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Moralischer / Ethischer Konflikt: Was ist "besser"? Lokales Bio-Fleisch oder Supermarkt-Tofu?
Wiegt die direkte Tiertötung so viel schwerer, auch wenn das Tier gut gelebt hat und durch lokale Verarbeitung das Klima geschont und die örtliche Wirtschaft gestärkt wird? Ist nicht-zertifiziertes Tofu nicht ein Haupttreiber bei der Ausrottung seltener Arten z.B. am Amazonas? Ist diese "indirekte" Tötung so viel vertretbarer? Und wird das Soja nicht um die halbe Welt transportiert, weil in Deutschland nicht züchtbar?
Gefragt von
Ich finde diesen Vergleich sehr schwer, auch oder vor allem, weil mir belastbare Zahlen fehlen.
Mir geht es dabei übrigens wirklich um das moralische Problem. Pragmatische Handlungsempfehlungen wie "Kauf doch einfach ordentliches Bio-Tofu" sind zwar absolut naheliegend, helfen mir aber nicht weiter.Simon Reichel
am 25.Juni 2012, 17:37 | 8 Antworten
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Tofu, für das Regenwald verdrängt wird
Beantwortet von topist am 28.Juni 2012, 10:12
= inakzeptabel
Fleisch von Vieh, das mit Soya/produkten gefüttert wurde, für dessen Anbau Regenwald verdrängt wurde
= inakzeptabel (egal wo das Vieh regional weidet)
Fleisch von Vieh aus tierqälerischer Haltung
= inakzeptabel
Fleisch von Vieh, das genug Platz auf der Weide hat und mit ökologisch korrektem Futter zugefüttert wird
= in Maßen ok (ob "regional" oder "global" ist eine Sache der gesamten Ökobilanz. Fleisch von Vieh, das in der argentinischen Pampa weidet, ist ethisch korrekter als regional erzeugtes Fleisch aus tierquälerischer Haltung, verbunden mit vielen kürzeren Wegen vieler kleinerer Fahrzeuge)
Kein Fleisch essen
= auch ok (solange es nicht alle machen, Wiesen erhalten bleiben usw.)
Ökologische Reform der Mehrwertsteuer sowie der WTO in Richtung eines hinreichend Mitmenschlichkeit und ökologische Rücksichtnahmen ermöglichenden Zollsystems mit Ökobonie, um damit weltweit Methoden und Mengen der Fleischproduktion hinreichend ökologisieren bzw. humanisieren zu können. + , Einzahlung der Mittel in einen globalen Nachhaltigkeitsfond zur Finanzierung öökologischer Umbauprogramme auf nationaler Ebene (oder auch nach Branchen)
= notwendig
Alles in Allem brauchen wir mehr Freiheit, kooperativ denken und handeln zu können.
Gruß vom Topisten
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Ich sehe in Deiner Frage einige grundsätzliche Probleme und deshalb ist sie in dieser Form auch nicht zu beantworten:
Beantwortet von inaktiver User 21793 am 27.Juni 2012, 22:09
1. Die Vorstellungen von Moral/Ethik sind sehr unterschiedlich (so liegen alleine zwischen Deinen und meinen Welten).
2. Die Erläuterungen zu Deiner Frage sind bereits wertend (Bio-Fleisch nur positiv: Tier hat gut gelebt, Klima wird geschont, Wirtschaft gestärkt, Tofu nur negativ: Haupttreiber für Urwald-Zerstörung, Transport um den Globus). Somit blendest Du für beide Bereiche Teile aus, die aber essentiell sind.
3. Du möchtest keine Handlungsempfehlungen hören. Jede/r verantwortungs- und umweltbewusste KosumentIn sollte sich aber gerade bei solch einem komplexen Thema Gedanken darum machen, welches System er/sie stützen möchte. Ich z.B. möchte weder Bio-Fleisch noch konventionellen Tofu haben, also entscheide ich mich für keines von beiden, sondern suche nach Alternativen und die gibt es.
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Ich habe vor zwei Jahren mal ausführlich nachgedacht über die moralische Seite des Fleischkonsums : http://www.utopia.de/blog/barbara-kenner-gedanken/fleisch-essen-vegetarisch-essen-ethisch
Beantwortet von Barbara.Kenner am 26.Juni 2012, 19:51
Mir fällt aber auch zu Soja noch eine Alternative ein : Seitan oder Gluten. Das wird aus Weizeneiweiß produziert, kann auch selbst gemacht werden - ich persönlich bevorzuge Dinkel, das geht einfacher, weil da mehr Kleber drin ist und ist regional....
