaufen können) maximal zu verwerten, um keine irrwitzigen weil umweltschädlichen Produktionssteigerungen durch chemische Düngung bis zur Gentechnik zu begründen und zu durch eigene Verschwendung zu unterstützen.

    Würden etwa alle Deutschen sich gesund und über biologisch angebaute Nahrungsmittel ernähren (mit der jetzigen Struktur an Fremdküchen inkl. Fast Food, Italiener um die Ecke, Edel-Gourmets wie privaten Gefrierschränken für Tiefgefrorenes - und ohne etwas am Ernährungsstil zu ändern) würde das mehr Arbeitsplätze schaffen, die Ökologie fördern und eine Signalwirkung für "es geht" in andere Länder haben.

    Gewöhnen sich die Menschen an gesunde Ernährung hat das jedoch Folgen, negative für die Ernährungsindustrie. Wogegen massiv mit Werbung angegangen wird, die Verbraucher sollen ja nicht auf die Idee kommen, selber mit frischen Zutaten zu kochen, dann verdient ja nur der lokale Landwirt etwas. Bzw. die Saatguthersteller für den eigenen Gartenanbau, wofür man nicht selbst Samen zurücklegen kann.

    Hätten wir noch Holzherde zum Heizen und Kochen in jeder Wohnung, selbstverständlich nach modernsten Emissionsvorgaben, wäre der Faktor Energieaufwand beim Kochen das geringste Problem in der CO2-Bilanz, die Lager- und Transportfaktoren wegen dem lokalen Einkauf mit umweltfreundlichem Transport würde entfallen, diese Lücke für die moderne Arbeitsteilung und Berufstätigkeitsprofile durch professionelle Dienstleistung zu schließen, ist kein Neuland. Es gibt in Städten solche kleinen Imbisse und Lokale, die in die Richtung anbieten.

    Was daher nicht erstrebenswert sein kann, ist gesundes Kochen im privaten mit Warmhalteplatten in Großküchen zu vergleichen. Utopien brauchen etwas mehr an Substanz als das Ablesen von Verbrauchskostenzählern, sonst landen wir gleich beim "gesunden" Hühnchen aus Massentierhaltung, gentechnisch auf minimalen Nährstoffverlust für Warmhalteplatten gezüchtet.

    Ansätze, das private Kochen effizienter zu machen, finden sich zahlreiche auf Utopia, manchmal sind es die kleinen Tricks, die Freude machen, Geld sparen und .... am wichtigsten ... wieder zum Selberkochen motivieren. Entdeckt man dann den Genuß am Ergebnis, werden viele industrielle "Alternativen" wie auch Tiefkühlkost ausscheiden. Zumindest auf ein notwendiges Maß reduziert.

    Aufwand jeglicher Art für Essenszubereitung stiehlt uns (den Planetenbewohnern) Zeit und Ressourcen. Eine Rückbesinnung auf das Wesentliche täte zuweilen gut, etwas weniger Glauben an die "Fortschritte" der Industrie ist m.M. ein Wegstein dazu.

    Beantwortet von Robinson am 22.Oktober 2012, 09:34
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  • berniewa

    Neben schon Gesagtem (z.B Ralfs Fooderevolution etc etc) ist die Frage:
    Entweder (A)
    Beides vergleichen unter sonst gleichen Bedingungen ? z.B. in beiden Fällen (allein versus Kantine) (a) mit oder ohne Bezug von echtem Ökostrom, (b) gleich viel/wenig Fleisch/Wurst/Ei und andere nicht-vegetarische Dinge, (c) gleich viel/wenig "bio" Lebensmittel u.s.w. und dann vergleichen, was da jeweils z.B. mit weniger Energieaufwand geht,
    oder (B)
    reale heutige durchschnittliche Kantinenessen vergleichen mit relativ CO-optimiertem Alleinkochen

    Das Ergebnis sieht dann jeweils sicher sehr unterschiedlich aus.

    Grundsätzlich ist es sicher ein guter Energiespartip, wenn Leute sich zum Kochen zusammentun (macht zudem auch oft mehr Spaß) - wobei sie dazu natürlich nicht erst viele km mit Benzin oder Diesel verbrennenden Fahrzeugen anreisen sollten ...

    Beantwortet von berniewa am 22.Oktober 2012, 00:18
    • bernhardkiessig

      Also ich meine eher Variante (B), wobei ich in der Kantine das "veganste" Essen bestellen würde....mehr

      bernhardkiessig am 27.Oktober 2012, 22:27
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  • raShMan

    Ich denke, man sollte nicht vergessen, daß Großküchengeräte eigentlich alle nicht auf Energieverbrauch/Umweltbilanz/... optimiert sind (soweit ich weiß) und auch äußerst selten neu gekauft werden (da diese Sachen so gebaut sind, daß sie "ewig" halten). So sind in manchen Kantinen bestimmt noch alte, energiefressende Geräte vorhanden.

    Insgesamt ist meine Einschätzung, daß das Warmhalten, etc. und die Ineffizienz der Großküchengeräte die Vorteile durch das Kochen in großen Mengen wieder ausgleicht oder sogar zunichte macht.

    Beantwortet von raShMan am 25.Oktober 2012, 12:12
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  • Maria_L

    Und es kommt natürlich auch drauf an, wie im Einzelfall gekauft und gekocht wird, beim Selbstkochen.
    Ich kann im Siko Energiesparend unter Dampf kochen oder lange kochen lassen.
    U.s.w.

    Beantwortet von Maria_L am 21.Oktober 2012, 16:42
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  • Hannilein

    Das kommt immer auf den jeweiligen Einzelfall an.

    Was wird wo und wie eingekauft, gekühlt, gekocht, gelagert, gespült, u.s.w.

    In manchem Fall kann ein energieoptimiertes, einfaches Lokal sicherlich mal die Nase vorn haben, im anderen Fall vor allem die kleine, "geplante" Familie. Und selbst ein Single, dessen Gefriertruhe im Laden steht oder der dort gar lokale Rohkost kauft, bereitet sich sein Essen häufiger energiesparender als die KANtine.

    Aber jeder is(s)t anders...

    Beantwortet von Hannilein am 21.Oktober 2012, 13:15
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