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Sind Photovoltaik-Anlagen noch sinnvoll?
Wir spielen mit dem Gedanken auf das Dach unser nachhaltig ausgerichteten Druckerei eine Photovoltaik-Anlage zu installieren – ca. 160 Kw/Peak.
Gefragt von
Gründe: Eigenen Strom zu erzeugen finde ich toll, Photovoltaik passt zum nachhaltigen Geschäftskonzept, Energie wird immer teurer und vielleicht kann ich die Anlage als Zusatzrente verwenden, denn als Druckerei zu überleben wird immer schwieriger.
Nur: Ist eine Photovoltaikanlage noch als nachhaltig im Sinne von: bringt Nutzen für die Gesellschaft, die Umwelt und das Unternehmen zu bezeichnen oder sind die Fördergelder zu hoch und die Technik veraltet? tun sich Unternehmer auf Kosten von Geringverdienern, deren Strompreise teurer werden durch Solarförderung, bereichern? ist die Windkraft nicht nach und nach wesentlich effektiver?
Was meint Ihr?sorede
am 10.Januar, 10:51 | 12 Antworten
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Es gibt praktisch keine Fördergelder, nur eine Einspeisevergütung, die nur noch knapp über dem Normal-Strom-Preis liegt.
Beantwortet von Hannilein am 10.Januar, 12:26 Alle Kommentare(2)
Was soll an dieser Technik veraltet sein? Sie ist zwar seit Ende der Neunziger ausgereift, aber immer wieder ein bisschen optimiert, bzgl. Wirkungsgrade, Materialbedarf und Langlebigkeit.
Dass sich die Unternehmer nicht bereichern, erkennt man daran, dass aktuell die meisten großen deutschen Solarmodul-Hersteller kurz vor der Pleite stehen oder es sogar schon sind.
Das Effektivste gibt es nie. Sinnvollerweise kann es nur ein Miteinander unterschiedlicher Energie-Formen geben. Sonne und Wind werden die Haupt-Standbeine der nahen Zukunft werden, ergänzt um Wasser, Biomasse & Co.
Solarstrom sorgt seit Jahren schon gelegentlich für die Reduzierung sommerlicher Höchstpreise!
Im Kleinen (um das es hier ja geht) sind Windräder sogar alles andere als Effektiv.
Ausführlicher unter
http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/netzgekoppelte-anlagen/index.php
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Ich glaube auch, dass die Zukunft in einem Mix der verschiedenen Energiequellen liegt. Und dass wir mit Windkraft mehr Energie in Deutschland erzeugen können als mit Solarkraft darf nicht zum Gedanken führen, nur noch Windkraft zu nutzen. Die Schwankungen bei Windkraft sind dazu einfach zu hoch - auch wenn die Offshore-Parks wohl gleichmäßiger Strom produzieren werden.
Beantwortet von greenwave am 10.Januar, 12:44 Alle Kommentare(2)
Und ob sich die Anlage finanziell für Dich noch lohnt, ist eher die Frage - denn die Regierung will, nachdem der Dezember der Monat mit dem historisch höchsten Zubau an Solaranlagen in Deutschland war, wohl kräftig kürzen.
Gesellschaftlich ist es natürlich seit eh und je fraglich, ob die Solarförderung sinn macht. Denn natürlich sind die Investoren tendenziell Menschen mit Geld, und denen wir mit der Förderung noch mehr Geld gegeben --> die Schere zwischen Arm und Reich nimmt zu. Andererseit übernahm und übernimmt Deutschland durch das EEG eine wichtige Rolle auf dem Weg zu Erneuerbaren Energieen - das muss halt auch die Umverteilung rechtfertigen.
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Ich denke, dass es auf dem schönen Erdenrund nix sinnvolleres gibt als Photovoltaikanlagen.
Beantwortet von think sunny am 10.Januar, 15:31
Kurze Begründung:
Eine gute Photovoltaikanlage hat eine Lebensdauer weit über die Zeit der Vergütung nach EEG hinaus.
Einmal installiert, versorgt sie die Allgemeinheit mit sauberem Strom - direkt von der Sonne geschenkt!
Im Laufe dieses Jahres werden die ersten Speichersyteme auf den Markt kommen, die es ermöglichen den 'selbstgemachten' Strom auch direkt 'im Haus' zu speichern und in den Abend-und Nachtstunden zu verbrauchen.
Aber auch ohne eigenen Speicher gibt es bereits die Möglichkeit einen Eigenverbrauchsanteil zu beanspruchen. Der wird noch einmal speziell vergütet und bringt den Effekt mit sich, dass man 2012 schon weiß, was der Strom 2032 ( oder darüber hinaus) kosten wird. Rechnet man die gängigen Preiserhöhungen der 'Versorger' dazu - in den letzten 10 Jahren ca. 60-70%-, dann rechnet sich eine solide Photovoltaikanlage auf jeden Fall.
Wenn Interesse besteht, kann ich das Vorhaben gerne mal unverbindlich durchrechnen.
