Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Öko-Jeans aus Bio-Baumwolle bei Aldi für 19.99 Euro??

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jallajalla fragte am 24.02.2012 um 12:00

Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, wie man für knapp 20 Euro eine GOTS-Siegel zerztifizierte Jeans aus Bio Baumwolle anbieten kann. Kann das mit rechten Dingen zugehen oder wurde nicht vielleicht an fairen Löhnen gespart?

http://www.discounter-archiv.de/de/archiv/ALDI-Sued/2012-02-27/Herren-Jeans-aus-Bio-Baumwolle/865277/?PHPSESSID=e4a0c7d415c25024664b036362618815

  • antwortete am 01.03.2012 um 18:39
    Liebe Leute!
    Manchmal habe ich das Gefühl, daß die menschliche Naivität grenzenlos ist... ( mich eingeschlossen )! Ich bin selber durch so manche Lebensschule gegangen, die mir so einige Zähne/Idealismen/Gedankenlosigkeiten gezogen hat. Dabei hat mir meine eigene berufliche Selbständigkeit ( s. www.baubiologisches-kontor.de ) sehr die Augen geöffnet, mir gezeigt, wo ( für die Masse Mensch ) 'der Hammer hängt'! Daraus habe ich die Folgerung gezogen, daß eigentlich jedermensch, der irgendwo in verantwortungsvolle Position gelangt, sei es in Verwaltung, Politik, Justiz o. Wirtschaft, vor Antritt solcher Stellen 3 - 5 Jahre an der Basis, in kleinen Handels- o. Handwerksbetrieben gearbeitet haben sollte, damit er/sie ein realistisches Bild von dem harten Überlebenskampf auf dieser Ebene hat - schnacken läßt sich gut und viel...! Aber wenn man auf dieser Grundlage ohnmächtig den Machenschaften der großen Ketten ausgeliefert ist, sich in einem Wettbewerb befindet, den man nie gewinnen kann, hilflos zusehen muß, wie durch deren Machenschaften dezentrale, örtliche Strukturen zerschlagen, aggresiv verdrängt werden, dann kann mensch eigentlich nur die Konsequenz ziehen nicht bei Waldi, Didl, Mikea und Co. einzukaufen!
    Wie in anderen wichtigen sozialen, menschlichen Bereichen auch, sind wir als verantwortungsbewußte, soziale Menschen/Wesen/Konsumenten gefordert uns zu entscheiden, für und wider, entweder oder! Ein bißchen Wahrheit? Ein bißchen lügen? Ein bißchen auf Kosten anderer seinen individuellen Bock, seine Bedürfnisse leben? Man frage mal die Betroffenen ( z. B. Näherinnen für KIK ), was die davon halten...- für sie macht das keinen Unterschied - sie stecken bis zum Hals in der Scheiße! Ergo müssen wir uns bescheiden, genau überlegen, wohin wir unser ( evtl. weniges ) Geld tragen!
    Wenn ich weiß, daß Waldi z. B. bei einer Mineralwasserflasche den Flaschenhersteller auf einen Flaschenpreis v. 16 ct festlegt/erpreßt, bei gleichzeitigem Zahlungsziel von 90 Tagen; diese Flasche mit 2 ct. Aufschlag sagenhaft billig verkauft ( "Juchhu - Schnäppchen!" ), das aber millionenmal, den erwirtschafteten Mehrwert nur 60 Tage irgendwo anlegt/investiert, dann wird klar, wie Waldi seinen Gewinn erwirtschaftet und daß dagegen kleine oder mittlere Unternehmen keine Chance haben!
    Ich habe daraus die Konsequenz gezogen lieber im kleinen Fachhandel dann zu kaufen, wenn ich mir das leisten kann und solange zu verzichten, bis ich das kann - und glaubt mir, das kann durchaus dauern. Aber das ist es mir wert.
    Und was ich gar nicht mehr hören kann: "Aber das muß man sich auch leisten können!" - Bei fast allen, die so 'argumentieren', kann man beim Nachbohren feststellen, daß doch auf ziemlich hohen Niveau gejammert wird...
    In diesem Sinne - mehr Nachdenklichkeit und Verantwortung im Alltag wünscht sich
    Carsten
    P. S. Etwas ähnliches erlebe ich derzeit in Punkto shoppen via Internet! Da liefern Konkurrenten z. B. 'nen Eimer Wandfarbe zu Preisen u. dann auch noch frachtfrei - da tränen einem als alteingesessenem Fachhändler die Augen! Scheinökologisch wird dann argumentiert,daß man dafür ja auch nicht extra fahren müsse und dabei die Folgen übersehen, nämlich daß die Fachhändler 'aussterben', man irgendwann keine fachliche Beratung mehr erhält! Da nützt dann der Billigeinkauf auch nix mehr, wenn man dann beim Verarbeiten Fehler macht und das Ergebnis nicht unbedingt zufriedenstellend ausfällt!
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      kommentierte am 02.03.2012 um 07:04
      Auf den Punkt gebracht!

      Alle, die den vermeintlichen Schnäppchen auf der grünen Wiese (die dann betoniert ist) oder im Internet nachjagen sollte klar sein: Wenn ihr alt seid und nicht mehr autofahren oder gut gehen könnt, dann sind durch euer Verhalten die Händler vor Ort weg.
      Aus. Vorbei. Gejammer.
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      kommentierte am 02.03.2012 um 11:24
      "Wenn ihr alt seid und nicht mehr Autofahren oder gut gehen könnt, dann sind durch euer Verhalten die Händler vor Ort weg.
      Aus. Vorbei. Gejammer. "

      Ich setze einen drauf: dann ruft ihr bei euren Jungen an, die sollen´s dann richten, mit dem Auto doppelte und dreifache Wege fahren, um die Grundversorgung zu sichern.

      In der jetzigen, alten Generation kann ich den guten Willen erkennen, da geht man zu Fuß, nimmt den Bus, das neu erworbene E-Fahrrad für die leicht transportierbaren Dinge, bestellt den Handwerker ein. Im Baumarkt kennt sich sowieso niemand (ich generalisiere) vom Personal aus, na ja, ruft man eben bei den Jungen an, die fahren dann schon rum und "kümmern sich". Unser aktuelles Problem beim Alter 85+: eine neue Wohnzimmerlampe kaufen, die früheren Läden gibt´s nicht mehr, sind raus aus der Stadt, fährt man die Adressen an, geschlossen weil keine Nachfolge gefunden oder insolvent. Im Baumarkt werde nur "Plunder" verkauft, so der Originalton. Ähnlich mit Bekleidung, Modegeschäften, Handarbeitsbedarf, sogar kleine Fahrradläden sterben wegen der Preiskonkurrenz größerer Ketten weg. Für uns Jüngere Mehraufwand, bei den Alten eine echtes Zugangsproblem.
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      kommentierte am 02.03.2012 um 20:50
      Super zusammen gefasst.
      Kann ich nur unterstreichen.
  • antwortete am 24.02.2012 um 13:47
    Verstehe gar nicht wie man ALDI u.a. Anbietern, die einmalig oder als neuer Trend Bio-Produkte in einem Gesamtsortiment von 99,x Prozent umweltschädigender Waren sein Geld geben kann.

    Glaubt irgendein ALDI-Kunde ernsthaft, mit so einer Aktion kann man etwas bewegen ? Ist das strategisch klug gewählt ?

    Andere Unternehmen, Beispiel Hess natur, gehen volles Risiko mit ihren Investitionen, bauen langfristige Handelsbeziehungen mit zuverlässigen Partnern auf, sichern faire Produktionsbedingungen zu UND verrammschen ihre Waren nicht auf dem Wühltisch. Günstig einkaufen kann man deren Saison- bzw. Auslaufware trotzdem.

    Zum Thema:
    Selbst wenn die ALDI-Jeans ökorrekt wäre, sollte man - meine Meinung - auf solche Discounter nicht hereinfallen, das Geld ist aus Konsumentensicht schlecht investiert, weil der Groschen woanders nicht MEHR bewirkt. Jetzt höre ich das Argument "hab aber nur 20 Euro für ´ne Jeans, sollte ich die jetzt nicht wenigstens als Bio bei ALDI kaufen ?" Die Antwort darauf würde grundsätzlich ausfallen und sprengt den Rahmen.

