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  • Utopia-Team

    Sind Utopisten potentielle Terroristen?

    Liebe Utopisten,

    gerade ist das freche, aber ziemlich gut geschriebene Buch "Ende der Märchenstunde" von Kathrin Hartmann erschienen. Darin ist auch ein ganzes Kapitel Utopia gewidmet. Ein Zitat aus dem Vorspann: "Wieso haben wir statt gesellschaftlicher Utopien nur utopia.de?" Das Buch alleine wäre es wert, dass wir es hier mal diskutieren, denn es befasst sich intensiv mit strategischem Konsum und es geht auch um den Disput zwischen den im Buch betitelten "echten Ökos" und den neuen "Lifestyle-Ökos". Eine völlig neue, unangenehme Wendung hat das Ganze nun allerdings bekommen, weil Leser von "Welt-Online" einen Artikel über das Buch nun zum Anlass nehmen, alle Ökos pauschal zu schmähen.

    So äußert sich dort etwa "Wahrsager": "Hab ich mir schon immer gedacht: Wenn die nicht im Ökoladen und Co. kaufen würden, wären sie Terroristen geworden. So erkaufen Sie sich den Heiligenschein Tag für Tag im Bioladen. Biokäufer sind auf eine nette und leider gesellschaftlich anerkannte Art sehr gefährlich! Irgendwie versteckte Tyrannen.
    lg,
    werner"

    Frage 1: Wollen wir auf Utopia nicht mal sachlich über das Buch in der Gruppe "Bücher" diskutieren?
    Frage 2: Und sollten wir uns auf welt.de nicht mal einmischen?

    Hier der Deeplink zu "Lifestyle-Ökos – selbstgefällig, spießig, neoliberal?" auf welt.de:
    http://www.welt.de/lifestyle/article5002718/Lifestyle-Oekos-selbstgefaellig-spiessig-neoliberal.html

    Gefragt von
    Utopia-Team
    am 29.Oktober 2009, 18:02 | 25 Antworten

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  • Christian Silberhorn

    1. Ohne die Umweltschüzer der ersten Stunde, die Friedensbewegten und die Atomkraftgegner etc (Öko 1.0) sähe die Welt ganz bestimmt viel schlechter aus. Etwas Respekt vor diesen Menschen wäre angebracht.
    2. Strategischer Konsum ist nur ein (kleiner) Teil einer nachhaltigen Lebensweise.
    3. Warum werden "wir" so angefeindet? Die Erklärung ist recht einfach: Niemand macht völlig bewußt etwas Falsches. Für jedes Tun und Handeln konstruiert der Mensch seine eigene schlüssige Begründung (und sei sie noch so abwegig). Wenn dieses Tun und Handeln jetzt von anderen als nachweislich falsch offenbart wird, ist die Tendenz sehr hoch, diese anderen zu verunglimpfen. So kann man sein eigenes Tun wieder rechtfertigen.
    Insofern sind wir gefährliche Terroristen. Wir lassen andere nicht in Frieden (das falsche tun).

    Beantwortet von Christian Silberhorn am 30.Oktober 2009, 13:20
    • Stephan Rieping

      @ berniewa: Da hast Du recht! Und deshalb kann man das Ganze auch sehr gelassen sehen!...mehr

      Stephan Rieping am 01.November 2009, 10:29
    • berniewa

      stephan r: nur am rande bemerkt: genau betrachtet gibt es aus der evolutionsperspektive überhaupt...mehr

      berniewa am 31.Oktober 2009, 23:32
    Alle Kommentare(8) Antwort kommentieren
  • Chrissy

    So, jetzt habe ich mich bei welt.de durchgekämpft -
    und 26 Seiten Kommentare bewertet !

    Und am Montag kaufe ich mir das Buch von Kathrin Hartmann und lese es.

    Beantwortet von Chrissy am 31.Oktober 2009, 15:09
    • nellaK

      hab mich auch durch die welt-kommentare durchgelesen. das buch brauchts nicht mehr.... lieber kaufe...mehr

      nellaK am 13.Dezember 2009, 20:32
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  • heartwise_ch

    Bitte lasst nicht zu, irgendjemanden als so oder so zu kategorisieren und zu meinen, es hätte keinen Sinn sich mit ihnen zu befassen, falls Euch mal danach sein sollte.
    Eine ganze Menge Bioladen-Kunden lesen Zeitungen wie FTD, FAZ, Welt u.s.w. hauptsächlich, versorgen ihre Kinder mit Bio-Essen, bringen ihnen was über Umwelt und ihre Verantwortung bei und und und. Das ist doch völlig O.K. Ich lese auch in Online-Ausgaben des einen oder anderen solcher Blätter und in anderen Zeitungen natürlich auch. Warum sollten wir denn nicht von Menschen mit anderer Meinung lernen können, wenn uns auf der anderen Seite ein Baum, ein Blatt, ein Reh und ein Wolf, der gerne Rehe frisst, gleich viel wert sind? Negative Kommentatoren gibt es überall und oft sind sie in der Mehrzahl. Deshalb brauchen die guten Eure Unterstützung.

    Beantwortet von heartwise_ch am 29.Oktober 2009, 23:28
    • Schneider Walter

      Du schreibst mir aus der Seele. Nur wenn wir nicht aufgeben das Positive an nachhaltigem...mehr

      Schneider Walter am 31.Oktober 2009, 18:23
    • heartwise_ch

      Ich schrieb, dass ich mich generell einschalte, wenn ich Artikel oder Kommentare mies finde. Würde...mehr

      heartwise_ch am 30.Oktober 2009, 10:11
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  • mela

    meiner Meinung nach versucht die "konventionelle" Presse, einen weiteren Keil zwischen die vermeintlichen zwei Gruppen "Lohas" und "Ökos" zu treiben und die Autorin hilft ihr genau dabei. Der Sache dient das halt leider überhaupt nicht.
    Ich finde es muss schluss sein mit den Lästereien über die "Müsli/Birkenstock.." -Ökos (auch hier von Utopia!) denn sie sind diejenigen, die es schon lange im Grunde genommen richtig machen.