Kontakt über meine Webseite: www.dachscheich.com
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Ich weiß ja nicht, wo sich das Dach Deiner Druckerei befindet, aber wenn es im Einzugsbereich unserer Energiegenossenschaft ( http://www.sonnenwende-harsewinkel.de ) läge, würden wir es mit Kusshand pachten. Dann würden wir die Anlage bauen, Dir einen (oder auch mehere :-)!)Genossenschaftsanteil(e) anbieten und Dir günstigen Sonnenstrom (zum Festpreis über 20 Jahre!) vom eigenen Dach liefern (nach der Eigenverbrauchsregelung) und schon dürften wir alle hoch zufrieden sein!
Beantwortet von Stephan Rieping am 11.Januar, 12:52
Was also soll an der Errichtung einer Photovoltaikanlage nicht sinnvoll sein?
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Zur Effizienz von Photovoltaikanlagen:
Beantwortet von lukita am 12.Januar, 17:04
Die Anlagen produzieren Gleichstrom. Wenn man den mit entsprechenden Geräten direkt nutzen kann, hat man quasi keinen Verlust. Will man den Gleichstrom in Wechselstrom wandeln, kann man Wechselrichter nutzen, die bereits mit 98% Wirkungsgrad arbeiten.
Der Wirkungsgrad der Photovoltaik-Module selbst ist lediglich eine Aussage über die Fläche, die benötigt wird. Je höher der Wirkungsgrad, desto weniger Fläche brauche ich. Habe ich ausreichend Fläche, spielt der Wirkungsgrad auch nicht mehr so eine große Rolle. Ok, ich habe unter Umständen etwas höheren Aufwand für Unterkonstruktion und Montage. In der Regel sind Module mit geringeren Wirkungsraden aber auch günstiger.
Bei konventionellen Kraftwerken brauche ich zunächst einen Kraftstoff, der in der Regel verbrannt wird. Der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken beträgt im weltweiten Mittel ca. 31 %. Sprich: Ich nutze nicht die volle Energie, die in dem Kraftstoff enthalten ist. Und es kommt zu den Begleiterscheinungen von Rohstoff-Gewinnung und Entsorgungsaufwand von unerwünschten Begleit-Produkten.
Der Rohstoff Sonnenlicht ist kostenlos und überall verfügbar, wenn auch nicht jederzeit. Sobald die Sonne scheint, kann ich mit ihr Energie (kWh) produzieren. Lediglich die installierte Leistung (kWp) ist der limitierende Faktor, wieviel Strom mir bei entsprechender Einstrahlung zur Verfügung steht.
Zur Abzocke:
Hier gibt es einen schönen Comic dazu: http://www.utopia.de/gruppen/oekostrom-185/diskussion/stellungnahme-des-sfv-zur-vorgesehenen-weiteren-192961?page=2#comment-241693
Wer mehr über Kosten und Subventionen der konventionellen Energieträger erfahren will, wir hier fündig: http://www.utopia.de/gruppen/unendlich-viel-energie-593/diskussion/kosten-und-subventionen-der-konventionellen-183257
Also: Viel Erfolg beim Bauen!
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Ich finde Deine Idee mit der Solar-Dachanlage sehr gut. Deutschland will eine Energiewende schaffen, dazu brauchen wir einen gesunden Mix aus erneuerbaren Energien. Neben Wind, Wasser und Biomasse wird eine wichtige Stütze die Photovoltaik sein. Alle dieser Formen müssen dazu noch massiv ausgebaut werden - ca 80% unserer Stromversorgung müssen ersetzt werden.
Beantwortet von mela am 10.Januar, 13:59
Wenn Du Geld anlegen willst, halte ich PV dafür für sehr sinnvoll.
Veraltet ist die Technik sicher nicht. Du trägst zur Energiewende bei und zur dezentralen Stromerzeugung (derzeit sind die großen Stromerzeuger in der Hand von Großkonzernen) - beides kreiert einen Nutzen für die Gesellschaft. Denn den Umweltschaden, den fossile und nukleare Kraftwerke verursachen, bezahlt die heutige und die zukünftige Gesellschaft.
Dass die EEG-Umlage auf die Stromkunden umgelegt wird, ist natürlich richtig, im Endeffekt wird deine Anlage durch die Stromkunden finanziert (du produzierst ja auch ihren Strom). Aber Photovoltaik trägt durchaus auch dazu bei, dass konventionelle Spitzenlast-strompreise zeitweise günstiger sind (Merit-Order-Effekt). Und langfristig wird auch fossiler Strom immer teurer, den wir aber dann irgendwann nichtmehr brauchen - damit spart langfristig auch der Stromkunden durch PV.
Du solltest dir natürlich die Wirtschaftlichkeit deiner Anlage berechnen. Kannst dir ja mal ein Angebot von Hannilein machen lassen (www.oeko-energie.de), da ist eine solche Wirtschaftlichkeitsberechnung glaube ich enthalten.
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Fotovoltaik - ja bitte!
Beantwortet von elise am 10.Januar, 15:35
Auch, wenn immer mehr Fotovoltaik-Bauer diskriminiert werden, weil sie angeblich abzocken -
wie sollen wir ohne Sonnenstrom die Energiewende schaffen?
Entsprechend müssen dann auch die Leitungen ausgebaut werden.