    Die Discounter tragen m.E. eine hohe Verantwortung, werden sie ihr gerecht ? Ich behaupte nein, diese Aktionen sind m.E. Greenwashing. Wer will das unterstützen ? Die Gefahr besteht, die Leute kaufen mindere Qualität und Schuld daran ist nicht etwa ALDI als Auftraggeber und Vertriebskanal, nö, die Bio-Qualität ist schuld, das Bio-Zeugs taugt einfach nicht. Diese Botschaft bleibt beim ALDI-Kunden hängen, der kauft dann auch nicht woanders Bio, schon gar nicht mit Teuerungsaufschlag, der bleibt dem konventionellen Bekleidungsangebot in Billigst-Unfair-Ausbeuterisch-Qualität treu, damit kennt er sich aus, der "wahre Preis" der Waren interessiert fortan nicht mehr.

    Jeder Euro der in die richtigen Kanäle gelangt und "nachhaltig" Vertriebskanäle zu fairem Handel aufbaut, echte Kontrollen finanziert und zu beiderseitigem Nutzen Handelsbeziehungen pflegt, ist aus Kundenperspektive und -verantwortung gut angelegt. Für die Umwelt und künftige Generationen. Lieber fahren die Macher von Hess Natur (überzogene, in Summe querfinanzierte) Gewinne ein als eine Familie Albrecht, die nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld. Die könnten anders Handel betreiben ohne existenzgefährdene Preispolitik für Klein- bis Großunternehmer, diese Masche funktioniert, wird aber am Ende nicht aufgehen. Was rede ich.
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      kommentierte am 01.03.2012 um 14:05
      Kann mich dem aus meiner Sicht nur anschließen. Wer auf alles Unnötige heutzutage verzichtet und nicht ständig alles neu kaufen muss, hat auch mal Geld für ein schönes ökorrektes Stoffstückchen übrig. Wenn tatsächlich nicht mer Geld als das für die ALDI-Jeans da ist, dann ist es allemal besser an was Gebrauchtes zu denken. Gut für die Umwelt und für den Körper - da sind die meisten Chemikalien schon mal rausgewaschen.
      Kann mir auch nicht vorstelle, dass die Aldi-Jeans die super passende figurgerechte ist, da Käufer sie auch gar nicht anprobieren können - oder hat sich seit meinem letzten Besuch vor ... Jahren da etwa was geändert?
      Habe genug Billig Bio bei Discountern gesehen - konnte in Qualität nie mit den "echten" Biomarken mithalten. Oft nur Anteile Biobaumwolle und alles Andere konventionell. Also ein bisschen Alibi plus übliche chemische Keulen.
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      kommentierte am 02.03.2012 um 04:39
      Ich seh's eigentlich grundsaetzlich aehnlich... allerdings: Ihr geht immer noch davon aus, dass Menschen mit "Verzicht" etwas auf die Seite legen koennen... Meine Mutter bekommt 167 Euro Rente! Noch, kann sie mit 67 Jahren arbeiten... wie lange, weiss keiner - und dann wirds eng: aufgestockt wird dies bis max. 700 Euro, davon muss man dann aber Miete, Krankenversicherung, Lebensmittel etc. selbst zahlen. Da ist Verzicht an der Tagesordnung!
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      kommentierte am 02.03.2012 um 08:10
      Leider wird bei den Wehrlosesten am meisten gekürzt. Unsere Rentner und Begründer unseres Sozialsystems werden in den nächsten Jahren viele Härten durchleben. Immer weniger Rente und steigende Preise. Nicht zuletzt auch die Krankenversicherungskosten. Vor allem, wenn dann irgendwann von zwei Verdienern nur noch ein Rentner da ist. Weg aus der gewohnten häuslichen Umgebung - in eine kleine Wohnung in irgendeinem billigeren Brennpunktgebiet oder in eine infrastrukturell schwache Gegend. Altersgerechtes Wohnen kann sich auch bei Weitem nicht jeder leisten. Gerade auch von den ostdeutschen Frauen in Rente, die ihr Leben lang vollzeit gearbeitet haben, müssen viele den deprimierenden, beschämenden Schritt zum Sozialamt gehen - solange sie überhaupt dazu in der Lage sind. Gerecht ist was anderes.
      Naja, ist nicht ganz das Thema, aber vergessen dürfen wir das nicht.
      Mit Verzicht zu ewas kommen, damit meine ich vor Allem Menschen, die für ständig neue Kosmetika und Mode, Zigaretten ... und teure ungesunde Fertignahrung statt gesundem, günstigen Kochen viel unnötiges Geld ausgeben. Etwas Bodenständigkeit kann nicht schaden.
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      kommentierte am 02.03.2012 um 13:38
      @ Viola_Purple, keiner verlangt von Deiner Mutter, daß sie nicht bei ALDI oder sonstigen Billig-Anbietern kauft.
      Aber man muß sie nicht hochloben, und er es irgendwie kann, sollte nicht bei den Discountern kaufen.
      Hast Du mal das Buch gelesen
      http://www.amazon.de/Die-Billig-Lüge-Tricks-Machenschaften-Discounter/dp/3426779250
      Dann weißt Du auch warum.
      Wer bei den Discountern kauft, gräbt sein eigenes Billig-Lohn-Grab und braucht sich nicht zu wundern, wenn er hinterher nur noch bei Discountern kaufen kann.
      Das ist ja irgendwo ein Teufelskreis.
      Noch mal ausdrücklich: Das richtet sich nicht gegen Deine Mutter. Aber es ist eine Frage der Wertigkeit...
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      kommentierte am 02.03.2012 um 18:00
      Nicht nur im Osten.. Wenn Du mal selbststaendig warst, das den Bach runtergeht, dann kann Dir die Bank auch die private Rentenvorsorge pfaenden...

