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  • Stephan Rieping

    Sind PV-Anlagen gewaltige Energievernichtungsanlagen?

    Diese Fragestellung bejaht der Dipl. Ing. Ferruccio Ferroni vom ETH, Zürich eindeutig. Nach Ferroni stehen in 25 Jahren Anlagenlaufzeit PV- Erträgen von ca 1500 kWh/m² ein Energieaufwand von 2500 kWh/m² für Herstellung, Netzintegration, Montage, Betrieb, Rückbau, Entsorgung und Finanzierung gegenüber.

    Seine vollständige Herleitung ist unter:

    [info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/ferruccio-ferroni-dipl-ing-eth-zuerich/sind-pv-stromanlagen-in-deutschland-energievernichter-.html]

    [Anmerkung Utopia-Team: Link zum Kopp-Verlag deaktiviert, da wir diesen nicht mit Direktlinks in irgendeiner Weise unterstützen wollen. Vielen Dank für das Verständnis]

    nachzulesen.

    Wenn die Berechnungen des Herrn Ferroni stimmen, müßte die Photovoltaik, zumindest in Deutschland, sofort eingestampft werden. Warum geschieht da nichts?

    Gefragt von
    Stephan Rieping
    am 28.Dezember 2012, 08:27 | 14 Antworten

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  • Nutopia

    Also bitte! Wer seine Informationen aus dem Interntetauftritt des Kopp Verlages bezieht, muss sich nicht wundern, wenn er Zahlen geliefert bekommt, die nicht stimmen können.
    Der Verlag ist bekannt dafür, Autoren und Inhalte zu veröffentlichen, die deutlich rechtsextreme Tendenzen aufweisen. Man findet dort Die Bücher der sagenhaften Eva Herrmann genauso wie solche über sämtliche bekannte Verschwörungstheorien.
    Nicht zu fassen, dass es immer wieder Utopisten gibt, die sich auf die Informationen dieses Verlages beziehen.

    Beantwortet von Nutopia am 28.Dezember 2012, 08:44
    • lukita

      Ein Kommentar zum Beitrag von Nutopia am 28.Dezember 2012, 14:44: Den von Dir zitierten...mehr

      lukita am 30.Dezember 2012, 21:56
    • Maria_L

      Yupp, stimmt. Ich bin sicher, daß viele flüchtige Leser das für bare Münze nehmen....mehr

      Maria_L am 28.Dezember 2012, 18:33
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  • lukita

    Ich habe mir die Zahlen des Herrn Ferroni einmal angeschaut....

    # Ertrag
    Er berechnet einen Ertrag über 25 Jahre von 1.522 kWh/m². Ich komme für einen Zeitraum von 25 Jahren auf mindestens 22.703 kWh/kWp mit einem durchschnittlichen Ertrag von 908 kWh/kWp. Das entspricht 2.270 kWh/m² bei einem durchschnittlichen Flächen-Wirkungsgrad von 10%.

    Basierend auf den Zahlen für Deutschland im Jahr 2011*:
    19.340.000 MWh Stromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen
    17.554 MWp Ende 2010 installierte PV-Kapazität insgesamt
    25.039 MWp Ende 2011 installierte PV-Kapazität insgesamt
    > 908 kWh/kWp durchschnittlicher Ertrag

    * Quelle: BMU http://www.utopia.de/gruppen/forum/thema/203807

    # Energieaufwand zur Herstellung
    Die Zahl 1.200 kWh/m² bewegt sich im Rahmen der Ergebnisse einzelner Studien. Gehe ich von einem durchschnittlichen Flächen-Wirkungsgrad von 10% aus, ist das gleichbedeutend mit 12.000 kWh/kWp. Einige Studien ermitteln Werte von gerade mal 790 kWh/kWp*. Die Art der eingesetzten Technologie ist hier entscheidend.

    * Quelle: Volker Quaschning http://www.utopia.de/gruppen/forum/thema/203805

    # Energieaufwand für Montage, Betrieb, Rückbau, Entsorgung und Finanzierung
    Die Umrechnung von Euro in kWh halte ich für unwissenschaftlich. Außerdem ist zu beachten, dass in einigen Lebenyzyklus-Analysen dieser Aufwand bereits im Aufwand zur Herstellung berücksichtigt wird.

    # Gesamtenergieaufwand
    Ja, wie sieht denn wohl der Gesamtenergieaufwand für eine Stromerzeugungs-Anlage aus, in der konventionelle Energieträger verbrannt werden? Ich verbrenne konventionelle Energeträger für Herstellung, Bau, Betrieb, Rückbau und Entsorgung der Stromerzeugungsanlage. Die Energieträger stehen danach nicht mehr zur Verfügung und haben sich in der Atmosphäre verflüchtigt. Das ist dann wohl tatsächlich eine Energie-träger-vernichtung, oder etwa nicht?