    Beantwortet von mela am 30.Oktober 2009, 11:59
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  • Herbstlicht

    Wieso ist die Diskussion auf Welt.de so wichtig?
    Im Internet findet man jede Meinung zu jedem Thema und das millionenfach.
    Deren Halbwertszeit ist extrem kurz und es werden immer wieder die gleichen Klischees bedient, denn originelles (soll heißen Neues) schreibt dort kaum wer, es sind übernommene Meinungen, Klischees und Allgemeinplätze. Ich fände das Energieverschwendung.

    Beantwortet von Herbstlicht am 29.Oktober 2009, 22:05
    • berniewa

      Naja, manchmal ein kurzer, prägnanter Kommentar gerade in Foren, wo nicht sowieso schon alle...mehr

      berniewa am 06.November 2009, 02:04
    • Florian Besser

      Dem stimme ich zu. Während einige Artikel der Welt manchmal sogar ganz gut sind (und andere...mehr

      Florian Besser am 06.November 2009, 01:43
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  • Molzen

    "Die Welt" ist für mich das Gleiche wie "BILD", mit etwas seriöserem Anstrich.
    Erinnert euch bitte an das Geschrei wegen Lichtblick und seinem Patzer mit der Strombörse.
    Hier dasselbe - Fingerzeigen statt bessermachen.
    Keine Diskussion wert, die Leute sind von gestern.

    Beantwortet von Molzen am 29.Oktober 2009, 22:39
    • Bibliothomas

      Ich bin mir bis heute nicht sicher, was eine Diskussion wert ist. Ich mag einfach derartige...mehr

      Bibliothomas am 30.Oktober 2009, 08:03
    • habito

      Keine Diskussion wert, die Leute sind von gestern. Ja....mehr

      habito am 29.Oktober 2009, 22:56
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  • habito

    Ich empfinde "Utopia" ja auch nicht als die beste Marke für das, was mir am Herzen liegt. Das müsst eher Eutopia heißen, Utopia ist der Un-Ort. Eutopia wäre der gute Ort.

    Ja selbstverständlich sind Utopisten Terroristen. Terror heißt so viel wie Schrecken. Und ich hoffe sehr, dass manches hier auf Utopia diejenigen erschreckt, die für eine Handvoll Euros alles zerstören würden. Wofür gab es "Utopia" und wofür gibt es utopia.de sonst?

    Beantwortet von habito am 29.Oktober 2009, 23:00
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  • micki.

    Ich habe mich mal dabei ertappt, dass ich einen starken Groll bekam auf einen BMW-Fahrer, der seinen 8Zylinder auf dem Gehweg vor dem Bioladen genau vor der einzigen Laterne geparkt hat, an die ich mein Fahrrad anbinden konnte. Eilig hat er sein Leergut rein und zwei Kästen Mondwasser raus getragen, während ich nach einem Platz für mein Fahrrad gesucht habe. Statt zu grollen hätte ich mich freuen können, dass "so einer" auch das Überleben des kleinen Bioladens möglich machte.

    Inzwischen ist der Bioladen aus dem Zentrum ins Gewerbegebiet vor der Stadt gezogen, auch weil sich viele Kunden über fehlende Parkplätze vor dem Laden beklagt hatten. Einen Fahrradständer haben sie immer noch nicht, aber Parkplätze en masse.

    Bin ich gefährlich?

    Beantwortet von micki. am 30.Oktober 2009, 12:40
    • Berthild Lorenz

      Hach ja, von der Automobilindustrie aus gesehen und von, ich weiß nicht, welche Produktionszweige...mehr

      Berthild Lorenz am 31.Oktober 2009, 17:34
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  • inaktiver User 40516

    Der Euphemismus (deutsch auch: Hehlwort, Hüllwort, Beschönigung, Verbrämung) (latinisierte Form des griechischen ευφημισμός, von altgriechisch euphemi „schönreden, beschönigen“) bezeichnet Wörter oder Formulierungen, die einen Sachverhalt beschönigend, verhüllend oder verschleiernd darstellen. Euphemistische Begriffe können wegen ihres verharmlosenden Charakters auch einen sarkastischen Unterton haben. (Wikipedia)

    Terrorist: nur weil ein Palästinenser für seine Rechte kämpft muss er kein Terrorist sein, erkönnte auch ein Freiheitskämpfer sein.

    Neiddebatte: nur weil jemand nicht einverstanden ist mit der Verteilung von Resoursen, muss er nicht zwangsläufig neidisch sein.

    Kollateralschaden: nur weil Völkermord sich nicht gut anhört, muss man es nicht verharmlosen.

    Verschwörungstheorie: nur weil jemanden etwas nicht blind glaubt, muss er deswegen nicht gleich eine Verschwörung planen.

    Euphemismen eignen sich hervorragend dazu, dem gegenüber die Argumentationsgrundlage zu entziehen.

    Beantwortet von inaktiver User 40516 am 30.November 2009, 10:23
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  • inaktiver User 47075

    Es ist nicht das erste mal, dass ich als Terrorist beschipft werde. Irgend wie berührt mich dies auch nicht sonderlich. Wenn wir irgend wann keine anderen Probleme mehr haben sollten, werden ich mich gerne auf diese Diskussion einlassen. Bis dahin habe ich noch eine menge Probleme zu lösen, die Welt wird nicht von alleine "besser".

    Beantwortet von inaktiver User 47075 am 30.November 2009, 12:34
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