      @ Maria: ich bin ganz Deiner Meinung - ich meine eben nur: man sollte vorsichtig sein mit Vorurteilen!
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      kommentierte am 04.03.2012 um 17:57
      @sanbalance
      etwas offtopic, aber warum bringst du grade die Frauen aus dem Osten an? Meinst du die westdeutschen Frauen haben nicht gearbeitet? Aufgrund des anderen Familienbildes stehen sie m.E. noch dümmer da: formell jahrelang kaum gearbeitet und damit noch weniger Rentenanspruch als die vollzeitbeschäftigten Frauen aus dem Osten.
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      kommentierte am 04.03.2012 um 19:45
      Ganz einfach: Aufgrund der unterdurchschnittlichen Entlohnung der Frauen im Osten haben diese Rentnerinnen für die gleiche Arbeitsleistung gegenüber den Frauen im Westen eben weniger in der Tasche. Oder kennst Du eine Frau im Westen, die nach über 40 Arbeitsjahren Vollzeit Rentnerin ist und nicht einmal für Kinder zu Hause blieb, die mit ca. 400 Eu Rente abgespeist wird? Das nenne ich ungerecht. Lasse mich da gern eines Besseren belehren. Diese Rentnerinnen haben auch keinen Anspruch über eine betriebliche Altersvorsorge eines ehemals gut verdienenden Partners. Ein Einfamilienhaus, was Mietkosten spart, haben sie auch fast nie. Das ist, was ich meine: EIn Leben lang hart gearbeitet und dann zum Sozialamt. Das ist für diese Frauen sehr beschämend! DIe Frauen im Westen, die nicht oder fast nicht gearbeitet haben, wußten worauf sie sich einlassen. Sie haben entsprechend auch nicht eingezahlt - ein Unterschdied zu den Ostfrauen, die natürlich Rentenbeiträge abgeführt hatten. Bei dem gut verdienenden Ehemann der Frauen im Westen haben sie in der Regel auch ein Häuschen / Eigentumswohnung als Vorsorge, falls der "mal nicht mehr ist". Da konnte oft auch gespaart werden. Ausnahmen bestätigen da bekanntlich die Regel.
      Das System gerechter zu gestalten ist wohl mangels Finazen nicht geglückt ... Leider gibt es bezüglich der finanziellen Situation Ost / West noch immer Unterschiede (manifestiert beislpielsweise in unteschiedlichen Mindestlöhnen Ost / West - und das vor nicht all zu langer Zeit), auch wenn schon viel erreicht wurde. Statistiken zu diesem Punkt gibt es genug.
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      kommentierte am 05.03.2012 um 10:55
      Hallo sanbalance
      ich denke Frauen im Westen hatten in der Regel garnicht die Möglichkeit, 40 Jahre Vollzeit rentenversicherungspflichtig zu arbeiten, zumindest nicht, wenn sie Kinder hatten. Kinderkrippe oder Tagesstätte für Kinder unter 3? Gabs in der Regel nicht. Dann gings in den Kindergarten ab 3 Jahren, aber die Kinder mussten über Mittag zum Essen abgeholt werden. Später Schule bis 12 oder 13 Uhr - wer betreut das Kind nachmittags? Klar gab es in Städten vielleicht Ausnahmen mit einer besseren Betreuung. Aber wie gesagt, wie sollte Frau da 40 Jahre Vollzeit versichert arbeiten?
      Rente unter 400 Euro? Ja, meine Oma: Ca 200 Euro. Heißt aber nicht Rente sondern irgendwie anders - bezieht sich irgendwie auf die Kinder, die sie großgezogen hat. 7 Kinder, kleiner landwirtschaftlicher Betrieb, ich würde sagen das war mehr als ein Vollzeitjob für 40 Jahre. Klar, Miete muss sie nicht zahlen. Aber ohne die Rente ihres Mannes stünde sie trotzdem schön blöd da. Und eingezahlt in die Rentenkasse hat sie wahrscheinlich auch nie etwas. Aber: haben die Rentenempfänger die sich auf Arbeitszeit in der DDR beziehen etwas in diese Kasse eingezahlt?
      Wie du selbst schon schreibst, das System hat Gerechtigkeitsdefizite. Ich will dich nur darauf aufmerksam machen, dass nicht in erster Linie die Frauen aus dem Osten darunter leiden, sondern dass das System auch andersherum als ungerecht empfunden werden kann.
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      kommentierte am 05.03.2012 um 11:30
      Hallo Mela,
      Ja, diese Rentnerinnen haben auch in diese Kasse eingezahlt. Ost und West sind vereinigt worden. Fusioniert eben. Wenn die Commerzbank mit der Dresdner Bank fusioniert hat, dann möchten auch die ehemals Dresdner Bank Kunden ihre Spareinlagen ausgezahlt bekommen - oder wäre das zuviel verlangt? Kassen sind vereinigt wurden und auch Versicherungungen. Beispielsweise hat die Allianz die gesamte staatliche Versicherung (es gab nur diese und keine xx Gesellschaften) der DDR mit allen Kunden übernehmen dürfen. Das hst sie sicher gern gemacht, denn so günstig kommt man so schnell nicht an Millionen Neukunden.
      Fusionierung heiß in diesem Sinne Gleichbehandlung der Versicherungsnehmer egal bei welcher Gesellschft ursprünglich der Abschluß getätigt wurde.
      Die Frauen in der DDR haben in den typischen Frauenberufen einfach schlecht verdient, deshalb bekommen wie weniger als vergleichbare Frauen West im gleichen Job mit gleicher Lebensarbeitszeit. Im Übrigen haben die Frauen der DDR genauso Kinder großgezogen wie die im Westen. Neben der Arbeit.
      Meiner Meinung nach ist es ohnehin eine Schande, dass Frauen nach der Geburt von Kindern aus ökonomischen Gründen schnellstmöglich in das Berufsleben zurückgezwungen werden (einschließlich mir) - oft mit Abstrichen, da keiner eine Mutti haben will. Das unterstützt einzig nur den dies ausnutzenden Billiglohnsektor, wie auch die Rentner (natürlich auch west), die nun trotz Rente bis zum tot umfallen zuverdienen müssen. Dabei gibt es genug kräftige junge Leute und bei der heutigen Produktivität (Überproduktion) sollte ein solcher Notstand einfach nicht herrschen.
      Es müßte alles nur gerechter verteilt werden .... wo wir wieder bei der Gerechtigkeit wären.
      Änderungen sind da eben schwer möglich und erfordern erstmal ein Bewußtsein der Probleme ohne zu viel Egoismus.
      Naja, nun ahnen wir, warum sich manche einfach nur die Aldi-Jeans leisten wollen oder können.
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      kommentierte am 05.03.2012 um 13:02
      Hallo sanbalance
      wie gesagt, Frauen im Osten hatten Kinderbetreuung zur Verfügung, die es im Westen nicht gab. Daher kann man die rentenversicherte Lebensarbeitszeit nicht vergleichen. Wenn dann müsste man die Zeit der Kinderbetreuung voll mit in die Lebensarbeitszeit einrechnen.

      Manchmal helfen ja auch Statistiken. Habe also mal Forestle befragt. Die Welt schreibt 2009:"[...]
      bekamen Ostrentner 2008 rund 17 Prozent mehr Rente als Westruheständler“, sagt Fuest. Im Durchschnitt überweist ihnen die Rentenversicherung laut dem aktuellen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung im Monat 917,80 Euro aufs Konto – 133,47 Euro mehr als den Westsenioren.
      Ein wesentlicher Grund dafür sind die lückenloseren Erwerbsbiografien, die noch auf DDR-Zeiten zurückgehen – im sozialistischen Arbeiterstaat galt niemand als arbeitslos. Davon profitieren heute insbesondere ostdeutsche Rentnerinnen. Sie bekommen heute im Schnitt 200 Euro mehr pro Monat als ihre westdeutschen Altersgenossinnen – ein Unterschied von über 30 Prozent."

      http://www.welt.de/wirtschaft/article5433259/Renten-im-Osten-17-Prozent-hoeher-als-im-Westen.html
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      kommentierte am 05.03.2012 um 20:17
      Hallo Mela,