    Nutze ich demgegenüber die Energie der Sonne für den Betrieb meiner Anlage, brauche ich den Erd-Boden nicht länger aufzureißen und die Atmosphäre nicht länger mit Abgasen zu verschmutzen. Ich bin zudem unabhängig von der Beschaffung der Energieträger. Und nach obiger Ausführung bekomme ich auch deutlich mehr Energie raus als ich zur Herstellung der Wandlungsanlage benötige.

    Insbesondere wenn die Anlage auch mehr als 25 Jahre läuft. Und das ist sehr wahrscheinlich! Es gibt bereits diverse Anlagen, die älter als 25 Jahre sind und immer noch laufen.

    Nur ein Beispiel: Das ISAAC Supsi feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen. Im Mai 1982 wurde vom TISO (Ticino Solare) eine heute noch voll funktionsfähige 10 kW PV-Anlage als erste in Europa an das Stromnetz angeschlossen. http://tinyurl.com/aqg9zoc

    Beantwortet von lukita am 30.Dezember 2012, 22:00
    • Stephan Rieping

      Vielen lieben Dank, @lukita für Deine sachliche Analyse! Vielleicht noch ergänzend: Letztlich...mehr

      Stephan Rieping am 31.Dezember 2012, 08:52
    • lukita

      Mir fällt gerade auf, dass Herr Ferroni sich sogar selbst eine Falle stellt. Er schreibt: "Die...mehr

      lukita am 30.Dezember 2012, 22:38
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  • Hannilein

    Wie peinlich!

    Das Schlimme bei all diesen Querulanten (oder waren es Querdenker?) ist aber immer, dass sie erstens Leser finden, zweitens Zustimmung und drittens tatsächlich oftmals Leute "umpolen" können.

    Unsereins muss dann wieder Stunden investieren, um den angeeigneten Schwachsinn auszugleichen...

    Bestes Beispiel war der hier:

    http://solarresearch.org/wp/

    Hat seit 1996 sicherlich einige tausend Leute von der Anschaffung einer Solaranlage (egal ob für Strom oder Wärme) abgehalten!

    Hier findet man noch einiges im Cache:

    http://web.archive.org/web/20090313111222/http://www.solarresearch.org/




    Auszug aus meiner HP:

    ""Solaranlagen verbrauchen mehr Energie als sie erzeugen!"

    Von fanatischen Solargegnern wird gerne erzählt, dass die Herstellung solcher Anlagen mehr Energie verbrauchen würde, als später erzeugt wird! Immer wieder lernen wir Interessenten kennen, die durch solche dummen Aussagen verunsichert sind. Dazu Fakten: Erstens muss man beachten, dass diese schlecht aussehenden Zahlenwerke zur Herstellungsenergie noch aus den 80 er (!) Jahren stammen, zweitens die Leistungen heutiger Solarprodukte viel besser geworden sind und drittens auch jede andere Energieform oder Anlage für die Herstellung und Betrieb (Versorgung) erst einmal viel Energie verbraucht (also Heizkessel, Elektroheizung, Atomkraftwerk, u.s.w.).

    Beachtet man diese Punkte, schneidet die solare Wärme- oder Stromerzeugung wieder mit Abstand am besten ab. Je nach Produkt und Standort kann man heute mit einem Energierücklauf (energetischer Amortisationszeitraum) von ca. 0,8 - 3 Jahren rechnen! Ist die lange Nutzungszeit eines Solarmodules oder Solarkollektors (20, 30, 40 Jahre- oder auch mehr!) vorbei, können die Materialien/ Rohstoffe sehr gut recyclet und für Ähnliches wiederverwendet werden! Was passiert mit Atommüll, Verbrennungsrückständen, Nachtspeicheröfen? Wie lange halten Autos, Fernseher, Heizkessel, u.s.w.?
    Stellungnahme REC: rec whitepaper nov 2008 ger.pdf [189 KB]

    http://www.oeko-energie.de/solar-nonsens/index.php#04a20899ef0ab4f14

    Beantwortet von Hannilein am 28.Dezember 2012, 16:49
    • Hannilein

      Erst kamen die extremen Vergütungs-Absenkungen - dann die Chinesen. http://www.utopia....mehr

      Hannilein am 30.Dezember 2012, 12:04
    • Richard-Burgenlandler

      Die Konkurse sind ja in erster Linie durch billige Importe aus China entstanden? Und die Chinesen...mehr

