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Verpackungsmüll und Verantwortung
"Utopia ist der Motor des Aufbruchs und für alle diejenigen – Konsumenten wie Unternehmen – der Ort, um sich zu sammeln, miteinander zu vernetzen und dann gemeinsam loszulegen, um mittels des strategischen Konsums den Markt in eine positive Richtung zu lenken"
Gefragt von
Ich habe ein sehr gutes Thema, das genau den Geist dieser Community trifft und mich seit Wochen beschäftigt und ärgert:
Es geht um den Verpackungsmüll.
Da Müllentsorgung immer teurer wird, hat die Regierung entschieden, dass sich Hersteller von Verpackungsmüll an den entstehenden Kosten beteiligen sollen. Da man schnell gemerkt hat, dass mal wieder sehr viel gemogelt wird um Millionen zu sparen, wurde eine Selbstverpflichtung gegen Handeln in Grauzonen der Verpackungsverordnung ins Leben gerufen.
Diese wurde dann auch von sieben der neun Systemanbieter in Deutschland unterzeichnet. Redual und der Kölner Systemanbieter Vfw haben diesen einfach nicht unterzeichnet....
Vom Vfw lassen sich Firmengrößen wie unter anderem Fresenius, Osram,Red Bull, Canon, Wesergold, coop, ihren Müll zurückholen, es geht da also um enorm große Mengen an Verpackungsmüll.
Dass die sich ausgerechnet bei einem Unternehmen lizenzieren das sich weigert, eine Selbstverpflichtung zu unterzeichnen, ist sowas von auffällig, denn da geht es natürlich um Millionen von Euros, welches diese Firmen sparen. Und das auf Steuerkosten sowie auf Kosten der Betreibern, die korrekt abrechnen.
Dass jetzt wo die Diskussion langsam lauter wird, der Rücktritt des Geschäftsführers dieser üblen Unternehmensgruppe (Uwe Helmerking), bekannt gegeben wird, hört sich für mich so an, als wüsste er genau was da auf den Vfw zukommt.
Meine Frage: Nicht lange fackeln und die Verräter rausschmeissen, und es die Leute machen lassen, die auch bereit sind sich in die Karten gucken zu lassen, denn Mülltrennung ansich ist doch aus ökologischewr Sicht voll zu unterstützen oder nicht?geradeaus
am 19.November 2009, 17:19 | 5 Antworten
Antworten (5)
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Ich arbeite in der Branche. Die Abfuhr der gelben Tonnen und Säcke wird richtigerweise in regelmäßigen Abständen im Wettbewerb ausgeschrieben und die Entsorgungsunternehmen bieten sich als Fuhrunternehmen und Sortierer der im Haushalt gesammelten Kunststoffverpackungen an. Diese Verpackungen aus dem gleben Sack / der gelben Tonne werden nach Abholung am Haushalt sortiert und in verschiedenen Recyclinganlagen aufbereitet und zum Großteil zu neuen Kunststoffen verarbeitet.
Beantwortet von BLohse am 23.November 2009, 10:51
Problem ist, dass einige Unternehmen behaupten, sie holten die gebrauchten Verpackungen ausschließlich in Geschäften oder im Gewerbe ab (das sind dann die sog. Branchenlösungen), tatsächlich liegt das Material aber weiter in den gelben Säcken, fällt also im Haushalt an. Es wird also scheinbar nicht bei allen sauber gearbeitet und das kostet vor allem die Entsorgungsunternehmen sehr viel Geld, weil sie mehr einsammeln als sie bezahlt bekommen (weil das eingesammelte Material (noch) keinen positiven Wert hat).
Firmen wie z.B. die genannten VFW oder REDUAL bieten solche "Branchenlösungen" an - und angeblich wegen dieser und wegen der Weigerung der Unternehmen eine Selbstverpflichtung zu unterzeichnen, hat das erste und ehemals monopolistische Unternehmen DSD (Duales System Deutschland) den erst zu Beginn des Jahres gegründeten Verband verlassen.
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Schadenshaftung nicht nur für die Kleinen - sondern auch für die Mächtigen
Beantwortet von roy.ly am 09.April 2012, 14:44
fordert Dr. Dr.-Ing. habil. Gerhard Saeltzer
im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin Anlgela Merkel
> https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SiteGlobals/Forms/Vorschlaege/vorschlag_abstimmung_captcha-formular.html
Bitte voten und mit weiteren Beispielen ergänzen!!!
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Danke für die professionellere Erklärung der Hintergründe!
Beantwortet von geradeaus am 25.November 2009, 17:46
Heute lese ich schonmal von ersten Beträgen, die aufgrund der Mauscheleien jetzt offen stehen:
Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe geht es allein im Jahr 2009 um rund zwei Millionen Tonnen Müll und Kosten von mehr als 500 Millionen Euro.
Die deutsche Industrie und die Entsorgungsbranche streiten laut einem Zeitungsbericht über die Recyclinggebühren für die dualen Systeme. Zahlreiche Unternehmen weigerten sich, die Menge der in Umlauf gebrachten Verpackungen anzugeben und die entsprechenden Gebühren für die Wiederaufbereitung zu bezahlen.
Hier geslesen:
http://finanzen.aol.de/deutsche-firmen-zahlen-fuer-plastik-muell/artikel/20091124054005186710994
Ich hoffe, dass da eingeschritten wird, denn das Prinzip ist doch aus ökologischer Sicht heutzutage unbestritten wichtig. Wenn also ein sauber arbeitender DSD unter den Kosten, die Redual und VFW mit seinen Kunden einspart einbricht, kann die Politik doch nicht nur zusehen.
Man sollte da echt aufpassen, denn viele Bürger sind doch eh schon Müllmuffelig, weil sie skeptisch sind, was mit seinem sauber getrennten Kram nachher passiert.
Wenn das mal gut geht..
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BLohse, verstehe ich richtig? Geht es hier in Wahrheit um Doppel- oder Mehrfachabrechnung von Entsorgungsleistungen?
Beantwortet von gargantua am 23.November 2009, 11:25 Alle Kommentare(3)
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Hat nicht das Unternehmen/der Verbraucher mit dem grünen Punkt nicht sowieso schon einen Obolus entrichtet?
Beantwortet von Wollmütze am 19.November 2009, 17:26
Wahrscheinlich darfs auch etwas mehr sein.
Der Punkt ist ja fast überall drauf, auch auf Verpackungen die nicht in den gelben Sack sollen, wie Glasflaschen und Pappkartons, dafür fehlt er auf Butterverpackungen.
Außerdem, wann haben Selbstverpflichtungen von Unternehmen schonmal funktioniert?
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Selbstverpflichtungen von Unternehmen sind erfahrungsgemäß verschenkte Zeit....mehr
Wollmütze am 25.November 2009, 17:48