      die Leute "galten" nicht nur als nicht arbeitslos, sie haben tatsächlich gearbeitet. Ob das immer top produktiv war, mal dahingestellt. Da müßte man beim BIP auch die Reparationszahlungen mit berücksichtigen und den "Handel" mit den sogenannten "Brudernationen".
      in Deinem Artikel heißt es weiter:"Um Zündstoff aus der Debatte zu nehmen, verweisen Rentenexperten gern darauf, dass das gesamte Einkommen eines Rentnerhaushalts im Westen mehrere Hundert Euro über dem Ostniveau liege; das liegt an höheren Einkünften aus betrieblicher Altersvorsorge oder Lebensversicherungen. "
      Das sagt die FAZ dazu:"Dabei ist die angebliche Diskriminierung nur eine gefühlte. Zum einen liegen die Renten im Osten, weil länger gearbeitet wurde, trotz des niedrigeren Rentenwerts höher als im Westen: So können 60 Prozent der Ost-, aber nur 42 Prozent der Westrentner 45 Beitragsjahre oder mehr vorweisen. Für Männer beträgt die Durchschnittsrente im Westen 967 Euro, im Osten 1043 Euro. Noch größer ist der Unterschied bei Frauen, die im Westen 468, im Osten 669 Euro erhalten."
      hier die Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ost-west-unterschiede-die-renten-einheit-ist-ueberfaellig-1744920.html
      Ich denke, dass wir hier Frauen mit Kind und Erwerbstätigkeit vergleichen sollten, nicht Frauen, die es sich haben leisten können, mit Kind zu Hause zu bleiben. Aus Sicht der Ostfrauen war das purer Luxus. Ich erinnere mich an meine Kindergartenzeit: um 4:00 Mutter aufstehen, dann um fünf zum Kindergarten, dort weiterschlafen und um 18:00 wieder zu Hause. Manche Eltern hatten auch Schichtarbeit. Für die Betroffenen gab es sowas das sich Wochenkrippe nannte. Das bedeutete Kinder nur am Wochenende sehen, auch wenn sie noch Babys waren. Stell Dir bitte mal das Gefühl einer solchen Mama vor! Hllflos so den Broterwerb fristen und was die Kinder dann durchmachten. Wenn diese nun Oma 200 Eu mehr Rente bekommt als die vergleichsweise daheimgebliebene und vom Ehemann versorgte Mama aus dem Westen, dann hat sie sich das doch verdient?
      Bitte Menschen mit gleichem Arbeitshintergrund vergleichen,
      Das mit der Kinderbetreuung im Westen ist ja auch noch immer fast so schlecht. Aufgrund des enormen Drucks und des Bedarfes ändert sich dort nun aber etwas.
      Im Osten ist dei Kinderbetreuung auch nicht mehr so umfangreich zur Verfügung, wie vor der Wende. Es erfolgt ein Angleichen. Die Frauen hier kümmern sich bereits schwanger um die Betreuungsplätze für ab dem 3. Lebensjahr. Aufgrund aus der Not heraus gemachter mehrfacher Anmeldungen bei Kitas kann nur noch über das Jugendamt angemeldet werden. Dann bekommt Mama eine Platz zugewiesen. Der muss nicht die nächste Kita sein.
      Ich bin übrigens auch nicht glücklich damit, dass ich kaum erholt vom Notkaiserschnitt schon wieder hab arbeiten müssen nachdem ich mein Kind hatte. Ich weiß, was Mama vermißt, nicht wie von der Natur gewollt, mit Baby zusammen sein zu dürfen. Vielleicht auch deswegen meine Ansicht, dass versorgt daheim zu bleiben ein bisschen Luxus ist. Ich würde das jeder Frau gern gönnen und natürlich auch den Dank der Gesellschaft, ein neues Mitglied der Gesellschaft aufgezogen zu haben. Soweit ich aber die Rentengesetzgebung verstanden habe, wird die Erziehungszeit auf die Beitragszeit angerechnet, lediglich bei der Höhe der Rente aufgrund fehlender Einzahlungen schlägt diese wohl nicht zu Buche. Das sollte sich meiner Meinung nach ändern. Ein Kind ist eine teure Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Ich denke, dass wir beide da einer Meinung sind. Kindererziehung sollte von der Gesellschaft besser anerkannt werden.
  • antwortete am 27.02.2012 um 12:11
    Klar, wenn man es sich leisten kann, lieber bei einem rundum coolen Laden kaufen. Ob man es sich leisten kann, das muss jeder ehrlich selbst entscheiden.
    Wenn (echt) nicht, besser eine GOTS-zertifizierte Jeans von Aldi, als eine [edit: neue] konventionelle von wem auch immer. Zumindest in der Produktion werden dann gewisse Standards im sozialen und Umweltbereich eingehalten.
    Zwar ärgere ich mich fast immer über Discounter, aber wenn sie mal ein vernünftiges Produkt anbieten (und GOTS ist DAS Zertifikat für Textilien), dann erkenne ich das auch mal an (NUR für dieses Produkt). Man sollte sich halt bewusst sein, dass man durch einen Kauf bei Aldi auch allgemein ein Stück weit dessen schräges Geschäftsmodell unterstützt.
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      kommentierte am 27.02.2012 um 12:20
      Während in der einen Näherei nach GOT genäht wird, wird wonanders der Lohn gekürzt damit die Jeans vom zertifizierten Produzenten zum selben Tiefpreis angeboten werden kann. Das ist einfach keine Alternative. Also wenn ich die Kohle so gar nicht habe (und auch sonst), dann sind Second-Hand-Shops immer noch die bessere Alternative anstatt Aldi's Quersubventionierungen mitzufinanzieren, finde ich.
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      kommentierte am 27.02.2012 um 12:42
      Hallo emmaradio
      ja, es ist so ähnlich, wie Ökostrom von einem Unternehmen zu beziehen, das auch mit Normalstrom handelt. Es kann sein, dass man quersubventioniert, in die eine oder anderer Richtung.
      Und ja, secondhand ist natürlich die bessere Alternative. Es ging mir nur um den Fall "neu kaufen".
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      kommentierte am 27.02.2012 um 13:56
      ja...eigenlich wollte ich ursprünglich auch einen verständigenden Kompromiss in diese Richtung beitragen, aber dann... ach ich schwanke ehrlich gesagt andauernd zwischen faule Kompromisse entlarven und zu noch so kleinen Abwägungen motivieren wollen. Mein tägliches Dilemma...

      Das GOTS-Siegel ist auf jeden Fall das bisher umfassendste unter allen Kleidersiegeln.Die Diskussion zeigt jedoch auch, dass Siegel zwar eine wichtige Funktion haben allein aber noch nicht Aussagen treffen über die Abnehmer der Ware und den weiteren Vertriebsweg. Letztendlich ist das aber mit fast allen Produkten so. Und ich sehe da auch die Grenzen des Strategischen Konsums (ohne die Möglichkeiten verleugnen zu wollen).
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      kommentierte am 01.03.2012 um 13:08
      hey emmaradio

      kann ich sehr gut verstehen, ich möchte auch gern die 100%. Habe aber in letzter Zeit beschlossen, nicht zu viel zu fordern und das ganze ehr pragmatisch anzugehen.
      Es gibt noch viel zu viele Leute, die ohne Nachdenken einkaufen, gerade bei Klamotten. Und ein großes Ziel muss es sein, dass möglichst viele davon wenigstens einen kleinen Schritt machen, und vor allem auch anfangen drüber nachzudenken. Dann ist einfach schon viel gewonnen. Also ermuntere ich Leute, die sonst nur konventionell kaufen, doch mal die GOTS-Hose von Aldi zu kaufen (wenn second Hand ausfällt).
      Und wenn wir dann den kleinen Finger haben, fordern wir die ganze Hand ;-)
      viele Grüße!
      Melanie
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      kommentierte am 01.03.2012 um 14:46
      OK... ich oute mich jetzt...
      Ich wohne in Butzbach, dem Stammsitz von hess -natur...
      und trotzdem habe ich am Montag morgen, Punkt 8 Uhr 1 Bio-Jeans von Aldi gekauft! Übrigens genau wie vor etwas über einem Jahr, als Aldi schon mal diese Jeans im Angebot hatte...

      Klar, ich kaufe auch bei Hess Natur – aber wenn ich ehrlich bin: Nur im „Schnäppchen-MArkt“ hier in Butzbach; da sind die Klamotten zwar meist aus der vor vor letzten Kollektion oder haben leichte Fehler, aber dafür sind sie halbwegs bezahlbar.
      Ich kann mir die anderen Klamotten halt einfach nicht leisten...
      Die Idee mit Second Hand funktioniert auch nur begrenzt: Ich finde ja schon im „Normalen Handel“ kaum Kleidung die mir passt; bin halt zu groß und zugegeben auch etwas breiter als XL...
      Die Sachen werden halt in Bioqualität (übrigens auch bei hess) nur selten angeboten... und in Second Hand, auf Grund der großen Nachfrage, halt auch nicht sehr häufig zu vernünftigen Preisen...
      Und das ich bei Second Hand auf BIO verzichten soll sehe ich ja gar nicht ein“! Dann lieber von Feinkost Albrecht!

      Und zum Schluss noch ein Schocker: ich habe mir auch noch 3 von den Bio-T-Shirts für 5 Euro das Stück bei Aldi gekauft... mein letztes T-Shirt bei Hess im Restemarkt hat 22,95 Euro gekostet... IM ANGEBOT...
      Sorry... aber ich muss halt auch schauen, wie ich mit dem Geld auskomme...
      Liebe Grüße

      Keltix
    • kommentieren
      kommentierte am 01.03.2012 um 15:00
      Hey Kelix,

      Danke für das mutige Outing ;-) Die Einflussmöglichkeiten der Konumenten_Innen sind zwar nicht mehr wegzuleugnen, aber ab einem gewissen Punkt muss eben auch das Unternehmen die Verantwortung übernehmen und etwas grundsätzliches verändern. Und die Politik auch. Ich denke, das ist den meisten hier auch klar. Jedenfalls wäre ich die letzte, die meine ökorrekten Finger auf dich zeigen würde. Schönaber dass wir uns hier drüber unterhalten können. Was du schreibst kann ich nachvollziehen. Allein das Reden über solche individuellen Kaufentscheidungen bringt uns alle mindestens mehr Verständnis für unsere Möglichkeiten und Grenzen.