      Richard-Burgenlandler am 29.Dezember 2012, 17:07
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  • Sternenweg

    PV hat nicht nur eine wirtschaftliche Auswirkung, sondern wirkt auch positiv bei anderen, wichtigen Werten, wie z.Bsp. Selbstversorgung, Selbstbestimmung, Generierung einer lokalen Wertschöpfung, Stromkostensenkung. Erst durch das massive Hochfahren der PV (Bayern hat seit 2012 mehr PV als USA) konnten Weiterentwicklungen erfolgen, die die Gesamtbilanz der PV und die Kosten pro KW/h extrem verbessert haben. Heute kostet eine selbsterzeugte Kilowattstunde aus PV ohne jeglichen Zuschuss zwischen 8 und 15 ct. Wer das nicht nutzt und seinen Strom noch für 20-28 ct fremd einkauft, hat eben zuviel Geld oder ist einfach faul und/oder dumm. Wer kein eigenes Dach oder eigenens Geld für die Anfangsinvestition hat, kann beides heute sehr einfach bekommen: Bürgeranlagen, Mikrofinanzierung durch z.Bsp. Ethikbank. Diese Ausreden zählen zum Glück nicht mehr.
    Ich habe schon 30 m2 PV und werde sie nun weiter ausbauen. In meinem Ort werben wir für PV-Bürgerkleinanlagen zur Deckung der Haushaltsgrundlast, die max. 5000 Euro kosten und sich in 5 Jahren selbst bezahlt machen ohne Zuschuss.
    Bei unseren thermischen Sonnenkollektoren haben wir Holzkollektoren aus einer regionalen Behindertenwerkstatt, die wir als Bausatz gekauft und in Eigenleistung montiert haben. Die PV-Entwicklung und -Produktion sollte auch solche Schritte machen.

    Beantwortet von Sternenweg am 22.Februar 2013, 11:15
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  • bthomasfehn

    Nachfolgend ein Auszug von der Seite energiesparhaus.at:

    "Eine Studie der TU Berlin kommt zum Ergebnis, das sich alle Solarzellentypen energetisch mehrfach amortisieren:


    Am besten schneiden hier die Dünnschichtzellen ab, am schlechtesten kristallines Silizium.

    Monokristallines Silizium, Wirkungsgrad 14,5...15,5%:
    Amortisationszeit: 48...75 Monate
    Polykristallines Silizium, Wirkungsgrad 12...14%:
    Amortisationszeit: 25...57 Monate
    Amorphes Silizium:
    Amortisationszeit: 17...41 Monate

    In der Studie werden übrigens auch Angaben zur energetischen Amortisation von thermischen Solaranlagen und Windkraftanlagen gemacht:

    Thermische Kollektoren zur Brauchwasserbereitung: Energetische Amortisation nach etwa 5 Monaten
    Windkraftanlagen: Je nach mittlerer Windgeschwindigkeit energetische Amortisation nach 2 bis 22 Monaten."

    Copy and paste sind eigentlich nicht mein Ding, aber zu diesem Thema sollte das reichen.

    Beantwortet von bthomasfehn am 03.Januar 2013, 16:56
    • ThiloB

      Dünnschichtsolarzellen sind jedoch (derzeit noch?) in der Herstellung problematisch, da hierfür...mehr

      ThiloB am 03.Januar 2013, 17:08
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  • andray

    An sich ein interessanter Ansatz: zu untersuchen wie hoch der primärenergetische Preis für ein Produkt (Solarstrom) ist. Dennoch möchte ich mich den anderen Kommentatoren anschließen und hier darauf hinweisen, dass Stromertrag vs. Primärenergie zu rechnen generell kein sinnvoller Ansatz ist um die gestellte Frage zu beantworten. Strom ist immerhin eine Sekundärenergie. Meiner Meinung nach müsste man eher in Richtung vermiedener Primärenergieverbrauch zu tatsächlichem gehen. Dann aber bitte mit kompletter Lebenszyklusanalyse beider Seiten auf wirklich belastbarer Datengrundlage. Zusätzlich müsste noch berücksichtigt werden, dass nicht alle Primärenergie gleich wertvoll ist (Wärme kWh ist auch physikalisch weniger wert als die Strom kWh). Am besten ginge soetwas meiner Erfahrung nach auf Basis von Exergie. Das wäre dann aber schon ein richtiges Forschungsvorhaben und keine kleine übersichtliche Rechnung mehr. Wenn das Modell eindeutig nicht vollständig ist und die Datengrundlage nicht vollständig transparent und belegt ist, sollte man sich vor pauschalisierten Vergleichen dieser Art zurückhalten finde ich.

