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Frage an REWE Group

Warum gibt es Mehrweggläser nur für Milchprodukte?

Für Joghurt und Quark gibt es sie: Mehrweggläser. Kann man das bestehende Pfandsystem nicht ausbauen und auch Saucen, Mayo, Apfelmus, Sauerkirschen etc. in die Gläser abfüllen?

Sie sind doch vom "Fach"? Warum ist das so und wann ändert sich das?

PS: Gibt's als gute Frage auch hier: http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/warum-gibt-es-mehrwegglaeser-nur-fuer

Gefragt von
gruenistdiehoffnung
am 20.Dezember 2012, 14:09

Nur REWE Group kann diese Frage beantworten.

Antwort von REWE Group

Liebe/r Grünistdiehoffnung,

vielen Dank für deine Frage.

Im Allgemeinen sind Mehrwegssysteme umweltfreundlich: Durch die Wiederbefüllung muss weniger Abfall entsorgt und recycelt werden. Außerdem werden weniger Rohstoffe bei der Herstellung verbraucht.

Jedoch hängen die ökologischen Vorteile eines Mehrwegsystems vom Sortier- und Reinigungsaufwand sowie den jeweiligen Transportwegen ab. Das bedeutet: Je größer die Transportentfernung und der Reinigungsaufwand sind, desto geringer wird der ökologische Vorteil von Mehrwegverpackungen.

Die Standard-Mehrwegglasflaschen der Genossenschaft Deutscher Brunnen mit seinen meist regionalen Abfüllern erfüllen beispielsweise diese Kriterien. Bei Glaskonserven für z.B. Saucen, Mayonnaise, Apfelmus, Marmelade etc. gibt es heutzutage aber die unterschiedlichsten Formen und Volumen. Diese Vielfalt beruht unter anderem auch auf produktspezifischen Anforderungen an die Verpackung.

Daher müssten die Mehrweggläser zur Reinigung und Wiederbefüllung meist zum ursprünglichen Abfüllort transportiert werden. Dies würde zum Teil zu langen Transportwegen führen, da die Nahrungsmittelhersteller ihre Produkte deutschlandweit bzw. europaweit vertreiben (Mehrwegsysteme sind in fast allen anderen europäischen Ländern unbekannt). Zudem müsste eine optimierte Logistik sicherstellen, dass die Lkw, die die Mehrweggläser wieder zu den Herstellern transportieren, auch möglichst voll ausgelastet sind – besonders bei kleinen Herstellern mit lang haltbaren Produkten eine Herausforderung.

Durch den hohen energetischen Aufwand für die aufwendige Sortierung, Reinigung und den Transport ist unklar, ob ein Mehrwegsystem hier wirklich ökologisch vorteilhaft wäre. Zudem existiert in Deutschland ein gut funktionierendes System zur Sammlung und Wiederverwertung von Glasbehältern. Die Recyclingquote lag nach dem Bundesverband Glasindustrie e.V. im Jahr 2010 bei ca. 80 Prozent.

Wir hoffen, dass dir unsere Antwort weitergeholfen hat – über weitere Fragen freuen wir uns natürlich!

Viele Grüße,
Julia aus dem REWE Group Nachhaltigkeitsteam

Antwort von REWE Group am 03.Januar 2013, 11:38 Auf die Frage „Warum gibt es Mehrweggläser nur für Milchprodukte?“ von gruenistdiehoffnung am 20.Dezember 2012, 14:09

Kommentare zu dieser Antwort (3)   Antwort abonnieren

  • Und warum gibt es z.B. für Quark keine Glasvariante?
    Man könnte den Quark zuerst einmal doch in die Joghurtgläser füllen.
    Gerade den Quark kaufe ich nur sehr ungern, weil er in Polystyrol (PS) verpackt ist.
    PS ist bei der Produktion und bei der Verbrennung/Recycling viel problematischer, d.h. umweltschädlicher als z.B. PP oder PE. Und wer weiß, was von den sonstigen Inhaltsstoffen bei PS in das Lebensmittel übergeht?

    Dies gilt leider auch für Bioquark, den ich aus der Region bekomme.
    Warum wird denn dann nicht zumindest auf PS verzichtet?
    Weil der Becher und damit der Quark dann vielleicht 1 ct teurer wird?
    Meinen Sie, die Kunden würden dann diese Produkte nicht mehr kaufen?
    Fragen Sie doch mal die Kunden und informieren Sie sie über diesen Umwelt- und Gesundheitsvorteil!

    Und nun sagen Sie nicht, man könne bei den Gläsern dann Quark mit Joghurt verwechseln.
    Diese Gefahr wäre bei Milchglasflaschen nämlich auch, die man auch mit Joghurt, Molke oder Buttermilch verwechseln könnte (jedenfalls füllt der Biomarkt auch diese Produkte in Milchflaschen ab).

    Und auch die sonstigen obigen Argumente gegen Mehrwegglas für Saucen, Mayo, Apfelmus etc.sind für mich nur Scheinargumente!
    Man könnte sich ja auf bestimmte Glasformen und -größen einigen.
    So, wie man es beim Deutschen Brunnen für die Mineralwässer auch gemacht hat. Meinen Sie, das ginge nicht auch für andere Produkte?!