      Übrigens wird dieses Spannungsfeld in diesem Thread mt Utopia auch diskutiert: http://www.utopia.de/gruppen/ich-bin-utopia-547/diskussion/utopia-und-der-globale-turnaround-199267

      Interessant auch diese Studie zur nachhaltige Wirtschaft bei der jeder mitmachen kann: http://www.spirit.ch/fragen/48-aktuell/370-nachhaltige-wirtschaft

      Gruß Emma
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      kommentierte am 01.03.2012 um 20:02
      Hej Keltix,

      ich kann dich verstehen - ich kaufe auch ab und an die Bioklamotten bei ALDI aus ähnlichen Gründen wie du und ich finde es nicht in Ordnung, dass man sich dafür schämen sollte. Ich kann mir wirklich nichts anderes in GOTS neu leisten - so einfach siehts aus. Alles andere kaufe ich Second Hand und da ist mit GOTS auch meist nicht weit her, weil die Sachen z.B. bei ebay ab Gr. 44 einfach unendlich hoch gesteigert werden, dass man sie sich (fast) neu kaufen könnte. Das macht das geringe Angebot und die vergleichsweise hohe Nachfrage.

      Ich plädiere daher immer noch für: Lieber GOTS bei Aldi als für 20.-€ gedankenlos eine konventionelle Hose Gott weiß wo gekauft.

      Just my 2 cents!

      silence
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      kommentierte am 01.03.2012 um 21:18
      Ich plädiere dafür, dass man grundsätzlich sein eigenes Konsumverhalten ganz genau prüfen sollte. Ich denke, dass es nicht notwendig ist ein T-Shirt zu kaufen - oder andere Dinge - nur weil sie gerade als speziell angeboten sind/werden.

      Ich verzichte lieber längerfristig auf gewisse Dinge, um dann aber für gutes Geld gute Qualität mit gutem Gewissen zu kaufen. Und ich kann da nur sagen, dass beispielsweise Klamotten auch mal drei bis vier Jahre und länger halten und trotzdem noch vernünftig aussehen. Wenn ich dann den Anschaffungspreis auf den Monat runterrechne bei einer 180€ teuren Bio-Jeans, die mir fast vier Jahre treu gedient hat, dann war das ganz schön günstig!

      Ilian
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      kommentierte am 02.03.2012 um 04:52
      Ich muss Keltix hier unterstuetzen... Zwar bin ich selbst mit etwas mehr gesegnet, aber das ist auch begrenzt, weil ich meine Mutter unterstuetzen muss. Meine Ma hat nunmal (Nachkriegsgeneration) ein riesen-grosses Problem mit Second Hand... Manchmal bekommt sie was von meiner Tante, das geht gerade noch... Aber es kann eben nicht jeder so wie er moechte! Bei 167 Euro Rente ist wirklich KEIN Verzicht zugunsten "etwas anderem" moeglich. Noch arbeitet meine Mutter - mit 67 Jahren, das reicht... Aber mehr, mehr ist halt nicht drin... und wie lange noch? Dann werde ich diejenige sein, der nur das Minimum bleibt, denn ich muss dann noch mehr untertstuetzen...
      PS fuer die Besserwisser: sie will partout nicht zum Sozialamt und wehrt sich mit Haenden und Fuessen!
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      kommentierte am 02.03.2012 um 12:31
      Hallo Illian,

      sry, aber Bio-Jeans von Aldi halten sicherlich auch 2-3 Jahre. Und 4 Jahre finde ich keine Qualität bei 180.-€. Sry, aber das ist für mich auch nicht nachhaltig. Wenn ich mir so eine Hose leiste, dann muss sie doch erheblich länger halten und gut aussehen. Und seis nach einigen Jahren nur noch im privaten Bereich.

      Abgesehen davon ist es einfach schwer mMn Kleidungsstücke zu finden, die nicht "öko" oder "total knallebunt abgefahren" (à là Deerberg oder Sjölden) sehr schwer in größeren Größen. Wenn einem so etwas nicht gefällt ist es verdammt schwer was passendes zu finden.

      Ich plädiere hier nicht grundsätzlich pro Aldi - aber dieses extreme S/W Denken finde ich doch sehr dogmatisch und nicht ungefährlich. Damit kann es schnell passieren, dass Menschen, die für ihre 40h/Woche teilweise nur 800.-€ bekommen (und das immerhin mit abgeschlossener Ausbildung!) und davon dann auch noch ökorrekt leben sollen. Da finde ich die Aldi Jeans vollkommen akzeptabel.
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      kommentierte am 02.03.2012 um 15:27
      Ausnahmen müssen wohl sein. Offensichtlich kommt man daran nicht vorbei. Oder doch? Wir betreiben letzlich die Politik, undzwar mit unserem Einkausbeutel.

      Ich bin auch kein Großverdiener. Und doch versuche ich konsequent zu sein. Dazu zählt für mich auch die Ablehnung konventioneller Hersteller und Verkäufer. Ich möchte keine Doppelmoral haben. Daher ist dieses Thema für mich ein entweder oder.

      Im Übrigen kann man immer den Preis für irgendetwas vorschieben. Es geht um die Veränderung des Konsumbewusstseins. Das ist der entscheidende Punkt! Klar wäre es okay, dann die genannte jeans für nen Zwanni zu kaufen. Aber wird Aldi dadurch sozialverträglich? Du tust was für Dich und Dein Gewissen. Das ja, aber was tust Du damit für die Gesellschaft? Dein Handeln, da wo Du bist, hat Einfluss auf jemanden den Du nicht kennst. Das, finde ich, sollte man bedenken.

      Die Gesellschaft hat zwar lange so funktioniert, dass Rohstoffe und Herstellungsprozesse als nachrangig angesehen wurden. Nun wissen wir aber, was alles in der Welt passiert. Es ist ein leichtes, folglich nachhaltig zu sein!

      Das ist meine Utopie!
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      kommentierte am 04.03.2012 um 18:26
      @Ilian_Grimm
      Du hast recht, es wird sehr oft der Preis für etwas vorgeschoben. Trotzdem kommen wir m.E. nicht ohne Ausnahmen aus. Im Extremfall wird man nicht von einem obdachlosen Menschen mit hohen Schulden verlangen können, dass er sich seine einzige Hose in 10 Jahren bei Hess Natur kauft.
      Die Frage ist, wo ist die Grenze zur Ausnahme? Ich wette, minimum 80 von 100 Menschen hierzulande werden der Aussage zustimmen, Fairtrade könnten sie sich nicht leisten. Es gibt immer Menschen, die mehr Geld haben als man selbst, und es ist einfach die Verantwortung auf diese Menschen zu schieben. Sollen die doch erstmal fair kaufen, haben eh mehr Geld.
      Weiterhin bin ich der Meinung, 90 von 100 Menschen in Deutschland könnten es sich leisten, ihre Lebenmittel komplett fair zu kaufen, und 70 von 100 Menschen zusätzlich noch die Klamotten. Natürlich müssten einige dafür (eigentlich alle) auf etwas anderes verzichten. Und da kommt der Wille ins Spiel. Bei vielen ist die eigentliche Frage nicht, ob sie es sich leisten können, sondern ob sie es sich leisten _wollen_.
      Aber da man allgemein schließlich sowieso von niemandem etwas "verlangen" kann, meine ich, jeder muss sich die Frage, ob er es sich leisten _kann_, ehrlich selbst beantworten. Die Betonung liegt auf ehrlich. Ein Appell für Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Würde zu mehr Fairness anderen Gegenüber führen.
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      kommentierte am 05.03.2012 um 13:19
      Da stimme ich Dir zu, mela!

      Man sollte nur nicht von Verzicht sondern von Veränderung des Konsums sprechen. Verzichten will ja niemand. Diese Veränderung ist mir sehr wichtig. Mir ist bewusst, dass man mit Dogmen und Stigmatisierungen nicht weiter kommt. Daher ist es umso wichtiger eine positive und konstruktive Begriffskette zu bilden, wenn man andere für diese Haltung gewinnen will.