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Warum Tofu verspeisen? Ich möchte auch kein Rindfleisch aus Argentinien, selbst wenn es bio ist.
Beantwortet von Bada am 26.Juni 2012, 10:47 Alle Kommentare(4)
Es gibt regionale Ersatzerzeugnisse, wie zum Beispiel die, der Lupinie. Dieses ist eine einheimische Pflanze, die auch noch beim Anbau den Boden extrem stärkt. Sie wird auch zur Gründüngung eingesetzt.
Darin sehe ich eine wirkliche Alternative.
http://www.alles-vegetarisch.de/-Alberts_LUPINEN-SCHNITZEL.._200g_,art-734
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Eine sicher schwierige Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist.
Beantwortet von Richard-Burgenlandler am 25.Juni 2012, 18:13
In Deutschland werden 62% (10,4 Mill ha) der Argrarfläche für die Massentierhaltung verwendet dazu noch 2,3 Mill ha in Südamerika für Sojaanbau.
( http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Bio-Landbau/Weggeworfenes-Fleisch-ist-verschwendete-Flaeche_article1327224240.html )
Wenn man die Frage zu Ende denkt, also beispielsweise den gesamten Fleischkonsum aller Dt auf Tofu umstellt wären diese Flächen frei, ja wofür den z.B. für Energiepflanzen. Nachdem Energiepflanzen nicht dem Verzehr dienen ist es sehr wahrscheinlich dass die bestehende Abneigung gegen Gentechnik und Spritzmitteleinsatz abnimmt. Das die Böden ungenutzt bleiben und alle Landwirte in die Stadt ziehen ist wohl eher unwahrscheinlich. Dem Ökosystem wäre dadurch kein guter Dienst erwiesen.
Eine drastische Einschränkung des Fleischkonsums verbunden mit einer Förderung des Biolandbaus, vor allem Landwirtschaftsbetriebe die nach dem Kreislaufprinzip (Demeter) arbeiten wäre mE ein Weg der den Boden wieder zu dem macht wozu er da ist. Um Lebenspendenden Mittel zu produzieren.
Wenn man davon ausgeht, dass eine derart betrieben Landwirtschaft etwa 4 Menschen/ha ernähren kann (Beispiel dazu in meinem Blog oder direkt http://www.buschberghof.de/Seiten/wirtschaft.html ), dann könnte man etwa 80 % mit der in Dt zur Verfügung stehenden Ackerfläche (16,8 Mill ha) versorgen.
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Ich frag gleich mal weiter: warum wächst Soja in Österreich und nicht in Deutschland, ist da das Klima so unterschhiedlich?
Beantwortet von GruenesSchaf am 25.Juni 2012, 21:37-
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Die Firma Joya ist da nicht alleine in Österreich, auch Sojarei verwendet nur Bohnen aus heimischem...mehr
inaktiver User 21793 am 26.Juni 2012, 15:39
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hallo simon,
Beantwortet von waestamaan am 05.Juli 2012, 16:31
darauf bin ich grad gestoßen.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-07/klimakiller-fleisch
vielleicht hilft dir das ja weiter :)
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Ein Tier, das sich von Pflanzen ernährt hat, die für die menschliche Ernährung weniger geeignet sind, wie z.B. Gras, ermöglicht es dem Menschen über den Umweg durch z.B. die Kuh sich doch von der pflanzlichen Biomasse zu ernähren. Daneben gibt die Kuh Milch, Leder, Hornkämme, Schmierfett, Seife, Dünger und anderes. So war es mal. Und das war nicht schlecht. Massentierhaltung mit Kraftfutter, das hungernden Menschen vorenthalten wird (Mais, Soja) ist heute. Das tut nicht gut, den Menschen, den Tieren, dem Planeten. Soja selbst zu essen, statt es durch die Kuh gehen zu lassen, ist besser. Aber was ein richtiger Mann ist, der isst am liebsten Kartoffeln - nachdem sie das Schwein gefressen hat.
Beantwortet von micki. am 26.Juni 2012, 00:07
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Ach schön, dass du auch mal wieder da bist ;-) Gruß von Emma...mehr
emmaradio am 29.Juni 2012, 14:50