    Darauf zu verweisen, daß ja die Recyclingquote bei 80% liege, ist nur ein Ablenkmanöver!
    Sie wissen genauso gut wie ich, daß das Glas mit viel Energie, nämlich bei bis zu 1480°C (!), wieder eingeschmolzen werden muß. Dafür kann man die Gläser aber ziemlich oft transportieren, reinigen und wiederbefüllen!

    Aus diesem Grunde sind Einweggläser eine totale Energieverschwendung und gehören abgeschafft!

    Das geht alles!
    Es fehlt leider nur der Wille!

    Und im übrigen muß ich nicht im westlichen Niedersachsen Milch und Milchprodukte aus Brandenburg, Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern angeboten bekommen. Da gibt es auch regionale Anbieter! Wenn man die Transportkosten von dort zum Regionallager berücksichtigt, so ist ein regionaler Anbieter ohne diese hohen Transportkosten auch nicht teurer.

    Aber leider zählt der Profit viel mehr als einfach zu erreichender Umweltschutz!
    Das ist sehr, sehr traurig!

    Aber leider gilt ja immer noch die Devise:
    Hauptsache, ich/die Firma macht Profit!
    Nach mir die Sintflut!

    Ich persönlich glaube ja nicht, daß wir noch lange nach dieser Maxime werden leben können.
    Diese ganze Konsumorgie (Sommergemüse und -früchte zu Weihnachten - und wenn es vom anderen Ende der Welt ist!!) muß endlich ein Ende haben!
    Man lebt auch gut ohne all diese Dinge!

    Warum will denn keiner Weinachtsgebäck zu Ostern oder Ostergebäck zu Weihnachten essen?
    Weil alles seine Zeit hat!
    Warum können das so viele - insbesondere die Geschäfte, wie Sie z.B. - nicht akzeptieren!?

    Wenn Sie es nicht anbieten würden, würde es nicht gekauft!

    Warum muß es 2-3 Wochen vor der heimischen Ernte Frühkartoffeln aus Ägypten geben?
    Die Frühkartofffeln dort müssen mit viel Wassereinsatz in dem sowieso schon sehr trockenen Land herangezogen und dann auch noch nach Deutschland geflogen werden. Ist das wirklich nötig?!
    Die hiesigen Frühkartoffeln wachsen ohne zusatzliche Bewässerung und haben auch nicht solche Transportwege zurückzulegen.
    Man kann ganz einfach etwas für den Umweltschautz tun, wie ich Ihnen gezeigt habe.

    Um zum Schluß auf meinen Beitrag zum Umweltschutz zu sprechen zu kommen:

    Ich kaufe im Hofladen des hiesigen Biobauern ein. Die 5 km Entfernung sind mit dem Fahrrad kein Problem - nur, wenn es im Winter mal Eis und Schnee gibt. Aber das ist ja vielleicht in der Mittagszeit auch schon weggetaut.
    Die hofeigene Milch hole ich in Glasflaschen ab, kaufe die hofeigenen Äpfel (die derzeit schon recht schrumpelig sind, also nicht gekühlt werden!) und nicht die aus dem Alten Land oder sonst woher, kaufe mein Getreide ungemahlen in dicken Papiertüten (die auch so oft es geht wiederverwendet werden), um es dann selber direkt vorm Backen zu mahlen.
    Das Gemüse kaufe ich vom Biogärtner auf dem Wochenmarkt, zu dem ich auch per Fahrrad fahre und richte mich dabei nach der Saison.
    So kaufe ich Tomaten nur, wenn sie auf meinem Balkon auch schon reif sein könnten - also nicht vor Juli. Die letzten Tomaten vom Balkon ernte ich am Tag vor dem ersten Nachtfrost und auch die dann noch grünen Tomaten reifen im Zimmer bis Anfang/Mitte Dezember nach. Zu anderen Zeiten gibt es keine Tomaten bei mir.

    Sie vermissen Angaben zum Einkauf im Supermarkt, also z.B.bei Ihnen?
    Tja, da kaufe ich kaum noch ein. Denn Fertigprodukte kaufe ich prinzipiell nicht und Frisches ist auf dem Wochenmarkt frischer UND billiger als im Supermarkt. So einfach ist das!

    Kommentiert von inaktiver User 78971 am 04.Januar 2013, 01:09
  • Außerdem gibts das ganze ja auch schon: ob ich das Landliebe-Joghurtglas oder dann doch den Bergbauern-Joghurt als Pfand zurückgebe - die beiden werden trotz unterschiedlicher Form als Mehrweg geführt. Mhm, da scheint mir, klappt das wohl bei einem ;-) NACHMACHEN ERWÜNSCHT!

    Kommentiert von frecherEngel am 08.Januar 2013, 21:44
  • Hallo Julia von REWE, deine Antwort auf obige Frage war sehr informativ. Freilich frage ich mich, ob nicht ein großes Unternehmen wie die REWE Groupt nicht auch eine Art von Überredungs"Druck" und Überzeugungsarbeit bei den Herstellern oder Zulieferern aufbauen oder verstärken kann. Wird das bereits versucht?

    Kommentiert von berniewa am 09.Januar 2013, 20:05

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