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Denke, man muss zwischen privat finanziert und gewerblich (Dach als Betriebsvermögen) unterscheiden. Unternehmer sollten mit ihrem Bilanzbuchhalter bzw. Steuerberater reden, ob eine Investition sinnvoll ist, gerade, wenn es kriselt und ggf. die Sicherung der Gehälter für Beschäftigte dem "Luxus" einer Kapitalanlage entgegenstehen. Ich bin da einfach zu vorsichtig als zu sagen "mach es auf jeden Fall". Soziale Aspekte gibt es in einem Unternehmen mit Beschäftigten genügend, da müssen nicht neue Problemfelder geschaffen werden.
Beantwortet von Robinson am 10.Januar, 18:01
Privat sehe ich das entschärfter, trotzdem muss man sich gut überlegen, ob man sich mit Bau einer groß dimensionierten PV-Anlage binden möchte, hier ist der Unsicherheitsfaktor evtl. die berufliche Mobilität. Wir haben unser Geld zunächst in die Immobilie gesteckt, Finanzierung mit geringsten Zinsverlusten, notwendige Sanierung und Wärmedämmung war uns wichtiger als die Energiegewinnung auf dem Dach, die erst mal (viel) Geld kostet, der Ökostrom kommt hingegen mit gerechtfertigtem Aufpreis ins Haus.
Ich sehe ein, dass Geld auf der Bank nicht der Umwelt nützt, aber als Haushalt="Privatunternehmen" ist es unklug, an mehreren Ecken Strohfeuer zu entzünden, damit das Hauptfeuer lange (und nachhaltig) brennt. Es besteht die Gefahr, dass die Geldverbrennung um sich greift und keine Zeit bleibt, an den relevanten Stellen zu löschen. Es gehört etwas Planung in jede größere Investition. An Alternativen sehe ich (1) statt Eigenbau Kapitalinvestitionen in PV- oder Windparks, die sind überschaubar, jedoch nicht ohne Risiko. (2) Kapitalinvestition in Umweltbanken, die wiederum Kapitalgeber sind für nachhaltig operierende Unternehmen.
Energieerzeugung halte ich nicht für das DRINGENDSTE Problem, wir erzeugen bereits genügend Energie für den notwendigen Bedarf. (Privat) Strom erzeugen für eine ineffiziente Wirtschaft ? Die es versäumt selbst vorzusorgen oder die aus Wettbewerbsgründen nicht umweltfreundlich produziert ? Dass Strom teurer werden muss, ist klar, weil er bisher subventioniert war und nicht die wahren Kosten widerspiegelte.
Investieren in PV müsste man global betrachtet, eventuell nicht in Deutschland, sondern dort wo der massivste Raubbau an (unwiederbringlichen) Ressourcen stattfindet. Ich denke insb. an die Urwaldrodung. Lieber verzichte ich auf Investition, konsumiere stattdessen nachhaltig, um globale Effekte meines Konsums zu minimieren. Ein Dilemma, bei dem mir CO2-Bilanzen nicht helfen, Ausgleichsinvestitionen vielleicht eher, die dezentrale Energieversorgung bleibt dennoch meine Utopie. Aber finanziell überheben werde ich uns für diesen Traum nicht.
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Wie immer gibt es auch hier immer mehrere Möglichkeiten.
Beantwortet von Uwe-Sievers am 11.Januar, 13:19
Ein bekanntes Beispiel ist das Verwaltungsgebäude von dem Unternehmen Werner & Mertz .
Die haben das erste Plus-Energiebilanz-Verwaltungsgebäude Deutschlands gebaut mittels Photovoltaik, Windkraft und Geothermie.
http://www.nachhaltigwirtschaften.net/scripts/basics/eco-world/wirtschaft/basics.prg?a_no=4228
Ich glaube es gibt immer nur individuelle optimale Lösungen, je nach Lage, Umfeld, Nachbarn und Bauvorschriften.
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Hallo sorede,
Beantwortet von Peter Kupetz am 12.Januar, 15:53
tue es einfach. PV-Anlagen haben einen schlechten Wirkungsgrad (abe den hat die Photosynthese auch) und wir freuen uns darauf, dass es bald wieder grünt und blüht.
Zur Eigenstromnutzung und für ein kleine Solarrente ist es genau das Richtige bei Euch.
Ab 1.7. wird die Einspeisevergütung nochmals um wahrscheinlich 15% reduziert, also gilt es im März die Anlage auf´s Dach zu bringen.
auch als kleine Solarrente für Eure Mitarbeiter ist es eine schöne Sache.
Wir haben mit unserer EE-Genossenschaft mittlerweile über 4000 kWpeak im Betrieb und rund 250 Bürger daran beteiligt (www.pro-regionale-energie.de).
Auch hier gilt also, im Team sind wir noch stärker.
Viel erfolg beim Schrauben
Peter
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Wie beim Kommentar einer anderen Antwort schon eingefügt, sind 3.000 Einstieg, die nach einigen...mehr
Hannilein am 10.Januar, 17:00Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt – ich habe nicht die Solarfirmen gemeint die mit...mehr
sorede am 10.Januar, 16:20