      Ich denke, dass alle, die auf dieser Plattform sind etwas verändern möchten und entsprechend auch schon handeln. Nur so lässt sich langfristig auch etwas bewegen. Ich kann verstehen, wenn man nicht so handeln kann wie man will. Dafür gibt es viele Gründe, somit halte ich es mit der beschriebenen Ehrlichkeit von mela. Aber ich möchte diesbezüglich nicht länger eine Schonhaltung für latente Verantwortungslosigkeit einnehmen.

      Tu' Gutes und rede drüber! Und kämpfe für Deine Überzeugungen und Ideale; es lohnt sich!
  • antwortete am 29.02.2012 um 17:27
    Spannende Diskussion!

    Passend zum Thema wollte ich auf die Utopia-Zusammenfassung des WDR markt-Checks aufmerksam machen:

    Aldi: Mehr bös' als billig http://www.utopia.de/magazin/wie-fair-ist-aldi-wdr-markt-check-mitarbeiter-zulieferer-preisvorteil-qualitaet
  • antwortete am 24.02.2012 um 19:53
    Ich denke, die machen es über die Masse - ich habe zwar keine Ahnung, wie viele Filialen ALDI-Süd hat, aber es wird schon einiges mehr bei denen umgesetzt als z.B. bei einem Naturwaren-Hersteller wie Maas-Natur. Und die schaffen es mittlerweile auch, Bio-Jeans für 49€ anzubieten, was ja auch recht günstig (natürlich nicht vergleichbar zum Aldi-Preis) ist; jedenfalls günstiger als so manche "Marken-Jeans". Und ich denke im Übrigen auch, dass man, ohne die Sachen mal gesehen oder angelangt zu haben, keine Aussagen über die Qualtiät machen kann. Viele Leute sind mit der Qualität von Kleidungsstücken, die bei Aldi verkauft werden, zufrieden (unabhängig von der Art der Herstellung - ich will da jetzt keine neue Diskussion vom Zaun brechen). Mir stellt sich die Frage, ob die Leute auf diesem Weg nicht beeinflußt werden können, eben mehr Bio-Ware zu kaufen. Aldi als billiger Einstieg, der die Leute auch verführt, dann doch mal im Bioladen nach dem Tomatensugo zu schauen und nicht nur das konventionelle zu kaufen. Ich habe schon öfters mit Leuten gesprochen, die z.B. Biomilch bei Aldi gekauft haben - hab z.B. drauf hingewiesen, dass die Milch aus dem Ausland kommt und es bei uns doch auch genug Biobauern gibt, die man mit fairen Preisen unterstützen sollte... So manchen hat das auch ins nachdenken gebracht. Aber, das dürfen wir auch nicht vergessen - vielen ist heute das Geld knapp und sie sind froh, wenn sie auch Bioware günstig bekommen. Es ist zumindest ein Anfang.
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      kommentierte am 27.02.2012 um 15:14
      Naja, über die Masse kann man auch nur begrenzt Preise senken.
      Wenn man Pech hat, dann zahlt man eben als Händler massenhaft drauf.

      ALDI passiert sowas vermutlich nicht.
      Die drücken die Lieferanten schon recht massiv...

      Seufz...ansonsten bin ich natürlich Deiner Meinung, lieber bei ALDI Bio als gar kein Bio.
      Zumindest bei Lebensmitteln, wo die Siegel relativ sichere Standards sind.
      Bei Kleidung bin ich mir da gar nicht so sicher, was die Label wirklich hergeben.
      Im Non-Food-Bereich ist der Begriff Bio bei weitem nicht so gut geschützt.
  • antwortete am 01.03.2012 um 18:36
    Man sollte doch nicht so abwertend Aldi herunten votieren. In den USA führt Aldi eine ökologische Marktkette, in Australien ist im Aldi Angebot jede Menge "organic" in der Gemüsetheke. Die Bedingungen sind in Deutschland leider noch nicht so, dass der Kunde Aldi zwingt, organic anzubieten - obwohl ja schon
    ein Versuchsballon bundesweit gestartet ist. Leider muß man vermuten, dass die sympathischen Grünen
    mit ihrer zeitweisen schlecht begründeten Anti-Aldi- Haltung dazu beigetragen haben, Aldi den entscheidenden Stoß in die andere Richtung zu geben. Wie immer gilt auch hier: loben und anregen ist besser, als unbegründet krisieren.- Wieso Aldi Gots-zertifzierte Jeans zu einem Superpreis
    anbietet, weiß ich auch nicht. Aber man kann bei Aldi direkt fragen, das Unternehmen ist so gut geführt, dass man in der Regel innerhalb einer Woche Antwort bekommt. Bei welchem anderen Unternehmen
    hat man das schon..
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      kommentierte am 01.03.2012 um 20:22
      Hallo baergen, also sorry, für mich ist Aldi in keiner Weise unterstützenswert, im Gegenteil. Aldi drückt Preise, macht Unternehmen kaputt und die Bioquote am Gesamtumsatz dürfte nicht auf 1% kommen (das ist nur geschätzt). Von wegen loben oder anregen - Aldi geht es nur um den Profit, und Aldi wird nur die Sprache des Nicht-Kaufens verstehen (die aber leider zu selten gesprochen wird, wir sind ja schließlich in erster Linie Konsumenten, die sich nichts anderes als Aldi leisten können oder?).
      Wenn ausnahmsweise mal ein akzeptables Produkt angeboten wird, ändert das noch nicht meine Meinung über diesen Laden. Daher: klar, wer es sich wirklich nicht leisten kann, soll sich die Hose ruhig kaufen. Aber bitte nichts anderes :-)
    • kommentieren
      kommentierte am 02.03.2012 um 04:53
      Ja, Aldi geht es nur um den Profit... wie jedem anderen Wirtschaftlichen Unternehmen auch, dass keine Non-Profit-Organisation ist... Das koennen die nicht mal aendern, denn wenn Du ein Unternehmen hast und mehrere Jahre keinen Gewinn erwirtschaftest, dann steigt Dir das Finanzamt auf's Dach!
    • kommentieren
      kommentierte am 02.03.2012 um 13:30
      HI Baergen,
      na, dann bin ich wohl mit meiner Anti-ALDI-Haltung mit schuld, daß ALDI noch nicht mehr organic Ware anbietet?

      " In den USA führt Aldi eine ökologische Marktkette"
      Ja, und in der USA gibt es ernsthafte Bestrebungen seitens der Bio-Marktketten, Gentechnisch veränderte Produkte auch im Bio-Bereich zuzulassen.

      Das sind dann halt die Folgen, wenn man Konzerne unterstützt, für die Profit das einzige ist, was zählt.
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      kommentierte am 02.03.2012 um 13:44
      @Viola_Purple
      nein, nicht jedem wirtschaftlichen Unternehmen geht es _nur_ um Profit. Natürlich muss jeder seine Angestellten bezahlen und die Kreditzinsen erwirtschaften.
      Der Unterschied ist, dass gerade viele Unternehmen aus dem Bio/Fairtrade-Bereich aber noch andere Unternehmensziele verfolgen als Profit. Z.B. eben Umweltverträglichkeit und Sozialverträglichkeit.

      Aldi bietet sicherlich nicht aus Nachhaltigkeitsgründen Bio an, sondern (m.E. allein) mit dem Ziel, Gewinne einzufahren. Das führt aber dazu, dass das Produkt zwar vielleicht Bio ist, aber nicht unbedingt zu mehr Nachhaltigkeit insgesamt führt. ZB wird es Aldi egal sein wird, ob die Lieferanten auch langfristig existieren können oder nicht. Im Zweifel werden sie eben durch andere Lieferanten ersetzt.
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      kommentierte am 02.03.2012 um 18:07
      @ Mela: DOCH - es MUSS jedem wirtschaftlichen Unternehmen um Profit gehen! Das Finanzamt akzeptiert eine Null Linie gerade noch bei Freiberuflern. Wenn Du als Unternehmen nach 5 oder gar 10 Jahren nach Abzug aller Kosten keinen Gewinn abwirfst, wird Dir der Status des Unternehmens verboten, denn man geht dann davon aus, dass Du entweder: eine Non-Profit Organisation bist, dazu musst Du diesen Status allerdings erst beweisen und erhalten... oder dass Du das Finanzamt bescheisst... Sei's wie's will - Du kriegst ein immenses Problem!