    Beantwortet von andray am 03.Januar 2013, 16:46
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  • rheumess

    Selbst wenn diese Zahlen zugrundegelegt werde, dann komme ich auf einen Wirkungsgrad von 60%.
    Welches Kohlekraftwek schafft das schon.
    Aber diese Zahlen sind falsch.

    Beantwortet von rheumess am 03.Januar 2013, 16:43
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  • ThiloB

    Zu der reinen Energiebilanz kann ich nichts sagen, jedoch misstraue ich generell allem, was aus Richtung Kopp-Verlag kommt und vertraue lieber den Kommentaren meiner Vorschreiber.

    Ein Problem, was sich neben Flachbildschirmen (Wer sitzt gerade vor einem? ;-)) auch bei Dünnschichtsolarzellen stellt, ist die Verwendung des hochklimaschädlichen Stickstofftrifluorids (NF3, 17200 mal so stark wie CO2) bei der Herstellung. Besserung ist jedoch in Sicht, da sich in großtechnischen Anlagenversuchen auch (giftige, aber kaum klimawirksame) molekulare Fluor-Gase als geeignet erwiesen haben. Nur für den Moment empfiehlt es sich noch, beim Kauf lieber nochmal nachzufragen.

    https://www.taz.de/Klimaschaedliches-Gas-NF3/!108294/

    Beantwortet von ThiloB am 03.Januar 2013, 16:42
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  • Harald Seiling

    Habe keine Lust solche Beiträge von Herrn Dipl. Ing. Ferruccio Ferroni überhaupt zu lesen. Offensichtlich trottet dieser gute Mann vorm Karren der Energiewirtschaft und merkt es nicht einmal. Diese ganzen Beiträge von sogenannten Experten sollen doch nur ablenken und dienen ausschließlich dazu, die horrenden Gewinne der Energiewirtschaft weiterhin üppig sprudeln zu lassen.
    PV Anlagen produzieren Strom dezentral und gehören auf jedes geeignete Dach.
    Und noch etwas: Wenn ich sehe, wieviel Energie weltweit für Wohlstandsmüll "vernichtet" wird, dann....
    Sonnige Grüße aus der a*******freien Zone [Anm. d. Utopia-Teams: Schimpfwort zensiert]
    Harald Seiling

    Beantwortet von Harald Seiling am 03.Januar 2013, 10:14
    • Simon Reichel

      Autsch. Sorry, da war ich wohl etwas voreilig. Zeit, dass der professionelle Community-Manager...mehr

      Simon Reichel am 04.Januar 2013, 17:47
    • lukita

      @Utopia-Team, und wie ist es damit? http://www.utopia.de/magazin/willkommen-in-der-...mehr

      lukita am 03.Januar 2013, 16:13
    Alle Kommentare(3) Antwort kommentieren
  • Richard-Burgenlandler

    Im Text deines Links steht zu lesen:
    "Es gibt keine zuverlässige Studie über den entsprechenden Energieaufwand. Aufgrund meiner Kontakte in China habe ich den Wert von ca. 400 kg Kohle pro Quadratmeter Modulfläche in Erfahrung gebracht"

    Also es gibt keine verlässlichen Studien über den Energieverbrauch, ABER ! ein Chinese natürlich verlässlich) weiß von 400 kg Kohle, die verheizt werden müssen um 1 m² herzustellen. wow.
    Dann gibt er noch den Wirkunsgrad von 47% des Kohlekratwerks an um damit den Strom zu errechnen. In Deutschland haben Kohlekraftwerke einen Gesamtjahreswirkungsgrad von 26%.
    Oh weh da verschlechtert sich der Primärenergiebedarf noch einmal gründlich.
    Interesssant währe dabei noch um welche Kohle es sich handelt, damit die Zahlen auch Punktgenau sind.

    Ich finde es äußerst amüsant.

    etwa in dieser Tonart:
    Hey was braucht dein Kühlschrank, meiner ist AAA+, ach meiner verbraucht 250 kg Kohe im Jahr.

    Das Ganze ist ein schlechter Faschingsscherz mehr nicht.

    Beantwortet von Richard-Burgenlandler am 30.Dezember 2012, 18:36
    • Richard-Burgenlandler

      Beim Wirkungsgrad (47%) für Kohlekraftwerke sind uns die Chinesen scheints auch voraus. "Der...mehr

      Richard-Burgenlandler am 30.Dezember 2012, 18:45
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