      Gerade die Unternehmensziele der Nachhaltigkeit sind loeblich... Ich bin die erste die dafuer ist - aber es ist eben sehr sehr haeufig auch ein Marketing-Faktor!
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      kommentierte am 02.03.2012 um 19:27
      @viola.purple,
      Mela schrieb ja ausdrücklich " nicht jedem wirtschaftlichen Unternehmen geht es _nur_ um Profit".
      Natürlich muß ein Unternehmen Profit machen, ich bin selbst Unternehmerin und habe dafür Verständnis.
      Ich nehme ALDI also sicher nicht persönlich übel, daß sie versuchen möglichst viel Profit zu machen.
      Aber es geht so oder so und ADLI ist aus vielen Gründen seit vielen Jahren in der Kritik.
      Ich als Verbraucher habe die Wahl und habe beschlossen, daß ich gewisse Strukturen mit meinem Geld nicht unterstützen will.
      Da fällt ADLI bei mir durchs Raster.
      D.h. nicht, daß ich irgendwem übel nehme, dort zu kaufen. Von Zeit zu Zeit kaufe ich auch was, weil wie die Ironie des Schicksals es will: Es ist der Supermarkt, der von meinem Dort aus am Schnellsten erreichbar ist.
      Aber trotzdem nehme ich mir das Recht raus, ALDI nicht toll zu finden und das auch bei Gelegenheit zu sagen und zu begründen.
      Warum soll ich das nicht bewußt abwertend machen, wenn ich die Strukturen einfach nicht gut finde?
  • antwortete am 02.03.2012 um 11:02
    Für die Bedingungen beim Anbau und Herstellungsprozess der Kleidung in ökologischer und sozialer Hinsicht bürgt das GOTS-Siegel, für das klare Kriterien vorgegeben sind. Ob man GOTS-Ware beim Aldi oder beim kleinen Händler von ökofairen Klamotten kauft, macht in diesem Punkt keinen Unterschied.

    Siehe auch:
    http://www.naturtextil.de/verbraucher/qualitaetszeichen.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Global_Organic_Textile_Standard

    Aldi kann es sich jeoch leisten (im Gegensatz zum genannten kleinen Händler oder zu Unternehmen, wie z.B. Hess Natur, die nur ökologische und faire Produkte anbieten), die angebotene ökologische und faire Ware zu "Kampfpreisen" anzubieten, weil sie aus den Gewinnen der übrigen verkauften Aldi-Produkte (die in der Regel nicht öko und/oder fair sind) gegenfinanziert werden.
    • kommentieren
      kommentierte am 02.03.2012 um 11:30
      genau so sehe ich das auch.
      Aldi "lebt" davon, dass der Konsument - wenn er ohnehin schon bei Aldi ist, auch andere Produkte kauft - nämllich Grund-Lebensmittel. Die Wochen-Angebote die in den Prospekten beworben werden holen den Kunden in den Laden- ohne Gewinn. Dieser kauft dann natürlich auch Nudeln und Joghurt bei Aldi.
      Grundlebensmittel sind aber, wie man in der WDR- Reportage auch sehen kann, aber bei Aldi gar nicht billiger als anderswo.
      Hier findet - und das nicht nur bei GOTS-zeritifizierten Jeans - eine mehr oder weniger starke Quersubventionierung statt.
      Für mich ist es deshalb in Ordnung, wenn ich die GOTS-Jeans / Unterwäsche bei Aldi kaufe, sofern ich mich nicht dazu verleiten lasse dort auch noch andere Sachen zu kaufen (und mit dem Fahrrad hinfahre, damit ich nicht einen extra-Weg mache).
  • antwortete am 24.02.2012 um 12:58
    Viell. stammt die Jeans aus einer Auslaufkollektion, einer Insolvenz oder ist fehlerhaft verarbeitet o.ä.

    Was mich jedoch stutzig macht, in der Beschreibung wird zwar eine GOTS Zertifizierung erwähnt, aber abgebildet ist ein anderes Siegel, das nach einem firmeneigenen Bio-Logo aussieht. Würde mich ja mal interessieren ob das richtige Zertifikat auf dem Produkt direkt zu finden ist. Hast du eine Möglichkeit das zu prüfen?

    Das richtige Siegel sieht so aus: http://www.utopia.de/produktguide/siegel/global-organic-textile-standard-57
  • antwortete am 25.02.2012 um 17:19
    Falls wirklich GOTS zertifiziert (siehe z.B. die AW von emmaradio), dann vielleicht über .Q.u.e.r.s.u.b.v.e.n.t.i.o.n.i.e.r.u.n.g. innerhalb von ALDI , (vielleicht um neues Kundinnen/-en-Segment mit-zu-'besetzen' ...?)
    • kommentieren
      kommentierte am 25.02.2012 um 17:29
      Ja scheint tatsächlich GOTS zertifiziert zu sein, auf dieser Webseite wird das Siegel angezeigt (büschen mit der Maus nach unten scrollen): http://www.aldi-sued.de/de/html/offers/2867_31628.htm
    • kommentieren
      kommentierte am 25.02.2012 um 18:51
      Dann musst du nur noch abwägen, ob Robinsons Argumente nicht trotzdem gegen einen Bio-Jeans-Kauf bei Aldi sprechen ;-) Das ist auf jeden Fall ein krasser Kampfpreis, bei dem ich mich auch Frage wieviel, bei den Nähern_innen noch bleibt, unabhängig vom Siegel. Und falls mit Quersubventionierung der Preis gedrückt wird, dann ist das wahrscheinlich nur möglich weil an anderer Stelle eben ausgebeutet wird.

      Die "Kampagne für Saubere Kleidung" zum Thema Kleidung von Aldi (& Co.): http://www.saubere-kleidung.de/downloads/2010-10-23_CIR_BP_taz-Beilage.pdf

      Auszug: "Textilien, mittlerweile der größte Umsatzbringer sogenannter Aktionswaren bei Aldi, kommen vorwiegend aus Bangladesch. Studien und Hintergrundgespräche mit NäherInnen legen dar, dass ArbeiterInnen 80 Stunden im Monat für umgerechnet 33 Euro schuften müssen. Bei Aldi werden die T-Shirts dann für4,29 Euro das Stück verkauft. Bei einem Lohnkostenanteil von einem Prozent bedeutet dies für die NäherIn lediglich fünf Cent pro T-Shirt. China hat sich auch für Aldi zum wichtigsten Lieferanten für Spielzeug gemausert. Die Bedingungen,unter denen dort produziert wird, sind menschenunwürdig: Das Arbeitssoll ist hoch, Schutzbekleidung fehlt, Diskriminierung ist Alltag."

      Buch Empfehlung zur zitierten Studie:
      Wick, Ingeborg (2007): All die Textilschnäppchen. Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferern in China und Indonesien. Aktionsvorschläge für VerbraucherInnen und GewerkschafterInnen, hg. SÜDWIND Institut für Ökonomie und Ökumene, Siegburg.

      Anfragen an Aldi zur Bio-Jeans könnte mensch hier stellen: http://www.saubere-kleidung.de/ccc-20_unternehemen/ccc-25-02_fp_aldi.html
    • kommentieren
      kommentierte am 27.02.2012 um 11:43
      emmaradio schrieb:"Dann musst du nur noch abwägen, ob Robinsons Argumente nicht trotzdem gegen einen Bio-Jeans-Kauf bei Aldi sprechen"

      Ja ich habe mich gegen einen Kauf entschieden und werde (sobald ich das Geld über habe) lieber eine teurere Biobaumwoll-Jeans bei einem Anbieter kaufen, den ich voll und ganz unterstützten kann. Gruß,Tom
    • kommentieren
      kommentierte am 27.02.2012 um 12:22
      klingt gut, Tom ;-)
    • kommentieren
      kommentierte am 27.02.2012 um 13:44
      Find ich ebenfalls eine gute Entscheidung. Ich glaube näml. 1. kaum, dass Aldi sich bei etwas höherer Nachfrage von solchen Produkten etnschließt, konsequent auf solche umzusteigen, 2. würde der Kauf evtl Aldis scheinbares 'going-fair-and-green' unterstützen und 3. würden konsequenter fair+öko Anbieter eine Jeans weniger verkaufen, die aber auf den kleinen Gewinn aus jeder Jeans sehr angewiesen sind. Und 4. traue ich Unternehmen wie Aldi auch schlichtweg Fälschungen zu (z.B. dass viellleicht die Hälfte der Jeans 'umgelabelt' sind) [keine Behauptung oder Verdächtigung, nur eine persönl. private Einschätzung]

      Falls du neben dem Einkaufsratgeber von Utopia noch weitere Links zu Infos über Siegel und Adressen von Anbietern suchst, findest du hier einige (dort regelmäßige Aktualisierungen) http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/infos-und-links-zu-fairtrade-siegeln
  • antwortete am 01.03.2012 um 20:21
    Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe sind bei einer regulären 100€-Markenjeans die man in einem "normalen" Laden käuft ungefähr folgende Anteile enthalten:
    -50€: Einzelhandels-"Gewinn"marge
    -25€: für Vertrieb, Marketing etc. seitens des (Marken-)Textilunternehmens
    -25€: eigentliche Produktions- und Transportkosten, davon ca. 1€ Arbeits(lohn)kosten

    Bin jetzt bestimmt kein ALDI-Fan, aber kann mir schon vorstellen dass ein Discounter es schafft, v.a. die ersten beiden Anteile deutlich zu reduzieren...
  • antwortete am 01.03.2012 um 21:20
    Ich plädiere dafür, dass man grundsätzlich sein eigenes Konsumverhalten ganz genau prüfen sollte. Ich denke, dass es nicht notwendig ist ein T-Shirt zu kaufen - oder andere Dinge - nur weil sie gerade als speziell angeboten sind/werden.

    Ich verzichte lieber längerfristig auf gewisse Dinge, um dann aber für gutes Geld gute Qualität mit gutem Gewissen zu kaufen. Und ich kann da nur sagen, dass beispielsweise Klamotten auch mal drei bis vier Jahre und länger halten und trotzdem noch vernünftig aussehen. Wenn ich dann den Anschaffungspreis auf den Monat runterrechne bei einer 180€ teuren Bio-Jeans, die mir fast vier Jahre treu gedient hat, dann war das ganz schön günstig!

    Ilian
  • antwortete am 02.03.2012 um 07:22
    Zumindest 2010 gab es ein Überangebot an Bio-Baumwolle, sodass diese fast gleich viel wie konventionelle Baumwolle kostete. Und die fairen Löhne machen am Endprodukt auch nicht viel aus. Daher kann ich mir den Preis von 20 EUR für eine Bio-Jeans schon vorstellen. Bei C & A habe ich die auch schon zu dem Preis gesehen.

    Ich finde es begrüßenswert, dass es mittlerweile sogar beim Discounter Bio gibt. Ein schöner Erfolg von strategischem Konsum. Nur wenn Bio massentauglich wird, können die damit verbundenen Umweltvorteile realisiert werden.

    Ich würde in kleinen Läden einkaufen, wenn ich sicher sein könnte, dass die dreimal so teure Jeans auch dreimal so lang hält oder zumindest "dreimal" so umweltfreundlich ist. Nach meinen Erfahrungen ist das aber nicht der Fall. Wer will, kann natürlich trotzdem an kleine Anbieter spenden.
  • antwortete am 02.03.2012 um 10:44
    "Falsche Frage". Bio heißt in diesem Falle doch nicht fairtrade. Jedenfalls nicht das fairtrade-Siegel. Welche Standards dann bei der angeblich "sozialverträglichen Herstellung" gesetzt und eingehalten werden, das wäre erstmal zu recherchieren. Kommt mir alles sehr billig vor. Wenn man weiß (und Dokus dazu gibt es im Internet ja einige), wie ALDI mit seinen eigenen Angestellten umspringt und in harten Verhandlungen mit allen Lieferanten Dumpingpreise durchsetzt (wobei die Lieferanten dann auch glauben, dass es sich dann "über die Masse" rechnet), dann kann man das nicht ernsthaft als sozial oder ökologisch sehen. Höchstens ein Marketing-Gag. Whitewashing. Image aufpolieren...
  • antwortete am 01.03.2012 um 18:49
    zur Info: Jeans weiß ich nicht (gab bei uns keine) aber die aktuell ebenfalls beworbene Unterwäsche trägt - neben dem "eigenen" Logo - tatsächlich auch das GOTS-Logo. Und irgendwas von einem Schweizer Institut steht drauf.
  • antwortete am 02.03.2012 um 08:14
    Da sind wir wieder beim alten Thema und den Fehlern wie sie schon seit Jahren immer wieder gemacht werden und sich wiederholen als wären sie keinem Bewusst. Billig, Billig Billig!
    Discounter, drücken die Preise, knebeln Ihre Lieferanten, bieten meist nur schlecht bezahlte und Sozial abgesicherte Jobs, zerstören die gewachsenen Strukturen der Innenstädte mit Ihrer Vielfalt und abwechslungsreichen Geschäften. Discountern, ist Bio ziemlich wurscht, denn es geht um Gewinne und Verdrängung auf dem Markt. Sie fördern das Verkehrsaufkommen usw. usw.

    Die Utopie für eine bessere und gerechtere Welt braucht weit mehr als Bio- Jeans von Aldi und billig bringt uns meiner Meinung nach bestimmt nicht dort hin.

    Viele Grüße
    M. Dittmayer
  • antwortete am 02.03.2012 um 10:43
    Ich finde die Frage interessant. Ist die Aldi Jeans nun bio und fair oder nicht? Leider habe ich hier keine Antwort darauf gefunden, statt dessen die ewigen Grundsatzdiskussionen.Meine persönliche Meinung ist, daß die, die die genügend Geld haben und das Bewußtsein haben, gerne in den einschlägigen Fachgeschäften einkaufen sollen, sie können sichs ja leisten. Ich finde es aber grundsätzlich gut, wenn auch Discounter beginnen, biologische Produkte zu verkaufen.Das erreicht andere Käufergruppen, und damit vielleicht auf Dauer mehr Bewußtein auch in anderen Bevölkerungsschichten. Sonst bleiben die Utopisten ein Zirkel für sich, in den nur die Reichen und Gebildeten Eintritt haben- also sehr wenige. Möchte außerdem gerne noch anmerken, daß ich seit geraumer Zeit versuche nachhaltige Klamotten zu finden, die passen und mir stehen.Bisher Fehlanzeige. Mit 181 bin ich deutlich größer als die normale deutsche Frau- in Hess nature z.b. gibts gar nix für mich, und die einzigen Männertshirts die mir gefallen passen an den Schultern nicht, habe sie bestellt und wieder zurückgeschickt.
    • kommentieren
      kommentierte am 05.03.2012 um 11:55
      Hallo marfroe92kd
      also für mich steht außer Frage, dass das GOTS-Siegel ein glaubwürdiges Siegel ist für bio/faire Produktion.
      Das einzige Manko an diesem Angebot ist halt, dass es von Aldi kommt und Aldi eben nicht gerade als fairer Geschäftspartner gegenüber seinen anderen Lieferanten bekannt ist. Beispielsweise hat gerade Aldi immer die Milchpreise gedrückt, der Markt ist gefolgt und viele kleine Landwirte wurden zur Aufgabe der Milchkuhhaltung gezwungen.
      Soll man also ein gutes Produkt bei einem schlechten Laden kaufen und damit dessen Geschäfte unterstützen? Und dieser Aspekt wurde ja auch hauptsächlich diskutiert.
      Mit der Größe kann ich dir leider nicht helfen, ich suche immer ehr Klamotten für kleinere ;-) Weil die fairen Marken nicht so ein breites Spektrum an Größen haben muss ich auch häufig Hosen kürzen lassen. Lass dich nicht entmutigen, schreib doch mal an die Firmen, ob sie auch mal was für Dich im Programm haben.
      viele Grüße!
      mela

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